Donnerstag, November 25, 2004

attraktiv

yippie, ich bin attraktiv.

seit dem ich meiner inneren klärung näher komme und weiß, dass ab 1. januar etwas neues losgeht, bin ich attraktiv und bekomme anfragen. die welt will etwas von mir. ich kann ihr etwas bieten.

ich bin mir sicher, dass eine grundlegende vorraussetzung für diese wendung weniger die innere klärung als das gefühl der fülle war. nicht nur, dass ich in den vergangenen monaten erneut die erfahrung machte, mit verdammt wenig geld auszukommen, machte ich gleichzeitig die erfahrung, dass für mich gesorg ist. ich bin teil einer gemeinschaft und diese sorgte für mich, als es mir beschissen ging. als ich dann noch kapierte, dass ich mir tatsächlich auf diesem zwar sehr bescheidenen niveau auch bis ende nächsten jahres keine sorgen machen muss, fühlte ich mich auf einmal frei und leicht.

(einschub: wer denkt eigentlich auch immer wie ich bei "fly like an eagle" an "frei wie ein igel"? wie ist das bloß in mein hirn gekommen und wieso hat es sich dermaßen eingebrannt?)

die wunderliste mache ich wirklich regelmäßig, in dem ich mir, hier und anderen erzähle, was alles wunderbares passiert. die wunschliste sollte ich mal wieder aufstellen. also hier "wunschliste beruflich"


  • auftrag am mo und die so gut, dass der auftrag lauter junge bekommt

  • drei neue coachees mit spannenden themen im ersten quartal

  • bewilligung der beiden anträge

  • einen hübschen büroraum in einer netten bürogemeinschaft in ottensen

  • das aktuelle buch am jahresanfang gut verkaufen

  • das das skurrile hinterzimmerberatungsprojekt anläuft

  • immer weiter schreiblust

  • das aus der geplanten spannende-leute-veranstaltung was wird

  • das sich aus dem projekt bei der aids-hilfe spannende dinge ergeben.

  • und dass ich weiterhin attraktiv bleibe bzw. noch attraktiver werde.


to be continued.

na, wenn das alles klappt, werde ich gut beschäftigt sein. gut und beschäftigt. fein! ich freue mich drauf.

Mittwoch, November 24, 2004

sauer auf mich

der einzige termin in der woche, der alleine dafür da ist, mir etwas gutes zu tun, mich weiterzubringen. und ich verpasse ihn. verpasse ihn, weil ich mit einem mann telefonierte, der wahrscheinlich sowieso nicht so gut für mich ist. der mir nicht gut tut, indem ich mich von ihm von mir abhalten lasse.

ich rannte dorthin aber es wurde nicht auf mich gewartet. ich bin enttäuscht und wütend. die fünfundvierzig minuten gehören mir und wenn ich dreißig davon verpasse, will ich wenigstens noch fünfzehn haben. ich hätte die fünfzehn minuten heute mehr als sonst gebrauchen können. jetzt sitze ich hier zu hause tränen überströmt, wütend und scheißeallein.

schlechter film

da organisiere ich mein leben schon so (oder lasse es die da oben tun), dass ich was erlebe, um darüber schreiben zu können und dann produziert das leben so unglaubliche situationen, dass mir das geschrieben kein mensch glauben würde.

vermutlich war es für mein gegenüber eine lektion in sachen zufall. mehrmals hatten wir darüber diskutiert, was der zufall sei und warum. immer wieder hartnäckiger widerspruch seinerseits, dass es so etwas wie fügung gäbe. mir behagt es, dass es "da oben vielleicht welche gibt", die ein paar dinge für mich inszenieren. und es ist mir egal, ob es nur meine selektive wahrnehmung sein könnte. es ist eine lernchance.

ich weiß noch, wie wir den "tod in venedig" in der schule lasen und es der koffer war. ein simples mißgeschick mit dem koffer brachte eine völlig neue wendung. das problem für schriftsteller und drehbuchautoren ist, diese wendungen wahnsinnig raffiniert einzubauen, damit sie glaubwürdig werden. das leben ist da manchmal plumper und schafft mir nichts, dir nichts eine pikante situation, die im film hochgradig unglaubwürdig wäre.

Montag, November 22, 2004

paradoxe intervention

ich liebe sie, die pardoxen interventionen. in der beratung sind das sowieso die, die meist die größte wirkung haben. und da ich mich gerade sowieso nicht entscheiden kann, mit welchem projekt ich jetzt weitermachen sollte oder am liebsten weitermachen möchte, gehe ich nach dem gemütlichen blogspaziergang erstmal in die badewanne und lese in dem geliehenem tarotbuch. danach werde ich schön und entspannt schaun, wie es weitergeht. freiberuflerinnenleben ist schon toll!

sieben

die zeit des müßigganges ist vorbei. schwups hat mich das leben wieder. aber richtig. eben mußte ich sogar mein verstaubtes whiteboard putzen, um darauf einen projektplan zu zeichnen. 6 projekte gleichzeitig. hui, dass ich da mal nicht die übersicht verliere, meine grenzen ware und prioriäten setze. aber es fühlt sich gut an. es kribbelt. ich habe kraft und energie. endlich wieder. und es ist so unglaublich, seit dem es wieder losgeht, steht mein telefon nicht mehr still. aus allen ecken und enden kriechen kollegen, verehrer und sonstige wieder hervor und wollen auf einmal etwas von mir bzw. machen mir verlockende angebote. und das ausgerechnet jetzt, wo ich wirklich zu tun habe, nachdem ich monatelang sehr zurückgezogen in meiner gedankenwelt gelebt habe. ob ich in diesen turbulenzen schaffe, das buch wie geplant bis ende des jahres fertig zu schreiben? das wäre projekt 7, hatte ich ganz vergessen mitzuzählen. aber 7 ist ja an sich ne gute zahl. magisch. hach, ich freue mich, dass ich langsam wieder die alte werde.

Sonntag, November 21, 2004

alle jahre früher

auch wenn ich damit dem don wieder einen kleinen nadelstich verpasse, ich muß - um es in der blogsprech zu sagen - schon wieder "weihnachtscontent" bringen.

jedes jahr fängt es früher an. ok, an die lebkuchen im september habe ich mich gewöhnt. sie schmecken in der tat frisch besser und man kann dann ende november heldinnenhaft mit einer diät anfangen, weil man das zeugs sowieso nicht mehr sehen kann. aber was ich wirklich nicht verkraften kann: meine nachbarn spielen weihnachtslieder! haben die nicht mehr alle? nur weil gestern in hamburg mutierte megaflocken fielen, müssen sie mich heute damit quälen. mein radio kommt nicht dagegen an, so dröhnen sie hier hoch. leute, es scheint die sonne, es ist herrliches wetter. kerzen könnt ihr noch genug in den nächsten wochen anmachen! letztes jahr erwischt es mich am 24. november, als das erste weihnachtslied im radio lief. das sind dieses jahr 3 tage früher. wo soll das ganze hinführen. lieber nicht hochrechnen. werde ich in zukunft schon an meinem geburtstag im juni mit diesem unsinn gequält?

ich kann mich nicht dagegen wehren. weihnachten macht mir singelig schlechte laune. die erste idee ist irgendwie in die ferne gerutscht mangels konkretion. die zweite idee zerschlägt sich, weil irgendwie das leben im fluss und dieses jahr alles anders ist und die sache mit der familie als dritte idee behagt mir irgendwie auch nicht. blöde jahreszeit.

Freitag, November 19, 2004

weihnachten

die letzten drei jahre habe ich weihnachten nicht mit meiner familie gefeiert. es war ein emanzipatorischer akt in doppelter hinsicht. zum einen geht mir dieses weihnachtsgedöns, insbesondere die musikdudelei, auf die nerven, zum anderen nervte es mich, dass man single als "noch nicht richtig erwachsen weil ohne eigene familie" angesehen wird, der noch "nach hause" fahren soll. die ersten beiden jahre habe ich sehr schön mit freunden gefeiert. letztes jahr fiel das leider aus, weil die einladende freundin mich kurzfristig aus wichtigem grund wieder auslud. da sass ich dann zuhause, bis zum nachmittag des ersten feiertags noch gut gelaunt, dann doch einsam.

als single muß man eben gut planen. vor ein paar tagen bekam ich dann die erste weihnachtshektik. so ein einsames weihnachten, wie letztes jahr, wollte ich dann doch nicht mehr erleben. seit wochen gibt es immer mal wieder unverbindliche gespräche. weit im süden oder im osten wären alternativen. und dann fragen die eltern dieses jahr tatsächlich wieder an. liegt es daran, dass sie mich aus meiner singeligen einsamkeit holen wollen (nachdem motto "sie kann ja wieder nach hause kommen, wenns bei ihrs sowieso nichts wird") oder liegt es am tod meiner oma? eigentlich habe ich es nicht mehr nötig, mich gegen weihnachten aufzulehen und eigentlich sind wir uns familiär durch das langsame sterben näher gerückt. ich könnte also schon. aber ich war so schrecklich oft in ffm in den letzten monaten...

schriftstellerei

ist mir ja schon länger klar, dass schreiben nur zum teil mit schreiben können zusammenhängt. immer dann, wenn ich besonders viel zuhöre, lese und nachdenke, schreibe ich besonders viel und gut. heute nachmittag habe ich viele gute geschichten gehört. lauter "wundergeschichten". um daraus zu lernen.

Donnerstag, November 18, 2004

ein traum

"ich träumte mit meiner mutter in einem dieser schrecklichen wohnaccessoires-geschenk-läden gewesen zu sein. mein blick fiel begeistert von ferne auf ein kissen. sofort wollte es sich meine mutter schnappen und raunte verschwörerisch, dass schon bald weihnachten wäre. beim genauren hinsehen, fand ich das kissen doch blöd, weil es billig aussah und mich an eine bestimmte doofe bettwäsche erinnerte. ich versuchte sie mühsam von ihrer geschenkidee abzubringen. sie fragte verzweifelt, was mir denn sonst gefallen würde und schlug dies und das vor. eine salatschüssel fand ich ganz schön. schon wieder stürzte sie sich darauf. aber auch bei dieser winkte ich ab: ich würde schließlich noch bei meinen eltern leben, wozu brauche ich dann eine eigene schöne salatschüssel."

wieso träume ich mit 36 - seit 15 jahren mit eigener wohnung - so einen müll? meine güte, immer noch nicht von den eltern emanzipiert. und dann diese schrecklich verkrampfte und von missverständnissen geprägte kommunikation.

wenn es denn so einfach wäre

ich komme gerade von meiner hexe, die sich redlich mühe gab, meine fürchterlichen verspannungen wegzumassieren, die für meine unsägliche migräneundkopfschmerzen verantwortlich sind. ihr nüchterner kommentar: deine meridiane sind total blockiert, weil du das was dir mühsam ausdenkst nicht in handlung umsetzt ... ja, wenn ich wüsste, wie...

Dienstag, November 16, 2004

der flexible mensch

meine güte: kaum ist die migräne weg und die rechte gesichtshälfte fühlt sich nicht mehr schmerzhaft gelähmt an, bekomme ich links hinten mörderische kopfschmerzen. normal ist das nicht. was bin ich zur zeit kränklich. schrecklich.

migräne

den zweiten tag migräne. nicht mehr ganz so schlimm wie gestern aber immer noch nicht schön. ob es an der immer noch nicht gemachten steuererklärung liegt. aber mit migräne bekomme ich sie auch nicht hin. als gestern die schmerzmittel nicht mehr halfen, habe ich es mit wodka versucht. keine gute idee, leider.

merken!

mit aufgepumpten rädern radelt es sich besser und schneller.

Sonntag, November 14, 2004

singeliger sonntag

ich sollte jetzt mal frühstücken, bevor es dunkel wird.

eben habe ich im netzt die info gefunden, dass es in harburg eine interessante ausstellung "100 000 Jahre Sex" gibt. diese hat aber nur bis 17 uhr geöffnet und bis ich hübsch und in harburg bin, isses wohl zu spät. führungen sind sonntags um 11 uhr. ich schreibe es mir für nächsten sonntag in den kalender.

andere interessante sachen scheint es heute nicht zu geben. vielleicht mache ich dann endlich diese verflixte steuer oder nutze die gratistelefoniererei der telekom, um mal wieder in der republik rumzuhören, was passiert ist. viel gibts ja von mir derzeit nicht zu erzählen.

edit: jetzt ist es fast dunkel und ich würde zu gerne zappen. aber das macht auch keinen spass mit meinen drei öffentlich rechtlichen programmen, die nach der umstellung auf das digitale fernsehen verblieben sind.

Freitag, November 12, 2004

yippie

guten auftrag klar gemacht. für mich eine neue stufe. wenn wir gut sind, kann das projekt kinder bekommen. budget und good will sind da. meine kollegin sagte zwar seit wochen, dass das ding beauftrag ist, aber ich konnte es erst recht glauben, als der kunde vorhin die wegbeschreibung zum hotel rüberreichte.

ich bin sehr gespannt, wie es wird. eigentlich war in den letzten monaten das thema weit weg. fast gehakt. und die branche ist mir ja auch recht fremd. aber vielleicht packt mich das feuer ja doch wieder. ich kenn mich doch, wenn ich in der bütt stehe sprühe ich funken. ja, es ist gut, dass das dieses jahr noch mal passiert.

Montag, November 08, 2004

"diäten machen dick. und krank."

"Ein harter Vorwurf. Immerhin basieren die Ernährungsempfehlungen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Falsch. Wenn ein Experte behaupten würde, er habe herausgefunden, dass die Schuhgrösse 27 die gesündeste sei, und darum müssten jetzt alle Schuhgrösse 27 tragen, würde man ihn für verrückt halten. Aber wenn ein Experte irgendeine Ernährungsweise für gesund erklärt, dann glauben alle, sie müssten das jetzt nachmachen. Dabei sind die Unterschiede in der Verdauungsphysiologie noch viel grösser als bei der Fusslänge. Jeder verträgt gewisse Nahrungsmittel besser oder schlechter, das ist sehr individuell. Wenn also eine allgemein gültige Ernährung propagiert wird, handelt es sich a priori um Scharlatanerie – egal, wie viele Professoren Mittäter sind.
"

das ganze interview mit dem lebensmittelchemiker udo pollmer steht steht hier. lesebefehl!

(via creature)

Dienstag, November 02, 2004

big boss

vorhin habe ich zum ersten mal die neue serie big boss auf RTL gesehen. interessant. das frauenteam war dem männerteam von anfang an klar überlegen, denn sie waren ein team und nicht nen haufen selbstdarsteller. angeblich soll das in der ersten folge auch schon so gewesen sein. nächste woche mischen sie die teams. schade, ich hätte es gerne erlebt, wie die männer nach und nach sich selbst mit ihren doofe spielchen rausgekickt hätten. aber die chance haben sie ja auch in gemischten teams.

endlich mal ne "show" für unsereins. was mich stört ist diese sensationsmusik und die merkwürdigen schnitte. immer dann, wenn ich gerne mehr infos hätte, wenn ich gerne verstehen würde, was die oder den einzelne/n zu bestimmten handlungen, aussagen oder einsichten bringt, wird es weggeschnitten. damit erscheint der "big boss" (dicke im fernsehen auf vormarsch) willkürlich und autoritär. mein anspruch ist wohl zu viel verlangt für so nen sender. trotzdem, unterhaltsam, nicht uninteressant. kurz: gar nicht so schlecht.

obwohl ich mich derzeit von so etwas weit weg fühle und die ganze zeit dachte, dass ich mich derzeit wirklich wenig für das thema organisationsberatung interessiere, fesselt mich die sendung doch. vielleicht, weil ich nicht als beraterin gefragt bin, sondern kichernd auf dem sofa die beknackten jungsspiele anschauen kann.

erwachsen

sex and the city wird erwachsen. samantha hat krebs und carrie denkt über ein kind nach. ich hätte fast geweint. ging aber schlecht, denn ich saß in einer kneipe voller junger leute. skurrilerweise saßen bei mir am tisch zwei männer, die investmentzeugs besprachen. sie lachten immer an stellen, wo worte wie "blow job" fiel. ich glaube, ich bin gerade wieder etwas nah am wasser gebaut.

räder und männer

vielleicht ist es mit den männern ähnlich wie mit den fahrrädern. bisher hatte ich noch nie wirklich längere beziehungen mit fahrrädern. früher wollte ich immer kleine rolls royce-räder haben. am liebsten stellte ich sie mir selbst zusammen, wählte den passenden lenker und achtete auf so kleine details wie die zusammenstellung des zahlenkranzes. es fuhr sich ganz gut. aber es klaute sich auch ebenso gut. sieben fahrräder wurden mir in den vergangenen 20 jahren geklaut und zwei gewaltsam zerstört.

als ich in vietnam war sah ich, wie die jungen schönen vietnamesinnen hochherrschaftlich auf hollandrädern fuhren. die haare und die rockschöße wehten im wind, sie saßen aufrecht und hatten alles im blick. und das zu einer zeit, in der bei uns diese mountainbikes in waren, auf denen jeder wie ein affe saß. zurück in deutschland kaufte ich mir ein wundervolles hollandrad. allerdings natürlich eines mit allerlei technischem schnickschnack. supergute gangschaltung und extra dicke reifen für das berliner kopfsteinpflaster. es störte mich nicht, dass ich das rad ein wenig hässlich fand. die farben lagen mir nicht. es waren die gleichen farben wie meine schultüte, die mir mein verhältnis zur schule versaut hatten - aber das ist eine andere geschichte. als mir dieses wunderbare fahrrad geklaut wurde, habe ich sehr geweint. ich fand es so ungerecht. sollten sie doch mercedessterne abknicken und autos klauen. wie kann man nur armen leuten ihr fahrrad klauen!

zwei meiner fahrräder wurden zertreten. anscheinend macht es betrunkenen jungsgruppen spaß, fahrräder zu zertreten. auch hier mein unverständnis. macht es nicht auch spass autspiegel abzuknicken? muß es mein fahrrad sein? es ist sehr traurig, ein zusammengetretenes fahrrad zu sehen.

nachdem mein "vietnamesisches" rad geklaut war, habe ich mir eine gebrauchte rübe gekauft. ich hatte immer das gefühl überhaupt nicht mit ihr vorwärts zu kommen. klar,sie fuhr irgendwie, aber kleinste erfolge waren mit immensem kraftaufwand verbunden. dieses rad hasste ich so, dass ich sehr selten mit ihm gefahren bin. ich liess es immer unangeschlossen draußen herumstehen - gerne auch an bahnhöfen - aber das verflixte ding war sehr anhänglich. ich wurde es erst los, als ich es wie ein hund in den ferien an der autobahn anband, mich umdrehte und wegging. es war keine autobahn, sondern ein berliner hinterhof.

jetzt habe ich ein ganz mittelmäßiges rad. von weitem ähnelt es meinem vietnamesischen liebling, außer dass es schwarz ist. es ist von einem freizeit-discounter und diverse brüder und schwestern fahren hier in der gegend herum. es hat eine mittelmäßige gangschaltung, ist mittelmäßig schwer und mittelmäßig bequem. es ist nützlich. ich mag es, aber ich liebe es nicht. es ist mir auch zu gefährlich, eine tiefere beziehung mit einem fahrrad aufzubauen. ich könnte ja wieder verletzt werden.

in den ersten drei jahren habe ich es immer in den vierten stock getragen, damit es nicht nass oder geklaut wird. seit einem jahr mache ich es nicht mehr. ich habe mich damit abgefunden, dass fahrräder und ich nur lebensabschnittspartner sind. obwohl ich in einer kneipengegend wohne, in der nachts oft auf der straße randaliert wird, steht es draußen. wir kommen gut zusammen klar. es fährt einigermaßen gut. vor zwei wochen habe ich entdeckt, dass ich keine fünf-gang-schaltung habe, sondern sogar sieben gänge. man muß sich nur aufeinander einlassen, dann gibt es immer wieder neues zu entdecken.

es ist mit zwei billigen schlössern angeschlossen und steht treu und brav immer am selben platz. weil ich es schon gerne hätte, dass es mir weiter zur verfügung steht, habe ich seit einem jahr noch ein spirituelles schloss. ich habe die da oben gebeten, auf mein rad aufzupassen. erstaunlicherweise ist es immer noch bei mir. vielleicht passt dieses mittelmäßige fahrrad ganz gut zu mir und vielleicht halten anspruchslose beziehungen doch ein leben lang. aber vielleicht ist alles auch ganz anders

Montag, November 01, 2004

schade

gestern in der u-bahn unterhielten sich zwei finninnen lautstark und ich verstand kaum ein wort mehr. wie schade, dass sprachen und sport keine dauerhaften effekte haben.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen