Dienstag, Mai 17, 2005

es gibt doch noch veränderung

eben habe ich kaffe mit meinem "besten freund" getrunken. diese attribute haften ja irgendwie, auch wenn sie sich überholt haben. jedenfalls ist es ein alter freund. wir kennen uns aus der studienzeit und pflegten damals als flotter dreier regelmäßige philosophische trinkgelage. es ging irgendwie immer um den sinn des lebens. wir hatten oft das gefühl, antworten zu finden. leider konnten wir uns am nächsten morgen nicht mehr an diese erinnern. dieses "auf der suche sein" verband uns ebenso wie die sehnsucht "irgendwie anders" sein und "niemals erwachsen-spießig" werden zu wollen.

die freundschaft plätscherte sich in den letzten jahren etwas aus. ich konnte seine freundinnen nicht mehr wirklich auseinander halten, weil ich das gefühl hatte, er tauschte das leasingmodell regelmäßig gegenüber einer jüngeren aus. vielleicht sahen wir uns seltener, weil ich zu wenig interesse an den aktuellen damen hatte. vielleicht lag es auch an anderen gründen. jedenfalls wohne ich schon seit 11 jahren nicht mehr in dieser stadt.

früher trafen wir uns meist zu dritt. so richtig harmonisch war es selten. streit gab es oft. meist zwischen uns frauen und der kerl stand schweigend in der ecke. manchmal fragten wir uns, warum er überhaupt dabei war. doch irgendwie brauchten wir ihn auch. auch zweierkombis unseres dreiers gab es immer wieder. in den letzten jahren wurde der dreier immer seltener.

die eine bekam im sommer ein kind. ich kann sie mir so wenig vorstellen mit kind auf dem arm. kenne ich sie doch besser mit einer zigarette in der hand und einem glas wein in der anderen. doch einiges ist anders geworden. nur in meinen kopf passt es noch nicht. ich gewöhnte mich daran, dass die kontakte seltener wurden. neue leute kamen in mein leben. manchmal fragte ich mich, ob es nur ein festhalten an liebgewordenen traditionen ist. oder gibt es wirklich noch dieses warme verbindende gefühl?

vorhin beim kaffee und den "was machst du jetzt so"-gesprächen. wir sprachen über die möglichkeit kinder zu bekommen. wer hätte das gedacht? ich war gerührt und bin es noch. wenn selbst der mann mit dem grauen jacket, der immer fliehen mußte, wenn eine frau einen kinderwunsch äußerte, wenn selbst dieser mann nun die möglichkeit von kleinen schreihälsen und einem wohnen außerhalb der stadt in betracht zieht, dann ist veränderung doch möglich. dann fällt es mir auch leichter, meine eigenen wundersamen, neuen wunschvorstellungen zu verstehen und anzunehmen.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen