Montag, Juli 25, 2005

peinliche situationen

in den kommentaren wurde ich subtil verdächtigt, hygieneartikel in die toillette geworfen zu haben. nein, das habe ich nicht. es ist viel peinlicher.

das problem resultierte aus einer alltäglichen, peinlichen situation, für die ich dachte, eine wahnsinnig gewitzte lösung gefunden zu haben. bei langen telefonaten muß ich manchmal aufs klo, weil ich dabei meist tee trinke. das problem ist, dass ich es gar nicht leiden kann, wenn leute, mit denen ich telefoniere, während des telefonats pinkeln. nennt es schamhaft. ich mag es jedenfalls nicht. ich gehöre grundsätzlich zu den mit-geschlossener-tür-pinklern, wenn menschen im hause sind. ich finde, man muß sich ein paar geheimnisse bewahren, selbst wenn alle menschen wissen, wie pinkeln geht.

mein bekanntenkreis teilt sich in zwei gruppen. ich habe freundinnen, die auf meine freundliche bitte mit pinkelenthaltung reagieren und andere, die einfach machen, was ihnen gelüstet und ich bin dann auch noch zu höflich, um einfach aufzulegen. ich weiß nicht, wie ich auf die idee gekommen bin, jedenfalls hatte ich eine einfache lösung für das problem gefunden. es geht ja nicht um das pinkeln an sich. nein, es geht um die peinlichkeit des anderen, an etwas teilzuhaben, was eigentlich privat ist. da sich glücklicherweise bildtelefone noch nicht durchgesetzt haben, handelt es sich ausschließlich um eine akkustische peinlichkeit.

wenn es mich an der blase drückt, während ich ein längeres telefonat habe, dann wartete ich in den letzten monaten so lange, bis das gespräch an einem punkt angelangt war, an dem der andere gesprächspartner eine längere geschichte erzählt, die meinerseits nur durch hörbares nicken wie "mmmhjaa" oder "achso" kommentiert wird. dieser punkt ist wichtig, denn die meisten badezimmer haben ein anderes akkusstisches raumklima als der rest der wohnung. würde man also, während man das schnurlose telefon samt gesprächspartner mit ins bad nimmt, zuviel sagen, würde der andere bemerken oder zumindest ahnen, dass man sich in der nasszelle befindet. manchmal dauert es ewig, bis ich das gespräch so dirigiert habe, dass der andere sich bemüßigt fühlt, weiter auszuholen. aber das ist letztlich nur übung, bis man die geschicktesten fragen und die geeigneten themen kennt. ich gehe dann also ins bad, öffne die toillette sehr leise und lege zwei schichten toillettenpapier auf den boden meines altmodischen WCs. wenn ich sehr vorsichtig den strahl dosiere, ist von meiner erleichterung nichts zu hören. selbstverständlich betätige ich anschließend nicht die spülung.

bei dem sonntäglichen pflichttelefonat mit meinen eltern, das sich gerne zu ausufernden vorträgen meines vaters entwickelt, machte ich den fehler, anschließend diskret den toillettendeckel zu verschließen. als ich einige zeit später erneut mußte, hatte ich bereits vergessen, dass sich noch zwei lagen papier in der schüssel befanden. dummerweise hatte ich nach einer vorzüglichen mahlzeit ein größeres geschäft zu erledigen, was eine nicht unbedeutende anzahl von toillettenpapierblättern verursachte. tja, und dann hatte ich den salat. nichts ging mir. da nützt der beste mülleimer zur entsorgung von damenhygienartikeln im badezimmer nichts, frau engl.

Keine Kommentare:

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen