Sonntag, Juni 26, 2005

effizientes schreiben

mal wieder ein aha-effekt. wenn ich schreiben will, um davon zu leben, dann muß ich wenn ich bücher konzipiere auch kaufmännisch denken.

das heißt, ich hatte zwar letzten freitag eine superidee für eine zweite protagonistin um die fragmente des aktuellen buches, an dem ich arbeite anzu-reich-ern, doch ich habe die idee verworfen. erst dachte ich, ich wäre noch nicht so weit, dialoge bzw. aus der sicht einer mir völlig verschiedenen protagonistin zu schreiben. aber das ist es nicht. ich hätte das material, das ich bereits geschrieben habe, völlig überfrachtet. wahnsinnig viel aufwand, den mir wahrscheinlich niemand gedankt hätte, weil ich damit die zielgruppe verwässert hätte.

klar wurde mir das in den letzten tagen, als ich über das vertragsangebot für das fortsetzungsbuch nachdachte. an sich ist es ein batzen geld, aber er steht in keinem verhältnis zu dem zeitlichen aufwand des schreibens und dem zukünftigen aufwand für werbung und PR. wenn dies nun aber "die preise" sind, dann muß ich meinen aufwand pro werk verringern, d.h. effizienter schreiben.

das heißt dann auch, dass, wenn ich in den nächsten monaten vom schreiben leben will, ich aus den fragmenten effizient ein buch machen muß, statt da noch monatelang dran herum zu probieren. das ist machbar, denn beim korrekturlesen war ich ja bass erstaunt, wie gut das schon ist. die gute idee vom vergangen freitag werde ich weiterverfolgen und zwischenzeitlich noch das lernen, was ich zur umsetzung der idee gebrauchen könnte. aber das wird dann ein neues buch. eines, das nicht sofort geld bringen muß, sondern das mein "lernprojekt" für die nächsten monate ist. ich muß da einfach genauer unterscheiden.

außerdem schleicht sich gerade noch ein neues buchprojekt in mein leben, das ich unter effizienzgesichtspunkten genau richtig eingefädelt habe: bei einem telefonat mit meinem lektor des ersten buches habe ich ihm ein paar projektideen vorgeschlagen. eine fand er gut - seit dem rattert es bei mir im hirn. kein herzblutthema aber ein nettes kleines buch, in dem ich die verschiedenen aspekte, die mich in den letzten jahren beschäftigten reinbringen und damit sogar vielen leuten, die ich mag oder spannend finde, einen gefallen tun kann. auch schön. ein nettes kleines büchlein.

der projektplan für die nächsten monate:


  • fragmente fertigstellen und anbieten

  • fortsetzungsbuch nach verkauf überarbeiten

  • neues buchprojekt skizzieren, exposée und probekapitel machen

  • für das "lernprojekt" nach "lehrern" suchen und probeschreiben


damit dürfte ich ganz gut beschäftigt sein und finanziell müsste es auch hinkommen. wahrscheinlich erzählt mir dann wieder die künstlersozialkasse, dass ich zuviel verdienen würde. meine güte, ist das alles kompliziert. aber es ist auch toll, denn erst dachte ich letzte woche - als ich ständig die wundervolle sonne genoss - dass ich eine faule haut wäre, die zu wenig am schreibtisch sitzt und gar nicht voran kommt. jetzt merke ich aber, dass es tatsächlich in meinem hirn ratterte und ich verdammt weit gekommen bin. ich habe mich sortiert und gleichzeitig genossen. ich finde das ist unter life-work-balance-aspekten sehr effizient.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen