Donnerstag, März 31, 2005

gebrochen

nachdem tag 12 so schwer war, beschloss ich tatsächlich heute das fasten zu brechen. wie zu erwarten war, schaffte ich noch nicht mal einen ganzen apfel. nach ca. 3/4 kapitulierte ich. jetzt gibts ein mittagschläfchen mit heizkissen auf dem bauch und heute abend eine kartoffel und eine karotte gedünstet. üppig! ich dürfte ca. 7 kg abgenommen haben. eine schöne vorstellung: sieben päckchen mehl. würde man die einkaufen, macht das tragen keinen spass. wenn ich tapfer 7 aufbautage mache und anschließend vernünftig weitermachte, müsste es zu schaffen sein, sie zu halten. immer an die sieben päckchen denken!

edit 16.22 uhr:
ich mußte das knäckebrot einfach essen. welch sinnlicher genuß! dieses knacken. diese konsistenz. der zarte salzundsesamgeschmack. herrlich. leider habe ich jetzt das gefühl, dass sämtliches blut meines körpers im magen ist. aber ich bereue nichts!

Mittwoch, März 30, 2005

tag12

erneute fastenkrise. die gier nach kauen und nach einem anderen geschmack hätte mich vorhin fast unvernünftig werden lassen. glücklicherweise war ich es nicht. eigentlich hatte ich mir freitag oder dienstag als tage zum fastenbechen herausgesucht. willkürlich gesetzte tage. aber ich denke ich werde schon morgen brechen. was freue ich mich auf den apfel!

Sonntag, März 27, 2005

spassbremse

eine freundin bezeichnete mich früher immer als spassbremse, wenn ich im nachtleben keinen alkohol trank. es ist wirklich verrückt, natürlich brauche ich keinen alkohol. es gibt viele nette abende, wo die wirkung des alkohols absolut unnötig ist. ich habe oft lust auf ein bier. seitdem ich bionade für mich entdeckt habe, immer seltener. oft ist es nur das bedürfnis nach der flasche. orale befriedigung eben. aber es gibt ausgeh-situationen, da geht es nur mit alkohol. gestern abend war wieder so eine. ich war mit einer bekannten auf dem kiez in einer kneipe, in der nur schlagermucke lief. eigentlich mag ich das. die leute waren auch größtenteils völlig akzeptabel. aber ohne alkohol wahrte ich distanz. ich konnte nicht mitfeiern, sondern klammerte mich förmlich an meinem mineralwasser fest. außerdem konnte ich das beobachten nicht lassen. es war, als sähe ich einen dokumentarfilm, statt richtig dabei zu sein. nach einiger zeit konnte ich die verhungerten blicke der leute nicht mehr ertragen und mußte gehen. und doch fand ich es schade.

Samstag, März 26, 2005

tag 8

heute bin ich wieder heldin und faste tapfer vor mich hin. zum ersten mal wagte ich mich in mein lieblingscafé und trank tapfer einen rhabarbersaft statt dem dort großartigen milchkaffee. glücklicherweise war es kalt und schattig, so dass ich nicht lange leiden musste.

vorher war ich "nach ikea" gefahren. man gönnt sich ja sonst nichts. 9,95 euro. wahrscheinlich war ich die bescheidenste kundin heute. lag aber auch daran, dass ich mit der s-bahn da war. das macht man ja eigentlich nicht. es hat aber spass gemacht. vor allen dingen mochte ich das arrogante-über-möbel-schauen und dabei daran zu denken, dass ich aus dem alter draußen bin, dass man ikea-möbel haben sollte. das hielt mich natürlich nicht davon ab, diese vase zu kaufen, die ich überall bewundere und dann die antwort bekomme, dass es die ganz billig bei ikea gibt. die meisten leute stellen in diese vase dann billige blumen von aldi oder so. ja, so ist das heutzutage. man gönnt sich ja sonst nichts. was noch? glühbirnen für "klemm", geschenkpapier und eine nette salatschüssel - für nach dem fasten. denn dann lebe ich ja gesund, jawohl.

heute abend werde ich ausgehen. so richtig. nicht so gepflegt zusammen sitzen und intelligente dinge sagen. nein, auf den kiez. ich bin nicht sicher, ob ich mich freue, oder ob es mich gruselt. die kollegin mit der ich ausgehe, trinkt aber glücklicherweise auch nur wasser. wir werden wohl nicht lange bleiben, denn in diesen deutschen-schlager-etablissements wird ja gerne getrunken. aber manchmal wird es ja netter als man denkt. und morgen kommt p. spontan auf besuch aus berlin. wie schön.

Freitag, März 25, 2005

fastenkrise

heute fällt es mir schwer. liegt es daran, dass ich heute niemanden habe, dem ich meine heldinnentaten erzählen kann. nee, stimmt auch nicht. ich habs vorhin am telefon und per mail erzählt. ist aber nicht das selbe wie an einem tisch sitzen und heldinnenhaft zu verzichten. ich bin träge und tranig. weiß nicht so recht wohin mit mir heute. dabei hatte ich mich so auf die ruhigen tage an ostern und das schreiben gefreut. nichts geschrieben, schlechtes gewissen und noch nicht mal die ruhe genossen. blöd.

mist, ich möchte einen milchkaffee in der sonne in meinem lieblingscafé trinken. verdammt. keine sonne heute und der milchkaffee würde mich wahrscheinlich umbringen, am siebten fastentag. hach, was wäre es schön, wenn es in den nächsten tagen noch mal so schöne sonne gäbe wie gestern. ich wäre auch brav und würde eine rhabarbersaftschorle trinken. die sieht ja auch schön aus.

Donnerstag, März 24, 2005

tag 6

das fasten geht. ein high habe ich leider nicht. manchmal geht es besser, manchmal schlechter. es fällt mir nicht leicht, anderen leuten beim essen zuzuschauen. aber am beschämensten finde ich es, wie oft ich appetit habe. zwei situationen kann ich klar ausmachen: langweile und ungeduld, wenn irgendetwas nicht klappt. ich finde, das klingt verdammt nach psychischer abhängigkeit.

endlich. mein rechner geht wieder. also genauer gesagt ist es ein neuer. das macht es noch komplizierter. bin gespannt, ob ich es schaffe, die vielen, vielen mails im outlook express des alten rechners auf den neuen ins outlook rüberzuschieben. aber immerhin. ich bin wieder online und der neue rechner läuft hoffentlich stabiler als der alte. und schön geflirtet habe ich. mit dem netten computermann. jeden tag. genauso lange, wie gefastet. ich faste aber noch länger. und hoffentlich flirte ich auch noch länger.

ansonsten genieße ich den frühling. jeden krokus, den ich sehe, begrüße ich entzückt. hach, es ist schön, dass die leute alle so gut gelaunt sind.

Dienstag, März 22, 2005

tag 4

der computer ist immer noch kaputt. bloggen aus dem internetcafé ist merkwürdig. dies nur zur einleitung.

fasten ist irgendwie gut. ich habe dauernd das gefühl, mir etwas gutes zu tun. schon komisch. gestern war ich noch in der muckibude und habe 40 minuten auf so nem nordic-walking-ding glücklich herumgehüpft, obwohl ja sport sonst nicht so meins ist. es lag vielleicht an der musik. es entspricht zwar nicht höchstem musikalischem niveau aber mich macht "soooo schmeckt der sommer" glücklich.

was ich am fasten mag, ist das man so konsequent einem entschluss folgt. entschieden ist entschieden und kompromisse gibt es nicht. basta. das ist bei vielen dingen sonst irgendwie anders. meist finden sich ja doch kompromisse. aber das funktioniert beim fasten eben nicht.

es ist aber auch nötig, wie ich gestern feststellte. euphorisch wagte ich mich nach dem hüpfen auf die waage. ohje. wie in schlimmsten zeiten. es ist doch ganz erstaunlich, wie man sich belügt. oder besser: wie ich mich manchmal belüge. vielleicht ist das wie mit dem rauchen. nicht, dass ich davon oder von drogen ahnung hätte, aber ich stelle es mir so vor, dass man auch ganz lange denkt, dass einem das zeugs nichts anhaben kann. so ähnlich ist es mit dem essen. im winter sind die klamotten eben bequemer und man merkt irgendwie nichts. was micht aber wirklich wundert ist, wieso freundinnen mich nie darauf ansprachen.

eben habe ich mir mit meinen stärken geschliffene brillengläser für meine schickimickisonnenbrille bestellt. sie sind zum fastenbrechen fertig. eine schöne belohnung. ob der anreiz funktioniert, wenn ich sie schon heute bestellt habe?

Sonntag, März 20, 2005

tag 2

schon zwei tage ohne essen. es fühlt sich an wie drei. liegt daran, dass ich irgendwie obst nicht wirklich als nahrung ernst nehmen kann. an dem entlastungstag habe ich ziemlich gehungert. jetzt gehts. auffällig ist, dass ich mir wirklich jeden tag versuche, etwas schönes zu gönnen. gestern ein tote-meer-salzbad-mit-klavierkonzert-von-chopin, heute ein stundenlanger spaziergang an der elbe in strahlendem sonnenschein.

gestern, als ich stunde um stunde in dem computerladen verbrachte, bin ich allerdings fast umgekippt. toll, der neue computer funktioniert, verträgt sich aber nicht mit der fritzcard. ohne internet werde ich wahnsinnig. um dieses posting zu schreiben, sitze ich in einem skurrilen türkischen internetcafé. ich traue mich gar nicht, auf die monitore neben mir zu schauen. aber ein gutes hat es. schon lange habe ich nicht mehr so schön geflirtet. und nächste woche darf ich ja wieder zu dem charmenten computerhelden, der hoffentlich eine lösung für mein problem gefunden hat.

aber wenn fasten verzicht ist, dann ist mein internet-entzug vielleicht gar nicht so schlecht. mein "rückfall", hier im internetcafé zu sitzen fühlt sich fast an, wie heimlich saufen. ich komme mir vor wie jemand, der sich von der kur heimlich in eine kneipe schleicht. dabei habe ich nur zwei interessante mails in der ganzen werbung gefunden. aber ich vermisse meine blogrole... man muß ja schließlich nicht auf alles verzichten!

Donnerstag, März 17, 2005

fasten

jetzt ist aber schluss mit der jammerei. ich kann mich nicht leiden, dass ich mich schon seit tagen nicht leiden kann. das hält doch niemand mit sich aus. also beschloss ich heute morgen zu fasten.

das habe ich schon 15 jahre nicht mehr gemacht, dachte ich und fiel spontan wieder in die "ich bin schon so wahnsinnig alt und werde niemals mehr mann und kind kriegen depression". das konnte ich wieder nicht leiden. daran, dass ich aufstand und das olle fastenbuch aus dem bücherregal kramte, erkannte ich, dass es keine depression war. ja, es war nur eine jammerei. depressionen sind schon anders. ich kann mich noch gut dran erinnern. ist ja auch erst drei tage her.

leider konnte ich nicht spontan zu essen aufhören. ich hasse entlastungstage. überhaupt, dieser ganze vernünftige drumherum ums fasten ist schon lästig. aber manchmal bin ich eine fürchterlich korrekte. also machte ich einen plan. heute apotheke "glaubersalz für feiglinge" kaufen und zum sport. das ist ein guter anfang. verleiht auch dem entschluss nachdruck. morgen dann nur obst und so. ich finde ein entlastungstag ist schon eine große belastung.

eine größere belastung wäre es aber, morgen zu glaubern, wie der fastenexperte gerne sagt. das geht nicht. morgen muß ich genügend ruhe haben, alles sichernswertes zu sichern, was sich auf meinem quietschenden und nach feuer riechendem computer befindet und ihn dann zum computerdoktor tragen, der da neues zeug reinbaut oder ihn zur adoption frei gibt. aber das ist eine andere geschichte. jedenfalls geht sowas nicht, mit den halben tag aufm klo sitzen und sich selbst abwechselnd zu bemitleiden und voll als heldin zu fühlen. das mache ich dann samstag. vielleicht habe ich dann ja auch schon einen neuen computer und versuche verzweifelt die hoffentlich gespeicherten mails wieder auf die festplatte zu bekommen.

ja, also morgen geht es los. vorhin habe ich noch rituell die halbe tüte haribo gegessen. und morgen trink ich trotz entlastung noch den letzten milchkaffee. abschied muß sein. wie gut, dass ich sowieso kaum was im kühlschrank habe. auweia, wie spannend. ich bin wirklich gespannt, wie es mir damit geht. früher war das schon toll mit dem fasten, aber es muß schon irgendwie einen grund gegeben haben, wieso ich das in den letzten 15 jahren nie tat.

Dienstag, März 15, 2005

frühling

die stimmung ist durchwachsen. zaghafte sonnenstrahlen kämpfen sich durch trübe dunkle wolken hindurch. die vorhersagewahrscheinlichkeit ist gleich null. völlig unberechenbar, was aus dem tag wird. ein lichtblick. das erste eis des jahres im leckersten eissalon von hamburg. ein genuß. schön auch, die glücklichen gesichter der anderen bei der lang vermissten freude zu beobachten. ein kleiner sonnenstrahl. rosarote schuhe, hinten offen, aber kein mut, fröhliche sommerschuhe zu kaufen. der rollkragenpullover motiviert noch nicht, die strümpfe auszuziehen und in die schläppchen zu schlüpfen. das schmale budget warnt. spontane freuden sind nicht erlaubt. unvernünftig sein ist schon zu lange her. wie ging das noch mal? wie fühlt sich leichtigkeit, wärme und luft an rasierten beinen an? ich habe es vergessen. fühle mich dick, grau und hässlich. verdient habe ich sie nicht die süßen schläppchen. mir etwas zu gönnen fällt mir schwer. also zurück durch den regen nach hause. die freude an dem rosaroten abendrot und den frechen tulpen. minuten des glücks. bis zur nächsten wolke. die stimmung ist durchwachsen. aber immerhin kämpfen sich schon zaghafte sonnenstrahlen durch trübe wolken. manchmal wärmen sie schon ein bißchen.

Sonntag, März 13, 2005

männer machen zu wenig kinder

überall frauenthemen. auf einmal. ich verfolge das mit interesse, einem amüsierten schmunzeln und der üblichen verärgerung. lag es am frauentag vergangene woche? den hat doch bisher noch niemand gekümmert!

gestern habe ich auf 3sat die wiederholung der gesprächsrunde bei frau maischberger gesehen. keine ahnung, wie das thema hieß. jedenfalls kreisten sie um die frage, wieso akademikerinnen zu wenig kinder machen. ich bin zwischendurch eingeschlafen. so spannend war es nicht. doch dann fiel mir der ZEIT-artikel von susanne mayer aus der aktuellen zeit ein, den ich am vortag gelesen hatte. eine emotionale aber treffende analyse über kinderlose akademiker. ja, dachte ich am beim lesen damit hat sie recht. wieso sollten eigentlich die frauen schuld sein?

"Das Problem sind weniger Frauen als Frauen in Kombination mit Männern, kurz: unmodernes Paarungsverhalten, wie das Institut für Weltbevölkerung festgestellt hat. Weltbevölkerung festgestellt hat.

Der qualifizierte deutsche Mann kann zwar eine Partnerin auf gleicher Augenhöhe heiraten – nimmt aber gerne die Sekretärin. Oder: eine Doktorandin. Der Mann mit Uni-Abschluss entscheidet sich für eine von der PH. Wer Arzt ist, lernt ja so viele Krankenschwestern kennen. Für Ärztinnen aber kommt ein Pfleger gar nicht infrage, es sei denn, sie wollen sich als sexuell bedürftig lächerlich machen.

Es gibt für die Akademikerin zu wenige Männer. Solche, die das Leben auf einer Augenhöhe verhandeln. Man könnte sagen: Das zeigt kluges Anpassungsverhalten. In einem Land, in dem egalitäre Beziehungen zwischen den Geschlechtern weder als ernsthafte Idee existieren noch strukturell abgesichert sind, durch gleichen Lohn zum Beispiel, ist Partnerschaft schwierig. Besonders, wenn Kinder da sind und die Gesellschaft sich ihrer Verantwortung entzieht, statt ganzer Kindergartentage etwa nur halbe anbietet und der Rest privater Aushandlung empfiehlt. Welcher Typ ist dazu bereit, fragt sich die Frau. Kennt jemand einen? Okay, einen!


nicht die akademikerinnen machen zu wenig kinder, sondern die akademiker! ich kenne so viele frauen in meinem alter, die allzugerne einen mann hätten, der sich auf das wagnis familie einlassen würde. was machen die kerle? sie kneifen.

ich bin derzeit oft aggressiv, wenn ich männer meines alters bei der partnerinnenwahl beobachte. es macht mich so wütend, dass sie jüngere und schlechter ausgebildete frauen wählen oder sich in unverbindliche affären flüchten. nichts neues, das wusste ich schon vor ein paar jahren, als ich mal einen mann beim spazierengehen fast in den main geworfen hätte, als wir auf das thema zu sprechen gekommen sind. aber jetzt fühlt es sich noch schlimmer an als damals. weil damals glaubte ich immer noch, dass es ein irrtum wäre, dass der gesellschaftliche trend zwar da wäre aber bei mir sicher eine ausnahme machen würde. jetzt jucken die hormone und die uhr tickt. jetzt macht es mich nur noch wütend und manchmal traurig.

Freitag, März 11, 2005

traum-haft

vorhin. ich schlummerte. hatte mich noch mal hingelegt, das fenster abgedunkelt und hoffte, dass das migränemittel wirkt. im traum hatte ich eine wunderbare begegnung. ich nahm an einem radiogewinnspiel teil. der moderator und ich scherzten, so dass es wohlig kribbelte. am selben abend (im traum) rief mich der moderator an und wir flirteten heftigst am telefon. gerade, als ich versuchte herauszufinden, in welcher ecke deutschlands er lebte und er sich um die antwort drückte ...

... klingte im richtigen leben das telefon. schlaftrunken sprang ich auf und suchte das telefon. weil ich noch nicht alle nachrichten des anrufbeantworters abgearbeitet hatte, würde das ding unweigerlich nach dreimal klingeln anspringen und der anrufbeantworter sich weiger, mir das gespräch zu übergeben. wo lag nur wieder das verdammte schnurlose herum. als ich es fand, fiel ich fast um, als sich ein radiosender meldete. erst hörte ich nur einen namen und eine sanfte stimme und dachte, es sei mein reizender lektor mit dem gleichen namen und der gleichen reizenden stimme. aber es war ein radiosender, der ein interview vereinbaren wollte ...

Donnerstag, März 10, 2005

Mittwoch, März 09, 2005

bittere tränen

ich bin nicht so viel wert, wie ich hoffte, wert zu sein. ich kann mich noch so sehr anstrengen, ich bin es doch nicht wert.

ein unglück kommt selten allein

wenn, dann kommts immer dicke. alles auf einmal. erst die abrechnung. nur die hälfte des betrages, den ich erwartet hatte. dabei dachte ich, ich hätte pessimistisch geschätzt. dass ich mich aber so sehr verschätzen konnte. die nachricht traf mich wie ein schock. nicht nur, dass meine liquidität wieder mal alles andere als toll ist auch meine planung für die nächsten monate sieht schlecht aus. ganz zu schweigen von der entscheidung fürs schreiben die darauf basierte. und dann noch an so einem tag ganz nebenher und zufällig zu erfahren, dass sich liebeskummer nun ganz sicherlich nicht lohnt. na super! beides kratzt gewaltig an meinem selbstwertgefühl auch wenn ich weiß, dass ich es nicht persönlich nehmen sollte. aber das sagt sich so leicht.

Montag, März 07, 2005

auf probe

fakt ist. hier fühle ich mich nicht zuhause. es macht mich aggressiv, wenn diese hamburger ständig und unisono behaupten, dass dies die schönste stadt der welt sei. ich sollte mein blut runterkühlen, mehr so sein wie sie, und dann einfach denken, dass sie es schon nötig haben, wenn sie es so betonen. jedenfalls bin ich jetzt fast fünf jahre hier und fühle mich nicht zu hause. wenn nicht jetzt, wann dann, dachte ich, sollte ich umziehen. das jahre 2005 ist ein freies jahr. ein bißchen jobben, viel schreiben, keine verpflichtungen, keine liebe. ein guter moment, um umzuziehen.

zwischenzeitlich dachte ich, dass ich zurück in die heimat sollte. der dialekt macht mich schwach, trifft mich mitten ins herz. er ist heimat, obwohl meine familie gar nicht so spricht. er ist heimat, obwohl ich dort gar nicht geboren bin. und er ist heimat, obwohl ich nicht so spreche. der letzte mann, der mein herz eroberte sprach hessisch. meine hamburger freundinnen zuckten verstört zusammen, als ich gerührt davon erzählte und die vermutung äußerte, dass er sich möglicherweise genau deswegen in mein herz schleichen konnnte. frankfurt ist heimat. aber dahin zurück? es gibt nicht wirklich einen grund dafür.

aus belin bin ich weggegangen, weil alles so statisch war. als ich mitte der neunziger dahin zog, mochte ich diese große baustelle. mein leben war damals auch eine baustelle. die stadt und ich passten gut zueinander. es war ziemlich anstrengend dort und die winter waren sehr kalt. aber ich hatte mich durchgekämpft und schon auch spass dabei. das schönste war meine verrückte band. ich könnte mich noch heute in den hintern beißen, dass ich sie damals verlassen habe. aber ich mußte damals gehen, weil alles so stehen geblieben war. meine freunde kultivierten damals ein studentisches leben, das einfach nicht mehr zu mir passte. ich mußte weg, um weiter zu kommen. jetzt haben sich meine freunde geändert und ich sehne mich nach dem alten berlin zurück, daß ich in gedanken verkläre, um wieder bohemien zu leben. verrückt. aber die miete wäre in der tat billiger und fixkostenminimierung würde mir ein stück leichtigkeit verschaffen.

komm doch mal für ein paar wochen auf probe, sagte gestern eine berliner freundin am telefon zu mir. sie zerstreute meine bedenken ob der doppelten miete. irgendwie hat sie recht. warum eigentlich nicht. wenn ein buch verkauft ist, muß ich sowieso fleißarbeiten und kann nicht nebenher jobben. warum also nicht den sommer in berlin verbringen. und schon bekomme ich heimweh nach hamburg. im mai werde ich zwei wochen in frankfurt sein und haus-und-hund hüten, wenn ich dann noch ein paar wochen in berlin bin, dann bin ich ja gar nicht mehr richtig zuhause hier. was ist denn das für ein komisches gefühl. manchmal muß ich mich doch sehr über mich wundern.

Samstag, März 05, 2005

nicht um jeden preis

"möchtest du denn keine kinder?" wurde ich gestern gefragt und antwortete wie immer "nicht um jeden preis".

in dieses thema bin ich genauso reingerutscht, wie in ein studium, das nicht wirklich meinen interessen entsprach. so schön, wie die freiheit war, die meine eltern mir bei der berufswahl liessen, so wenig orientierung bot sie. ich kannte damals zu wenig optionen, geschweige denn wußte ich, wie ich sie umsetzen könnte. so ähnlich ist es mit der kinderfrage. ich taumelte durchs leben, ohne die verschiedenen optionen wirklich zu kennen und taumelte so lange bis die verdammte biologische uhr nicht mehr tickte sondern hämmerte.

"nicht um jeden preis" heißt, dass ich nicht auf der suche nach einem samenspender bin, um alleinerziehende mutter zu werden. der armutsbericht, der in den letzten tagen veröffentlicht wurde, spricht für sich. rückblickend habe ich den letzten jahren ohnehin schon immer wieder an der armutsgrenze gelebt. mir ging es dabei nicht wirklich schlecht, aber einem kind möchte ich so ein leben nicht zumuten.

ich bin realistisch und ein wenig zynisch. ich glaube nicht an lebenslange partnerschaften auch wenn es mir meine eltern recht gut vormachen. mir würde es reichen, wenn ein mann sich finanziell 20 jahre und ideel 10 jahre dem kind gegenüber verpflichten würde, um ein kind zu machen - mir gegenüber müsste er sich gar nicht verpflichten. ich bin bescheiden. und ich bin bereit, kompromisse zu machen. das kann man mir nicht vorwerfen. es ist zynisch, zu schauen, ob sich der mann, den man mit verliebthormonen ins auge fasst, sich ein kind leisten kann. aber es wäre eben unrealistisch, sich in jemanden zu verlieben, der bereits alimente für vier kinder zahlt. in den paar jahren, in denen ich noch fruchtbar sein könnte, muß ich diesbezüglich eklig sein. so einen mann kann ich mir eben nicht leisten.

da ich lange zeit zu ziellos durchs leben taumelte und nicht so recht wußte, wie das mit mir, dem leben, den männern und den kindern aussehen könnte, wird die zeit nun knapp. es ist ein ekliges gefühl, dass ich jetzt genau hinschauen muß, in wen ich mich verlieben darf - ganz abgesehen davon, dass kandidaten dafür wahrlich nicht schlange stehen. also was bleibt mir anders übrig, als auf die frage zu antworten "nicht um jeden preis".

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen