Dienstag, Juni 14, 2005

schreiben

ich lese was ich liebte von siri hustvedt und gehe gedanklich auf die knie vor ehrfurcht. selten habe ich schon bei den ersten sätzen und absätzen das gefühl gehabt, langsamer lesen zu müssen, damit das buch länger hält. jeder absatz schafft neue bilder. wie auch immer sich die verschiedenen themen verknüpfen werden. jeder absatz ist schon ein genuß. ob ich wohl jemals derart schreiben werde können?

ich arbeite derzeit heftig. es fällt mir kein besseres wort dafür ein, denn von außen sieht es nicht so aus. ich schlafe lange, lese viel, trinke kaffee, daddel am computer herum und schreibe hier und da ein bißchen. auf notizzettel und kleine essays. mein kopf rattert. mein gehirn arbeitet so effizient wie schon lange nicht mehr. ich spüre förmlich die synapsen wachsen.

ich bin auf der suche nach dem großen thema, weil ich weiß, dass es hinter der an sich banalen geschichte steckt, die ich gerade schreibe. ich bin wahnsinnig ehrgeizig ein gutes buch zu schreiben, obwohl es nicht unter meinem namen erscheinen wird. ich weiß, dass die erkenntnis fast schon da ist. ich weiß, dass ich sie durchlebe, bis sie so klar ist, dass ich einfach darüber schreiben kann. wenn sie fertig ist, wird sie wie von selbst aus mir herausflutschen und sehr sehr leicht klingen. ich weiß auch, dass sie hier im blog bestimmt schon drin ist. aber ich sehe sie noch nicht klar, obwohl ich fühle, dass die klarheit mit den synapsen wächst. was freue ich mich, wenn sie da sein wird!

immer mehr nähere ich mich der kunst. was war das ein abstrakter begriff für mich. früher. ohne behaupten zu wollen, dass das, was ich jetzt produziere schon kunst wäre, weiß ich, dass ich auf dem weg bin. ich denke an hannah arendt und ich denke an den begriff "werk". ich fühle den flow. ich sehe die ebbe auf meinem konto und es juckt mich nicht. obwohl es keinen anlass dafür gibt, wird die existenzangst immer weniger. ich bin ehrgeizig und weiß, dass ich noch ganz am anfang bin. aber wenn jedes buch immer ein bißchen besser wird als das vorherige, dann ist das alles schon ganz richtig so. welch ein luxus, so zu leben!

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen