Freitag, Juni 17, 2005

ich habe sie!

meine güte, wieviele wochen denke ich an diesem problem herum? ich weiß es schon nicht mehr. jedenfalls ist sie jetzt da, die entscheidende idee für das buch an dem ich gerade arbeiten.

seit wochen quälte ich mich damit herum, dass ich zu gerne einen roman schreiben wollte und es doch wieder so sachbuchartig kam. ich wußte einfach nicht wie. alles, was mir einfiel, war so langweilig. dabei wußte ich das dahinterliegende thema, ich habe ein belletristisches vorbild und trotzdem, der entscheidende einfall liess einfach auf sich warten.

vorhin war es dann so weit. ich fragte mich, warum ich eigentlich gestern auf der lesung von John von Düffel war. schließlich habe ich fast alles von ihm gelesen und sein neues buch, aus dem er las Houwelandt hatte ich erst vor wenigen wochen begeistert verschlungen. als er las, langweilte ich mich fast. um mich herum nur hysterische frauen. eine wundervolle szene, die erste reihe war frei, eine große schöne frau nahm dort platz. die hühner aus der zweiten reihe gackerten ganz aufgeregt, weil sie den autor nicht mehr sehen konnten. aber noch vorne traute sich auch keine.

ich lauschte also der lesung und lies meine blicke durch die buchhandlung und meine gedanken schweifen. dann wurden fragen gestellt und beantwortet. und dann sagte er etwas entscheidendes. das, was "Houwelandt" so speziell macht: die erzählperspektiven. er sagte, dass man familiengeschichten nie nur aus einer perspektive erzählen kann, weil es nie nur eine wahrheit gibt. tja, eigentlich eine banale idee und sicherlich auch nichts neues. aber 24 stunden später machte es bei mir klack: ich brauche eine zweite protagonistin! eine, die "dahinter sitzt" und die geschichte schreibt, deren leben sich dadurch verändert. vielleicht treffen sich die beiden damen sogar irgendwann. keine ahnung, das wird sich beim schreiben ergeben. so einfach, so schlicht und so voller potenzial!

jetzt gehe ich kurz in den lärm vor meinem haus. strassenfest. ich werde ein wenig durch die gassen humpeln und sehen, ob ich sie dort treffe, meine protagonistin. ich weiß schon ungefähr, wer sie ist. wie sie wohl aussieht? hach, ich bin so neugierig, sie kennenzulernen!

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen