Donnerstag, September 30, 2004

so so

es ist nicht so schön, dass bratkartoffeln so lange brauchen und zwischendurch schon so unglaublich lecker riechen. es ist auch nicht schön, dass die wohnung hinterher noch ewig so riecht. aber es ist schön, während des wartens auf die bratkartoffeln, frau fragmentes blog zu lesen. schön ist auch, nebenher "udo" zu schauen. wußten sie, dass ich keinen anderen mann lieben kann als udo jürgens? und wußten sie, dass ich 17 platten von udo habe? schön war auch, als ich mit markus s. in der gelben küche "am friedrichshain" immer "buenos dias argentinia" gesungen habe. immer abwechselnd, mal war er udo und ich die nationalmannschaft oder umgekehrt.

nicht normal

alle freundinnen, mit denen ich über längere jahre befreundet war oder bin, haben mittlerweile kinder. zur zeit vergeht kaum ein tag, an dem ich nicht eine geburtsanzeige oder pre-oder postnatale babygeschichtn erzählt bekomme. immer wieder suche ich mir frauen, die genauso singelig, beruflich engagiert, großstädtisch leben wie ich. aber früher oder später erwischt sie es auch. nur mich nicht. seltsam.

versetzt-gefühl

heute ist der tag an dem alle termine ausfallen. morgens um 11 hätte ich einen geschäftstermin mit partnern und einem projekt, dass mich beseelt hätte, gehabt. leider ausgefallen. es war nicht der richtige zeitpunkt. ommmm. man darf potentielle kunden nicht zwingen. mittags hätte ich eine freundin auf geschäftsreise in hamburg treffen sollen, die ich monatelang nicht gesehen hatte. ich freute mich, ihr ein wunderschönes café zu zeigen, sie wiederzusehen und mit ihr zu plaudern. aber leider geht das geschäft vor. heute abend, sollte der startschuss meines 8er-gesangs-ensembles sein. aufgrund der unklarheit, wann die beerdigung stattfinden sollte, sagte ich ab. jetzt findet der termin nächste woche statt.leider bin ich nächsten woche auch nicht da.

was hat das alles zu bedeuten? ich fühle mich einsam und versetzt. die tränen stehen im hals. die sonne scheint. vielleicht ist das ein zeichen? vielleicht sollte ich mal wieder einfach so unter leute? ich bräuchte ja noch ein paar hohe schwarze schuhe, mit denen man einen ganzen tag auf der messe rumlaufen und abends tanzen kann. wahrscheinlich ist es unmöglich, solche schuhe zu finden, aber es wäre ein anlass, mal ganz ohne termindruck durch die stadt zu schlendern.

Dienstag, September 28, 2004

ein kind mit vierzig

mein frauenarzt erzählte mir letzte woche, dass er auch ein buch geschrieben hätte: ein kind mit 40. ich hatte ihn falsch verstanden, dachte an männer, die nicht erwachsen werden wollen. was ein spannendes thema.

jetzt frage ich mich, ob ich nicht zielgruppe für das buch bin. ein scheiß alter ist das!

lähmung

tage, die schon mit migräne beginnen gehören nicht zu meinen liebsten. gestern hatte ich wenigstens nen grund nach den drei verschiedenen alkoholika und dem halben päckchen zigarillos sonntag-abend. da fühlt es sich gut an, sich schlecht zu fühlen. aber heute? ich habe ausreichend geschlafen und gestern schön gesungen. was soll dieses taube gefühl auf meiner rechten augenbraue, das mein auge fast zudrückt?

auch marie kündigt, um nachzudenken. wie so viele freunde von mir. es ist zur zeit wirklich auffällig, wieviel gute, an sich leistungsfähige leute einfach aussteigen. weil sie sich nicht in sinnlosen systemen verheizen lassen wollen. meine lebenssituation ist zur zeit eigentlich auch nichts anderes, nur dass sie als selbständige permanent ähnlich ist und deswegen in den krassen krisen nicht mit so einem symbolischen schritt verbunden ist. sind das normale midlife-krisen (mit mitte 30 oder mitte 20 ??) oder ist irgendetwas mit unserer gesellschaft los, die es uns nicht gerade leicht macht?

Sonntag, September 26, 2004

zwei gefühle

meine oma ist vorhin gestorben. es fühlt sich noch nicht an. ein bißchen erleichterung. noch keine trauer.
unglücklich verliebt. geirrt. verirrt. entliebt. fühlt sich scheiße an.

S-eltsam

zur zeit mache ich fast ausschließlich dinge mit "S". ich Singe mit großer leidenschaft. gestern als quartett auf einer hochzeit. singen ist das, womit ich mich zur zeit am allerbesten entspannen kann. ich Schreibe zur zeit unglaublich viele seiten pro tag und das an zwei projekten. es fliesst. schön. naja und mit Sex beschäftige ich mich zur zeit gedanklich auch weit mehr, als es für die jahreszeit normal wäre. außerdem S schlafe ich derzeit unheimlich viel. komme abends nicht ins bett und morgens nicht mehr raus. vielleicht sollte ich noch Suppe hinzufügen, damit ich nicht verhunger. wo es jetzt doch wieder so schöne kürbisse gibt.

Samstag, September 25, 2004

heizen

ich werde alt. noch niemals habe ich im september geheizt. gestern bin ich schwach geworden und habe die blöden nachtspeicheröfen angeschmissen.

in meiner familie gibts es eine frosttradition. zieh dir einen pullover an, wenn du frierst. man muß im winter nicht im t-shirt herumlaufen, hieß es in meiner familie. meine eltern schlafen im kühlschrank, weil es gesund ist. ist kann mir allerdings nicht vorstellen, dass es für die libido gesund ist. macht aber nichts, ich bin ja schon auf der welt.

lange jahre wohnte ich in berlin mit kohlen. es gab zwei problem. das erste problem war, dass ich im 3. stock wohnte und die kohlen im keller. wir fanden selten zusammen. man konnte auch nur tagsüber in den keller gehen, weil es so gruselig war. das führt schon zum zweiten problem. mit kohlenheizen ist schon schön, irgendwie archaisch. aber wenn man es nicht plant, ist im wahrsten sinne der ofen aus. dann dauerts bis es wieder warm ist. und immer wenn man gerade friert, ist es abends und der weg in den kohlekeller ist gruselig. man kommt mit grauen haaren zurück, weil überall spinnweben drin sind. dann muß man duschen. das ist in der kälte auch nicht schön. und an nassen haaren ist immerhin meine großtante gestorben. wenns dann warm geworden ist, möchte man schlafen, was ja auch im warmen nicht so gut geht. gar nicht so einfach.

in hamburg ist es mit den fiesen nachtspeichern auch nicht besser. auch hier muß man doof planen. gestern saß ich hier mit zwei pullovern, zwei paar socken und nem fiesen kratzen im hals. heute ist es zu warm und ich trage t-shirt. ich versuche nicht an da asbest zu denken, werde aber daran erinnert, weil der ofen vor sich hinstinkt. in den nächsten tagen, muß erst mal der gesamt sommerstaub verbrannt werden. da müssen wir durch, die öfen und ich. ich glaube, ich schalte sie morgen wieder aus und kaufe neue teesorten. dann verbringe ich zwar die hälfte der tage aufm klo, wo es natürlich im wahrsten sinne des wortes arschkalt ist, weil das bad gar nicht geheizt wird, aber es ist bestimmt gesund.

ein frohes wochenende wünsche ich.

Sonntag, September 19, 2004

be-enden

eben war sah ich im kino einen dokumentarfilm über elisabeth kübler-ross. am meisten berührte mich die szene, als sie einer gelähmten, sterbenden frau, die nicht mehr sprechen konnte, die augen dafür öffnete, dass auch ihr jetztiger zustand einen sinn hat: dass alle beteiligten, ihre kinder und sie, etwas lernen könne, in dem sie ihnen die chance gibt auch sie einmal zu bemuttern.

in workshops, in denen es um die angst vor dem tod ging, brachte sie den teilnehmenden die freude am leben bei. in dem sie ihnen zeigte, dass es sinn macht "offene enden" zu schließen, nahm sie ihnen die last von den schultern. denn wenn man dies erst in den letzten stunden kapiert, ist vieles nicht mehr zu erledigen. kein ganz neuer gedanke für mich - therapie ist nicht viel anders. eine freundin sagte in einem konfliktgespräch ähnliches vergangene woche zu mir. trotzdem muß ich manche dinge oft, sehr oft, lesen und hören, bis ich sie an mich wirklich heranlasse. für mich, immer noch sehr konfliktscheue frau, eine wichtige erkenntnis.

Mittwoch, September 15, 2004

gelähmt

ich kenne mich zur zeit gar nicht. ich bin gar nicht ich. die gängigen schubladen funktionieren nicht. das, was ich zur zeit fühle ist nicht mit "depressiv" zu labeln. obwohl es ähnlich ist. ich fühle mich wie gelähmt. manchmal zittern mir sogar arme oder beine ohne jeden grund. ich habe keine kraft und keine lust. meine wangen sind nicht mehr so hart. ich bin selten geschminkt, damit das weinen nicht so in den augen brennt. ich kann mich für kaum etwas begeistern. und wenn, dann hält die begeisterung nur ein paar minuten an. zu kurz, um es aufzuschreiben oder sinnvoll zu verwerten. früher hätte mich ein artikel wie dieser (via jeremin)ganz kribbelig gemacht. jahrelang fühlte ich mich wie betankt, wenn ich von leuten las, die arbeit mit sinn machten. heute lese ich es, sage "aha" und klicke weiter.

es ist ja nicht so, dass ich so was ähnliches nicht schon mal erlebt hätte. genauer gesagt waren die letzten male 1996 als ich meine doktorarbeit schmiss, 1999 kurz bevor ich nach hamburg zog, 2001 nach zwei firmenpleiten, die ich als angestellte erlebte. muß das so häufig sein? unter effizienzgesichtspunkten würde ich bei einem rückblick möglicherweise netto nicht auf glückliche jahre kommen. gut, es fühlt sich anders an, ich rede es mir mit "um daraus zu lernen" schön. aber es macht mich schwach, mich so schwach zu erleben.

Dienstag, September 14, 2004

es gibt viel zu tun

"Ich weiß jetzt, wie man Prioritätenlisten aufbaut, und kann zwei, drei Dinge parallel abarbeiten"
Jürgen Klinsmann, Bundestrainer, über seine Erfahrungen als Geschäftsmann im Fußballmarketing.(ZEIT)

wie schön, dass es beratungsbedarf zum thema projektmanagement gibt. da juckts mich in den fingern.

Sonntag, September 12, 2004

verfügung

ich mache mir gedanken über das sterben. alle abwägungen diesbezüglich werden daran gemessen, was der "mutmaßliche wille" der/des sterbenden ist. tja. bisher habe ich mir zu wenig gedanken, über meinen mutmaßlichen willen zu solchen fragen gemacht - wohlwissend, dass die theorie ganz schön ist und sich die praxis ganz anders anfühlt. mit großem interesse lese ich den fragenbogen zur erstellung einer patientenverfügung und denke darüber nach. seit jahren, habe ich immer wieder einen organspendeausweis, den ich entsorge, wenn er zu schmuddelig wird. zur zeit wieder keinen. wieso bin ich so nachlässig mit so etwas? eine verfügung wird meist ergänzt durch eine vollmacht. wen soll ich denn bevollmächtigen? eine interessante frage für singles.

ich bin irritiert, wie wenig manche gespräche nützen. klar, ich wußte schon länger, dass man bei den existenziellen fragestellungen alleine ist. aber mein rosa-munde-pilcher-bild von beziehungen wird zur zeit wieder einmal ziemlich beeinträchtigt.

heute nacht träumte ich: sie stand vom bett auf und ging mit wehendem nachthemd durchs zimmer. dann wurde sie immer durchsichtiger...

Freitag, September 10, 2004

der tag am meer

oder qualen mit quallen.



wann und wie entsteht eigentlich ekel? kinder spielen zum teil ganz unbefangen mit diesen an sich ganz possierlichen tierchen. meine freundin m. erschreckten sie ganz fürchterlich. ich kann mich noch gut an ein konzert von georgette dee erinnern, als sie vom quallenweitwurf erzählte.

später in einem kiosk kaufte ich eine postkarte. es gab dort auch diese wunderbaren haribosachen einzeln zu kaufen. nach wie vor liebe ich es "eins von diesen und drei von denen da....". ich fragte die verkäuferin nach haribo-quallen. sie versprach mir beim nächsten einkauf darauf zu achten, zuckte aber die achseln in ms. richtung.

aber es war schön an der ostsee. wir waren sogar schwimmen. soviel, wie uns die quallen ließen. ich war schon lange nicht mehr in travemünde und vermisste stundenlang die großen schiffe, die einem quasi fast über die füße fahren. nachmittags kamen sie aber und ich war glücklich.



vor vielen jahren, machte ich mal eine kleine radtour alleine durch dänemark. von travemünde aus fuhr ich mit der fähre. ich wurde mit meinem rad zwischen die LKWs gefunden und panikte später, weil ich es nicht mehr fand. dänemark besänftige mich aber dann. es gab beeren am straßenrand zu kaufen, in dem man das geld in zigarrenkisten legte. das war schön. außerdem war ich damals in einen lübecker verliebt. das war auch schön. es war 1985 und ich war süße siebzehn.

Donnerstag, September 09, 2004

lebenszeichen

warum ich gerade nix schreibe. nun ein argument ist, dass ich viel unterwegs bin. letzte woche frankfurt, berlin und morgen mal ein tag an der see. aber das zählt nicht. ich kann nicht schreiben, weil ich zu konfus, zu kaputt und oft zu müde bin. mal zu voll mal zu leer. das bier schmeckt mir zur zeit gar nicht mehr so doll und nach 8 jahren internet, fange ich an, nicht mehr jede mail zu beantworten. bin ich krank? es passieren so große dinge bzw. ich mache mir so umständliche gedanken, dass oft die worte, die ich dafür versuche so klein und sinnlos aussehen. außerdem geht auch manches niemand was an. ich exhibitionistin entdecke doch tatsächlich im alter das private. aber keine sorge, liebe leserInnen, es geht mir nicht schlecht. es geht mir zwar auch nicht gut, aber dafür habe ich das gefühl, dass danach ne gute phase kommen könnte. das ist doch auch was.

wer hat meinen sennet? irgendjemand habe ich den "flexiblen menschen" geliehen. ich vermisse ihn nicht nur, ich brauche ihn. vielleicht einer/einem blogleser/in? warum verleihe ich auch immer die guten bücher?! ich könnte doch die verleihverschenken, die ich nicht mag, vielleicht mag sie ja jemand anders....

achja, ich lese gerade "fabian" von erich kästner. ein deja vu! und wohin kommen die accents?

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen