Freitag, Dezember 17, 2004

der wichtigste mensch

mein horoskop für heute:

"Die negative Phase zieht wieder vorbei, und die Sterne werden Sie begünstigen. Im Arbeitsbereich werden Sie sich endlich eine kleine Pause gönnen können. Sie sollten sich einen Urlaub mit der Person, die Ihnen am Herzen liegt, leisten. Tipp: Seien Sie nicht zu berechnend.

wie schön. und auch wenn viele leute um mich herum sein werden. ich werde mit mir in urlaub fahren. am dienstag.


Donnerstag, Dezember 16, 2004

wie geil!

mein buch ist an die koreaner verkauft. ich bin so gespannt auf die koreanische lizenzausgabe. haben die eigentlich andere schriftzeichen? bestimmt. wie geil, lauter kleine koreanische uschis. endlich mal keine blondinen! (und ich ignoriere jetzt einfach mal den kommentar meiner agentin, die mir schon im sommer prophezeite, dass die koreaner alles kaufen.) ich finds toll!

schreiben ist ungleich schreiben

dass ich keine romanschriftstellerin bin, wußte ich bereits. ein halbfertiger businessroman liegt nicht nur deshalb unfertig in der sprichwörtlichen schublade, weil das new economy-milieu sowieso keinen mehr interessiert, sondern weil ich keine dialoge schreiben kann und mir das erfinden von personen und handlung schwer fällt. ich kann nur über dinge schreiben, die mir nahe sind: über mich, mein lernen, meine begegnungen. es fällt mir schwer, diese dinge in abgewandelter form wiederzugeben und es belletristik zu nennen. mir fehlt auch der impuls dazu, obwohl ich große ehrfurcht vor den belletristikern habe und mein sachbuchgeschreibsel häufig minderwertig finde. mein schreibimpuls kommt entweder durch geistige konfusion oder durch aha-erlebnisse. oder beides, denn das schreiben ebnet den weg vom einen zum anderen.

seit drei wochen habe ich meinen zweiten text-auftrag. ich bin auch keine texterin. ich schriebe die erledigung dieses auftrags vor mir her und drücke mich davon, wie es nur geht. erst fehlten noch informationen, dann mußte ich recherchieren, dann tat mir vom vielen sitzen der hintern weh. gestern habe ich dann in 20 minuten eine seite geschrieben und schaffe es nicht, die datei zu öffnen, um mir das geschriebene noch mal anzuschauen. es ist ein auftrag und bringt geld. nicht genügend geld, wenn man bedenkt, wieviel zeit ich damit verbringe, nicht daran zu arbeiten. ich finde das, worüber ich schreiben soll spannend. und trotzdem schaffe ich es nicht, einfach zu funktionieren und zu schreiben.

so, und jetzt werde ich es einfach tun. schließlich habe ich die texte für heute nachmittag versprochen. abgabetermine helfen.

Mittwoch, Dezember 15, 2004

lesen!

eben habe ich "populärmusik aus viitula" von mikael niemi zu ende gelesen.



so schööön. ich mag die art, wie es geschrieben ist. so anschaulich. es geht ans herz. es macht, dass man in kleine und pubertierende jungs hineinschauen kann. und es ist so finnisch. beim lesen mußte ich ständig dieses wunderbaren wörter laut und kehlig aussprechen. wie gerne, würde ich diese sprache sprechen, aber ein jahr lernen hat nicht viel gebracht. es ist so wenig davon übrig geblieben außer der sehnsucht nach diesem verrücktem land und dem klang der worte in meinen ohren.

Dienstag, Dezember 14, 2004

wunderliste - fortsetzung

dieses blog heißt "wundervolles leben" und in der kurzform wunder.blogspot.com. und das nicht ohne grund. seit fast drei jahren, versuche ich mehr oder weniger erfolgreich, in der fülle zu leben. als ich den gedanken der fülle das erste mal hörte, war ich schockiert, denn für mich war ein gefühl des mangels die einzige wahrheit, die ich kannte. ich war nicht in der lage fülle wahrzunehmen. irgendwann beschloss ich, dass es mir leichter fallen würde, daran zu glauben, wenn ich genügend beweise hätte. ich begann damit, immer mal wieder "wunderlisten" zu machen. leider gelingt es mir immer noch nicht, diese an schlechten tagen hervorzuholen, um meine stimmung zu verbessern. trotzdem schreibe ich sie fleissig weiter.

gestrige zeichen der fülle, ungeordnet und nicht priorisiert. fülle ist ...


  • mittags zu überlegen, ob ich wohl abends nach dem chor mir leisten könnte, ein bier mit trinken zu gehen und dann das bier ungefragt ausgegeben zu bekommen.

  • morgens zu denken, dass ich auch schon diese woche damit starten könnte, mir einen nebenjob zu suchen und abends einen auf einem silbertablett serviert zu bekommen.

  • in meinem bücherregal zwei bücher zu endecken, nach denen mir in diesen momenten ganz doll der sinn danach stand

  • darüber zu grübeln, ob ich das hilfsangebot meiner eltern annehmen kann und will und als ich anrief, um es zu tun zu erfahren, dass hilfe bereits unterwegs ist.

überlegungen

eine freundin fragte mich am sonntag immer und immer wieder, wieso ich ein büro haben möchte. sie wollte mir davon abraten, weil sie angst hatte, dass ich mir kosten ans bein binden würde, die mir das leben noch schwerer machen würden. ich versuchte ihr zu erklären, wieso es für mich so wichtig ist. es dauerte.

eben hatte ich dazu noch neue gedanken. ein büro ist für mich die trennung von privatleben und berufsleben. wenn ich es trenne, mache ich klarer, was wohin gehört und gebe dadurch auch beidem einen unterschiedlichen wert. qualitatitv, nicht quantitativ. oder doch? für das privatleben bedeutete es, abschalten zu können. mein problem war nie, dass ich zuwenig arbeitete. im gegenteil, ich bin immer verführt, zu viel zu arbeiten. grenzenlos mich für dinge zu begeistern und einfach zu machen. ich glaubte jahrelang, dass der sinn des lebens darin besteht, beruflich etwas sinnvolles zu tun. kein wunder, wenn privat wenig voranging. ich schätzte das, was privat, also außerhalb meines berufslebens stattfindet, einfach nicht wert. ein büro könnte es mir erleichtern, abschalten zu lernen. bewußt grenzen zu ziehen. mich jeden tag bewußt für das privatleben zu entscheiden. viele jahre hatte ich das einfach vergessen.

für das berufsleben bedeutet ein büro sichtbar zu sein. es ist eine anlaufstelle, in die leute kommen können, sich dort wohlfühlen, um von mir etwas zu bekommen. es ist ein ort, an den ich gerne einlade. es ist ein ort, an dem ich temporär verfügbar bin. solange ich von zu hause aus arbeite, muß ich mich ständig abgrenzen. ich möchte die sorgen der leute nicht hier haben, möchte nicht allen leuten, mein privates zeigen. im büro könnte ich einen ort schaffen, an dem ich interessierte gerne willkommen heiße und ihnen gebe, was sie brauchen und was ich bereit bin zu geben. ich habe doch so viel.

ich habe mich in den letzten jahren oft gefragt, ob ein büro etwas ist, was ich "auch haben" will. aber es ist anders, als das cabrio von einer freundin. klar, das will ich jedesmal auch haben, wenn ich damit fahren darf. oder wenn die sonne scheint, dann will ich es auch mal haben. an das büro denke ich aber öfter. es ist ein anderes bedürfnis.

eben hatte ich noch einen schicken gedanken: auf meiner organisationsberatungs-visitenkarte stehen vier wörter: discover, dream, design, do it. sie beschreiben einen prozess. einen prozess des entdeckens und umsetzens, einen prozess der veränderung. ich erlebe gerne diese veränderungen und ich begleite gerne menschen bei diesen veränderungen. zusätzlich zu diesen vier wörtern, meinem namen und meiner adresse steht dort nch "organisationsberaterin" und "diplomkauffrau". wieso eigentlich? klar, bei beruflichen karten schreibt man drauf, was man eigentlich macht und wieso man dafür qualifiziert ist. aber sagen diese vier D-wörter nicht schon alles aus. ich habe einen bauchladen voll sachen anzubieten. es gibt so viele themen, die mich interessieren. ich kann zu vielen verschiedenen themen prozessbegleitung anbieten. ich weiß so vieles, ich kann so vieles, aber letztlich läuft es immer darauf hinaus, dass mich prozesse der veränderung begeistern. wie wäre es, wenn ich neben meinen persönlichen daten, nur noch die vier wörter auf meine visitenkarte schreiben würde?

Montag, Dezember 13, 2004

etwas besser

die abwesenheit von schmerz fühlt sich an wie ein warmer weicher hefeteig.

gestern abend noch weinte ich mich wimmernd in den schlaf. ich wußte nicht, was mehr schmerzte. die migräne stichelte in meinem kopf herum wie lauter kleine akupunkturnadeln, die nicht wussten wohin mit sich und lähmte meine rechte gesichtshälfte. meine haare fühlten sich an, als ständen sie elektrisiert in die höhe. jede einzelne haarwurzel schmerzte. mein rücken und nacken waren völlig versteift. bei jeder bewegung durchfuhr mich ein schmerz. aber ich bewegte mich nicht. regungslos lag ich im bett, um kein risiko einzugehen, das bett mit blut zu beschmutzen. ich blutete wie ein schwein. mein unterleib war ein einziger krampf. ich wußte nicht, was mehr weh tat. aber die schmerzen lenkten mich davon ab, mich innerlich schlecht zu fühlen und mir noch schlimmere gedanken zu machen, als ohnehin die letzten tage.

die erinnerung an den schmerz ist noch lebendig. stocksteif lag ich im bett. ein heizkissen auf dem bauch, eine wärmflasche an den füßen und wimmerte mich in den schlaf. ein wunder geschah. ich schlief selig ein. ich träumte, mich in herrn bandini zu verlieben. ein pferd und mein bruder waren auch dabei. es war ein ruhiger langer traum. unkompliziert im vergleich zu den wirren, stressigen träumen der letzten beiden nächte. ich wachte entspannt und ausgeruht aus. nach zehn stunden. ich hatte die vergangenen zwei nächte nachgeholt. aufgeholt, etwas ausgelöscht. die abwesenheit von schmerz fühlt sich an wie ein warmer, weicher hefeteig.

es war mehr ein freundinnengespräch als ein coaching gestern. ich bin immer noch nicht schlauer. die option "berlin" ploppte wieder auf. in der tat bin ich nicht glücklich in hamburg. ich habe aber angst, umzuziehen, mir einzubilden, dass durch einen stadtwechsel alles besser wird. das habe ich schon zweimal in meinem leben recht vergeblich getan. vergeblich? wer weiß das schon. am meisten beindruckte mich die verwunderte frage meiner freundin, wieso der grund "es für mich zu tun, damit ich glücklicher wäre" nicht ausreicht, um es zu tun. mein gefühl sagt mir, dass ich einen anlass brauche. einen job, einen mann oder zumindest die supergeile billige wohnung. nur für mich, würde ich es nicht tun. ich glaube, ich liebe mich nicht genügend.

Samstag, Dezember 11, 2004

angst schmerzt

die angst schlich sich die ganze nacht in meine träume. wenn ich überhaupt geschlafen habe. zwischendurch lag ich tränenüberströmt im bett oder habe mich selbst fertig gemacht, weil ich nichts kann, nichts bin, nichts wert bin. mitte dreißig und nicht in der lage, sich selbst zu ernähren. die angst, sitzt als migräne auf meiner rechten augenbraue versteift meinen rücken, so dass ich gar nicht mehr aufrecht gehen kann. wenigestens fliessen die tränen, die meine kiefergelenke vor den schlimmsten schmerzen bewahren.

Freitag, Dezember 10, 2004

alles scheiße

ja, ich mag meine stimmungsumschwünge auch nicht.

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eben ein feedbackgespräch mit einem kunden gehabt. den auftrag haben wir in den sand gesetzt. der kunde sieht nicht, was passiert ist. möchte es nicht sehen. wir sind die bösen. ich fühle mich mit meiner arbeit, meiner kompetenz und der liebe, die ich investierte nicht gesehen. nicht gesehen zu werden, ist ein fürchterliches gefühl.

ich habe eine scheißangst, wie es weitergehen soll. noch drei wochen bis zum neuen jahr und ich weiß noch nicht, wie es weitergehen wird. schreiben ist ja schön und gut, aber die projekte sind so groß, dass auch die fallhöhe so groß ist. ich würde mich am liebsten verziehen, mich in einer dunklen ecke verkriechen, stattdessen muß mir verdammt noch mal einfallen, mit was ich mich nächstes jahr strahlend der öffentlichkeit präsentiere. aber wie soll ich das nur anstellen. kalte angst und die computer- und geldprobleme, die ganzen beschissenen probleme der selbständigen existenz rauben mir so viel kraft.

das leben ist schön

die sonne scheint, ich habe meine steuererklärung gemacht, der rechner geht wieder, ich konnte sogar daten sichern und der sex vorgestern war so gut, dass ich heute immer noch verzückt mit den augen rolle. kleinere eintrübungen sind nur, dass in meinem portemonnai nur noch ca. 11 euro sind, der kunde, auf den ich große hoffnungen setzte die perlen leider nicht von den säuen unterscheiden konnte und ich immer noch nicht weiß, welche dienstleistung ich nächstes jahr erfolgreich anbieten könnte, um unter leute zu kommen und das schreiben zu ergänzen. aber das jahr hat ja noch drei wochen. bisher läuft es doch insgesamt alles wieder besser, also schaue ich aus dem fenster, freue mich über die sonne und gehe mal davon aus, dass alles gut wird.

Donnerstag, Dezember 09, 2004

fast normal

puh, mein computer geht fast wieder normal. es war wohl doch kein virus. aber dafür habe ich jetzt 4 virensoftware und zwei andere schutzdinger installiert. und nen neuen browser. die hilfe fand ich hier. es ist schon toll, dass männer sich toll fühlen, wenn sie helfen können und dafür tolle foren einrichten. ich kann gar nicht oft genug "toll" sagen. fühle mich schon fast wie eine gummipuppe und habe mundmuskelkrämpfe. naja, jedenfalls ist das blöde gefühl weg, dass mein computer etwas ganz schlimmes haben könnte und ich könnte jetzt wieder was ordentliches arbeiten, wenn ich nicht immer noch einen kater von gestern hätte. vielleicht sollte ich mal ein bier trinken, immerhin dämmert es schon.

Dienstag, Dezember 07, 2004

verseucht

manchmal fühlt sich mein rechner und ich an, als wären wir eins. allerdings häufig mit einem ähnlichen gefühl der verbundenheit wie ich und mein ewig verspannter nacken. jetzt hat es ihn wieder erwischt. trotz heftigster virenschutzprogramme (die bei meiner unseriösen surferei, selbstverständlich nur zu rechercherzwecken, auch nötig sind). ein fenster geht auf, ein mir unbekannter hardwareassistent bietet mir seine hilfe bei der suche nach einem usb-treiber an. isch abe gar keine usb-schnittstelle denke ich gar nicht schnell genug. das nächste fenster öffnet sich und wartet darauf, dass ich blond auf "weiter" zum herunterladen klicke. panisch verfalle ich in hektisches alt+F4-klicken in der hoffnung, dass es etwas nützt. ich bin verseucht und verzweifelt. verdammt. was macht man gegen so etwas?

Freitag, Dezember 03, 2004

tarot

es ist total aufregend. obwohl es nicht das erste deck ist, dass ich mir kaufte, ist es wieder einmal total aufregend. ich packte es aus und es kribbelte. ich betrachete die bilder, über die ich in den letzten tagen so viel gelesen hatte und dachte "meins".


manchmal scheue ich mich, männer von solchen dingen zu erzählen. sie fangen dann immer an zu diskutieren, versuchen mich vom gegenteil zu überzeugen. von wegen es gibt keine zufälle und so. was sie nicht wissen, oder nicht glauben können, ist, dass ich sie genau deswegen mag. ich mag es, dass sie anders sind, dass sie anders denken und mich dabei meine weibliche seite erfahren lassen. es fasziniert mich, mich und meine gegenüber dabei zu beobachten, wie ich die weise frau in mir zu erhaschen versuche.

eines der letzten gespräche mit meiner kürzlich verstorbenen oma, ist mir noch besonders in erinnerung. kurz vor diesem gespräch, erzählte ich meiner mutter, dass ich mir die karten hatte legen lassen. ihr kommentar war nur "wie deine großmutter!". auf meine nachfrage erzählte sie mir, dass meine oma nach dem krieg den nachbarn für ein pfund butter die karten gelegt hätte. daraufhin fragte meine mutter meine oma, ob sie dies noch könne, was diese verneinte. einige wochen später besuchte ich meine oma im altersheim. als ich ihr dieselbe frage stellte, lachte sie und erzählte mir eine menge über das kartenlegen, wie sie es gelernt hätte und dass es ihre mutter und großmutter auch tat. nach einer weile, saß sie versunken aber seelig lächelnd in ihrem rollstuhl. sie sammelte sich und sagte: "ach, jetzt kann ich langsam gehen. es bleibt doch alles irgendwie da. manchmal überspringt es eben eine generation." in diesem moment rührte es mich. die verbundenheit machte ein gutes gefühl. es war ein guter besuch. es gab auch andere.

vor zwei wochen war ich beim hamburger tarotstammtisch. eine freundin schleppte mich mit. so recht wusste ich nicht, was ich da sollte, aber da ich zeit hatte, ging ich mit. jeder sollte sich vorstellen. zunächst sagte ich, dass ich eigentlich mit der kartenlegerei nicht so viel am hut hätte, dass ich eher kundin sei, die sich hin und wieder die karten legen liesse. dann, und ich weiß auch nicht wieso, erzählte ich das erlebnis mit meiner oma. in diesem moment fühlte ich, als sei es ein auftrag. seit dem, lassen mich die karten nicht mehr los. dieses mal ist es anders als sonst. ich bin gespannt, wo mich das hinführt.

arbeitsverweigerung

wenn man donnerstagsnachmittags von einer anstrengenden geschäftsreise zurück kommt, um dann erst mal eine stunde zu schlafen, ist die woche so gut wie um, dass man eigentlich den freitag auch haken kann. jedenfalls ist mir nicht nach arbeit. könnte an der immer noch unerledigten steuererklärung liegen. das sollte ich unbedingt fengshuimäßig in den nächsten tagen angehen.

nach dem anstrengenden auftrag, bei dem ich mir im rückblick mehr als unsicher bin, ob mich dieser kunde im kommenden jahr derart ernährt, dass ich in ruhe schreiben kann, war ich in frankfurt im frauensexshop. ich war enttäuscht. vor allen dingen der vertretermäßige wahrscheinlichvertreter, der die so laut redete, dass man es an jeder ecke des ladens hören konnte, wollte nicht recht ein frauensexshopfeeling aufkommen lassen. auch das angebot war fade. nichts wirklich überraschendes. es war mir auch nicht klar, was daran so frauenmäßig war. von dort nahm ich eine gratis-sex-zeitschrift mit, die auch enttäuschend und nicht wirklich frauenmäßig war, obwohl darin natürlich viele frauen abgebildet waren. als ich sie zum frühstück las, sinnierte ich eine weile darüber nach, wieso in einem leserbrief die sorge bekundetet wurde, dass man als abonent dieser zeitschrift von den nachbarn erkannt werden könnte. die redaktion versicherte neutrale umschläge. ich verstand die sorgen nicht. hey, wenn ich jemand bin, der so schlechte zeitschriften liest, dann sollte ich doch dazu stehen, dachte ich.

um nicht weiter über arbeit nachdenken zu müssen, beschäftigen mich zwei dinge, die ich vielleicht mit einer gemeinsamen lösung küren könnte. erstens: soll ich mir einen milchkaffee kochen oder nicht und zweitens: ich sollte das entzückende mützchen ausführen, dass ich mir gestern gekauft habe, als ich mal wieder feststellte, dass hamburg kälter als frankfurt ist. nicht so kalt, wie es weihnachten in berlin gerne ist. was mich daran erinnerte, dass ich dieses jahr leider nicht weihnachten in berlin sein werde und mich trotzdem ein wenig freute, weil ich ja silvester in der schweiz fremde menschen treffen werde. zur vorbereitung las ich ein halbes jahr. das mützchen erinnert mich an anspruchsvolle filme. wenn ich mich mit dem mützchen im spiegel anschaue, dann fällt mir kein besseres wort als "fesch" ein und ich unterliege der selben illusion, wie wenn ich mir mit hochgesteckten haaren und lidstrich einbilde, wie audrey hepburn auszusehen. trotzdem erfreut mich die illusion und denke, dass es eine gute idee wäre, das mützchen auf einen kaffee auszuführen.

jetzt habe ich hier zwei bücher rumliegen, von denen ich auf nachfrage erzähle, dass sie dreiviertelfertig sind. es gibt kaum etwas schlimmeres als dreiviertelfertige bücher. was danach kommt ist fleissarbeit. ich muß sicherlich nicht erwähnen, dass meine kopfnoten in der schule zu wünschen übrig liessen. kann man nicht jemanden kaufen, dessen leidenschaft es ist fastfertige bücher fertig zu machen. hey, ich würde gerne einen teil honorar abgeben. allerdings fällt es mir schwer, jemanden an meinem baby rummachen zu lassen. es wäre schick, wenn es mir gelänge, diese beiden projekte dieses jahr abzuschliessen. immerhin habe ich mich mit buch3 so sehr wieder in ruhige fahrwässer und eine ausgeglichene seelenlage gebracht, dass es nun möglich sein müsste, einen zufriedenstellenden schluß für buch2 zu finden. aber nicht heute.

mein mailpostfach wird seit zwei wochen fürchterlich zugespamt und ich frage mich, welche mailadresse es sein könnte, die nicht verspamtschützt ist und wo ich mal wieder auf irgendwelchen schlimmen seiten diese mailadresse angegeben habe. multiple identitäten bringen multiple probleme und ich stehe dazu. es gelingt mir nicht, mich über viele mails zu freuen und ich muß darauf verzichten musik über den pc zu hören, weil das "you've got mail"-tönchen mir den letzten nervt raubt. noch ein argument, das mützchen auszuführen....

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen