Samstag, April 30, 2005

erstaunen

ich bin so verwundert, so erstaunt. kenne mich gar nicht mehr. alles ist so anders. so ganz anders als vor einem jahr.

die prioritäten haben sich verschoben. vor einem jahr der rausch des erfolges begleitet mit ähnlicher verwunderung. heute ruhe und ganz andere sehnsüchte. sehnsucht nach ankommen, nach dazugehören, nach paarsein und familie.

früher war mir meine wohnung so wichtig. sie war rückzugsmöglichkeit und ausdrucksmittel. heute schaue ich sie verwundert an und frage mich, was die fremde tote materie um mich herum soll. es gibt so wenig, woran mein herz wirklich hängt.

diese sehnsucht umzuziehen ist eine sehnsucht alten ballast abzuwerfen. loszulassen, um anzukommen. der gedanke, mit einem koffer und einem notebook unterwegs zu sein, auf der suche nach der neuen blüte, auf der ich mich niederlassen könnte, hätte mich früher wahnsinnig gemacht. ich brauchte ziele. und ich brauchte die sicherheit meiner bücher.

heute habe ich das gefühl, dass ich keine ziele und keine bücher brauche, weil ich mehr und mehr dabei bin, mich selbst zu finden. ich nehme mich mit und das reicht. das wird reichen, um anschluß zu finden und es wird reichen, um mich zu ernähren. ganz einfach. und doch so schwierig, darauf zu vertrauen.

ich bin erstaunt.

Freitag, April 29, 2005

der erste kleine abschied

es wurde zuviel. zwei ehrenämter. ich weiß auch nicht, welches teufelchen mich ritt, tenorsprecherin sein zu wollen. ich habe mich heute davon verabschiedet. es war, als hätte ich mich schon in den letzten wochen davon verabschiedet. es wird immer klarer, hamburg zu verlassen. klar. aber auch traurig. das war einer der ersten schritte. es hat geziept. hat ein bißchen weh getan. und doch fühlt es sich richtig an.

das zweite ehrenamt. schoolworkerin bei der aidshilfe. heute meine erste eigene veranstaltung. es war tolltolltoll. die kids sahen zunächst extrem kompliziert aus. insbesondere dieses kaugummikauende monster mit den kopfhörern in den ohren, dass zunächst nichts sagte außer "gibts hier was geschenkt?". es sah nach ner schwierigen gruppe aus. aber anschließend strahlten sie. wir hatten ihnen weit mehr als ein paar fakten über safer sex geschenkt. diese strahlenden augen. wie schön!

hoffentlich stimmt, was ich glaube. dass irgendwie alles einen sinn hat. dass man nichts umsonst macht. dass man man was dabei lernt, was man später gebrauchen kann.

wieso muß ich kleiner schmetterling immer von blüte zu blüte fliegen? verhindere ich bewußt erfolg durch konsolidierung? aber es treibt mich. ich muß einfach wieder weiter obwohl ich doch so gerne ankommen möchte.

ich sehne mich. ich möchte mich einlassen. ich habe angst vor zurückweisung.

Freitag, April 22, 2005

wien!

kurze impressionen, sauteures internetcafé. das es das heute noch gibt!

schönschönschön. überall buchhandlungen. der wiener an sich hat kein problem mit tarotkarten. überall hexenläden und in den buchhandlungen schaufenster mit tarotkarten und son zeugs. überall psychotherapeuten; mehr als schuhgeschäfte aber ausreichend schuhgeschäfte. das wetter wird besser, die sonne lacht. gestern war es arschkalt. keine planung ist auch eine planung. es ergeben sich wunderbare dinge. die ausstellung war toll. rührend. auch wenn das andere vielleicht anders sehen. mich hat sie berührt. jetzt bin ich verabredet. schon merkwürdiges hobby das bloggen. das luxmitbringesel lähmt allerdings. müder kopf, schniefende nase und das herz irgendwie nicht dabei. macht aber nix. ich genieße einfach weiter. schönschönschön.

Mittwoch, April 20, 2005

hach!

spontan ihr begegnet. schön. verrückt. gute laune.









sie erinnert mich an "die mäßigkeit" - ist natürlich kein zufall.

Bei der Karte Mäßigkeit, die dem Planeten Merkur entspricht, geht es um das rechte Maß oder die richtige Mischung; es ist wesentlich in der eigenen Mitte zu sein, dann erreicht man Harmonie, Frieden und Gelassenheit. Vertrauen in die eigenen Kräfte und Gelassenheit ist jetzt wichtig. (quelle)

ok. ich nehms mir zu herzen. auch wenns schwer fällt. und nachher gehts ab nach wien.

Freitag, April 15, 2005

magisch

meine freundin, die hexe (link folgt, wenn website fertig), hatte eben das manuskript für das nachfolge-buch in den händen. zum ersten mal vollständig ausgedruckt, weil ich wahrscheinlich morgen lange im zug sitzen werde. ich wollte es ihr nur zeigen. ihr zeigen, wieviel gewicht, ein fast fertiges buch hat. sie riss es mir förmlich aus den händen und fragte, bittend, fast bettelnd, ob sie es lesen dürfte. als sie es in den händen hatte, streichelte sie drüber und murmelte verzückt "bestseller! meine güte, hat das buch eine energie!". jetzt fählt mir nur noch ein strahlendes "achdumeinegüte" dazu ein. wo ich doch sowieso gerade mit der sonne um die wette strahle, obwohl ich kaum geschlafen habe. hach, was ist das leben manchmal schön. magisch.

Sonntag, April 10, 2005

prioritäten

man, man, man, ich nenne mich projektmanagementexpertin und bekomme es selbst nicht hin. diese woche hat mich einfach überfordert. so viel, wie ich mir vorgenommen hatte, passte einfach nicht in die vorhandene zeit. mir fällt es schwer, eine priorität auf meine pläne zu setzen und anderen "nein" zu sagen, wenn sie mich um etwas bitten.und wenn ich mich dann mal für mich entscheide, dann nutze ich die zeit nicht sinnvoll, weil ich ein schlechtes gewissen habe. das problem ist in meinem kopf.

als single denke ich, dass ich in einem dorf lebe, in dem man sich einfach helfen sollte. da mir viele leute immer wieder helfen, fühle ich mich in der pflicht, sie nicht im stich zu lassen, wenn es bei ihnen brennt.

wenn ich die 8 kg, die ich beim fasten abnahm, nicht wieder zunehmen will, genauer gesagt, wenn ich noch mehr abnehmen will, dann muß ich mindestens dreimal die woche sport machen. nur wann? mir ist schon klar, dass ich auf dinge verzichten muß, wenn ich neues in meinen zeitplan mit reinnehme. nur auf was?

und immer wenn es eng wird, fange ich an, an mir zu sparen. an dem, was mir arbeitsmäßig am wichtigsten ist, dem schreiben, an an dem, was mir persönlich gerade das wichtigste projekt ist, dem abnehmen. es fällt mir leichter, jemand anderem, als mir einen gefallen zu tun. mist.

jetzt habe ich 13 stunden geschlafen und den vormittag verdaddelt. jetzt sollte ich endlich in der lage sein, mit dem schreiben zu beginnen. leg endlich los, meike!

Donnerstag, April 07, 2005

vor einem jahr

genau vor einem jahr ist das buch herausgekommen. ich erinner mich noch gut, wie ich ehrfürchtig in die bahnhofsbuchhandlung schlich, um es dort in augenschein zu nehmen. ein ganzer stapel. man war ich stolz. monatelang kontrollierter ich jede buchhandlung.

und doch. wie schnell wurde es normal. wie schnell wurde die freude zur arbeit und zur last. wie beschissen ging es mir damit im sommer. wie wenig freute ich mich zwischendurch an meinem erfolg. wie wenig feierte ich ihn, als es endlich manifest war.

wer hätte das gedacht. wer hätte gedacht, dass es ein solcher erfolg wurde. viele leute redeten im vorfeld davon, aber ich konnte es nicht glauben. ich wusste ja auch gar nicht, wie sich erfolg anfühlen würde. und als ich es fühlen konnte, was ich überfordert.

und jetzt. jetzt ist alles anders. mein leben ist völlig umgekrempelt. manchmal kommt es mir unwirklich vor. das schreiben wurde zwar zur normalität und doch bin ich erstaunt, wenn es darum geht, dafür geld zu bekommen.

das silberne glitzerne buch. mein türöffner. mein baby. meine vergangenheit. meine zukunft.

Bilder-Fragebogen

Go to Google Image Search. Type in your answers to the following questions and post one image result for each.

1. Place where you were born


2. Place where you live now


3. Favorite cartoon

da habe ich lang nachgedacht, denn eigentlich mag ich keine cartoons. diese postkarte habe ich vor jahren geschenkt bekommen. mir gefällt das achselzucken.

4. Favorite food

ich sabbere bereits bei dem gedanken daran.

5. Favorite drink

(allerdings lieber in einem nicht so doofen tussen-glas.

6. Currently your favorite song


7. Favorite smell

auch diese antwort ist mir nicht leicht gefallen. ich liebe düfte: essen, körper, parfum, meer, waldnachregen.... ich glaube, der duftsinn ist mein lieblingssinn.

8. Favorite shoes


via vorspeisenplatte

Dienstag, April 05, 2005

zu alt für kylie

gestern um die zeit kam ich von kylie nach hause und war zu müde, um noch was zu bloggen. ich glaube, ich bin zu alt für konzerte. jetzt weiß ich wieder den grund, wieso ich seit 1987 auf keinem großen konzert mehr war. gut, ich bin diesbezüglich nicht sonderlich erfahren. zweimal westernhagen (mit süßen 13 und 14 jahren) einmal spandau ballet (und tony headly berührte meine rechte hand, die ich daraufhin 3 wochen nicht mehr waschen konnte). freundeskreis zählt nicht, war in ner kleinen halle. also ich bin eher unerfahren, was konzerte anbelang. oder genauer gesagt: geizig. nicht, dass ich für kylie meine sonstige gewohnheit aufgegeben hätte. nein, es war ja gratis und für einen guten zweck.

ich fand es nur mäßig amüsant, die bühne mit etwas bewegung drauf zu sehen und dann auf diese großen fernseher zu schauen um dort so etwas ähnliches wie im fernsehen zu sehen. nein, es lag nicht an kylies größe. außerdem war ich verwundert, dass kylie am anfang und am ende nicht mehr als einen glitzerbadeanzug trug und dazwischen wurde das kleid länger und kürzer. mir war das ja nen bißchen zuviel sexgepose. und wenn ich das schon sage. was sie mit der kaffeedose auf dem kopf machte, weiß ich auch nicht. hätte sie lieber ne spendensammeldose von der aidshilfe als kopfschmuck gehabt. mir hat das spendensammeln jedenfalls spass gemacht.



ich habe leider im netz kein bild mit der kaffeedose gefunden.

Montag, April 04, 2005

anarchie

ich liebe es. also hamburg finde ich ja nach wie vor nicht so super, aber ottensen mag ich schon. so ein dorf in einer stadt ist schon was feines. samstag eröffneten m. und ich die anarchie. jetzt ist es schon fast normal. wir folgten der sonne mit unseren stühlen und saßen auch auf der straße. also dort, wo normalerweise ein auto geparkt hätte. mittlerweile machen es die anderen gäste genauso. ganz selbstverständlich sitzen sie auf der straße und ich finds klasse. wir erobern uns die strasse zurück. wer sagt denn, dass die nur für die autos da ist! schließlich haben wir als kinder auch draußen auf der straße gespielt.

Sonntag, April 03, 2005

zufrieden

ich bin ja grad sowas von zufrieden. außer vielleicht mit dem latenten appetit nach üppiger mahlzeit um sieben. wieso freut sich mein magen nicht eben so wie ich über die lecker karöttchen mit kernigen naturreis. anspruchsvollles ding! und meine güte, egal, was man im fernsehen sieht, überall essen sie was. fernsehen macht dick. merkwürdigerweise identifiziere ich mich gerade total mit schlanken, durchtrainierten frauen. während ich früher (jaja, vor drei wochen) eher stutenbissig hämische dinge bei solchen frauen dachte, fühle ich mich jetzt fast wie eine von ihnen, nach dem motto: is ja nicht mehr lang, weia, was ich dann ne femme fatale sein werde. kein konjunktiv. absolute gefühlte sicherheit.

ein nebensatz der begierde motivierte mich immens dieses wochenende an uschi-II zu schreiben. ich liess mich heute sogar zweimal zu der aussage hinreißen, dass das buch so gut wie fertig sei. gibt es da parallelen zum obigen thema? sieht so aus. nennt mich fortan die große, positive antizipiererin. liegt vielleicht daran, dass ich heute vier stunden in der sonne saß und erfolgsratgeber durchblätterte auf der suche nach dem letzten schliff. hoffentlich murmele ich im schlaf nicht ständig "tschakka" vor mich hin. also, das buch wird nächste woche fertig sein, tschakka, so sei es. es wird sein. und es wird gut sein. amen. ich bin ja sowas von zufrieden.

Samstag, April 02, 2005

zauberflöte

nachdem ich heute so schön in der sonne saß, gilt es heute abend zu schreiben. aber ich mache es mir schön. auf 3sat läuft die zauberflöte. es geht mir leicht von der hand, immer ein bißchen zu schreiben und dann ab und an lautstark bei den netten arien mitzusingen.

in die oper kann ich sowieso nicht mehr zur zauberflöte gehen. es ist, als würde ich die zauberflöte nicht als oper ernst nehmen. für micht ist sie ein bißchen wie schlager. ich erinnere mich, dass sie meine mutter zum autofahren und zum putzen hörte und dabei mitsang. wir kinder lernten wie von selbst einen großen teil der arien auswendig. wie schön also, sie im fernsehen zu sehen und ungeniert mitsingen zu können. den text zwischendurch spare ich mir und mache leise - die story kenne ich ohnehin.

also schreibe ich zwischendurch gutgelaunt, denn ich habe für heute abend ein ehrgeiziges ziel. erstaunlicherweise schreibe ich trotz dieser unterbrechungen gut, fundiert und in flüssigem stil. gute laune hilft einfach. vielleicht umschweben mich ja heimlich drei knaben jung, hold, schön und weise und begleiten mich ein wenig auf meiner gedanklichen reise.

kaffeetrinken

wie schön. mit niemandem kann ich so gut kaffeetrinken, wie mit m. traditionell treffen wir uns folgendermaßen: ein anruf, zehn minuten später treffen wir uns im reh. dann trinken wir kaffee und dann bier. immer. stundenlang.

heute setzten wir uns vier mal um. immer der sonne nach. fünf stundenlang. mit niemand kann ich so lange kaffeetrinken für so wenig geld. ich habe streifen an den t-shirträndern, so schön hat die sonne geschienen. ginge ich nach berlin, würde ich das kaffeetrinken mit m. vermissen. ach, was weiß ich, was ich will.

und trotzdem freute es mich, dass mein körper heute weder den kaffee noch das leckere mädchenbier sonderlich schätzte. und das ist auch gut so.

fehlgeleitete konzentration

sehr seltsam. seit dem ich nicht mehr faste, denke ich ständig an essen. gestern war ich den ganzen tag damit beschäfigt, essen zu kaufen, essen zu planen, essen zu essen. dabei war das essen zu essen vergleichsweise unspektakulär. während des fastens denkt man, wunder was da für geschmacksexplosionen kommen und dann isst man wieder und schlingt genauso wie vor dem fasten. schlimm!

jedenfalls ist mein "ich-werde-wahnsinnig-drahtig-und-durchtrainiert-ehrgeiz" geweckt. das, wenn auch wahrscheinlich noch infinitesimale kleine, muskelwachstum durch meine sportelei fühlt sich schon gut an. ich habe die "hüpfmaschine" für mich entdeckt. andere menschen nennen sie wohl crosstrainer. durch das eliptische gehen und die skistockbewegungen fühlt es sich bei schnellerem tempo an, wie wenn man als kind mit schlenkernden armen eine wiese heruntergehüpft ist. das macht glücklich. gestern wieder 45 minuten und heute muskelkater. und, welch schande: ich habe nur 5 minuten rudern ausgehalten. das muss sich steigern. rudern ist ja so effizient.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen