Donnerstag, Juni 09, 2005

so schnell gebe ich nicht auf

"Ich lerne sehen, ich weiß nicht, woran es liegt, es geht alles
tiefer in mich ein und bleibt nicht an der Stelle stehen,
wo es sonst immer zu Ende war. Ich habe ein Inneres, von dem
ich nichts wußte, alles geht jetzt dorthin.
Ich weiß nicht, was dort geschieht."

Rainer Maria Rilke
via opak

so schnell gebe ich nicht auf. und so lange lasse ich es trotzdem nicht mit mir machen, wie in den neunzigern. jahre meines lebens hatte ich auf die hoffnung verschwendet und weil der mann mich "irgendwie mochte", konnte ich nicht von ihm lassen. ich schwor mir anschließend, mir niemals, wirklich niemals mehr eine geschichte schön zu reden. und trotzdem.

dann beschloss ich, dass ich nicht mehr nur krümel sondern den ganzen kuchen haben will. weil ich es wert bin. ich lerne aufzubegehren, wenn ich nicht genügend bekam, wenn ich mich nicht genügend wertgeschätzt fühlte. ich war glücklich, dass ich es endlich fühlte, wenn man mir unrecht tat. viele jahre hatte es mich gekostet, den eisblock aufzutauen und endlich zu fühlen. leider sind meine reaktionen immer noch ungelenk und oft zu brutal. ich möchte lernen geschickter, weniger nervend oder verletzend zu sein. schneller aufzumucken, statt ewig in mich hereinzufressen, bis ich explodiere. es ist nicht falsch was ich sage, nur wie ich es sage und wann. don't be to pushy. und trotzdem.

gibt es wirklich den passenden deckel zu meinem topf? ist es nicht schon ganz wunderbar, wenn ganz viele dinge stimmen? ist es nicht unsere aufgabe, sich bei den anderen dingen zusammen zu raufen? ich bin doch kein teenie mehr, die auf den märchenprinz wartet. und trotzdem.

woher soll ich wissen, ob es meine aufgabe ist, "vorbei" zu sagen, um frei für neues zu sein, wenn das gefühl derzeit noch ein ganz anderes ist?

„Lieben ist zunächst nichts, was aufgehen, hingeben und sich mit einem Zweiten vereinen heißt (...), es ist ein erhabener Anlass für den einzelnen, zu reifen, in sich etwas zu werden, Welt zu werden, Welt zu werden für sich um eines anderen willen (...) Nur als Aufgabe, an sich zu arbeiten, zu horchen und zu hämmern Tag und Nacht, dürften junge Menschen die Liebe gebrauchen“

Rainer Maria Rilke

Keine Kommentare:

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen