Mittwoch, August 17, 2005

ernüchterung

der erste freudentaumel ist vorbei. ich bin irritiert. es hat sich so viel verändert. es ist mir zuviel "fun". zu viele cafés zu viele unnütze-dinge-läden, zu viele wahnsinnig originelle menschen auf den straßen.

es fühlt sich an wie ein spagat - als zwillinge irritiert mich das nicht wirklich - ich sehe so viel, was ich liebe, was mein herz zum klingen bringt und gleichzeitig bin ich irritiert.

gestern ein essen mit freunden. mir fiel auf, wie selten ich in hamburger wohnungen bin. man trifft sich dort mehr im öffentlichen raum. gemeinsames kochen, heiße diskussionen. ich liebe an meinen berliner freunden, dass sie die welt kritischer sehen und mut zu utopischen träumen haben. dass sie mich auf den boden zurück holen, wenn ich zu geschäftsmäßig werde. aber ich weiß auch, warum ich gegangen bin. es gibt hier zu viele leute, die vor lauter alten träumen nicht mehr in der lage sind, ihre nicht funktionierende strategie des "mehr vom selben" zu ändern. ich mußte damals weg gehen, um erwachsen, erfolgreicher und ein bißchen mehr ich zu werden. jetzt sehne ich mich nach der unbeschwertheit der jugend unter schwierigen bedingungen. nach mehr oder weniger freiwilligem bohéme-leben, dass eigentlich so gar keine ist. ich bin irritiert.

wenn ich aber mit dem rad durch berlin fahre, dann fühlt es sich schon toll an.

Sonntag, August 14, 2005

berlin

gestern. ich war todmüde, aber glücklich. überall gibt es bekanntes zu entdecken. es riecht nach berlin. die wohnung ist so schön. meine güte, bin ich ein glücklicher mensch. wie schön war es heute morgen aufzuwachen und frühstück zu machen. es ist noch weit von der normalität entfernt aber ich weiß, dass sie kommen wird. welch ein luxus. ich bin so gespannt, wie es sich entwickelt. bin gespannt auf den alltag. im moment strahle ich noch glücklich vor mich bin.

Mittwoch, August 10, 2005

schlaue bücher

also wenn ich bei diogenes oder so nen buch machen will, muß einfach nur das foucault drin vorkommen. das machts dann so schön intellektuell. irgendwie verfolgt der mich. bei frau palmen wird er auch schon wieder erwähnt. meine güte.

aber ich mochte ganz der ihre. es ist nicht ganz so schmonzettenhaft wie I.M.. nix gegen ne gut gemachte schmonzette. aber "ganz der ihre" ist schon literarischer und intelligenter. mit foucault eben.

Dienstag, August 09, 2005

arbeitsverweigerung

seit tagen ärgere ich mich über mich, dass ich die tage verdaddel und nicht diese verdammten manuskriptkorrekturen mache. hach, ich wünschte, ich würde genügend geld verdienen, um mir eine kleine studentin zu leisten, die das für mich macht.

vielleicht sollte ich einfach loslassen. ommm. aber verdammt, ich wollte das ding fertig machen, bevor ich nach berlin fahre. schaue ich aber in meinen terminkalender für diese woche, dann erscheint mir dieses vorhaben langsam unrealistisch.

verwandte freunde

eben, ein ungefähr zehnminütiges telefonat mit meinem onkel. 10 minuten, die wieder kraft für stunden oder tage geben. ohne es wort für wortrekonstruieren zu können, ein weites themensprektrum von tod, freundschaft, der sinn des lebens, die momente, die einen veränderten und warum wir ständig anderen leute vorträge halten wollen. ich kann mich nur wiederholen. es ist ein großes glück mit so einem wunderbaren menschen verwandt zu sein.

liebesdinge

ich wollte ja nicht nur über berufliches nachdenken und schreiben. zwei dinge beschäftigen mich derzeit sehr und machen mich froh.

berlin: am samstag geht es endlich los. ein jahr war ich schon nicht mehr da. seit dem ich berlin liebe, und das sind jetzt 13 jahre, ist das die längste zeit, die ich nicht in berlin war. mein patenkind wird 1 und ich habe es seit seiner geburt nicht mehr gesehen, ich schlechte patentante. ich freu mich, die menschen, die ich so gerne mag wieder zu sehen.

diesmal wird es anders. ich habe jetzt wieder einen koffer in berlin. eine halbe wohnung. wie es wohl sein wird? ob es sich wieder wie "zu hause" anfühlen wird? wie werden sich die kontakte zu den lieben entwickeln, wenn ich wieder häufiger da sein werde? werde ich es (organisatorisch) schaffen, regelmäßig meinen zweitwohnnsitz zu nutzen? und wird es uns gelingen, diese wunderbare band wieder zu beleben?

singen: und schwups bin ich bei dem anderen thema. als ich damals überlegte aus berlin wegzugehen, war das, was mich am meisten davon abhielt die band. ich habe schon immer in meinem leben musik gemacht. oft scheiterte ich an meinen hohen ansprüchen für die ich einfach nicht genügend talent hatte. mit der band fühlte ich mich oft am ziel. dort angelangt, wo es für mich gut war. gut, die ganze gruppendynamik rund um 4 sängerinnen, 4 sänger und 4 musiker war schon ziemlich anstrengend, aber die gut besuchten konzerte, die momente, wenn jemand sagte, dass wir ihn mit unserer musik glücklich machen würde, waren den ganzen stress wert. was habe ich es geliebt. als ich wegging war klar, dass dies der todestoß für die band wäre. ich redete mir damals ein, dass es ein befreiender stoß wäre, denn wir waren schon am bröckeln; nach 4 jahren und 22 konzerten.

in hamburg dauerte es lange, bis ich wieder "schöne musik" fand. seit 4 jahren singe ich in einem pop-und-jazz-chor. das ist ganz nett aber musikalisch keine größere herausforderung. in den letzten jahren war vor allen dingen eine gute gelegenheit für mich, einmal die woche unter männern zu sein, da ich ja sonst fast nur noch kontakt mit frauen hatte. während der zu langen sommerpause formierten wir uns in den letzten jahre stets als combo. vor zwei jahren zu 12, letztes jahr 8 und dieses jahr sind wir ein quartett. wir werden auf einem netten fest auftreten und trotzdem ist es ein ehrgeiziges ziel. wir proben derzeit dreimal die woche und ich übe jeden tag mindestens eine stunde. arme nachbarn. es ist schon etwas anderes vierstimmig im quartett zu singen und das bei nicht gerade einfachen arrangements. aber es ist gleichzeitig auch toll, wie uns der ehrgeiz und die freude am singen verbindet.

schon komisch, dass ich gerade nach berlin "zurück pendele" wo ich in hamburg beginne, mich musikalisch aufgehoben zu fühlen. von den wertvollen beruflichen kontakten, die sich mehr und mehr entwickeln, ganz abgesehen.

Samstag, August 06, 2005

glück

heute bin ich ein glücklicher mensch. vorhin zog ich endlich die einladung zum LCB-sommerfest aus meinem briefkasten. zuvor hatte sich schon ergeben, dass ich einen tag früher in die wohnung darf und das noch nicht mal ein organisationsproblem wird. hach. und dann sehe ich "wolf haas" und "harald martenstein". es ist so unglaublich toll erwachsen zu sein und einfach so leute kennenzulernen, die man bewundert. ich habe schon immer bücher geliebt und mir schon als kind gewünscht, zunächst mit den literarischen personen, dann mit den autoren teetrinken und sprechen zu dürfen. und jetzt bin ich groß und es purzelt mir in den schoß. wie unglaublich toll. was ziehe ich nur an?

bekloppt statt bescheiden

manchmal zweifele ich wirklich an mir. und zwar in den momenten, in denen ich erkenne, dass es ausnahmsweise keinen grund zum an mir zweifeln gibt, weil das schon alles ganz gut ist, so wie es ist. leider erkenne ich das nicht selbst. dazu brauche ich hilfe von außen. am besten mehrmals täglich und am allerliebsten von selbstgewählten autoritäten. denn so einfach so glaube ich das nicht irgendwelchen hergelaufenen freunden, wenn sie mir versichern, dass ich toll sei.

gestern: es fielen die hübschen wörter "bestseller" und "du fängst doch nicht bei null an" und mein liebstes "schriftstellerin". ich nehme die ja nicht so gerne in den mund, diese wörter. das letzte geht schon ganz gut, auch wenn es etwas altmodisch ist und alle welt von autorin redet. aber das erinnert mich zu sehr an auto und daran, dass mein lebenstandard eher studentisch ohne auto als bestsellerautorinnenlike ist.

es ist, als hätte ich ein ganzes jahr in klausur gelebt. seit den tränen und der erschöpfung vom juni 2004, saß ich in meiner dachbutze, sortierte mich neu, schrieb mal eben 500 seiten und versuchte wieder zu kräften zu kommen. jetzt scheint es an der zeit zu sein, wieder ins licht zu treten. es ist immer noch nicht so, dass ich allzu große lust hätte, mir strategische gedanken zu machen. das habe ich ein ganzes jahrzehnt gemacht und so richtig gebracht hatte es auch nichts. aber irgendwie ändert sich gerade etwas.

die entscheidung ist getroffen. damit wird recht bald eine zeitplanung für die nächsten monate konkret. und es wird klar, was nächsten sommer sein könnte. dann sollte ich mich endlich entscheiden, was ich dann machen möchte. merkwürdigerweise deuten sich solche entscheidungen schon an. ganz tief aus dem bauch heraus, wenn mir das neue buchcover vor augen erscheint, ich über das farbspiel kichere und denke, dass sich da ein kreis schließt, den ich eigentlich gar nicht so deutlich sehen wollte. sollte am ende doch alles gut werden?

verdammt, ich wollte doch zwillinge machen und nicht ständig über das berufsleben nachdenken!

na gut

es war doch noch nett auf der hochzeit und gut organisiert war sie auch. es lag nur daran, dass man meine schriftliche einladung verschlampt hatte. in der kirche habe ich hübsch geweint. so gehört sich das. ich fand das auch sehr pfiffig, dass der bräutigam "ja" antwortete und die braut mit "ja, mit gottes hilfe". auf meine nachfrage hin (nein, erst nach der kirche), bestätigte sich meine vermutung, dass der bräutigam nicht in der kirche wäre. da hat die evangelische kirche das ganz tolerant gelöst. gut gemacht.

der brautstrauß wurde nicht geworfen. das war schlecht. es hätte mir gut getan, mal wieder einen zu fangen. seit dem mit dem "schweigen im walde" schluss ist, fehlt mir der optimismus. es ist nicht so, dass ich nicht daran glaube, dass ich noch mal einen abkriege. nein. aber es fehlt mir dieses innere strahlen, diese freude auf die zukunft und die zwillinge. das vermisse ich sehr. außerdem denke ich wieder viel zu viel über arbeit nach. das wollte ich doch eigentlich gar nicht mehr im sinne der life-work-balance. ich hätte ihn gerne gefangen. aber wo es nichts zu fangen gab, habe ich dann eben doch wieder genetworkt.

sie waren da. ich hatte die beiden letzte woche auf einer veranstaltung gesehen und von ferne angehimmelt. ich weiß eigentlich gar nicht warum. sie waren so paarig. sie fielen auf, letzten freitag, in der veranstaltung voller berufsjugendlicher. da ich wußte, in welchen kreisen ich mich bewegte, war mir auch schnell klar, wer sie waren. er sah aus wie eine mischung aus jack nicholson und don dahlmann. sie fand ich irgendwie toll. dieses mal habe ich sie angesprochen. und es war nett. sehr nett fand ich. es war so visitenkartentauschnett. heute nacht habe ich von ihnen geträumt. es blieb bei dem noch jugendfrischen runninggag, wo wir uns wohl nächsten freitag treffen würden. nun, dem könnnte man ja nachhelfen. in meinem kalender steht nichts.

Freitag, August 05, 2005

wedding planer

also ich kann das partout nicht leiden, wenn hochzeiten schlecht organisiert sind. und ich falle doch wieder darauf rein. dabei schwor ich mir im juni, so was nicht mehr mitzumachen. damals betraten alle frauen die veranstaltung, hechteten auf eine andere zu, während sie gekonnt den blick schweifen liessen, umarmten die bekannte mit einer hektischen begrüßung inklusive der frage "bin ich richtig angezogen, bei der einladung wusste man ja nicht so recht. aber ich hab noch was zum umziehen im auto." das fand ich demütigend. heraus kam, dass alle irgendwie richtig angezogen waren. im vorfeld fühlen wir uns alle tagelang schlecht und kurbelten die wirtschaft an.

dieses mal noch schlimmer. ich bekam gar keine schriftliche einladung. am dienstag einen anruf, ob ich denn kommen würde? ja wohin denn? gutmütig wie ich bin, sagte ich trotzdem zu. die einzige information des wirren telefonats, an die ich mich erinnern kann ist: 14 uhr kirche, danach passiert noch was. sehr eindrücklich wurde mir mehrmals gesagt, dass ich vor 14 uhr da sein sollte. wenn ich aber nicht weiß, was hinterher ist, kann ich gar nicht entscheiden, was ich anziehen soll. und dann passiert das, was immer passiert. ich trage schwarz. den schwarzen lieblingshosenanzug. der passt nie und immer. doch immerhin sitzt er gut. hochzeiten sind wirklich eine zumutung.

es ist ein affiger trend mit diesen wedding planern aus amiland. aber ich fände es wirklich sehr nett, wenn hochzeiten mit etwas mehr projektmanagement geplant und die gäste ordentlich gebrieft werden würden.

es ist schon schlimm genug, da als single hinzugehen. hatte ich schon gesagt, dass ich hochzeiten hasse?

schlaflos

bescheuert. zwischen 17 uhr und 22 uhr bin ich vor müdigkeit fast vom stuhl gefalllen. eine woche bin ich jetzt "schlaflos". das ist folter. warum nur? kaum war ich zu hause angekommen, spürte ich die lebensgeister in mir. nach einer stunde herumtüdeln, begab ich mich ins bett. dort lag ich bein bißchen wach. bis jetzt: 2.30 uhr. möglicherweise habe ich zwischenzeitlich ein paar minuten ein nickerchen eingelegt, aber das tendenzielle gefühl: ich liege wach herum, löse probleme, die die welt nicht braucht und fühle mich gerädert. besonders schön: in den letzten minuten stunden zerbrach ich mir darüber den kopf, mit welchen formulierungen ich besonders schick die kritik über die anfang september stattfindende lesung des wundervollen herrn bandini und des fräulein modeste kommentierende könnte. meine güte! dabei sollte ich SCHLAFEN, um strahlendschön auf der morgigen hochzeit von ihr die junggesellen zu bezaubern und den brautstrauß zu fangen.

Donnerstag, August 04, 2005

sehr schön

wenn ein freund auf eine mail hin anruft und fragt, wie es mir geht, dann fühle ich mich sehr gemocht.

entscheidung

puh, ich habe eine entscheidung getroffen. und es fühlt sich gut an. mögen die herpesbläschen, die schlafstörungen, das schwindelgefühl und der husten nun verschwinden. es war ein langer weg zu dieser entscheidung. wenn ich es mir recht überlege, bin ich mir gleichzeitig treu geblieben und habe etwas anders als sonst gemacht. das macht mich stolz. darauf erstmal einen kaffee.

Mittwoch, August 03, 2005

nachtarbeit

heute nacht habe ich im halbschlaf oder schlaf drei romane skizziert. blöd nur, dass ich mich kaum noch daran erinnern kann. jedenfalls bin ich heute total gerädert, so habe ich nächtens geschuftet.

der eine hatte als schlüsselsituation ein griff in eine art bonbonglas. in diesem waren minitütchen mit gummibären und es gab eine neue wendung, als die protatonistin statt eines gummibärentütchens ein streichholzpapier (heißt das so?) aus dem glas zog. irgendetwas stand darauf und das war wichtig. keine ahnung mehr, was das war. alles leicht erklärbar. am mittag war ich mit einer bekannten kaffetrinken und anständig genug, der kleinen tochter nicht die gummibärchen wegzuessen. der futterneid beeinflusste meinen traum. eine weitere romanskizze hatte "john irving'sche" figuren, nette skurrile handelnde. mehr kann ich mich nicht erinnern. so ein mist. nummer drei ist ganz weg - war tierisch anspruchsvoll.

doch an eine gute idee kann ich mich noch erinnern. ich habe beschlossen aufzuschreiben, was für mich kriterien für ein gutes buch sind. das geht nicht von heute auf morgen, aber es fühlt sich an, als könnte mich das weiterbringen.

Dienstag, August 02, 2005

connie palmen

wenn ich ein neues buch von connie palmen lese, dann habe ich immer startschwierigkeiten. das liegt vielleicht daran, dass ich so aufgeregt bin. schließlich habe ich ein jahr darauf gewartet. (schon eine seltsame marotte einer autorin, auf das taschenbuch zu warten.)aber nach und nach zieht sie mich in ihren bann und macht mich verliebt in ihre protagonisten. endlich "ganz der ihre".

dilemma

es gibt da ein verdammtes muster in meinem leben. anscheinend muß ich noch etwas kapieren, um es zu überwinden. würde ich mich an meine prinzipien halten, wäre eine entscheidung ganz leicht. so quäle ich mich. so sehr, dass mir die fiebrigen bläschen auf der lippe blatzen und ich stunde um stunde müder und kränker werde. das ist nicht gut. warum sage ich nicht einfach "der nächste bitte" und verhalte mich königlich? was macht mir angst? welchen sekundärgewinn habe ich, wenn ich im leiden verharre? warum gebe ich anderen so viel macht über mich, statt autark an meinen wert zu glauben? ich, die immer veränderung predige, verharre im stillstand, sitze in der ecke und verweigere die konfrontation oder aber den würdigen abgang. ob mich die zusätzlichen informationen weiterbringen? verkopfe ich gerade wieder mal etwas, was im herzen zu entscheiden wäre? was hält mich in dem dilemma gefangen? ich kann es gar nicht leiden, wenn mein therapeut im urlaub ist!

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen