Donnerstag, März 17, 2005

fasten

jetzt ist aber schluss mit der jammerei. ich kann mich nicht leiden, dass ich mich schon seit tagen nicht leiden kann. das hält doch niemand mit sich aus. also beschloss ich heute morgen zu fasten.

das habe ich schon 15 jahre nicht mehr gemacht, dachte ich und fiel spontan wieder in die "ich bin schon so wahnsinnig alt und werde niemals mehr mann und kind kriegen depression". das konnte ich wieder nicht leiden. daran, dass ich aufstand und das olle fastenbuch aus dem bücherregal kramte, erkannte ich, dass es keine depression war. ja, es war nur eine jammerei. depressionen sind schon anders. ich kann mich noch gut dran erinnern. ist ja auch erst drei tage her.

leider konnte ich nicht spontan zu essen aufhören. ich hasse entlastungstage. überhaupt, dieser ganze vernünftige drumherum ums fasten ist schon lästig. aber manchmal bin ich eine fürchterlich korrekte. also machte ich einen plan. heute apotheke "glaubersalz für feiglinge" kaufen und zum sport. das ist ein guter anfang. verleiht auch dem entschluss nachdruck. morgen dann nur obst und so. ich finde ein entlastungstag ist schon eine große belastung.

eine größere belastung wäre es aber, morgen zu glaubern, wie der fastenexperte gerne sagt. das geht nicht. morgen muß ich genügend ruhe haben, alles sichernswertes zu sichern, was sich auf meinem quietschenden und nach feuer riechendem computer befindet und ihn dann zum computerdoktor tragen, der da neues zeug reinbaut oder ihn zur adoption frei gibt. aber das ist eine andere geschichte. jedenfalls geht sowas nicht, mit den halben tag aufm klo sitzen und sich selbst abwechselnd zu bemitleiden und voll als heldin zu fühlen. das mache ich dann samstag. vielleicht habe ich dann ja auch schon einen neuen computer und versuche verzweifelt die hoffentlich gespeicherten mails wieder auf die festplatte zu bekommen.

ja, also morgen geht es los. vorhin habe ich noch rituell die halbe tüte haribo gegessen. und morgen trink ich trotz entlastung noch den letzten milchkaffee. abschied muß sein. wie gut, dass ich sowieso kaum was im kühlschrank habe. auweia, wie spannend. ich bin wirklich gespannt, wie es mir damit geht. früher war das schon toll mit dem fasten, aber es muß schon irgendwie einen grund gegeben haben, wieso ich das in den letzten 15 jahren nie tat.

Keine Kommentare:

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen