Freitag, Dezember 03, 2004

arbeitsverweigerung

wenn man donnerstagsnachmittags von einer anstrengenden geschäftsreise zurück kommt, um dann erst mal eine stunde zu schlafen, ist die woche so gut wie um, dass man eigentlich den freitag auch haken kann. jedenfalls ist mir nicht nach arbeit. könnte an der immer noch unerledigten steuererklärung liegen. das sollte ich unbedingt fengshuimäßig in den nächsten tagen angehen.

nach dem anstrengenden auftrag, bei dem ich mir im rückblick mehr als unsicher bin, ob mich dieser kunde im kommenden jahr derart ernährt, dass ich in ruhe schreiben kann, war ich in frankfurt im frauensexshop. ich war enttäuscht. vor allen dingen der vertretermäßige wahrscheinlichvertreter, der die so laut redete, dass man es an jeder ecke des ladens hören konnte, wollte nicht recht ein frauensexshopfeeling aufkommen lassen. auch das angebot war fade. nichts wirklich überraschendes. es war mir auch nicht klar, was daran so frauenmäßig war. von dort nahm ich eine gratis-sex-zeitschrift mit, die auch enttäuschend und nicht wirklich frauenmäßig war, obwohl darin natürlich viele frauen abgebildet waren. als ich sie zum frühstück las, sinnierte ich eine weile darüber nach, wieso in einem leserbrief die sorge bekundetet wurde, dass man als abonent dieser zeitschrift von den nachbarn erkannt werden könnte. die redaktion versicherte neutrale umschläge. ich verstand die sorgen nicht. hey, wenn ich jemand bin, der so schlechte zeitschriften liest, dann sollte ich doch dazu stehen, dachte ich.

um nicht weiter über arbeit nachdenken zu müssen, beschäftigen mich zwei dinge, die ich vielleicht mit einer gemeinsamen lösung küren könnte. erstens: soll ich mir einen milchkaffee kochen oder nicht und zweitens: ich sollte das entzückende mützchen ausführen, dass ich mir gestern gekauft habe, als ich mal wieder feststellte, dass hamburg kälter als frankfurt ist. nicht so kalt, wie es weihnachten in berlin gerne ist. was mich daran erinnerte, dass ich dieses jahr leider nicht weihnachten in berlin sein werde und mich trotzdem ein wenig freute, weil ich ja silvester in der schweiz fremde menschen treffen werde. zur vorbereitung las ich ein halbes jahr. das mützchen erinnert mich an anspruchsvolle filme. wenn ich mich mit dem mützchen im spiegel anschaue, dann fällt mir kein besseres wort als "fesch" ein und ich unterliege der selben illusion, wie wenn ich mir mit hochgesteckten haaren und lidstrich einbilde, wie audrey hepburn auszusehen. trotzdem erfreut mich die illusion und denke, dass es eine gute idee wäre, das mützchen auf einen kaffee auszuführen.

jetzt habe ich hier zwei bücher rumliegen, von denen ich auf nachfrage erzähle, dass sie dreiviertelfertig sind. es gibt kaum etwas schlimmeres als dreiviertelfertige bücher. was danach kommt ist fleissarbeit. ich muß sicherlich nicht erwähnen, dass meine kopfnoten in der schule zu wünschen übrig liessen. kann man nicht jemanden kaufen, dessen leidenschaft es ist fastfertige bücher fertig zu machen. hey, ich würde gerne einen teil honorar abgeben. allerdings fällt es mir schwer, jemanden an meinem baby rummachen zu lassen. es wäre schick, wenn es mir gelänge, diese beiden projekte dieses jahr abzuschliessen. immerhin habe ich mich mit buch3 so sehr wieder in ruhige fahrwässer und eine ausgeglichene seelenlage gebracht, dass es nun möglich sein müsste, einen zufriedenstellenden schluß für buch2 zu finden. aber nicht heute.

mein mailpostfach wird seit zwei wochen fürchterlich zugespamt und ich frage mich, welche mailadresse es sein könnte, die nicht verspamtschützt ist und wo ich mal wieder auf irgendwelchen schlimmen seiten diese mailadresse angegeben habe. multiple identitäten bringen multiple probleme und ich stehe dazu. es gelingt mir nicht, mich über viele mails zu freuen und ich muß darauf verzichten musik über den pc zu hören, weil das "you've got mail"-tönchen mir den letzten nervt raubt. noch ein argument, das mützchen auszuführen....

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen