Montag, Oktober 25, 2004

noch nichts dazu gelernt

als ich in der zweiten klasse war, war ich eine ziemliche heulsuse. man sagte mir, dass ich damit aufhören sollte, weil meine mutter krank sei und da wäre ja auch noch der kleine bruder. als großes mädchen sollte ich doch nicht so zur last fallen. ich versuchte damit aufzuhören und heulte nicht mehr. aber das problem konnte ich nicht ganz beseitigen. immer, wenn ich etwas nicht konnte und es mir wahrnsinnig schwer fiel, etwas zu lernen, war ich frustriert. aber seit der zweiten klasse, schlucke ich die tränen herunter und ziehe mich in den hintesten winkel der welt zurück.

auf dem chorwochenende probten wir ein lied, dass mir einfach nicht liegt. auch wenn mir sonst, alles was mit musik zu tun hat leicht fällt. dieses lied ist mein feind. in dem moment, wo ich merkte, dass ich es so nicht lernen, zog ich mich zurück. ich hatte keine kraft mehr, nach anderen lösungen zu suchen. ich zog mich scheinbar beleidigt aber sehr traurig zurück. nach dem spiel ist vor dem spiel. statt nach der probe und vor der nächsten probe es für mich alleine zu üben, verdrängte ich das problem. am nächsten tag wieder der gleiche frust. ich konnte es, trotz versuch und guten willens, einfach nicht. die tränen juckten im hals. ich zog mich zurück. das selbe am übernächsten tag, ich musste den raum verlassen. traurig und wütend auf mich selbst. mittlerweile bin ich innerlich so gesperrt, dass ich es wahrscheinlich gar nicht mehr lernen kann. wieso reagiere ich immer noch wie ein achtjähriges mädchen? wieso hänge ich die latte so hoch und scheitere an meinem ehrgeiz? warum ist das verdammt noch mal so wichtig?

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen