Montag, Juli 11, 2005

menschen sammeln

gestern, vor dem doofen taschenklau, saß ich in meinem anderen lieblingscafé. es ist so toll, für jede jahreszeit einen lieblingsplatz zu haben. wenn es richtig heiß ist und der schatten lockt, sitze ich dort.

ich versuchte zu lesen. frau hustved machte mir probleme, denn die zwei damen am nebentisch redeten laut über jobs und heimat und wie ich schon vermutete, hielt das buch nicht das, was es auf den ersten seiten versprach. nun, dachte ich, dann höre ich eben dezent zu. wer weiß, wozu ich diese szene einmal brauchen kann. unvermittelt schob sich ein winziger arsch mit polster in mein blickfeld. ein super-radfahrer mit zwei begleitern. so einen kleinen arsch hatte ich lange nicht gesehen. ein kleiner jockeyarsch auf muskulösen beinen in türkisfarbene, mit aufdringlicher werbung bedruckter enanliegender hose. rasierte beine, versteht sich. auch der radfahrerunterhaltung lauschte ich beglückt. meine güte, man hat ja als normalsterbliche keine ahnung, dass die 1000 km in der woche fahren. alles stoff.

beglückt ging ich nach hause. das gefühl machte sich breit, etwas gearbeitet zu haben. denn als ich frau hustved weglegte, holte ich herrn king aus der tasche. ich las "Das Leben und das Schreiben" und erfreute mich an seiner bodenständigen art und den wertvollen tipps. hey, das ist keine billige legitimation, den schreibtisch mit den lästigen korrekturen gegen einen mittag im café einzutauschen und es arbeit zu nennen. ich fand es wertvolle und immens beglückende arbeit. ich habe eine menge gelernt.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen