Dienstag, Dezember 14, 2004

überlegungen

eine freundin fragte mich am sonntag immer und immer wieder, wieso ich ein büro haben möchte. sie wollte mir davon abraten, weil sie angst hatte, dass ich mir kosten ans bein binden würde, die mir das leben noch schwerer machen würden. ich versuchte ihr zu erklären, wieso es für mich so wichtig ist. es dauerte.

eben hatte ich dazu noch neue gedanken. ein büro ist für mich die trennung von privatleben und berufsleben. wenn ich es trenne, mache ich klarer, was wohin gehört und gebe dadurch auch beidem einen unterschiedlichen wert. qualitatitv, nicht quantitativ. oder doch? für das privatleben bedeutete es, abschalten zu können. mein problem war nie, dass ich zuwenig arbeitete. im gegenteil, ich bin immer verführt, zu viel zu arbeiten. grenzenlos mich für dinge zu begeistern und einfach zu machen. ich glaubte jahrelang, dass der sinn des lebens darin besteht, beruflich etwas sinnvolles zu tun. kein wunder, wenn privat wenig voranging. ich schätzte das, was privat, also außerhalb meines berufslebens stattfindet, einfach nicht wert. ein büro könnte es mir erleichtern, abschalten zu lernen. bewußt grenzen zu ziehen. mich jeden tag bewußt für das privatleben zu entscheiden. viele jahre hatte ich das einfach vergessen.

für das berufsleben bedeutet ein büro sichtbar zu sein. es ist eine anlaufstelle, in die leute kommen können, sich dort wohlfühlen, um von mir etwas zu bekommen. es ist ein ort, an den ich gerne einlade. es ist ein ort, an dem ich temporär verfügbar bin. solange ich von zu hause aus arbeite, muß ich mich ständig abgrenzen. ich möchte die sorgen der leute nicht hier haben, möchte nicht allen leuten, mein privates zeigen. im büro könnte ich einen ort schaffen, an dem ich interessierte gerne willkommen heiße und ihnen gebe, was sie brauchen und was ich bereit bin zu geben. ich habe doch so viel.

ich habe mich in den letzten jahren oft gefragt, ob ein büro etwas ist, was ich "auch haben" will. aber es ist anders, als das cabrio von einer freundin. klar, das will ich jedesmal auch haben, wenn ich damit fahren darf. oder wenn die sonne scheint, dann will ich es auch mal haben. an das büro denke ich aber öfter. es ist ein anderes bedürfnis.

eben hatte ich noch einen schicken gedanken: auf meiner organisationsberatungs-visitenkarte stehen vier wörter: discover, dream, design, do it. sie beschreiben einen prozess. einen prozess des entdeckens und umsetzens, einen prozess der veränderung. ich erlebe gerne diese veränderungen und ich begleite gerne menschen bei diesen veränderungen. zusätzlich zu diesen vier wörtern, meinem namen und meiner adresse steht dort nch "organisationsberaterin" und "diplomkauffrau". wieso eigentlich? klar, bei beruflichen karten schreibt man drauf, was man eigentlich macht und wieso man dafür qualifiziert ist. aber sagen diese vier D-wörter nicht schon alles aus. ich habe einen bauchladen voll sachen anzubieten. es gibt so viele themen, die mich interessieren. ich kann zu vielen verschiedenen themen prozessbegleitung anbieten. ich weiß so vieles, ich kann so vieles, aber letztlich läuft es immer darauf hinaus, dass mich prozesse der veränderung begeistern. wie wäre es, wenn ich neben meinen persönlichen daten, nur noch die vier wörter auf meine visitenkarte schreiben würde?

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen