Donnerstag, Dezember 22, 2005

mr. right

wahrscheinlich erkennt man den richtigen daran, dass er, wenn man über probleme spricht sagt, dass uns doch bisher immer gemeinsam eine lösung eingefallen ist und man selbst dann denkt "stimmt" und ihn gleich noch ein bißchen mehr liebt.

Mittwoch, Dezember 21, 2005

schenkstressirrtum

bin ich besonders schwer zu beschenken? es scheint, als würden die mir nahestenden personen gerne auf nummer sicher gehen, und mir die wahl meiner geschenke überlassen. das führte zu der skurrilen situation, dass ich letzte woche ein paar handschuhe und einen hut bei dem wundervollen laden"roeckl" kaufte, sie eine woche lang kritisch anschaute, um herauszufinden, ob mir das maigrün tatsächlich gefällt, sie heute in himbeerrote umtauschte, erfolglos durch die stadt hechtete, um einen passenden schal zu finden und sie wieder in maigrün zurücktauschte, weil es mit schal doch eleganter und wärmer ist als ohne. das ist natürlich anstrengend. sowas will man seinen lieben doch nicht zumuten!

als ich meinen lieblingsonkel mit einem kurzbesuch beglückte, weil verabredungen bei uns sowieso nur einmal im jahr zustande kommen, obwohl wir diese immer sehr genießen. freute er sich mehr, mich zu sehen als über meine zwei mitbringsel. er war beschämt, weil er nichts für mich hatte. so ein quatsch. ich habe die mitbringsel als anlass genommen, ihn zu überfallen, wir haben uns beide gefreut, uns endlich mal wieder gesehen zu haben und gut ist.wieso ist das nur so ein merkwürdiges tauschgeschäft, bei dem es anscheinend um zusatzpunkte oder versagen geht? geht es nicht!

bin ich besonders fies, wenn ich was unpassendes geschenkt bekomme? gut, ich weiß, diplomatie liegt mir nicht sonderlich und mir rutscht schon mal ein zu ehrlicher kommentar heraus. aber was ist so falsch daran, wenn ich fragen ernst nehme und mit der wahrheit antworte? ich kann mich übrigens nicht erinnern, dass ich jemals einem schenker den kopf abgerissen hätte. weder damals mit den sparsam bestickten stoffservietten noch bei diesem scheußlichen rosa buddha.

normalerweise schenke ich mir jedes jahr zu weihnachten selbst etwas schönes, damit etwas dabei ist, was wirklich schön ist. dieses jahr nicht, da kein geld übrig ist. aber ich habe ja schon vor gar nicht langer zeit etwas wunderschönes geschenkt bekommen und bin glücklich und zufrieden. also kann ich mich doch entspannt zurücklehnen und schaun, was das universum noch so für mich bereit hält.

ich finde, ich bin dieses jahr ziemlich gut, was meinen weihnachtshass angeht. ja, es geht mir in der weihnachtsendphase auf die nerven, mit menschen nur noch über geschenkstress zu reden. ja, auch ich bin wieder mal in eine "ach-du-meine-güte-das-wollte-ich-doch-auch-noch-besorgen-hektik" reingeraten. aber ich finde es bewundernswert, dass ich sogar bei der glenn-miller-weihnachts-cd, die ich kaufte, fröhlich mitsumme. ich bin doch kein unmensch!

Dienstag, Dezember 20, 2005

anrede

schwieriges thema. wie redet der verlobte meine eltern an und umgekehrt. weihnachten naht und beide elternpaare machen sich gedanken darüber. sagte mein vater vorhin am telefon, dass er sich gut vorstellen könnte, "papa" genannt zu werden. das hätte ich jetzt nicht gedacht!

als ich sprechen lernte (deutsch lernte, wie meine freundin über ihren kleinen sohn sagt), wurden mir meine erzeuger als "mutti und vati" vorgestellt. ich war als kind immer neidisch auf meine freundinnen, die "mamma und papa" sagen durften. diese anrede fand ich viel natürlichlicher und liebevoller. als ich älter wurde, taufte ich kurzerhand meinen vater in "papa" um. er scheint sich daran gewöhnt zu haben.

wenn ich eltern von freunden treffe, ergibt sich meist das problem der anrede. ich habe kein problem, von ihnen mit vornamen angeredet zu werden, werde aber gerne gesiezt. ich weiß, für viele klingt das ziemlich gestelzt, ich finde das gut. ich habe es auch im arbeitsleben so gehalten. wenn ich mit einer gruppe zu tun hatte, die sich untereinander mit vornamen anredete, dann fragte ich sie, ob ich sie auch mit vornamen anreden dürfte, damit ich nicht zwei namen (vor- und familienname) lernen müsste. damit aber der berufliche kontext gewahrt wurde, zog ich es vor, mich trotzdem häufig mit ihnen zu siezen. bei eltern von freunden ist es so, dass die freunde von mir ja auch als "meike" reden. es wäre also albern, wenn mich leute, die von mir als "meike" erzählt bekommen, mich mit nachnamen anreden. aber daraus kann man doch nicht den umkehrschluß ziehen und ich muß automatisch geduzt werden bzw. diese leute duzen und mit vornamen ansprechen. irgendwie bin ich in dieser hinsicht noch ein bißchen kind: die eltern von freunden sind älter als ich und deswegen finde ich es in ordnung "frau müller" zu sagen, auch wenn sie mich "meike" nennen. durch das siezen kommt dann die erwachsene gleiche augenhöhe. es gibt auch eltern von freunden, die mir den vornamen angeboten haben. ich merke, wie ich die anrede meist vermeide und unpersönliches zeugs daher rede.

mit dem verlobten ist es jetzt ein bißchen schwieriger. natürlich fände ich es nett, wenn zu den jeweiligen familien sich ein duzverhältnis einstellen würde. für mich wäre es auch ok, vornamen zu benutzen, denn umgekehrt, nachname und duzen das ist so kaufhausmäßig ("frau müller, kannst du mich bitte an der kasse ablösen"). aber "mutti und vati"? neee, also ich finde, das ist schon den blutsverwandten vorbehalten. mir stieß das bei der ex-verlobten meines bruders jedenfalls immer komisch auf, wenn sie meine eltern so anredete. erstaunlicherweise macht sie es jetzt, nach der trennung von meinem bruder, immer noch. merkwürdige sitten sind das.

wie wird das wohl bei anderen leuten gemacht?

Mittwoch, Dezember 14, 2005

merke!

wenn ich an einer stelle/in einem kapitel nicht weiterkomme, dann hat es irgendwann sinn mehr, sich weiter darin zu verbeißen. es gibt noch viele andere gute stellen. mit etwas abstand könnte man die vermurkste stelle vielleicht neu schreiben bzw. hat vielleicht eine zündende idee, wie sie besser werden könnte.

verzweiflung und hektik sind unproduktiv.

für mich sorgen heißt, für mich verantwortung zu übernehmen und entscheidungen zu treffen. ich kann es nicht jedem recht machen - und werde trotzdem geliebt. sei gut zu dir, meike. dann bist du gut.

hach, ich fühle mich so viel besser, seit dem ich gestern ein paar termine abgesagt habe. jetzt flutscht es endlich wieder!

die welt zwinkert mir zu

manchmal frage ich mich, wo ich in den letzten monaten gesteckt habe. mmmhh monate, also wenn ich genau hinschaue, dann waren es fast 1,5 jahre. klar, ich habe mich gesucht und gefunden, mein verhältnis zur schreiberei geklärt, viel geschrieben, den liebsten kennen und lieben gelernt. viel passiert. ich hatte auch nicht das gefühl gehabt, weg zu sein. aber wenn ich mir überlege, wie abgeschieden ich gelebt hatte, und wie sehr auf einmal leute auf mich zukommen, frage ich mich schon, wie das mit rechten dingen zugehen kann.

plötzlich klingelt hier alle paar tage das telefon und leute laden mich ein: zu lesungen, zu vorträgen, zu fernsehauftritten. alle sagen, hey, du hast nen cooles projekt, dürfen wir dich buchen? und ich bin erstaunt, denn schließlich ist mein ach-so-cooles projekt seit eben diesen 20 monaten auf der welt und zwischendurch kümmerte das niemanden. sehr merkwürdig. aber im moment verdammt schön.

pro bono

rathhausempfang mit ole. genauer gesagt ein stehempfang. ich stand mir die beine in den bauch, was nicht so angenehm war, weil ich drei tage vorher übelst von einem bettpfosten gegen meinen rechten kleinen fußzeh getreten wurde. ich hatte das gefühl, dass neben meinen zehen im schuh noch ein pinguin saß, so drücken die vertrauten schuhe. ich stand trotzdem weiter rum in dem eindrucksvollen festsaal des hamburger rathhauses und wartete auf den übelst geschminckten ole, der zu spät kam, weil eine talkshowaufzeichnung länger dauerte, wie er uns verriet.

um mich herum fast nur männer in uniformen. leider wenig schmuck, denn es handelte sich um freiwillige feuerwehr und THW. nicht jedem stand die uniform. ich fragte mich, was ich hier sollte. in den reden wurde viel über tsunami und hochwasser geredet. ich beschloss, dass die aidshilfe auch katastrophenhilfe leistet, beziehungserweise meine präventionsarbeit hoffentlich katastrophen verhindert. bei den schwülstigen teilen der reden fühlte ich mich dann doch ein wenig angesprochen. ja, das ist ein teil gesellschaftliche verantwortung zu übernehmen, wenn man ein ehrenamt hat. deswegen ließ ich es mir auch als eine der 1000 geladenen gäste schmecken, als endlich das buffet eröffnet wurde. wieviel ehrenamtler es wohl in hamburg gibt? ich schätze es sind zigtausende und ich schätze, dass es wohl sehr viel mehr frauen sind als männer. die ganzen uniformierten männer um mich herum, repräsentieren diese wohl nicht. das stieß mir irgendwie übel auf.

es wurde die "max-schmeling-medaille" verliehen, an einen betrieb, der ausschließlich mitglieder der freiwilligen feuerwehr einstellt. wieso hatte ich das gefühl, es könnte sich um vereinsmeierei handeln? mein betrieb beschäftigt auch 100% menschen, die sich ehrenamtlich engagieren: mich. und es fällt mir oft nicht leicht, mich mehrmals im monat einen vormittag oder einen abend freizumachen. und trotzdem mache ich es, weil ich es wichtig finde, einen beitrag zu unserer gesellschaft zu leisten und weil ich gerne jungen frauen sicherheit und selbstvertrauen geben möchte, dass sie verantwortung für sich und ihr leben übernehmen.

später eilte ich zum chor. wir proben seit ein paar monaten in einem seniorenheim. an diesem abend wollten wir ein kleines konzert für die alten leute geben. auch pro bono, versteht sich. es war mehr als skurril. die leutchen reden dabei, zickten sich an oder schliefen ein. sie kamen und gingen, wann sie wollten. unser englisches liedgut konnte sie nur zu bedingt begeistern. aber als wir weihnachtslieder anstimmten, von den wir mühsam eine strophe zustande bekamen und uns bei den weiteren strophen weitesgehens mit "lala" behelfen mußten, sangen sie alle beglückt mit und konnten den kompletten text. skurril, aber trotzdem irgendwie eine gute sache.

Montag, Dezember 12, 2005

weihnachts-ramonz

anfang november zeigte er mir eine internetseite mit füllern. einen füller für jeden tag hätte er so gerne, sagte er. sogar die federn beäugte er genau. die würde gehen, sagte er, oder die da. ich merkte mir natürlich den namen des füllers und bestellte ihn in einem netten schreibwarenladen in ottensen. wochen ist es her. ich war zufrieden, denn ich fand diesen füller ein wunderschönes weihnachtsgeschenk.

gestern der schock. ich fand ein gar reizendes kleines liebesbriefchen von ihm, weil ich vor ihm die wohnung betrat. nicht weit entfernt davon, lag sein füller. nicht genau der selbe aber mir schien, als wäre es die gleiche serie, nur eine andere farbe. was sollte ich nur tun? die geschenkidee war dahin.

als er zurückkam und die schwiegereltern-in-spe uns wieder alleine gelassen hatten, sprach ich ihn darauf an. wie kannst du mir nur, sagte ich, diese internetseite zeigen, und von wunschfüllern sprechen, wenn du genauso einen schon hast? er schaute betroffen. ich wollte dir doch, antwortete er, diesen füller zu weihnachten schenken...

Freitag, Dezember 09, 2005

merke!

gestern war ein furchtbarer tag. ich fühlte mich so getrieben, voller hektik. ich bekam nicht viel auf die reihe, wurde immer hektischer und richtig böse auf mich. man kann in so einer stimmung kein buch schreiben, wie ich es gerade mache. das ist ein widerspruch in sich. abends ging ich dann zum sport und in die sauna, um wieder etwas runterzukommen. aber noch nicht mal das klappte. ich war völlig ungeduldig und genervt in der muckibude. noch nicht mal die "hüpfmaschine" mit netter musik, konnte mich überzeugen. dabei wirkt das sonst immer wunder. selbst in der s......


*** mist, es raucht, in der küche...***

sauna, wollte ich schreiben. selbst in der saune hielt ich es nicht aus. ich fuhr zum liebsten und buk zwei sorten plätzchen. die kokosmakronen sind naja, die zimtsterne warf ich weg. 4 versuche im leben zimtsterne zu backen, die misslingen, sind genug.

und jetzt, jetzt wollte ich schreiben, wie gut mir das backen tut. voller hingabe rollte ich nette sushi-plätzchen nach brigitterezept. das erste blech fertig, sie sehen zwar nicht so aus, wie in der brigitte, aber es riecht so gut. plötzlich fängt es an zu stinken, es raucht aus der küche. die zweite ladung hatte ich auf backpapier und auf das rost gepackt. die hälfte der ladung rutschte runter und verbrannte auf dem backofenboden. und ich wollte doch eine vorbildliche schwiegertochter sein. stattdessen stinkt es hier nun, als hätte es gebrannt. der backofen sieht aus, als wäre darin ein schwein explodiert und meine achso ruhige stimmung, nach dem motto "es ist ja so entspannend, etwas mit den händen zu tun, wo man sofort das ergebnis sehen kann" ist leider dahin. auf zum küchenputzen.


edit: so, die küche sieht wieder einigermaßen aus, der rauch ist verflogen und das backofenspray arbeitet vor sich. aber das beste: sie schmecken ganz vorzüglich!

Mittwoch, Dezember 07, 2005

dumping

ich habe eben ein angebot für einen auftrag bekommen. das thema interessiert mich nicht. der ort ist am arsch der welt. das unglaubliche: 13 euro/stunde, fahrt und unterkunft sind im honorar enthalten. (vorbereitung und teilnehmerInnenunterlagen sind selbstverständnlich auch im preis inbegriffen.) das ganze auch noch honorar zu nennen, ist eine frechheit. das traurige ist, dass es sicherlich irgendein/e kolleg/e/in zu diesem preis machen wird. und garantiert niemand aus diesem kaff, sonderen jemand, der einen längeren fahrtweg oder tatsächlich übernachtung auf sich nehmen wird. da würde ich lieber putzen gehen.

eine kollegin berichtete strahlend von einem auftrag. sie entwickelte ein e-learning-kurs, suchte und beauftrage programmierer, ging in vorleistung und pitchte bei einem dax-unternehmen. jetzt freut sie sich über den auftrag, bei dem nur die programmierkosten übernommen worden sind. aber immerhin darf sie das produkt auch anderen empfehlen. klar, könnte man sagen, dass sie nun ein gratisprodukt in der hand hat und dieses mit guter referenz anbieten kann. aber ich finde, es ist ein schlag ins gesicht, wenn ihr anteil der arbeit nicht gezahlt wird. und sie freut sich. woher nimmt sie nur die kraft?

Dienstag, Dezember 06, 2005

rosa elefanten

eine zweite sache hält mich vom arbeiten ab. ich versuche nicht an rosa elefanten zu denken. das ist natürlich eine metapher. eine ziemlich ausgelutschte dazu.

aber ich habe dem verlobten gelobt, nicht mehr über diese sache zu sprechen, die ich mir so wünsche. sie ist silbern und funkelt. ja, ich spreche ja gar nicht darüber. und ich versuche auch gar nicht dauernd daran zu denken.

es ist ja so, dass der mann das ganze in die hand nehmen muß. und ich dummchen habe natürlich voreilig, gar vorwitzig, einfach gefragt. und dann habe ich auch noch im laden gedrängelt, so dass dieses ding, wovon ich nicht rede und woran ich natürlich auch gar nie denke, nun in einer kleinen feinen schachtel liegt, bis er den rechten zeitpunkt für gekommen erachtet.

das ist ja auch nur vernünftig. es gibt eben diese spielregeln zwischen mann und frau und ramonzig ist es ja auch. es wäre ja auch doof, wenn man das einfach so zwischen den alltag klemmen würde. auch wenn der alltag noch so schön ist. nein, das wäre nicht richtig. deswegen bin ich wahnsinnig vernünftig und spreche nicht von dem rosa elefanten und bemühe mich ganz doll, nicht an ihn zu denken.

allergie-schleife

ich hätte gerne was gegen meine steuerberater-und-finanzamt-allergie. meine güte, ich bin alt genug und lange genug selbständig um zu wissen, dass

  • es meist gar nicht so schlimm ist, solche briefe zu öffnen
  • es meist gar nicht sooo viel zu tun ist, was solche briefe von mir verlangen
  • ich meinen steuerberater dafür bezahle, dass er die ganz unangenehmen dinge macht
  • ich meinen steuerberater dafür bezahle, dass er mich an die unangenehmen dinge erinnert
  • ichm einen steuerberater dafür bezahle, dass er immer ein lösung findet, auch wenn ich es kompliziert oder aussichtslos finde.

    eigentlich sollte ich ihn lieben. den steuerberater.

    stattdessen bin ich wie gelähmt, wenn steuerkrams auf meiner tagesordnung steht. ich schleiche halbe und ganze tage um meinen schreibtisch herum, esse lauter blödsinn, fange manchmal aus verzweiflung an zu putzen (heute leider nicht) und bekomme immer schlechtere laune, weil mich diese unsinnige vermeidungsstrategie von den wirklich wichtigen arbeiten abhält.

    dabei weiß ich doch, dass....

  • Montag, Dezember 05, 2005

    ramonz

    ich gebe zu, ich bin wenig ramonzig. ich vergesse immer kerzen anzuzünden und ich kann nicht mädchenhaft hübsch tische dekorieren. blumen mache ich einfach in eine vase, statt sie zu arrangieren und bei einem sonnenuntergang sage ich "aha, hübsch". bei vielen ramonzsachen denke ich oft, dass sie für leute sind, die nicht lesen oder andere sachen lesen als ich und gerne auf den dom gehen. ich bin vielleicht ein wenig arrogant, aber ich kann mit herzchenkissen und so sachen nicht so viel anfangen.

    aber jetzt summe ich nicht nur bei den weihnachtsliedern mit, sondern ertappe mich, wie ich regelrechte ramonzuanfälle bekomme. ganz besonders ramonzig finde ich ja den adventskalender meines liebsten. nach fünf tagen scheint sich die hypothese zu bestätigen, dass in jedem liebevoll verschnürtem tütchen ein lippenpflegestift meiner lieblingssorte ist. der schmeckt so lecker leicht vanillig. und dann findet sich in dem reizenden tütchen noch ein stückchen ausgewählter schokolade in der perfekten form schlechthin.



    und das alles nur, weil ich den verlobten letztens darauf aufmerksam machte, dass ich derzeit, wegen des häufigen küssens, so einen immensen bedarf an lippenpflege hätte. ist das nicht ramonzig? hach!

    wie im fluge

    kein wunder, wenn der tag zu wenig stunden hat, wenn ich erst zwei stunden beim arzt wartete, obwohl ich auf die minute pünklich war und mich zwei stunden betelefonieren lasse, obwohl der akku dabei fürchterlich piepte. warum ist es nur jedes jahr so, dass der dezember gefühlt so unglaublich viel kürzer ist als die restlichen monate. ich bin total gehetzt.

    Donnerstag, Dezember 01, 2005

    is doch gar nicht so schlimm

    ich glaub, jetzt bin ich völlig verstrahlt. jahrelang kultivierte ich meinen weihnachtshass und jetzt sowas. ich pfeife munter bei den weihnachtsliedern im radio mit und sage doch ernsthaft beim frühstück zu meinem liebsten, dass er ruhig einen baum haben darf, wenn er ihn sich wünscht. ich? war ich das? ich gestehe, ich habe sogar schon an einen adventskranz gedacht. ist ja auch schön rund, riecht gut und nicht zuletzt machen die kerzen ja auch ein schönes licht in der dunklen jahreszeit. unglaublich!

    es liegt entweder an dem grandiosem blogger-adventskalender (heute ein unglaublich professionell verpackter, noch nicht verspeister sympatischer glückskeks mit allergikerhinweisen von frau poll)



    oder es liegt an diesem wundervollen mann, mit dem ich so glücklich bin.

    kürzen

    ein drittel muß weg. 270 seiten hatte ich geschrieben. ok, ich gebe zu, mit fünf monaten abstand, finde ich das manuskript auch ein wenig wirr. aber ein drittel kürzen nur weil die druckdinger immer durch 4 teilbar sein müssen und man so den taschenbuchpreis besser kalkulieren kann? die kauffrau in mir versteht das. die autorin verteidigt ihr baby mit zähnen und klauen. wo soll ich nur anfangen?

    erst dache ich, ich schmeiße den ganzen mist weg. auch das beste manuskript enthält mist. so ist das nun mal, wenn ich schreibe. ich stehe ja auch nicht um 6 uhr morgens auf und arbeite dann diszipliniert bis um 11, um dann mit dem hund rauszugehen. (solche sachen erzählen zumindest männliche schriftsteller in talkshows). ich schreibe ja meist einfach drauf los: ungeordnet und ungehemmt. da kann auch schon mal mist dabei sein. dann dachte ich, ich könnte aber auch die ganz besonderen juwelen rausschmeißen und sie vielleicht anderweitig verwerten. das wäre ja mal eine kreative idee. ich wünschte mir, ich könnte meine schizophrene zwillingsidentität noch vollkommener ausleben, um das manuskript mit fremden augen zu sehen.

    Mittwoch, November 30, 2005

    nicht einfach

    in meinem badezimmer hat es ungefähr 7 grad. wenn ich als kurzsichtige meinen lidstrich ziehen und die wimpern schminken will, muß ich sehr nahe an den spiegel. gar nicht so leicht, wenn immer derselbige beschlägt. da hilft nur luft anhalten.

    hallo lieber widerstand, dich kenne ich doch

    seit wochen steht auf meinem zettel der versuch journalistisch zu arbeiten. die idee besticht durch ihre vorteile. alle sagen, ja mach doch. und ich sitze zu hause und bekomme nichts auf die reihe. ich quäle mich mit selbstvorwürfen. was wäre es dumm, es nicht zu tun. die vorraussetzungen sind hervorragend. was habe ich zu verlieren? das wort cross-marketing glitzert verführerisch. auch gegen ein paar kohlen hätte ich nichts einzuwenden. es ist so unvernünftig, es nicht zu tun. und trotzdem sitze ich hier und mache immer wieder anderes.

    ich kaufte magazin um magazin. eine wundervolle gelegenheit, um zeit zu verplempern. hach, hier ein bißchen herumlesen und dort ein wenig schmökern. sonst gönne ich mir sowas ja nicht. schon schön aber auch ziemlich schlicht. das könnte ich auch, denke ich und werde gleichzeitig von den banalitäten abgestoßen. bin ich zu arrogant? das wäre nichts neues. wo sitzt der widerstand und wie sieht er aus? schließlich die idee, auf die mich die anderen brachten. es passt nicht zu mir, mich hinter einem artikel zu verstecken. ich brauche den schillernden auftritt. ich bin nur gut, wenn ich meins mache und mich zeige. vergiß die maßstäbe des gegebenen, rieten sie mir, mach deins. das klingt nicht schlecht, denke ich. ich mache sowieso lieber neues. ob ich wohl morgen oder in den nächsten tagen lossprudeln werde? heute? heute habe ich dafür erstmal keine zeit.

    kairos

    ob es wohl "den richtigen zeitpunkt" gibt? weiß nicht. früher glaubte ich daran. ist ja auch eine schöne vorstellung, dass es für alles die rechte zeit gäbe. und eine prima entschuldigung ist es auch. jetzt ist eben nicht kairos, kann man sagen, und schuld ist man dann nicht, wenn man irgendetwas vorgenommenes nicht erledigt. ich vermute, meine steuerberaterin und ich stimmen jedenfalls nicht immer kairosmäßig überein.

    gestern war aber ein kairos. ganz unverhofft. plötzlich war es so weit und fühlte sich ganz richtig an. ich merkte, wie ich im kreis herumirrte, nur unmerklich disharmonisch, denn eigentlich lief und läuft alles sehr gut. eigentlich hing ich an einem ganz anderen punkt. wer hätte gedacht, dass der rat lauten würde, doch genauer hinzuschauen, worum es gehen könnte. als coach könnte ich natürlich drauf kommen, aber bei sich selbst sieht man ja den wald vor lauter bäumen nicht.

    es war nicht romantisch und es war nicht perfekt. aber es war richtig. ich fragte, und die gesprochenen worte waren eigentlich keine antwort. doch die herzen berührten sich und jubilierten ein "ja". und ich bin glücklich.

    Dienstag, November 29, 2005

    service, was ist das?

    was macht die gemeine bloggerin, wenn sie sich ärgert. sie bloggt. ist besser, als schokolade essen. zwar nicht für die wirtschaft aber für meine figur.

    wollte ich doch eben ein röckchen kaufen. ein nettes. jedoch war ich unsicher, ob ich zu der farbe passende oberteile und schuhe zu hause hätte. doch ich war ziemlich kaufgeneigt. nur ein wenig unsicher. das geschäft befindet sich in meiner unmittelbaren umgebung. dachte ich mir doch clever, gehe ich nach hause, schaue mal, ob meine stiefel noch ok sind und werfe einen blick in den kleiderschrank und kaufe es morgen. zur sicherheit wollte ich es mir zurück legen lassen. die dame sagte, dass sie das gerne machen würde, wenn ich eine anzahlung von 30 euro (für ein 59 euro-röckchen) machen würde. ich fragte, was passieren würde, wenn ich mich gegen das röckchen entscheiden würde. rotzfrech antwortete sie, dass dann eben meine anzahlung verfallen würde. oh, sagte ich, dass wäre aber ein ungewöhnliches procedere. der tonfall der ladentante steigerte sich, die stimmlage kletterte ein paar töne höher. wenn sie das, sagte sie, für jeden kunden einfach so machen würde, dann hätte sie bald gar keine ware mehr im laden, weil alles hinten hängen würde. tja, antwortete ich, irgendwie gefällt mir ihre art, geschäfte zu machen nicht, deswegen werde ich jetzt generell davon absehen, bei ihnen zu kaufen.

    ärgerlich ist nur, dass mir das röckchen schon gefallen hat und mir auch noch eingefallen ist, welcher pullover ganz ausgezeichnet dazu passen würde. aber ich sollte meine wertvolle zeit nicht mit röckchen und ärger verbringen und statt dessen etwas geld verdienen. wenn dann mal wieder ordentlich geld auf dem konto ist, kaufe ich in geschäften, in denen sie nett zu mir sind.

    Montag, November 28, 2005

    huch!

    vor meinem fenster läuft ein mann entlang. das ist insofern erstaunlich, dass ich unter dem dach wohne und es deswegen nicht gewohnt bin, dass man mir von hinten über die schulter auf den bildschirm schaut. mann, habe ich mich erschrocken. das haus wird eingerüstet. dieses schrabbelige haus, das im treppenhaus immer so eklig riecht und bei dem es durchs dach reinregnet wird jetzt von außen schön gemacht. fassade renovieren. das ist wirklich das letzte, worauf ich gekommen wäre! jetzt ist natürlich klar, woher dieser unsäglich krach heute nachmittag kam.

    auweia kein kaffee

    angeblich stört kaffee die homöopathische behandlung. ich hoffe ja, dass es wenigstens ohne dran glauben trotzdem funktioniert, auch wenn das vielleicht schon ein bißchen dran glauben ist. jedenfalls fällt es mir verdammt schwer, auf meinen geliebten milchkaffe zu verzichten. das verflixte ist, dass es wohl nicht das koffein sein soll, dann könnte man ja einfach koffeinfreien trinken. mmmhh vorhin habe ich carokaffee mit vanillesoja gemacht. das schmeckte nicht wirklich. und das soll jetzt über monate so gehen?

    advent, advent

    juchhuuuu, es ist da. mein paketder "lawine des glücks" ist eben angekommen. rieeeesig. ich bin sehr gespannt auf meinen blogger-adventskalender!




    ich habs aufgemacht. aber nur das paket. wollte schon sehen, wie die anderen verpackt haben. aber pustekuchen. der unglaubliche santa claus hat jedes geschenk noch in einen umschlag gepackt. eine wahnsinnsaktion. hut ab. santa claus ist eindeutig der adventsheld!



    neid ist absolut berechtigt! hach, was bin ich neugierig. noch 3 mal schlafen!

    Montag, November 21, 2005

    lichtlein

    ich mag diese stimmung. im winter, am frühen abend aus dem fenster zu schauen und dabei die vielen vielen fenster der nachbarn sehen. die stadt lebt. nicht wie im sommer, wenn alle immerzu raus müssen. überall brennen lichter in den wohnungn und ich liebe es, mir vorzustellen, was dort gerade geschieht. mal sehe ich jemand kochen, dann kann ich zwei sich unterhalten sehen. was sie wohl reden? diese illumination ist viel schöner als dieser weihnachtsbeleuchtungskriegt der auch schon wieder beginnt. wie gut, dass ich in einem einigermaßen zivilisierten viertel wohne, so dass ich die vielen lichtlein noch genießen kann.

    liebe

    was ist liebe? schwierige frage. irgendwie hatte ich bisher keine umfassende antwort darauf gefunden. die idee mit der kontrast-liebe letztens war schon ganz nett. letzte woche habe ich dann von einer bekannten, die, obwohl wir wenig kontakt haben, immer genau die passenden buchtipps für mich hat, ein buch empfohlen bekommen. der code des herzens von christian schuldt. blöder titel. ich weiß. es ist aber weniger blöd, als man beim cover und titel zunächst annimmt. eine systemtheoretische analyse, was liebe heutzutage ist. viel blabla, vieles was man weiß, vieles, was ich selbst beobachte oder erlebe. in der zusammengetragenen form spannend (ähnliche wie generation ally - nett aber nicht weltbewegend), in der interpretation an manchen stellen haarsträubend. aber anregend. eine fortsetzung zu luhmanns "liebe als passion" aber glücklicherweise weniger luhmanesk geschrieben.

    liebe ist der lebensbereich, in dem individuum ganz sein darf. heißt es dort. nirgendwo sonst, stellt man sich als ganze person zur disposition und wird als ganze person wahrsgenommen. denn liebe gibt es nur persönlich. im lebensbereich "liebe" gibt es nur ein entweder/oder: persönlich oder unpersönlich. ganz und gar. deswegen stärkt liebe auch so, denn nur dort wird man ganz angenommen. und genau deswegen fühlt sich liebe auch oft so bedrohlich an. es geht immer ums ganze. jede bemerkung, jede geste ist persönlich und kann alles in frage stellen. doch in zeiten des immer unpersönlicheren individualismus, kann nur die liebe helfen, uns zu ganzen menschen zu machen.

    "Je »unpersönlicher« die Gesellschaft wird, desto »persönlicher« wird die Liebe, weil es umso wichtiger wird, die eigene Persönlichkeit bestätigt zu finden und sich selbst als ganzer Mensch zu erfahren. Eine solche Allround-Bejahung der eigenen Selbstdarstellung können berufliche, künstlerische oder auch sexuelle Erfolge nicht leisten, sondern nur die Liebe. Nur hier kann man das Bild, das man sich von sich selbst aufbaut, absolut bestätigt finden." (S. 66)

    Freitag, November 18, 2005

    eine frage der sichtweise

    ärgerlich, wenn man ein dickes manuskript ausdrucken will, den papierstapel mit augenmaß abschätzt, beschließt, dass es reichen könnte und dann bei seite 128 den berechtigten verdacht bekommt, dass man sich wohl sehr verschätzt hat. nun augenmaß war noch nie mein ding und ich erzähle jetzt nicht diesen blöden witz. doch alles eine frage der sichtweise. gibt mir doch der papiermangel eine wunderbare gelegenheit in das neblige wetter da draußen zu gehen, dass ich hier vom dachgeschoss aus sehr schön finde.

    ich glaube, meine sinne sind auch schon ziemlich vernebelt von meinem neuen eso-online-workshop bei der workshopwelt. alles recherche. ich bin mal gespannt. einmal mußte ich schon laut lachen und ausrufen "achdumeinegüte was für ein eso-scheiß". aber schließlich mache ich das ja nicht nur zur recherche, wie online-kurse gehen, sondern es könnte ja sein, dass ich dabei noch ein bißchen ein besserer mensch werde. und schließlich ist es ja eine meiner missionen, solche räucherstäbchenduftenden weisheiten (deren sinn ich ja gar nicht per se abstreite) in eine zeitgemäße sprache zu bringen, bei der sich nicht so schnell die zehennägel aufrollen. ich bin gespannt.

    Montag, November 14, 2005

    ziele, gute ideen und bloggen

    ein blog ist ja irgendwie auch ein notizbuch. im newsletter von monika birkner habe ich was interessantes über den spirituellen aspekt von zielen gelesen. wollte ich mir merken. könnte ich noch gebrauchen.

    bloggen ist ja derzeit auch schwer in mode bei trainern, coaches und konsorten. es scheint, als gäbe es einen fließenden übergang von newsletter zu blogs. die newsletter werden kürzer und verweisen auf blogeinträge, die hübscher layoutet etc. sind. eigentlich ne feine sache. immerhin können genervte leute dann auf das pull-medium umsteigen. ich frage mich nur, wer das alles liest.

    sehr hübsch finde ich auch die idee, bücher zu besprechen und über das amazon-partnerprogramm zu verlinken. könnte man auch über das wortreich machen. (wie es wohl denen geht?)

    fast beim sport

    eigentlich bin ich gerade in der muckibude. fast. um kurz vor vier hatte ich den impuls loszufahren. der gedanke, sich zu bewegen und anschließend in der sauna zu entspannen, fühlte sich gut an. ich sah auf die uhr und stellte fest, dass meine monatkarte von 16 bis 18 uhr nicht gültig ist und erwog mit dem rad zu fahren. bevor ich etwas wie tasche packen unternehmen konnte, ging noch mal aufs klo. dort fand ich es schlecht, dass ich heute noch nicht das gearbeitet hatte, was ich eigentlich arbeiten wollte. wenn ich aus der sauna kommen würde, würde ich daran auch nichts mehr machen und das wäre schlecht. und da es mit dem rad kalt ist, könnte ich ja auch bis 18 uhr arbeiten und dann mit dem bus fahren.

    jetzt ist es viertel nach fünf und ich habe immer noch nicht das gemacht, was ich machen wollte. draußen ist es dunkel und wenig verlockend, noch mal das haus zu verlassen. es ist eine schöne vorstellung, heute mal einen geschenkten abend für mich zu haben, weil der chor auf mittwoch verlegt ist. warum sollte ich mich also in die muckibude zu den vielen leuten zwingen. ich könnte ja auch am donnerstag gehen. ob ich es wohl noch hinbekomme, das zu tun, was wichtig wäre und ob ich wohl am donnerstag zum sport gehe. spannender als ne soap. das geld für die muckibude ist wirklich zum fenster rausgeworfen. ich sollte unbedingt mal schauen, wie lange die kündigungsfristen sind, bevor ich mit der wichtigen arbeit anfange. oder soll ich zuerst einen salat machen? der wäre ja auch gesund.

    schöner gedanke

    in einer netten mail kam heute folgender gedanke zu mir: "Liebe ist nicht immer da und nicht jeden Tag gleich." das erinnert mich stark an den merksatz "glück ist kontrast", den ich so gerne zitiere. ja, so wird es sein. man weiß nicht, ob es liebe ist oder nicht, aber wenn immer wieder diese momente passieren, wo man den anderen knutschen könnte (und kann!), weil das leben mit ihm einfach viel schöner ist als ohne ihn, dann könnte das wohl liebe sein.

    und dann ist mir noch aufgefallen, dass in jedem gedanken ein "danke" steckt. auch ein schöner gedanke. wo ich doch ohnehin die hypothese von einer freundin übernommen habe, nachdem ideen wie kleine vögelchen sind, die sich aussuchen, in welchen hirnen sie sich niederlassen. da kann man einfach nur "danke" sagen!

    Freitag, November 11, 2005

    nix gala

    und damit meine ich nicht den gleichnamigen kaffee, den ich auch nicht kaufe. nein ich meine die hamburger aids-gala, die eigentlich am 19.november stattfinden sollte, um geld zu sammeln. das wäre auch nötig gewesen, denn jedes jahr ist der finanzspielraum der aidshilfe kleiner und das engagement steht auf der kippe. unglaublicherweise wurden nur 35, in worten fünfunddreißig eintrittskarten verkauft, so dass die veranstaltung abgesagt werden mußte.

    mag sein, dass es daran lag, dass das programm zu vielfältig und damit niemand klar war, was es dort eigentlich geben sollte. mag sein, dass die veranstaltung nicht interessant genug konzipiert und beworben wurde. trotzdem, ich finds schade. ich laufe mehrmals pro jahr mit sammelbüchsen über konzerte und feste und kann nur wenige hundert euro damit zusammentragen, ich spende zeit, um präventionsarbeit für junge mädchen zu machen, damit die problematik der krankheit und des virus nicht in vergessenheit gerät. aber das sind letztlich nur tropfen auf dem heißen stein. um präventionsarbeit und betreuung anzubieten braucht es geld. mehr geld.

    wer gerade in weihnachtlicher stimmung ist, kann ja mal hier schaun und schnell was überweisen.




    und die lustiglustigplakate der BZGA (bundeszentrale für gesundheitliche aufklärung sind ja auch eher ein ärgernis und geldverschwendung als wirklich aufklärung.

    wochentagsdurcheinander

    wenn eine freiberuflerin und ein festangestellter sich zusammentun, ist das gar nicht so einfach. plötzlich fehlen die sonst produktivsten arbeitszeiten wie z.B. der samstag abend. ich gewöhne mich langsam dran, früher aufzustehen und unter der woche produktiver zu sein. aber leicht ist es nicht, denn schließlich ist die zeitliche freiheit ja genau eines der argumente für die freiberuflichkeit gewesen.

    wenn jeder tag wie ein sonntag, in einer glücklichen beziehung, ist - was macht man dann an den sonntagen? wenn man sich fast jeden tag sieht, dann fängt man an normal zu werden. normalsein kann ganz toll sein, weil man sich dann wirklich als paar fühlt. doch wie schafft man es, sich im alltag kennenzulernen und sich trotzdem immer wieder neu zu verabreden und sich wie beim ersten date aufeinander zu freuen? hin und wieder find ich den anzug schon schöner als die jogginghose.

    Donnerstag, November 10, 2005

    unfähig, verwirrt und leider nicht sprachlos

    ich verliere die wörter. ich, die ich als so wortgewandt gelte, ich, die den lebensunterhalt schon immer mit wörtern verdiente, mir verschlägt es die sprache. ich habe das gefühl, nicht mehr die richtigen wörter zu finden, mich unnütz kompliziert auszudrücken und dabei sinnlose wörter zu verballern. ich rede wirres zeug und richte damit schlimmeres an, als ich durch die wörter eigentlich zu verhindern suchte. ich verbreite unklarheit und angst. würde ich doch nur schweigen, wenn mir die wörter fehlen.

    dabei brauche ich die wörter so dringend. wenn ich unsicher werde, können mich nur die wörter retten, weil ich unfähig bin zu berühren. mein körper zieht sich in sich zurück und versucht unsichtbar und damit unangreifbar zu werden. was bleibt sind die wörter. die wörter, die versuchen brücken zu bauen, damit ich wieder aus der höhle herauskriechen kann.

    doch meine wörter sind durcheinander. ebenso wie meine gefühle. sie sprudeln ebenso sinnlos wie die tränen. sie verletzen, machen kaputt statt zu klären. die wörter sind erklärungen in einer sprache, die niemand versteht. sie sind so nutzlos. sie sind so destruktiv. ich wollte, ich könnte sie stoppen, dabei sind sie der einzige rettungsanker, den ich kenne.

    alptraum

    mein verlobter liebt dodenhof.mir ist es ein rätsel warum, doch ich liebe ihn trotzdem. heute nacht träumte ich heftigst nach einer auseinandersetzung:

    immer wieder ploppte in meinem traum ein lästiges pop up auf, dass mich aufforderte, endlich den dodenhof-newsletter zu abonieren. immer wieder versuchte ich es wegzuklickten, denn es liess mich einfach nicht in ruhe schlafen. was will ich zum teufel mit einem dodenhof-newsletter? "alles was das leben schöner macht" leuchtet mir nicht ein. aber das brot soll 50 cent billiger sein, als in hamburg. schon ein grund, sich in der wertvollen wochenendezeit unter tausenden von menschen zu mischen, die schnäppchen machen wollen.



    ich wollte schlafen, wieder zu kräften kommen. dodenhof liess mich nicht. genervt ging ich aufs klo. ich beschloss klein bei zu geben. als ich wieder im bett lag, klickte ich auf "OK" und konnte beruhigt einschlafen. ob das gut geht?

    zusaaaaaaaaaammmen mit dir,
    erlebe ich alles, was das leben schön macht
    nur mit dir
    zu dodenhof und die sonne lacht...


    ich bete, dass ich heute nacht nicht den dodenhof-song herunterladen, auswendiglernen und mitsingen muß!

    Dienstag, November 08, 2005

    fakten

    jetzt ist es quasi amtlich



    partnerkarte.wir sparen für die aussteuer.

    Montag, November 07, 2005

    lawine des glücks

    ich bin immer noch ganz begeistert vom adventskalenderschwapp, von der wunderbaren idee, 24 päckchen zu packen, sie an eine/n fleißige/n blogger/in zu verschicken und dann ein ganz aufregendes paket mit 24 unterschiedlichen päckchen zurück geschickt zu bekommen. für alle, die bei santa claus zu spät kamen gibts ne neue chance bei frau nanunana:



    von ihr stammt auch die überschrift und das schwapp-wort. toll. obs weiterschwappt und es noch eine lawine gibt?

    Sonntag, November 06, 2005

    bärchenglück

    glücklich, lächelnd, verstrahlt saßen wir vor dem fernseher.
    "duuuu, ob wir wohl in 30 jahren noch ebenso glücklich kuschelnd sitzen, wenn wir fernsehen?"
    "nur, wenn du dann endlich eine gescheite jogginghose hast."
    sehr schön.

    Donnerstag, November 03, 2005

    inspirierend

    hach, was ein wunderbarer tag. und er ist noch nicht zu ende...


    • aufwachen neben dem wunderbarsten mann der welt

    • vor dem frühstück eine massage gegen die migräne zu bekommen

    • mittagessen mit einer tollen frau und wunderbaren autorin, die mir durch fragen und gute ideen wieder so viel inspiration, mut und lebenslust gegeben hat.

    • ein gespräch über alle möglichen lebensbereiche mit einer guten freundin

    • der kauf von 24 wunderbaren kleinigkeiten

    • und jetzt richtig lust zu arbeiten, die ideen vom mittagessen gleich umzusetzen

    hach, so macht das leben spass!

    böse frau

    also ich bin mir schon darüber im klaren, dass ich politisch nicht sonderlich gut informiert bin. es ist mir einfach zu langweilig, diesen jungsspielen zuzuschauen oder -zulesen. ich fühle mich so machtlos als wählende bürgerin und habe immer das gefühl, dass es doch letztlich gleich ist, wen ich wähle, weil die da oben sowieso alle komisch und ähnlich sind.

    in den letzten tagen hörte ich immer wieder das wort "königsmord". also ich hatte von frau nahles noch nicht viel im vorfeld gehört und jetzt ist sie auf einmal die verkörperung des bösen schlechthin in den medien. wenn ich es richtig verstanden habe, dann gab es eine wahl, die sie gewonnen hat. vor dieser wahl wurde beschlossen, dass nur ein kandidat auf dem parteitag antritt (erinnert mich an die DDR). weder herr münte noch herr stoiber hatten angekündigt, dass wenn jemand etwas tut, was nicht in ihrem sinne ist, dass sie gehen. wieso ist frau nahles und die, die sie gewählt haben, also die böse?

    abgesehen, dass das alles ziemlich nach kindergarten und danach, dass eigentlich niemand die verantwortung in unserem land übernehmen will, klingt - würde sich die medienlandschaft, die stammtische und wer sonst noch meint, was dazu sagen zu müssen, genauso aufregen, wenn frau nahles ein mann wäre? irgendwie erscheint mir das so, als wären die jungs langsam wirklich ganz schön davon genervt, dass frauen mitspielen wollen.

    online-trainings

    seit einigen tagen verfolgt mich ein neues thema: online-seminare, e-learning, blendet learning oder wie immer man das schick nennen will. es lässt mich nicht los, jeden tag ziehe ich mal bewußt, mal unbewußt schleifen durch das netz der netze und sammele informationen auf. ich führe interessante gespräche, die mich bestätigen und weiterhelfen. langsam fange ich an zu verstehen, was möglich und was nur schwierig möglich ist. mit schwierig meine ich natürlich das alte kapital-problem: ohne ausreichend knete auf der hohen kante, sind manche dinge einfach nicht wunderschön realisierbar. trotzdem, es fasziniert mich, es scheint als könnte ich in diesem thema verschiedenartige vorkenntnisse bündeln, meinen persönlichen arbeitsstil ausleben und dies auch noch familienfreundlich organisieren, wenns denn so weitergeht, wie es schön wäre, wenn es weiterginge.

    mich bewegt die frage, wie ich mit meinen didaktischen erfahrungen, meinen inhalten und meiner guten positionierung im markt solche dinger anbieten kann, ohne mich mit dem ganzen technikkrams zu belasten. es müsste partner geben, die mir das abnehmen, weil sie selbst daran interesse haben. nicht, weil sie mich als melkfähigen kunden sehen. workshopwelt.de könnte so ein partner sein. es gibt sicherlich noch andere, nur habe ich sie noch nicht gefunden.

    außerdem bewegt mich natürlich die frage, ob man seminare zur persönlichkeitsentwicklung wirklich komplett online machen sollte. präsenzseminare, begegnungen haben schon den vorteil, sich in die augen zu schauen und damit ausflüchte etc. zu bemerken. aber vielleicht ist ja gerade die anonymität (wie beim bloggen oder chatten) hilfreich, dinge anzusprechen, die sonst nicht über die lippen kommen würden.

    jetzt werde ich erst mal selbst ein paar online-trainings "besuchen", um zu fühlen, wie dort das lernen so ist. ich bin sehr gespannt!

    hat jemand von den leserInnen erfahrungen mit online-seminaren? als teilnehmerIn oder als anbieterIn? welche veranstalter bzw. veranstaltungen kennen/kennst sie/du? erfahrungen mit systemen und plattformen?

    informationsaustausch beim perfekten kaffee oder eben auch online fänd ich ganz wunderbar.

    Dienstag, November 01, 2005

    bitte lächeln

    ich hasse fotoshootings. leider gehören solche sachen zu den nebenjobs als autorin.

    na klar wusste ich, dass ich ein foto abgeben müsste. stand ja in meinem vertrag. trotzdem kam die abgabeaufforderung sehr knapp. zunächst hoffte ich, dass wir am wochenende zufällig das perfekte bild machten. leider war es nicht dabei. also organisierte ich gestern schnellschnell ein shooting. internet sei dank kann man fotos vorher anschauen, ohne durch die halbe weltgeschichte zu reisen. leider kann man nicht auf websites erkennen, ob man den menschen hinter der kamera sympatisch findet.

    schnellschnell hieß auch, dass ich nicht wirklich viel zeit hatte zu überlegen, welche botschaft das bild haben soll bzw. was ich anziehen will. trotzdem war ich gut vorbereitet. ich hatte eine vorschau, ein plakat und mehrere outfits dabei. der assistentin hatte ich im vorfeld gesagt, dass es sich um pressefotos in mehreren posen handeln würde. als ich ankam verdarben mir zwei dinge die laune: 1. hatte ich meinen lippenstift vergessen und zweitens wollte mir die assistentin muster von bewerbungsfotos zeigen. der erste kontakt mit der fotografin war zickig, "nein, einen lippenstift hätte sie nicht für mich". ich kaufte schnell im haus neben an einen lippenstift. sie nahm sich nicht die zeit, ein paar worte mit mir zu wechseln, also briefte ich mißgelaunt die assistentin. doch es kam noch schlimmer. als ich mir gel in die haare schmierte, herrschte mich die fotografin an, dass ich mich vor dem shooting nicht eincremen dürfte. das hatte ich mitnichten vor. nachdem ich mein gesicht mit tüchern abgewischt hatte, bat ich sie - wie vorher mit der assistentin telefonisch vereinbart - um puder. wiederum wurde ich angemotzt, dass es sich ja wohl gehören würde, dass eine frau ihren eigenen puder dabei hätte. "das wäre doch wie ein BH". meine laune sank in den keller. ich fragte mich, wie ich wohl locker werden und wie das lächeln auf mein gesicht kommen sollte. als ich sie bat darauf zu achten, dass mein ausschnitt nicht den halben busen freilegt, zickte sie mich wieder an "ich hätte mir ja auch was anderes anziehen könne, schließlich würde sie von oben fotografieren". na toll. einzig wildes imaginieren meines verlobten brachte mir ein verkrampftes lächeln um die lippen.

    was war es doch letztes jahr schön. als ich für ein shooting nach münchen flog. ich schlief im hotel nach einem netten abend mit dem reizenden lektor. morgens wurde ich von dem fotografen und meiner ansprechpartnerin aus dem marketing abgeholt. sie flösten mir zwei glas sekt ein, damit ich lockerer würde und unterhielten sich erst mal eine stunde nett mit mir. das shooting war natürlich auch kein vergnügen, denn lockerheit in solchen angelegenheiten gehört nicht zu meinen stärken. aber es war angenehm und es kamen zumindest zwei tolle fotos dabei heraus. und das schönste: ich fühlte mich königlich. so soll es doch schließlich auch sein!

    adventskalender

    eigentlich bin ich ja bekennende weihnachtshasserin. aber adventskalender finde ich schon toll. eben habe ich bei der kaltmamsell von einer tollen ideen gelesen:

    herr santa claus macht seinem namen alle ehre und organsiert einen blogger-tausch-adventskalender. ich mußte es zweimal lesen, um es zu verstehen. jetzt bin ich begeistert. hach, ich hoffe, ich darf noch mitmachen und bin nicht zu spät!

    Freitag, Oktober 28, 2005

    wartend

    früher, als ich noch single war, wünschte ich mir immer einen mann und fantasierte mich in eine traumwelt hinein, in der alles einfacher und toller wäre, weil ja schließlich dann ein mann da wäre. ich dachte, das leben würde leichter werden, weil ich nicht mehr die ganze verantwortung alleine zu tragen hätte. und so. wenn ich so was sagte, dann lachte meine freundin m., die leider immer alles besser weiß, und sagte, dass das leben mit mann zwar irgendwie schöner wäre aber gleichzeitig auch viel komplizierter, weil man dann zu den eigenen problemen noch seine dazubekommen würde. aha. nun gut. noch fühlt sich das nicht so an. aber länger dauert alles. alles muß man besprechen und dann hat noch jeder sein eigenes zeitgefühl. sehr ungewohnt für mich. aber die vorteile wiegen es auf. also warte ich und blogge ne runde.

    Donnerstag, Oktober 27, 2005

    welt komm her, ich will dich umarmen

    danke universum. heute morgen räkelte ich mich faul im bett. das erste mal seit langem ausgeschlafen und ohne nachts aufzuschrecken, weil ich mal wieder vom wecker träumte. ich lag also im bett, gönnte mir das liegenbleiben und dachte so vor mich hin. mich durchströmte - und verzeihen sie mir diesen esoterischen ausdruck, verliebte dürfen das - ein glücksgefühl. kurzzeitig überlegte ich, ob ein schlechtes gewissen angebracht wäre, schließlich war es schon eher mittag als eher morgen. das hatte ich in den letzten tagen ausreichend und gebracht hatte es gar nichts. die letzten tage begannen morgens muffelig und der tag ging ineffektiv weiter.

    heute morgen war es anders, ich wachte beglücktverliebt auf und plötzlich erinnerte ich mich an die fülle. die hatte ich ja völlig vergessen! ich sinnierte, dass doch eigentlich genug da sei und dass es mal wieder an der zeit wäre, die fülle um mich herum wahrzunehmen. ach, dachte ich, es wäre schön, wenn mal wieder jemand in mein leben treten würde, der mich mit einer neuen beruflichen idee faszinieren würde. ich weiß, ich sollte ideen entwickeln. spätestens bis ende des jahres, denn wenn im mai das nächste buch rauskommen soll, muß das drumherum-konzept stehen. ich weiß auch, dass die ideen kommen, wenn ich mir zeit nehme, wenn ich die schönheit der welt und den guten geschmack des kaffees genieße. wenn ich mir zeit für gespräche mit freunden und bekannten nehme und wenn ich mir zeit gebe, mit mir alleine zu sein, um die informationen zu verdauen und offen für neue ideen zu sein. aber manchmal vergesse ich das und bin einfach muffelig. enttäuscht und wütend auf mich, weil ich so unproduktiv bin obwohl ich doch weiß, dass diese stimmung garantiert nicht kreativ ist.

    tja, und dann klingelte eben das telefon mit einer guten idee. klingt sehr spannend. klingt so, als würde sie mir ermöglichen, das, was ich kann anzuwenden, das, was ich mag einzubringen, das, was ich nicht so mag zu umgehen und das, wovor ich angst habe, zu umgehen. klingt spannend. hach, das macht gute laune! darauf sollte ich jetzt unbedingt einen kaffee in der sonne trinken! danke universum.

    Dienstag, Oktober 25, 2005

    betroffen

    ja, so wars. so fühlte es sich an. das jahr 2000 ist lange her. fünf jahre. ich habe es immer noch nicht überwunden. ich weiß es von anderen, dass es ihnen ähnlich geht.

    als im jahr 2000 die vorläufige insolvenz bekannt gegeben wurde, konnte ich es nicht glauben. wir hatten so viel geschuftet. so viel von uns in das unternehmen gegeben. geglaubt, wir würden alle gemeinsam an einem strang ziehen und könnten wirklich etwas bewegen. als das management immer unsichtbarer wurde, als wir immer mehr den glauben an sie verloren, brach eine welt zusammen.

    diese gefühle kann man in diesen wunderbaren bildern von andreas gehret sehen.

    "Photos taken inside an IT company that announced Chapter 11 (Or what ever the equivalent to the state is). Employees are waiting for the things that might happen next.



    (via girl)

    zu allem überfluss erlebte ich so etwas zweimal. 2001: neues unternehmen, ähnliches spiel. keine gewöhnung meinerseits an derartige situationen.

    seit dem fällt es mir schwer die ach so wichtigen probleme in unternehmen ernst zu nehmen. seit dem frage ich mich, ob ich mich jemals wieder so stark comitten, so aufopferungsvoll und mit so viel begeisterung für jemand anderen arbeiten kann. seit dem bin ich wieder selbständig.

    seit dem habe ich keine kollegen mehr, mit denen ich plauschen und mich gemeinsam in einen euphorischen hype hineinsteigern kann. seit dem habe ich kein regelmäßiges, gutes geld mehr auf dem konto, das mir entschädigendenden konsum für die vielen, vielen im unternehmen verbrachten stunden finanziert. seit dem mache ich alles alleine und bin für alles alleine verantwortlich. es hat alles vor- und nachteile. und trotzdem gibt es wohl kein zurück mehr für mich - auch wenn die freiheit sich manchmal anfühlt, als würde ich einen sehr hohen preis dafür zahlen. aber das ist nichts zu dem preis, den ich damals zahlte. die verletzungen sind immer noch nicht vollständig vernarbt.

    dazwischenschieben

    ich hatte in den letzten jahren wenig kontakt mit menschen in festen anstellungen. wir freiberufler leben ja anders. jetzt erinnere ich mich an damals, an die zeit, in der ich auch ständig organisationsprobleme hatte.

    an die zeit, so etwas wie schuhe zum schuster bringen verzweifelte gedanken brachte. so schlimm war es allerdings nicht. ich arbeitete zunächst in einem viertel, in dem es alles gab. da war es gar nicht schlimm, dss ich abends bis in die puppen in der achso spaßigen firma blieb. man konnte vor der arbeit und in der mittagspause viel erledigen. die nächste firma lag zwar malerisch am hamburger hafen, brachte damit aber größere organisationsprobleme.

    hätte ich langeweile, hätte ich eine idee. ich gründete einen servicebetrieb in der nähe von büroanhäufungen. dort könnte man schuhe abgeben, die ich zum schuster bugsieren würde, klamotten reinigen lassen, milch brot und tiefkühlpizza kaufen, ich nähme pakete an, ich leäe die zeitung und könnte den kunden kurzzusammenfassungen, selbstverständlich personalisiert, erzählen und ich bemühte mich jeden wunsch, sei er auch noch so exotisch, zu erfüllen. ja, das wäre eine idee. doch würde mir nach der gründung wahrscheinlich langweilig werden. aber das ist eine andere geschichte.

    ich schiebe ständig dazwischen. ein mal haarewaschen mit haarkur (die kann ja wirken, während ich blogge), die waschmaschine läuft, vorhin mal eben auf die post, nachher schnell einkaufen und und und. alles bei tageslicht, zur besten arbeitszeit auf dem höhepunkt meines biorythmus. stellt sich die frage: wieviel arbeite ich eigentlich wirklich? meine arbeitszeit ist schwer zu messen. bisher maß ich eher das ergebnis. eine unternehmerische sichtweise. aber derzeit schiebe ich mehr als das ergebnis verträgt. schluss mit bloggen. zumindest für heute. die kur muß ohnehin raus.

    Dienstag, Oktober 18, 2005

    unwichtig?

    wenn ich bedenke, wie ich vor zwei jahren tagelang durch die shoppinghöllen getigert bin, um diverse perfekte outfits für die buchmesse zu finden - um dann festzustellen, dass es dort wie derzeit scheinbar überall ist: jeder trägt das, was er will. weder ein geschäftstermin wie eine messe noch eine hochzeit hat kleiderordnungen, die in irgendeiner weise orientierung bieten.

    ich merke, wie ich mich dieses jahr verweigere, dabei ist der batzen geld noch rechtzeitig genug aufs konto gekommen, um zu jagen. doch ich habe keine lust. so große unlust, dass ich mich seit gestern darum drücke, mal in den kleiderschrank zu schauen, was ich einpacken könnte. so langsam sollte ich das wirklich machen. in drei stunden muß ich das haus verlassen, um zum bahnhof zu gehen. vielleicht liegt es daran, dass ich meinen drang zur marketingtechnischen perfekten inszenierung etwas verloren, vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich an selbstsicherheit gewonnnen habe. letzteres wäre mir natürlich lieber, doch ersteres finde ich theoretisch schon gut.

    Montag, Oktober 17, 2005

    definitionssache

    immer wieder habe ich in den vorangegangenen stunden überlegt, ob ich nicht das rollo öffne, um das schöne wetter wenigstens zu sehen. jetzt stehe ich auf und sehe, dass der himmel dramatisch bevölkt ist. nicht nur schön sondern wunderschön. und ein guter grund, gleich noch mal ins bett zu gehen. immerhin hatte ich kein wochenende und die heizung funktioniert auch nicht, was leider auf menschliches versagen zurückzuführen ist. und immerhin ist es arbeit genug, im bett zu liegen, und sich die outfits für die buchmesse und die buchmessenevents zu überlegen.

    edit (80 minuten später):
    kaum hatte ich es geschrieben, schon verspürte ich energie aufzustehen, und das bett zu verlassen. manchmal muß man sich nur was gönnen, sich etwas erlauben. dann ist es schon gut.

    Donnerstag, Oktober 13, 2005

    endlich

    ich schreibe wieder. ein neues buch. schon seit ein paar tagen. ich wollte aber erstmal abwarten, es nicht gleich todreden. es ist ganz leicht, es geht leicht von der hand. das beweißt die alte regel: eine gute idee, zeit für die recherche, ein stimmiges konzept und dann, dann wenn es richtig kribbelt, einfach drauf los. der output ist ok und es macht spass, auch wenn es (noch) nicht wirklich ein herzblutprojekt ist. so soll es sein.

    es war wichtig, eine neue idee zu haben. ich habe ein ziemlich fertiges manuskript in die schublade verbannt, weil es mir selbst unter pseudonym noch kopfschmerzen bereitet hätte. die entscheidung ist gut und richtig, aber die kohle fehlt in der finanzplanung. seit dem ich an dem neuen projekt schreibe, habe ich wieder hoffnung, dass ich kontinuierlich in der lage bin zu schreiben, damit geld zu verdienen und mich zu ernähren.

    das romanprojekt, dass ich für anfang nächsten jahres geplant hatte, rückt in den hintergrund. ich habe zu großen respekt vor der belletristik. im sachbuch, in der klugscheißerei fühle ich mich wohler. ich wollte mir zu gerne eine oder zwei kleine fortbildung für die schreiberei gönnen aber weder gehe ich bei der suche systematisch vor, noch fliegen mir ideen einfach so zu. der zeitpunkt für die belletristik scheint noch nicht reif zu sein. gestern erzählte mir ein freund von einem thema, das ihm zuflog. eine familiengeschichte. hach, so was würde ich auch gerne mal schreiben.

    ich merke aber auch, wie die schreiberei sehr einsam ist. ich brauche nicht nur einen zuverdienst, sondern auch noch eine zusätzliche sinnvolle arbeit, die mich unter menschen bringt. idealerweise bringen diese kontakte dann auch noch neue ideen, so dass sich job1 und job2 beeinflussen. monatelang dachte ich hin und her, ob ich wirklich lust auf coaching hätte. seit ein paar tagen, merkwürdigerweise, seitdem ich wieder schreibe, klopft mein herz stark für diese idee. es wird doch am ende nicht alles gut werden?!

    Mittwoch, Oktober 12, 2005

    exhibitionismus

    ja, warum blogge ich eigentlich? warum schreibe ich öffentlich? warum nicht in einem kleinen feinen tagebüchlein?

    ich blogge seit mehr als zwei jahren. eine einheitliche antwort ist nicht möglich. mein bloggen hat sich immer wieder verändert. mal ist es schreibübung, manchmal notizzettel und manchmal auch das band, das weit entfernte freunde mit mir verbindet. ich mag es, dass es sehr unterschiedliche themenfelder berührt. ich mag es, dass ich keinen erfolgsdruck dabei verspüre. mir ist es egal, wieviel leute hier lesen. ich freue mich aber über rückmeldungen.

    aber warum öffentlich? ich mag meinen computer. ich schreibe gerne mit tastatur. handschriftlich fällt es mir mittlerweile schwer. ich finde auch mails nicht unpersönlicher als handgeschriebene briefe. ich mag die technologie. es ist so herrlich einfach. es ist internet. ich kann von überall auf der welt einfach bloggen. es ist so eine nette art, gedanken aufzuheben, ohne, dass sie als altpapier noch mehr unordnung in meine wohnung bringen. ich mag computer, auch wenn sie mir manchmal graue haare machen. aber warum öffentlich? natürlich könnte ich mein blog verpassworten und den schlüssel dazu nur ausgewählten leuten geben.

    aber stellt sich nicht auch die umgekehrte frage. wieso nicht öffentlich? regelt nicht der markt dieses problem. entweder hat das, was ich schreibe relevanz für viele leute, dann könnte sich dieses blog herumsprechen. in maßen tat es es bereits. oder aber ich schreibe triviales zeugs, dann ist es ohnehin egal, ob es in meinem kleinen feinen büchlein unter meinem kopfkissen liegt oder in einer versteckten ecke der weiten des internet. ich mag kommentare. gut, hier ist nicht gerade eine kommentarflut aber immer wieder bringt mich ein feedback zu meinen texten zum lachen oder nachdenken. manchmal freue ich mich einfach, "ein bekanntes gesicht wiederzusehen" und zu merken, dass eine verbindung besteht, auch wenn keine direkte kommunikation gepflegt wird.

    manchmal frage ich mich, wie es ist, mit mir verwandt, befreundet oder verliebt zu sein. wie es sich anfühlt, der öffentlichkeit präsentiert zu werden. ich versuche beim schreiben nicht über andere zu schreiben, sie nicht bloßzustellen. ich versuche mich und meine gefühle zu beschreiben und die anderen und die geschichten über die anderen nur als gelegenheit, als anregung oder als spiegel zu nutzen. das unterscheidet das bloggen nicht von der tätigkeit als autorin. auch dort ist es immer wieder ein grenzgang zwischen der vermittlung von erkenntnis und indiskretion. es gehört schon eine portion exhibitionismus dazu, gerne zu schreiben.

    Dienstag, Oktober 11, 2005

    nix

    wenn ich nicht blogge, dann geht es meist ziemlich in meinem leben oder in meinem kopf ab. eigentlich bloggenswert aber unblogbar. so isses eben.

    Freitag, Oktober 07, 2005

    wonne

    ich habe eben eine stunde lang überweisungen im gesamtwert von 3622,42 euro geschrieben. es war mir ein vergnügen. so ist das freiberuflerinnenleben. kaum kommt geld rein, werden die mahnungsbriefe geöffnet. ich las letztens, dass wer größere summen aufs konto bekommt und daraufhin sofort überweisungen schreibt bei baselII schlimme punkte bekommt. ja, liebe banken, so isses, wenn die daueraufträge am monatsersten runtergehen und die geldbatzen nur unregelmäßig kommen. schlimmschlimm. aber mir ist es wurscht, es werden die zeiten kommen, wo ich bei jedem bankbesuch einen kaffee angeboten bekomme, statt an der eingangstüre auf die knie zu fallen und in dieser haltung zum schalter zu rutschen - allerdings dann nicht bei dieser bank. es ist mir ein großes vergnügen, meine aussenstände zu begleichen. vielleicht habe ich doch was von meinen ahnen geerbt, die so gerne mit wohlgefallen ihre kontobewegungen ansahen.

    Mittwoch, Oktober 05, 2005

    orte zuhause

    my home is my castle. in den letzten jahren, war ich viel alleine zuhaus. so war das eigentlich nicht geplant, aber es hatte sich so ergeben. deswegen verkamen manche dinge. mein esstisch zum beispiel. ich hatte ihn mir gekauft, nachdem ich ihn mir jahrelang gewünscht hatte. als ich nach hamburg zog, brauchte ich unbedingt eine wohnung, in der ich den tisch in voller größe aufstellen konnte. ich entschied mich für eben diese wohnung, weil ich ihn nicht in ein spießiges esszimmer verbannen mußte, sondern er den zentralen platz bekam.

    ein esstisch ist ein begegnungsplatz. sei es, dass sich die familie dort zum essen trifft oder aber die ersatzfamlie, die lieben freunde. in meiner familie wurde das abendessen sowie die mahlzeiten am wochenende am esstisch eingenommen. dort herrschten zwar andere tischsitten, als beim in-der-küche-essen aber unser esstisch war doch nicht so eine geheiligte reliquie wie in anderen familien, bei denen er nur "für gut" reserviert war. wir aßen zusammen und erzählten uns die ereignisse des tages. neben dem esstisch stand das bücherregal mit den nachschlagewerken. kam eine frage auf, wurde das essen unterbrochen und die antwort sofort nachgeschlagen. auf diese weise habe ich nicht nur viel gelernt, sondern auch verinnerlicht, dass es nicht peinlich ist, etwas nicht zu wissen.

    an meinem esstisch saßen in den letzten jahren zu wenig leute. deswegen liegt dort gerne die ungeöffnete post und das, was ich aus meinen taschen ausräume, wenn ich kurz nach hause komme, mich umziehe, um sofort wieder loszulösen. es ist ein unordentlicher ablageplatz. wenig einladend. wenn gäste kommen, muß ich den tisch unter dem gewusel suchen. immer, wenn gäste da waren, habe ich es sehr genossen. die wohnung bekam eine wärmere atmosphäre. sie lebte.

    wenn ich nur einen menschen zu besuch habe, dann ist der esstisch etwas zu groß. abgesehen davon, dass die beine dieses tisches wirklich doof platziert sind, so dass man entweder ein tischbein zwischen den beinen hat oder aber am äußersten rand des tisches sitze, ist es ein bißchen steif zusammen an dem tisch zu sitzen. das ausweichen auf das sofa bessert es allerdings nicht. gemeinsames sitzen auf einem zweisitzer, erinnert mich unweigerlich an loriot. man kann natürlich die schuhe ausziehen und die gliedmaßen miteinander verknoten aber der sprung von loriot zum verknoten ist schon heftig und intim.

    mein sofa ist ein ort für mich. ich liege am liebsten quer darauf, den kopf und die füße hoch. man kann dort herrlich telefonieren und fernsehen. liegen und doch nicht im bett liegen. mein sessel ist auch ein ort für mich. dort lese ich mit vorliebe, denn er steht gut im licht. am tisch sitze ich sehr selten. wenn man alleine wohnt, verkommt man ja leicht ein bißchen. ich schelte mich dafür, vor dem fernseher zu essen und mache es trotzdem häufig. gefrühstückt wird im lesesessel.

    ich beobachtete, dass ich mich immer öfter mit freunden an öffentlichen orten traf. ich liebe cafés, ich liebe diese externen wohnzimmer. es liegt nicht nur daran, dass dort der kaffee so gut schmeckt. oft fragte ich mich, warum ich mich lieber an neutralem ort traf. wollte ich meine intimen geheimnisse für mich behalten, die meine wohnung gerne so leichtfertig ausplaudert? eine zeitlang fand ich diese hypothese plausibel. aber so recht war sie nicht haltbar. klar, sie traf für bekannte zu, aber freunden zeigte ich ohnehin mehr von mir. wieso trafen wir uns nicht in meiner bude? jetzt denke ich, dass ich nicht weiß wo. sollen wir zu zweit an dem großen tisch sitzen und nicht wissen, wohin mit den armen, weil die stühle keine lehnen haben? oder sollen wir verschämt auf dem sofa sitzen, dass so wenig zum gemeinsamen lümmeln einläd? ich weiß nicht, wohin in meiner wohnung, ich eine freundin oder einen freund einladen soll. das dilemma löse ich, in dem ich ein café vorschlage.

    meine wohnung ist sehr wenig auf paar-sein ausgerichtet. ich weiß nicht recht, wohin mit ihm. sitzen wir auf dem sofa, sehe ich immerzu meinen unordentlichen schreibtisch, der noch so viel arbeit birgt. der kompromiss zwischen wohn- und arbeitszimmer ist so offensichtlich. die arbeit dominiert. das dem sofa gegenüberstehende bücherregal, erschlägt einen fast. es ist zu voll, die bücher stehen und liegen in zweiter reihe. eine unordentliche fläche, sehr dominant im raum. erschlagend. wir frühstücken am esstisch. das ist ok. es hat etwas familiäres. aber wohin sonst. es scheint mir, als wäre der platz für ein paar das bett. aber ich will die beziehung nicht auf das bett reduzieren. wie leicht gerät man im bett in versuchung, sich einen hauch zu viel anzufassen und das reden zu vergessen.

    immer öfter möchte ich sie einfach verlassen, meine wohnung, meine zuflucht, meine höhle. ich möchte ein neues nest bauen. ein zuhause, das ein wir beherbergen kann. eine wohnung, die darauf angelegt ist, begnegung zu inszenieren. eine wohnung, die höhlen und treffpunkte birgt. in der sich jeder in jeder laune zuhause fühlt. es erscheint mir fast unmöglich, eine wohnung, die für das alleineleben konzipiert wurde so zu verändern, dass sich zwei darin wohlfühlen können. oder bin ich unflexibel im denken?

    Donnerstag, September 29, 2005

    bärchen-news

    mein bärchen hat mir gestern noch ein bärchen mitgebracht (glücklicherweise nur virtuell), das ich meinen treuen leserInnen natürlich nicht vorenthalten kann.



    und um den ekelfaktor noch etwas zu steigern. habe ich noch den bärchentest gemacht.

    HASH(0x8590644)
    Du bist im Moment verliebt und schwebst auf Wolke7.
    Du bist absolut gluecklich und wuerdest am
    liebsten die ganze Welt umarmen...


    Was fuer ein Metoyou-Baerchen bist du?
    brought to you by Quizilla


    ich möchte aber deutlich zum ausdruck bringen, dass ich nun nicht begonnen habe, bärchen zu sammeln. diese pest, diese unsägliche, dass man einmal von etwas erzählt und fortan bekannte und mütter einer nur noch staubfänger zu diesem thema schenken, eine pest...

    und jetzt höre ich auf über bärchen zu lästern. jawohl.

    Mittwoch, September 28, 2005

    sollbruchstellen?

    als wir uns heute morgen anzickten, sagte er, dass das ja typisch wäre. immer würde gäbe es nach 6 wochen den ersten streit. aha. ich habe ja wenig erfahrung in bärchendingen. kann mir jemand verraten, wann diese kritischen tage sind? nach 6 wochen, nach 6 monaten, im verflixten 7. jahr?

    wenn ich sie kennen würde, dann könnte ich mit ihnen umgehen wie mit den verflixten menstruationsschmerzen und dem freiberuflerinnenhorror des monatswechsels. ich würde sagen "hoppla sorgen, da seid ihr ja wieder. schön, euch mal wieder zu sehen.", würde mich nicht allzu doll grämen und froh und munter meinen weg weitergehen.

    Dienstag, September 27, 2005

    bärchen

    manchmal fürchte ich, dass ich mir das hirn wegknutsche. ich bin ein bärchen. ziemlich debil. nicht wirklich produktiv zur zeit. entweder bin ich bei meinem bärchen oder aber ich denk ans bärchen. so wollte ich nie werden.

    wer nicht weiß, was ein bärchen ist, solls einfach mal laut aussprechen. schön hessisch. dann isses klar.

    eine freundin erzählte mir einst eine geschichte. es war ein netter tag mit einem lauschigen treffen unter freundinnen. dies konnte leider nicht ewig dauern, weil eben jene freundin mit ihrem frischangetrauten einen anderen termin hatten. einen kaffeeklatsch mit zwei weiteren personen unterschiedlichen geschlechts, die in einem gemeinsamen haushalt lebten. zum ausdruck ihres verhältnisses und weil sie sich möglicherweise auch vor urzeiten das gehirn herausgeknutscht hatten, nannten sie sich gegenseitig bärchen. wie praktisch. da traf nun also das eine bärchen das andere bärchen und statt mit freundinnen kichernd zu tratschen, traf man sich zu viert. ja, irgendwie auch schön.

    mir gruselte immer vor bärchen. als ich noch sehr sehr jung und unerfahren war, war ich mal auf einem geburtstag eingeladen. außer mir nur bärchen. ich kam pünklich, was man nicht von allen bärchen sagen konnte. bei der vorspeise wechselte ich nach aufforderung brav meinen sitzplatz, damit das bärchen nebeneinander sitzen konnte. als ein weiteres verspätetes bärchen eintrudelte, wurde wieder reise nach jerusalem gespielt. niemand bemerkte, dass ich hartnäckig sitzen blieb, denn das optimierungsproblem war glücklicherweise ohne anheben meines reizenden popos von einem stuhl zu lösen. das dritte und letzte bärchen erschien bei der hauptspeise. nicht sehr höflich, würde ich meinen. ich ignorierte die optimierungsberatungen und konzentrierte mich darauf, meine gabel kunstvoll mit den unterschiedlichen dingen auf meinem teller zu belegen, um eine gesamtgeschmackserlebnis zu bekommen. gerade, als ich die voll beladene gabel nur noch wenige zentimeter vom mund entfernt hatte, genußvoll speichelte, den köstlichen duft einsog und gierig den mund öffnete, hörte ich meinen namen, ich möge mich doch bitte umsetzen, damit das bärchen beeinander sitzen könne. an genaueres, was dann passierte kann ich mich nicht mehr erinnern. ich war wohl ausfallend geworden. man verwies mich nicht der party, redete aber schlecht über mich, als wäre ich nicht anwesend. die bärchen waren sich einig darüber, dass ich wohl ein frustrierter single sei. jaja.

    auch schön, letztens im kino. es ist dunkel. die werbung haben wir hinter uns gebracht. alles wartet gespannt auf den hauptfilm. eine kurze pause. man hört nur leises kruschpeln der haribotüten. die tür geht auf, ein kurzer lichtstrahl in dem man eine frau erkennt. sie schleicht sich zu den sitzreihen und flüstert kaum hörbar "bärchen?". alles lacht.

    und jetzt bin ich selbst ein bärchen. ich finde es toll, dauernd zeit mit meinem bärchen zu verbringen und verabrede mich am liebsten mit anderen bärchen. ich verzichte auf den ritualen tatort und verschweige meine leidenschaft für peinliche serien, um mit meinem bärchen seine DVD-sammlung anzuschauen. initiationsrituale müssen sein. und irgendwie ist es ja auch gemütlicher. so wollte ich niemals werden und genieße es doch.

    Sonntag, September 18, 2005

    rätsel

    warum muß ich zehn minuten zu meinem wahllokal radeln, wenn ich neben einem wahllokal wohne?

    Freitag, September 16, 2005

    objekt der begierde

    sie ist wunderschön und heißt "alice".


    aber selbstverständlich als respekteinflößendem chefsessel mit silbernem leder. natürlich gibt es davon kein bild im internet, denn welcher chef kauft schon einen silbernen. aber ich! soll ich, soll ich nicht, soll ich, soll ich nicht, soll ich?

    Donnerstag, September 15, 2005

    nichts geht

    arbeit? was war das noch mal. morgens, wenn ich aufwache, weiß ich noch was das ist. ich gerade geradezu in panik. in hektik. ich springe aus dem bett, um es zu tun. aber vorher noch ein bißchen aufräumen. die wohnung sah so schön aus in den letzten tagen. ich sollte mir das angewöhnen. danach werde ich gleich anfangen. ist doch klar.

    der schöne blumenstrauß. meine gedanken schweifen ab. ich träume. fühle mich amputiert. etwas fehlt. er ist weg. eine woche. ich schaue mir die geschenke an, die er mir da ließ und träume. musik an. der soundtrack meiner sehnsucht. ich tanze den walzer erst in gedanken, dann wirbele ich durch die räume und seufze, weil kein fester arm mich hält.

    ich setze mich wieder an den schreibtisch. ameisen im hintern. ich stehe auf und koche einen tee. die apothekerin sagte letztens mit strengem blick zu mir, dass die hustenlutschbonbons nicht wirken könnten, wenn ich nicht genug trinken würde. wieder mache ich die musik an und fange an zu schwelgen.

    ich probiere ein wort zu sprechen. es kommt nur heiseres krächzen heraus. wie schön wäre es, von zärtlichen händen geweckt zu werden und den tag stöhnen zu beginnen. die stimme wäre dann geölt. noch 7 tage. ich telefoniere privat. zum warmwerden. ich bin langweilig, habe nur ein thema. so wollte ich nie werden.

    also dann doch arbeiten. einen keks. der ist vom liebsten. schnell einen tee dazu, die sehnsucht hinunterspülen, die stimme zu ölen. gleich fange ich mit den telefonaten an. so denke ich seit stunden. immer wieder fällt mir etwas anderes ein. unsinnige kleinigkeiten. schreiben? was ist das? zum schreiben komme ich schon gar nicht.

    nur heute eine klitzekleine pause, mich der sehnsucht hingeben? das geht nicht. ich wollte ordentlich was wegschaffen, damit ich nächste woche wieder zeit und ruhe habe für ihn. scheiß freiberuflichkeit. ich wünschte, ein grummeliger chef stünde hinter mir und würde mir die flausen austreiben. stattdessen sitze ich seufzend vor dem computer und hoffe, dass es in dem touriort tatsächlich ein internetcafé gibt. das kann doch nicht sein, dass das internet noch nicht bis spanien gekommen ist!

    Samstag, September 10, 2005

    live bettblogging

    chopin, verliebte blicke, frühstück im bett....hach

    Donnerstag, September 08, 2005

    domsprech 01

    bei der wunderbaren kaltmamsell gibt es die rubrik bahnsprech - wenn ich auch monieren muß, dass dort schon allzulange nichts mehr zu lesen war. bei mir gibts absofort domsprech. mir schwant, dass ich da noch einiges zu lernen habe.

    der dom ist ein ganz gar schrecklich normales volksfest in hamburg. ich ignorierte es bisher tapfer bis auf die tatsache, dass ich von meiner wohnung aus deswegen 12 mal im jahr ein feuerwerk sehe. einmal wurde ich schwach. glücklicherweise hatte ich eine in dieser hinsicht ebenso arrogante berliner freundin dabei. es war ein kurzer besuch und auch die fahrt im riesenrad war nicht wirklich romantisch.

    mein neuer verlobter und ich einigten uns sehr schnell darauf, unsägliche sprache und dinge domig zu nennen. ja, arroganz verbindet. spannend wird, wenn man genauer hinter die kulissen schaut und auf einmal feststellt, dass huch, der eine das eine und der andere das andere gar nicht so domig findet.

    manchmal frage ich mich, ob die domgänger nicht doch die normalen sind. und ich einer aussterbenden urbanen spezies angehöre. es ist doch irgendwie so, dass menschen irgendwann so mit mitte dreißig die stadt verlassen und sich irgendwo hinverpieseln, wo sie nie, wirklich niemals, landen wollten. ich habe da ja wenig ahnung darüber aber es könnte schließlich sein, dass sie dann auch auf den dom gehen. achdumeinegüte. jedenfalls bin ich ja jenseits der mitte dreißig mit meinen 37 lenzen und durchaus bereit, mich neuen lebensphasen zu stellen. um dies mit einem augenzwinkern zu tun, werde ich ab sofort eine neue sprache lernen: domsprech

    die heutige vokabel: tschautschü

    gestern hörte ich es zum ersten mal und klassifizierte es als schwule abschiedsformel. heute hörte ich es gleich dreimal von menschen unterschiedlichster art. da aber heute sowohl ein schliddermann als auch eine schlidderfrau dieses absonderliche wort in den mund nahmen, sortierte ich es aus meiner schublade "schwul" doch in "domsprech" ein. manchmal liegt das ja nicht allzuweit auseinander. manchmal sind es beides gaby's. richtig verstanden habe ich es, als ein schlidderpärchen verabschiedete. sie sagte "tschautschü" und rollte mit den augen als sie ihre lippen zum kuss schürzte. er küsste sie mit einem kurzen knallenden geräusch und sagte "ciao tschüss". aha!

    nimm das zurück

    noch ein berlin-nachtrag. was ist denn heute vor mir los. escapismus. keine lust auf das richtige leben, lieber träumen?

    jeden monat ein paar tage in berlin. das schrie förmlich danach, die band zu reanimieren. fünf jahre hatten wir zusammen musik gemacht. nicht schön, aber die leute und wir waren glücklich. nachdem ich vorher jahrelang versucht hatte ernsthafte musik zu machen,immer wieder mit mir gerungen hatte, ob ich vielleicht nicht doch genügend begabung hätte, sie zu meinem beruf zu machen, war ich in berlin endlich an dem punkt angelangt, wo ich loslassen konnte. erst, als ich den anspruch aufgab, fand ich die perfekte art und weise, mich musikalisch auszutoben: nimm das.

    wir waren mehr als eine band. viele menschen. vier musiker, vier sängerinnen und vier sänger. und viele fans, die regelmäßig zu unseren konzerten kamen, nach den proben mit uns rituell tranken oder sogar mit nach hamburg zu unseren zwei gastspielen fuhren. wir probten fast jede woche. immer im sommer, nach den semesterferien war es schwer, wieder anzufangen. und trotzdem waren wir nicht totzukriegen. es kriselte immer wieder, menschen gingen und kamen. einer wurde sogar gegangen. man konnte nicht wirklich von allen sagen, dass sie begnadete musiker waren, aber jeder war wichtig und richtig. wir versuchten so zusammen zu sein, dass jeder so sein durfte, wie er wollte und ist. das ist wohl liebe und das spürten die fans.

    souliger boygroupschlager mit disco und countryeinflüssen. 22 konzerte. bei den ersten konzerten diskutierten wir noch über den band namen. das zweite konzert bestritt "nimm das ex furcht". das dritte "gemischte sauna feat. nimm das". ich gebe zu, ich setzte mich penetrant durch, aber ich fand "nimm das" einfach zu schön. wir sangen ausschließlich deutsch. lieblingslieder mit eigenen texten. es gab keinen star - jeder war der star. wo wälzen sich sonst die sängerinnen vor dem gitaristen auf der bühne herum?

    also ich vor fünf jahren nach hamburg zog, war es eigentlich schon mit der band vorbei. es war marode. immer schwieriger wurde es, die proben zu organisieren. der gitarist, der wichtigste mann, gab es doch fast keinerlei notation, war auf dem absprung. mein umzug war fast das ende. ein konzert im sommer darauf gab es noch. dann war es vorbei. doch in meiner kücher hängt seit dem das große plakat mit nimm das. das erste, was jeder bemerkt, wenn er meine wohnung betritt. für mich war die band nie ganz tod. die cd höre ich gerne beim putzen.

    und jetzt "nimm das zurück". wenn nicht jetzt, wann dann. wir wußten, wir müssten den gitarristen überreden und wir wußten, dass es nicht leicht werden würde. ein kleiner trick und er kam. und schließlich lächelte er genauso glücklich wie wir alle. es fühlte sich so wunderbar an, die alten lieder zu singen und wie damals gemeinsam zu schwitzen. damals. ja damals, als wir in einem viel zu kleinen proberaum für so soviel leute, probten, zogen wir uns bis auf die unterwäsche aus, wenn es zu heiß wurde. wir löschten das licht, wenn nichts klappte und das half immer. mit fünf jahren abstand trauten wir uns das noch nicht. aber wir waren eins in unserem strahlendem lächeln. ich bin gespannt, ob und wie es weitergeht! nimm das zurück!

    berlin nachtrag

    wir saßen auf der uncoolen seite der kastanienallee. ich war ganz verwundert, trug doch mein begleiter weiße stiefel. ein merkmal, dass uns eindeutig für die andere straßenseite qualifiziert hätte. er war aber müde und wollte mit mir reden, weil wir uns schon lange nicht mehr gesehen hatten. da wäre posen und immer schauen, ob jemand interessantes vorbei kommt, zu anstrengend gewesen. so hatten wir einen schönen blick auf die schönere seite der kastanienallee und dachten uns unseren teil, wenn wir mal nicht miteinander sprachen oder der andere auf dem klo war.

    mein bekannter hatte hunger. ich hatte wenig vertrauen in diesen laden. ich bin einfach zu arrogant. doch meine neugier siegte, wenn er sich zu einem "wurstsalat prenzlauer berg" entschließen traute, dann würde ich einfach das ekligste getränk wählen, dass ich auf der karte finden würde, denn ich war unentschlossen, wohin mich meine lust führen sollte. ich wählte: latte macchiato mit batida de coco. es war grauenvoll und kam in einer müslischale. ein ebenso unsäglicher trend aus den neunzigern wie der aktuelle, sich die finger an kaffee in gläsern zu verbrennen.

    doch der wurstsalat toppte mein geschmackserlebnis. er kam in einem eisbecher serviert. sehr hübsch, dachte ich und versuchte angestrengt nicht zu lästern. man weiß ja nie, was in anderen städten gerade angesagt ist. mir wurde auch erst in münchen gezeigt, dass man zu heißen kaffee aus gläsern auch mit strohhalm trinken könnte.

    "möchtest du mal probieren", fragte mein begleiter was ich mir natürlich nicht nehmen liess.
    "oh mit ketchup" war meine prompte antwort, die den salat auch nicht besser machte. es war ein schöner abend auf der falschen seite der kastanienallee und in echt war die geschichte auch viel lustiger als aufgeschrieben.

    Dienstag, September 06, 2005

    my home is my castle

    vielleicht ist es neurotisch. oder normal, wenn man lange alleine lebt und lange lange single ist. ich bin immerhin nicht mehr ganz so neurotisch wie zu den zeiten, als ich diplomarbeit schrieb: damals konnte ich noch nicht mal den gedanken ertragen, dass jemand auf meine toilette gehen könnte.

    meine wohnung ist meine höhle. und ziemlich unordentlich. vom verschmutzten kühlschrank ganz zu schweigen. jemand in meine wohnung einzuladen finde ich zunehmend intimer. früher, ja früher, als ich in WGs lebte, da waren sowieso ständig fremde leute da. jetzt lebe ich seit 5 jahren wieder alleine. da ist es schon was besonderes, wenn jemand mir so nah kommen darf.

    es ist ein netter anlass, aufzuräumen und das bad besonders gründlich zu putzen, wenn leute zum essen kommen. die küche darf dann ein paar spritzer haben, sie könnten ja auch aktuell sein. essensgäste habe ich gerne. es ist schön, in einer kleinen gruppe um den esstisch herum zu sitzen und zu palavern. schöner als in kneipen. und trotzdem treffe ich die meisten leute an öffentlichen, verrauchten orten - obwohl ich damals die wohnung so aussuchte, dass der große esstisch hineinpassen mußte.

    in den letzten zwei wochen habe ich 8 nächte bei ihm verbracht. er schlief noch keine nacht hier. langsam ist es komisch. er war schon hier und theatralisch, wie das leben manchmal schlechter als in schlechten filmen spielt, war auf einmal das klo verstopft. er reagierte super, trocknete meine tränen und löste das beschissene problem. nur geschlafen hat er hier noch nicht. probewohnen war sozusagen noch nicht drin.

    prokura nennt er es, wenn er mir erlaubt bestimmte dinge "einfach zu tun." es begann mit der heizung in seinem auto, ging weiter mit seinem kühlschrank, seinen handtüchernund sogar den schrank mit den süßigkeiten hat er mir gezeigt. ich habe eine klorolle von dem vorgesehenen ort geholt und in de klorollenhalter geklemmt und die geschirrspülmaschine eingeräumt. und er war immer noch nicht bei mir.

    meine wohnung bin ich. und doch nicht. meine wohnung bildet meine vorstellung von wohnung vor fünf jahren ab. und dann noch ordentlich krempel drauf. all der krempel, der sich nun mal in fünf jahren ansammelt, wenn man lebt und auch noch dort arbeitet. die wohnung ist zu klein, um aufgeräumt zu sein, denke ich manchmal. menschen mit großen kleiderschränken und eleganten sideboards können einsame blüten in designervasen stecken und es sieht gut aus. bei mir würden sie kaum bemerkt werden.

    es ist sehr intim, finde ich, wenn jemand hier schläft, einfach hier ist. komischerweise macht es mir bei besuch nichts oder nicht viel aus. liegt es daran, dass ich die leute in der regel schon jahrelang kenne? liegt es daran, dass sie sowieso als freunde nur einen teil von mir lieben und ich aber von IHM mit haut und haaren und meiner chaotischen wohnung dazu geliebt werden will?

    Freitag, September 02, 2005

    neuartiges problem

    was soll man nur machen, wenn alles klappt? wenn alles gut ist? wenn alles so läuft, wie man es sich gewünscht hat? wenn alle bestellungen beim universum geliefert wurden? ein völlig neuartiges problem.

    mein leben läuft. zum jahreswechsel 03/04 habe ich eine collage mit wünschen geklebt und es ist so gut wie alles in erfüllung gegangen. gut, barcelona und die ayurvedische kur fehlen noch aber das sind peanuts gegenüber über einem bestseller, neuen ideen und einem mann, der eine auf händen trägt.

    nächste woche habe ich eine coachine, die ein ähnliches problem hat: alles ist beruflich perfekt. sie hatte jahrelang geackert und geschufftet und es lief mehr schlecht als recht. seit letztem sommer läuft es nun. traum-halbtags-job und vor freiberuflichen aufträgen kann sie sich nicht retten. ich bin gespannt auf das coaching und kündigte ihr schon an, dass ich im "fortsetzungsbuch" gerne anschließend ein kapitel darüber schreiben würde.

    was macht man, wenn plötzlich alles perfekt ist? was macht man, wenn es läuft? wenn die welt auf eine reagiert ohne dass man verzweifelt an den türen kratzt? ein luxusproblem?

    Mittwoch, August 17, 2005

    ernüchterung

    der erste freudentaumel ist vorbei. ich bin irritiert. es hat sich so viel verändert. es ist mir zuviel "fun". zu viele cafés zu viele unnütze-dinge-läden, zu viele wahnsinnig originelle menschen auf den straßen.

    es fühlt sich an wie ein spagat - als zwillinge irritiert mich das nicht wirklich - ich sehe so viel, was ich liebe, was mein herz zum klingen bringt und gleichzeitig bin ich irritiert.

    gestern ein essen mit freunden. mir fiel auf, wie selten ich in hamburger wohnungen bin. man trifft sich dort mehr im öffentlichen raum. gemeinsames kochen, heiße diskussionen. ich liebe an meinen berliner freunden, dass sie die welt kritischer sehen und mut zu utopischen träumen haben. dass sie mich auf den boden zurück holen, wenn ich zu geschäftsmäßig werde. aber ich weiß auch, warum ich gegangen bin. es gibt hier zu viele leute, die vor lauter alten träumen nicht mehr in der lage sind, ihre nicht funktionierende strategie des "mehr vom selben" zu ändern. ich mußte damals weg gehen, um erwachsen, erfolgreicher und ein bißchen mehr ich zu werden. jetzt sehne ich mich nach der unbeschwertheit der jugend unter schwierigen bedingungen. nach mehr oder weniger freiwilligem bohéme-leben, dass eigentlich so gar keine ist. ich bin irritiert.

    wenn ich aber mit dem rad durch berlin fahre, dann fühlt es sich schon toll an.

    Sonntag, August 14, 2005

    berlin

    gestern. ich war todmüde, aber glücklich. überall gibt es bekanntes zu entdecken. es riecht nach berlin. die wohnung ist so schön. meine güte, bin ich ein glücklicher mensch. wie schön war es heute morgen aufzuwachen und frühstück zu machen. es ist noch weit von der normalität entfernt aber ich weiß, dass sie kommen wird. welch ein luxus. ich bin so gespannt, wie es sich entwickelt. bin gespannt auf den alltag. im moment strahle ich noch glücklich vor mich bin.

    Mittwoch, August 10, 2005

    schlaue bücher

    also wenn ich bei diogenes oder so nen buch machen will, muß einfach nur das foucault drin vorkommen. das machts dann so schön intellektuell. irgendwie verfolgt der mich. bei frau palmen wird er auch schon wieder erwähnt. meine güte.

    aber ich mochte ganz der ihre. es ist nicht ganz so schmonzettenhaft wie I.M.. nix gegen ne gut gemachte schmonzette. aber "ganz der ihre" ist schon literarischer und intelligenter. mit foucault eben.

    Dienstag, August 09, 2005

    arbeitsverweigerung

    seit tagen ärgere ich mich über mich, dass ich die tage verdaddel und nicht diese verdammten manuskriptkorrekturen mache. hach, ich wünschte, ich würde genügend geld verdienen, um mir eine kleine studentin zu leisten, die das für mich macht.

    vielleicht sollte ich einfach loslassen. ommm. aber verdammt, ich wollte das ding fertig machen, bevor ich nach berlin fahre. schaue ich aber in meinen terminkalender für diese woche, dann erscheint mir dieses vorhaben langsam unrealistisch.

    verwandte freunde

    eben, ein ungefähr zehnminütiges telefonat mit meinem onkel. 10 minuten, die wieder kraft für stunden oder tage geben. ohne es wort für wortrekonstruieren zu können, ein weites themensprektrum von tod, freundschaft, der sinn des lebens, die momente, die einen veränderten und warum wir ständig anderen leute vorträge halten wollen. ich kann mich nur wiederholen. es ist ein großes glück mit so einem wunderbaren menschen verwandt zu sein.

    liebesdinge

    ich wollte ja nicht nur über berufliches nachdenken und schreiben. zwei dinge beschäftigen mich derzeit sehr und machen mich froh.

    berlin: am samstag geht es endlich los. ein jahr war ich schon nicht mehr da. seit dem ich berlin liebe, und das sind jetzt 13 jahre, ist das die längste zeit, die ich nicht in berlin war. mein patenkind wird 1 und ich habe es seit seiner geburt nicht mehr gesehen, ich schlechte patentante. ich freu mich, die menschen, die ich so gerne mag wieder zu sehen.

    diesmal wird es anders. ich habe jetzt wieder einen koffer in berlin. eine halbe wohnung. wie es wohl sein wird? ob es sich wieder wie "zu hause" anfühlen wird? wie werden sich die kontakte zu den lieben entwickeln, wenn ich wieder häufiger da sein werde? werde ich es (organisatorisch) schaffen, regelmäßig meinen zweitwohnnsitz zu nutzen? und wird es uns gelingen, diese wunderbare band wieder zu beleben?

    singen: und schwups bin ich bei dem anderen thema. als ich damals überlegte aus berlin wegzugehen, war das, was mich am meisten davon abhielt die band. ich habe schon immer in meinem leben musik gemacht. oft scheiterte ich an meinen hohen ansprüchen für die ich einfach nicht genügend talent hatte. mit der band fühlte ich mich oft am ziel. dort angelangt, wo es für mich gut war. gut, die ganze gruppendynamik rund um 4 sängerinnen, 4 sänger und 4 musiker war schon ziemlich anstrengend, aber die gut besuchten konzerte, die momente, wenn jemand sagte, dass wir ihn mit unserer musik glücklich machen würde, waren den ganzen stress wert. was habe ich es geliebt. als ich wegging war klar, dass dies der todestoß für die band wäre. ich redete mir damals ein, dass es ein befreiender stoß wäre, denn wir waren schon am bröckeln; nach 4 jahren und 22 konzerten.

    in hamburg dauerte es lange, bis ich wieder "schöne musik" fand. seit 4 jahren singe ich in einem pop-und-jazz-chor. das ist ganz nett aber musikalisch keine größere herausforderung. in den letzten jahren war vor allen dingen eine gute gelegenheit für mich, einmal die woche unter männern zu sein, da ich ja sonst fast nur noch kontakt mit frauen hatte. während der zu langen sommerpause formierten wir uns in den letzten jahre stets als combo. vor zwei jahren zu 12, letztes jahr 8 und dieses jahr sind wir ein quartett. wir werden auf einem netten fest auftreten und trotzdem ist es ein ehrgeiziges ziel. wir proben derzeit dreimal die woche und ich übe jeden tag mindestens eine stunde. arme nachbarn. es ist schon etwas anderes vierstimmig im quartett zu singen und das bei nicht gerade einfachen arrangements. aber es ist gleichzeitig auch toll, wie uns der ehrgeiz und die freude am singen verbindet.

    schon komisch, dass ich gerade nach berlin "zurück pendele" wo ich in hamburg beginne, mich musikalisch aufgehoben zu fühlen. von den wertvollen beruflichen kontakten, die sich mehr und mehr entwickeln, ganz abgesehen.

    Samstag, August 06, 2005

    glück

    heute bin ich ein glücklicher mensch. vorhin zog ich endlich die einladung zum LCB-sommerfest aus meinem briefkasten. zuvor hatte sich schon ergeben, dass ich einen tag früher in die wohnung darf und das noch nicht mal ein organisationsproblem wird. hach. und dann sehe ich "wolf haas" und "harald martenstein". es ist so unglaublich toll erwachsen zu sein und einfach so leute kennenzulernen, die man bewundert. ich habe schon immer bücher geliebt und mir schon als kind gewünscht, zunächst mit den literarischen personen, dann mit den autoren teetrinken und sprechen zu dürfen. und jetzt bin ich groß und es purzelt mir in den schoß. wie unglaublich toll. was ziehe ich nur an?

    bekloppt statt bescheiden

    manchmal zweifele ich wirklich an mir. und zwar in den momenten, in denen ich erkenne, dass es ausnahmsweise keinen grund zum an mir zweifeln gibt, weil das schon alles ganz gut ist, so wie es ist. leider erkenne ich das nicht selbst. dazu brauche ich hilfe von außen. am besten mehrmals täglich und am allerliebsten von selbstgewählten autoritäten. denn so einfach so glaube ich das nicht irgendwelchen hergelaufenen freunden, wenn sie mir versichern, dass ich toll sei.

    gestern: es fielen die hübschen wörter "bestseller" und "du fängst doch nicht bei null an" und mein liebstes "schriftstellerin". ich nehme die ja nicht so gerne in den mund, diese wörter. das letzte geht schon ganz gut, auch wenn es etwas altmodisch ist und alle welt von autorin redet. aber das erinnert mich zu sehr an auto und daran, dass mein lebenstandard eher studentisch ohne auto als bestsellerautorinnenlike ist.

    es ist, als hätte ich ein ganzes jahr in klausur gelebt. seit den tränen und der erschöpfung vom juni 2004, saß ich in meiner dachbutze, sortierte mich neu, schrieb mal eben 500 seiten und versuchte wieder zu kräften zu kommen. jetzt scheint es an der zeit zu sein, wieder ins licht zu treten. es ist immer noch nicht so, dass ich allzu große lust hätte, mir strategische gedanken zu machen. das habe ich ein ganzes jahrzehnt gemacht und so richtig gebracht hatte es auch nichts. aber irgendwie ändert sich gerade etwas.

    die entscheidung ist getroffen. damit wird recht bald eine zeitplanung für die nächsten monate konkret. und es wird klar, was nächsten sommer sein könnte. dann sollte ich mich endlich entscheiden, was ich dann machen möchte. merkwürdigerweise deuten sich solche entscheidungen schon an. ganz tief aus dem bauch heraus, wenn mir das neue buchcover vor augen erscheint, ich über das farbspiel kichere und denke, dass sich da ein kreis schließt, den ich eigentlich gar nicht so deutlich sehen wollte. sollte am ende doch alles gut werden?

    verdammt, ich wollte doch zwillinge machen und nicht ständig über das berufsleben nachdenken!

    na gut

    es war doch noch nett auf der hochzeit und gut organisiert war sie auch. es lag nur daran, dass man meine schriftliche einladung verschlampt hatte. in der kirche habe ich hübsch geweint. so gehört sich das. ich fand das auch sehr pfiffig, dass der bräutigam "ja" antwortete und die braut mit "ja, mit gottes hilfe". auf meine nachfrage hin (nein, erst nach der kirche), bestätigte sich meine vermutung, dass der bräutigam nicht in der kirche wäre. da hat die evangelische kirche das ganz tolerant gelöst. gut gemacht.

    der brautstrauß wurde nicht geworfen. das war schlecht. es hätte mir gut getan, mal wieder einen zu fangen. seit dem mit dem "schweigen im walde" schluss ist, fehlt mir der optimismus. es ist nicht so, dass ich nicht daran glaube, dass ich noch mal einen abkriege. nein. aber es fehlt mir dieses innere strahlen, diese freude auf die zukunft und die zwillinge. das vermisse ich sehr. außerdem denke ich wieder viel zu viel über arbeit nach. das wollte ich doch eigentlich gar nicht mehr im sinne der life-work-balance. ich hätte ihn gerne gefangen. aber wo es nichts zu fangen gab, habe ich dann eben doch wieder genetworkt.

    sie waren da. ich hatte die beiden letzte woche auf einer veranstaltung gesehen und von ferne angehimmelt. ich weiß eigentlich gar nicht warum. sie waren so paarig. sie fielen auf, letzten freitag, in der veranstaltung voller berufsjugendlicher. da ich wußte, in welchen kreisen ich mich bewegte, war mir auch schnell klar, wer sie waren. er sah aus wie eine mischung aus jack nicholson und don dahlmann. sie fand ich irgendwie toll. dieses mal habe ich sie angesprochen. und es war nett. sehr nett fand ich. es war so visitenkartentauschnett. heute nacht habe ich von ihnen geträumt. es blieb bei dem noch jugendfrischen runninggag, wo wir uns wohl nächsten freitag treffen würden. nun, dem könnnte man ja nachhelfen. in meinem kalender steht nichts.

    wünsche:

    • ein häuschen in den elbvororten
    • ein klavier
    • ein tanzkurs mit meinem liebsten
    • einen kochkurs (am liebsten indisch)
    • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen