Donnerstag, August 12, 2004

harte wangen

mein gesicht tut weh. die gesichtsmuskeln sind verspannt. das weinen gelingt mir nicht. nur ein bißchen. ich bin nicht traurig. ich bin schockiert. ich bin hilflos. was fühle ich eigentlich gerade? eben habe ich die nachricht bekommen, dass meine 94jährige oma wieder einen schlaganfall hatte und auf der intensivstation ist. mein kopf sagt "lass sie doch gehen! woran sollen menschen denn sterben?" meine theoretische spiritualität meint, ich solle ein loslass-ritual machen, mit ihr gedanklich kontakt aufnehmen und ihr sagen, dass sie ruhig gehen kann. aber so weit bin ich noch nicht. die rituale erscheinen mir sinnvoll aber ich lebe sie nicht. auch wenn es vielleicht helfen würde. gleichzeitig die sorge um meine mutter, die als einzige ins krankenhaus geht. nicht nur, weil ihr bruder, mein bruder und ich hunderte von kilometern entfernt sind. und gleichzeitig auch die sorge um mich, die ich nicht weinen kann. was soll ich nur tun? warum will ich immer sofort tun, statt den gefühlen nach zuspüren, um sie endlich zu fühlen? ich kann irgendwie nicht anders. aber meine wangen tun weh.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen