Samstag, Juli 03, 2004

rosinenbrötchen

bisher habe ich dieses phänomen nur in hamburg beobachtet. ich frage mich, ob es es noch woanders gibt oder ob die hamburger eine ganz spezielle merkwürdige frühkindliche prägung haben. betrete ich eine bäckerei, um ein rosinenbrötchen zu kaufen, spielt sich meist folgender dialog ab:

"guten tag, ich hätte gerne ein rosinenbrötchen"
"mit oder ohne rosinen?"

am anfang schaute ich noch irritiert. mittlerweile muß ich mich sehr zusammenreißen, um keine wutanfälle zu bekommen, übelst rumzuschimpfen und den ganzen laden zu verwüsten. hatte ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt? wenn ich ein milchbrötchen will, dann sage ich das doch und wenn ich nicht weiß, das das ding milchbrötchen heißt, dann ordere ich doch ein "rosinnenbrötchen ohne rosinen". gibt es in hamburg keine bezeichnung für milchbrötchen? haben die hamburger allesamt eine rosinenallergie, die ihnen das hirn wegpustet, so dass sie ausversehen, rosinenbrötchen essen und dann sterben und die bäckerereiverkäuferinnen sind strengstens angewiesen, die hamburger vor rosinenbrötchen zu schützen? wieso hängen dann keine warnschilder in bäckereien? wieso gibt es überhaupt rosinenbrötchen in hamburg? das tolle ist, es gibt den dialog auch noch in variationen.

"guten tag, ich hätte gerne ein rosinenbrötchen"
"ein rosinenbrötchen oder ein kluten?"
irritierter blick meinerseits mit frage "was ist denn ein kluten?"
"das ist eine art rosinenbrötchen mit orrangatst und zitronatstückchen drin."

ich hasse orangat und zitronat, deswegen esse ich auch ungern stollen und möchte eigentlich nur in ruhe ein rosinenbrötchen kaufen. nach vier jahren, bin ich in hamburg immer noch nicht heimisch. die rosinenbrötchensache könnte irgendwann der berühmte tropfen sein, der mich umziehen lässt.

Keine Kommentare:

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen