Dienstag, August 24, 2004

schon schön



zwar nicht sooo schön aber schön viel und damit schon schön.

auch schön:
einen alter satz von einer "alten" freundin heute mal wieder gehört:

"we are still confused but on a higher level"

beseelt

endlich wieder chor. ich hatte mich total auf die chorprobe gefreut. und wurde nicht enttäuscht. obwohl ich erkältet bin, hat mir das singen gut getan. es ist unglaublich, wie sehr mir das singen gut tut. und es ist unglaublich, wie sehr mich unser reizender chorleiter inspiriert. ich hatte ja schon einige gesangslehrerInnen aber bei ihm habe ich das gefühl, dass er genau der richtige ist. dass ich etwas von ihm lernen kann, dass ich ungelenkt nur mit "ungehemmtheit" umschreiben kann. er holt aus mir dinge heraus, die ich alleine nicht schaffen würde. schön. aber mir gefällt auch die anerkennung. das gefühl, etwas zu können. besser zu können als andere. das tut mir eben so gut, wie die leute, die ich jeden montag treffe und die einfach dadurch dass sie da sind, meine einsamkeit lindern. ein schöner abend!

Sonntag, August 22, 2004

willkommen

mein patenkind ist da. gestern. willkommen charlotte. wie schön. ich bin schon sehr gespannt, dich kennenzulernen.

vorhin war ich sehr beseelt, als ich für den chor übte. musik hat so etwas magisches. ich kann gar nicht verstehen, wie andere genervt sind, wenn sie üben müssen. klar, ich bin auch nicht immer fleissig. aber wenn ich mich dann darauf einlasse und übe, dann richtig. dann vergesse ich die welt um mich und freue mich, wie das stück und ich immer mehr verschmelzen.

dann eine mail, die mich in die wirklichkeit zurück holte. mich belastet unfrieden und ich bin so schlecht im streiten und klären, wenn es um mich geht. jedesmal fühle ich mich existenziell bedroht. es macht mir angst. ich habe wieder harte wangen und wieder diese quälende migräne. wann werde ich es endlich lernen? dieses mal werde ich mir zeit nehmen und hilfe dazu holen. vielleicht ist das der schritt, den ich brauche, um richtig zu leben? willkommen im leben?

aber jetzt werde ich, um ruhe für den abend zu finden, mich wieder der musik zuwenden. wie schön, dass es so etwas gibt. und lächeln, wenn ich an charlotte denke. ich bin so aufgeregt! das leben ist wirklich aufregend!

Freitag, August 20, 2004

wieder da

ich war in frankfurt. danke der nachfrage und danke für die zwei kleinen schubse!

und es war gut so. weniger für mich. ich durfte feststellen, dass ich in meinem gedankenkontakt so gut war, dass ich vieles geklärt hatte. deswegen war ich relativ ruhig, im angesicht der tatsachen. aber ich gestehe: mehr als 15 minuten habe ich es jeweils am krankenbett nicht ausgehalten. ein freund sagte vor vielen jahren zu mir, auf die frage, wie oft ich denn eine todkranke freundin besuchen "müsste": soviel, wie es für dich gut ist. damals traf ich diese freundin als sie gesund war ca. 2x im monat - genauso oft besuchte ich sie im krankenhaus bis zu ihrem tod. meine oma hatte ich zwar meist länger besucht. aber 15 minuten waren so lange, wie es für mich gut war.

ich weiß, dass es für mich leichter ist, weil ich viele hundert kilometer entfernt bin und genug um die ohren habe, um nicht dauernd daran zu denken. eine erkenntnis in ffm war, dass ein partner vielleicht nett wäre, um in derart gefühlsbelasteten situationen die hand zu halten - dass es aber auch ohne partner leichter sein kann, weil man die eigene meinung, die man sich mühsam zu dem thema gebildet hat, nicht ständig wieder in frage stellen muß.

was ich auch lernte: sterben ist arbeit. und egal wie gut man vorbereitet ist. es ist jedes mal neu.

Montag, August 16, 2004

auf leben und tod

bei den essentiellen fragen des lebens ist man immer alleine. das fühlte ich zum ersten mal und am schmerzhaftesten beim letzten besuch im krankenhaus meiner sterbenden freundin elke. 1992 niemand kann einer helfen, wenn sie mit dem thema tod konfrontiert wird. ich weiß. und trotzdem wünsche ich mir, habe ich die illusion, dass es doch anders sein könnte. das irgendwann es auch für mich die große liebe gibt, die in solchen momenten meine hand hält und intuitiv das richtige tut. oder das man sich in der familie hilft, statt sich zusätzlich steine in den weg zu legen. nicht, weil man das wirklich will. sondern weil jeder für sich alleine ist. weil jeder für sich so beschissen alleine und hilflos ist.

ich weiß nicht was ich tun soll. dabei bin ich doch sonst so gut im tun. und so schlecht im weinen. ich weiß nicht, ob ich nach frankfurt fahren soll. es ist irgendwie so theatralisch. in den letzten jahren, war jeder abschied von meiner oma für mich ein möglicher abschied für immer. ich war vor 3 wochen dort. wieso sollte ich jetzt fahren. die akute situation ist sowieso vorbei. aber niemand weiß, wie es weitergeht, niemand weiß, was das richtige ist und niemand kann wissen, was für mich das richtige ist.

ich kämpfe mit mir, weil verdrängen nicht funktioniert. so wenig, wie ich die letzten tage gearbeitet habe, hätte ich auch fahren können. aber ich fühlte mich nicht willkommen. hatte das gefühl, eine zusätzlich belastung für meine eltern zu sein. also hielt ich mich zurück. und zog mich zurück. wie üblich. wenns hart ist, ist man nun mal alleine. den tränen half es auch nicht zu fließen. ich bin nicht traurig, weil ein alter mensch möglicherweise auf der schwelle des todes steht. ich bin traurig darüber, alleine zu sein. und traurig darüber, keine lösung zu haben und mich mit verdrängung davon abzuhalten, nach meiner persönlichen lösung zu suchen. vielleicht ist das gar nichts besonderes. aber muß das so sein?

es fällt mir beschissen schwer, schwäche zuzulassen. hilfe zu suchen. gemeinsamkeit in der schwäche auch nur in erwägung zu ziehen. aber das kenne ich ja gut aus meiner familie. die verstopfte nase, die harten wangen, die sublimierten gelüste. früher, wäre ich wenigstens zu einer freundin gegangen. heute mache ich noch nicht mal mehr das. verdammt, soll ich fahren? jedeR würde "ja" sagen - und warum fahre ich nicht? wovor habe ich angst? vor meiner familie? vor noch nicht geweinten tränen.

Sonntag, August 15, 2004

fleischliche gelüste

ich habe total lust auf sex. dabei ist mir schon klar, dass es nicht nett wäre, jemandem meine zunge in den hals zu stecken, damit er morgen dann auch meinen husten hat. woran erkennt man, ob eine erkältung anstecken ist?

außerdem weiß ich, dass es ein rein hormonelles problem ist. zweimal im monat ist das einfach so. in dem wundervollen film "down with love", den ich gestern nochmal sah und noch mal sehr genoß, wird ja in solchen fällen schokolade empfohlen. die sehnsucht nach männern wird als rein hormonelles phänomen verstanden, schokolade setzt die gleichen wirkstoffe im hirn frei und frauen können sich endlich auf ihre karriere konzentrieren und machen was sie wollen. sex wird dann nur noch "á la carte" genossen, wenn frau gerade keine lust auf schokolade hat.

ich habe gerade keine lust auf schokolade sondern auf gebratenes fleisch. da ich dieses gelüstet anders als sex nicht zweimal im monat sondern nur zweimal im jahr habe, weiß ich nicht, wo ich sonntags gebratenes fleisch bekommen kann und habe einen verehrer gesms, der sich empörender weise nicht meldet. schlimm. dabei wohne ich über einem döner! dönerläden sind ja auch sexkiller. will ich, was ich mir natürlich längst abgewöhnt habe, mal einen mann mit nach hause nehmen, muß ich ihn immer ganz schnell an dem döner vorbeiknutschen, damit ich hinterher nicht einen mann habe, der nach döner riecht.

aber nicht nur deshalb, war es toll und gleichzeitig merkwürdig, den film noch mal zu sehen. im januar bin ich absolut noch nicht davon ausgegangen, dass es wirklich parallelen gibt. mir fehlt nur noch das rosa dekorierte schaufenster und der leckere journalist. die wundervollen kostüme, das appartement mit dem rosa telefon und den puschel-high-heels-hausschläppchen würde ich natürlich auch nehmen! aber jetzt hätte ich gerne erstmal sex oder ne bratwurst. doof, dass heute kein grillwetter ist! vielleicht sollte ich doch zur abwechslung mal einen döner essen, obwohl ich keine döner mag und der verehrer sich ja noch melden könnte. vielleicht würde ich ja dann befriedigt heute abend etwas schreiben können! down with sex!

Donnerstag, August 12, 2004

harte wangen

mein gesicht tut weh. die gesichtsmuskeln sind verspannt. das weinen gelingt mir nicht. nur ein bißchen. ich bin nicht traurig. ich bin schockiert. ich bin hilflos. was fühle ich eigentlich gerade? eben habe ich die nachricht bekommen, dass meine 94jährige oma wieder einen schlaganfall hatte und auf der intensivstation ist. mein kopf sagt "lass sie doch gehen! woran sollen menschen denn sterben?" meine theoretische spiritualität meint, ich solle ein loslass-ritual machen, mit ihr gedanklich kontakt aufnehmen und ihr sagen, dass sie ruhig gehen kann. aber so weit bin ich noch nicht. die rituale erscheinen mir sinnvoll aber ich lebe sie nicht. auch wenn es vielleicht helfen würde. gleichzeitig die sorge um meine mutter, die als einzige ins krankenhaus geht. nicht nur, weil ihr bruder, mein bruder und ich hunderte von kilometern entfernt sind. und gleichzeitig auch die sorge um mich, die ich nicht weinen kann. was soll ich nur tun? warum will ich immer sofort tun, statt den gefühlen nach zuspüren, um sie endlich zu fühlen? ich kann irgendwie nicht anders. aber meine wangen tun weh.

Donnerstag, August 05, 2004

arme wie madonna

jetzt hat mir schon die zweite freundin erzählt, dass sie alles dafür tut, oberarme wie madonna zu bekommen. und ich bin immer noch perplex. bei madonna und konsorten finde ich es nicht schön und als ich es bei freundin nr. 2 anfassen durfte, fand ich es auch nicht so schön anzufassen. ich bin verwundert.

natürlich fragte ich sie "warum". die antwort lautete, dass sie gerne eine starke ausstrahlung hätte. meine verwunderung potenzierte sich. "wieso denn das?" wir landeten bei den körpersehnsüchten. ich rückte damit heraus, dass ich seit jahren von diesen entzückdenen schlüsselbeinlöchern träume und mich eigentlich schon damit abgefunden habe, diese niemals mein eigen nennen zu können. nun ein entsetzter blick meiner freundin. "wozu willst du denn solche löcher?". ja, wieso eigentlich, fragte ich mich. und als ich verstand und aussprach, dass ich damit so wundervoll grazil, weiblich und schwach aussehen würde, stellten wir fest, wie unterschiedlich frauen doch sein können.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen