Montag, Dezember 13, 2004

etwas besser

die abwesenheit von schmerz fühlt sich an wie ein warmer weicher hefeteig.

gestern abend noch weinte ich mich wimmernd in den schlaf. ich wußte nicht, was mehr schmerzte. die migräne stichelte in meinem kopf herum wie lauter kleine akupunkturnadeln, die nicht wussten wohin mit sich und lähmte meine rechte gesichtshälfte. meine haare fühlten sich an, als ständen sie elektrisiert in die höhe. jede einzelne haarwurzel schmerzte. mein rücken und nacken waren völlig versteift. bei jeder bewegung durchfuhr mich ein schmerz. aber ich bewegte mich nicht. regungslos lag ich im bett, um kein risiko einzugehen, das bett mit blut zu beschmutzen. ich blutete wie ein schwein. mein unterleib war ein einziger krampf. ich wußte nicht, was mehr weh tat. aber die schmerzen lenkten mich davon ab, mich innerlich schlecht zu fühlen und mir noch schlimmere gedanken zu machen, als ohnehin die letzten tage.

die erinnerung an den schmerz ist noch lebendig. stocksteif lag ich im bett. ein heizkissen auf dem bauch, eine wärmflasche an den füßen und wimmerte mich in den schlaf. ein wunder geschah. ich schlief selig ein. ich träumte, mich in herrn bandini zu verlieben. ein pferd und mein bruder waren auch dabei. es war ein ruhiger langer traum. unkompliziert im vergleich zu den wirren, stressigen träumen der letzten beiden nächte. ich wachte entspannt und ausgeruht aus. nach zehn stunden. ich hatte die vergangenen zwei nächte nachgeholt. aufgeholt, etwas ausgelöscht. die abwesenheit von schmerz fühlt sich an wie ein warmer, weicher hefeteig.

es war mehr ein freundinnengespräch als ein coaching gestern. ich bin immer noch nicht schlauer. die option "berlin" ploppte wieder auf. in der tat bin ich nicht glücklich in hamburg. ich habe aber angst, umzuziehen, mir einzubilden, dass durch einen stadtwechsel alles besser wird. das habe ich schon zweimal in meinem leben recht vergeblich getan. vergeblich? wer weiß das schon. am meisten beindruckte mich die verwunderte frage meiner freundin, wieso der grund "es für mich zu tun, damit ich glücklicher wäre" nicht ausreicht, um es zu tun. mein gefühl sagt mir, dass ich einen anlass brauche. einen job, einen mann oder zumindest die supergeile billige wohnung. nur für mich, würde ich es nicht tun. ich glaube, ich liebe mich nicht genügend.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen