Freitag, Dezember 03, 2004

tarot

es ist total aufregend. obwohl es nicht das erste deck ist, dass ich mir kaufte, ist es wieder einmal total aufregend. ich packte es aus und es kribbelte. ich betrachete die bilder, über die ich in den letzten tagen so viel gelesen hatte und dachte "meins".


manchmal scheue ich mich, männer von solchen dingen zu erzählen. sie fangen dann immer an zu diskutieren, versuchen mich vom gegenteil zu überzeugen. von wegen es gibt keine zufälle und so. was sie nicht wissen, oder nicht glauben können, ist, dass ich sie genau deswegen mag. ich mag es, dass sie anders sind, dass sie anders denken und mich dabei meine weibliche seite erfahren lassen. es fasziniert mich, mich und meine gegenüber dabei zu beobachten, wie ich die weise frau in mir zu erhaschen versuche.

eines der letzten gespräche mit meiner kürzlich verstorbenen oma, ist mir noch besonders in erinnerung. kurz vor diesem gespräch, erzählte ich meiner mutter, dass ich mir die karten hatte legen lassen. ihr kommentar war nur "wie deine großmutter!". auf meine nachfrage erzählte sie mir, dass meine oma nach dem krieg den nachbarn für ein pfund butter die karten gelegt hätte. daraufhin fragte meine mutter meine oma, ob sie dies noch könne, was diese verneinte. einige wochen später besuchte ich meine oma im altersheim. als ich ihr dieselbe frage stellte, lachte sie und erzählte mir eine menge über das kartenlegen, wie sie es gelernt hätte und dass es ihre mutter und großmutter auch tat. nach einer weile, saß sie versunken aber seelig lächelnd in ihrem rollstuhl. sie sammelte sich und sagte: "ach, jetzt kann ich langsam gehen. es bleibt doch alles irgendwie da. manchmal überspringt es eben eine generation." in diesem moment rührte es mich. die verbundenheit machte ein gutes gefühl. es war ein guter besuch. es gab auch andere.

vor zwei wochen war ich beim hamburger tarotstammtisch. eine freundin schleppte mich mit. so recht wusste ich nicht, was ich da sollte, aber da ich zeit hatte, ging ich mit. jeder sollte sich vorstellen. zunächst sagte ich, dass ich eigentlich mit der kartenlegerei nicht so viel am hut hätte, dass ich eher kundin sei, die sich hin und wieder die karten legen liesse. dann, und ich weiß auch nicht wieso, erzählte ich das erlebnis mit meiner oma. in diesem moment fühlte ich, als sei es ein auftrag. seit dem, lassen mich die karten nicht mehr los. dieses mal ist es anders als sonst. ich bin gespannt, wo mich das hinführt.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen