Montag, März 07, 2005

auf probe

fakt ist. hier fühle ich mich nicht zuhause. es macht mich aggressiv, wenn diese hamburger ständig und unisono behaupten, dass dies die schönste stadt der welt sei. ich sollte mein blut runterkühlen, mehr so sein wie sie, und dann einfach denken, dass sie es schon nötig haben, wenn sie es so betonen. jedenfalls bin ich jetzt fast fünf jahre hier und fühle mich nicht zu hause. wenn nicht jetzt, wann dann, dachte ich, sollte ich umziehen. das jahre 2005 ist ein freies jahr. ein bißchen jobben, viel schreiben, keine verpflichtungen, keine liebe. ein guter moment, um umzuziehen.

zwischenzeitlich dachte ich, dass ich zurück in die heimat sollte. der dialekt macht mich schwach, trifft mich mitten ins herz. er ist heimat, obwohl meine familie gar nicht so spricht. er ist heimat, obwohl ich dort gar nicht geboren bin. und er ist heimat, obwohl ich nicht so spreche. der letzte mann, der mein herz eroberte sprach hessisch. meine hamburger freundinnen zuckten verstört zusammen, als ich gerührt davon erzählte und die vermutung äußerte, dass er sich möglicherweise genau deswegen in mein herz schleichen konnnte. frankfurt ist heimat. aber dahin zurück? es gibt nicht wirklich einen grund dafür.

aus belin bin ich weggegangen, weil alles so statisch war. als ich mitte der neunziger dahin zog, mochte ich diese große baustelle. mein leben war damals auch eine baustelle. die stadt und ich passten gut zueinander. es war ziemlich anstrengend dort und die winter waren sehr kalt. aber ich hatte mich durchgekämpft und schon auch spass dabei. das schönste war meine verrückte band. ich könnte mich noch heute in den hintern beißen, dass ich sie damals verlassen habe. aber ich mußte damals gehen, weil alles so stehen geblieben war. meine freunde kultivierten damals ein studentisches leben, das einfach nicht mehr zu mir passte. ich mußte weg, um weiter zu kommen. jetzt haben sich meine freunde geändert und ich sehne mich nach dem alten berlin zurück, daß ich in gedanken verkläre, um wieder bohemien zu leben. verrückt. aber die miete wäre in der tat billiger und fixkostenminimierung würde mir ein stück leichtigkeit verschaffen.

komm doch mal für ein paar wochen auf probe, sagte gestern eine berliner freundin am telefon zu mir. sie zerstreute meine bedenken ob der doppelten miete. irgendwie hat sie recht. warum eigentlich nicht. wenn ein buch verkauft ist, muß ich sowieso fleißarbeiten und kann nicht nebenher jobben. warum also nicht den sommer in berlin verbringen. und schon bekomme ich heimweh nach hamburg. im mai werde ich zwei wochen in frankfurt sein und haus-und-hund hüten, wenn ich dann noch ein paar wochen in berlin bin, dann bin ich ja gar nicht mehr richtig zuhause hier. was ist denn das für ein komisches gefühl. manchmal muß ich mich doch sehr über mich wundern.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen