Sonntag, Juli 11, 2004

freunde

nachdem ich mich in den letzten wochen sehr einsam fühlte, habe ich nun eine woche geredet. eine woche lang, habe ich mich insgesamt mit 5 verschiedenen freundinnen und freunden unterhalten – jetzt freue ich mich auf mein zuhause, mein bett und meine stille wohnung, aber es war toll. jeder dieser freunde hat mir eine erkenntnis als geschenk mitgegegen

1.wenn du lust auf schreiben hast, dann mach es doch, sagte a. du kannst schreiben, du weißt so vieles, du hast so viele talente, es macht spass, deine texte zu lesen. dann schreib doch.

2. sei königlich und arbeite nicht für umsonst, sagten s und d.. klar, klingt es wie eine tolle chance, aber wieso wollen sie dir dafür kein geld zahlen. was denken die denn von dir, wenn du nichts verlangst? was denkst du von dir, wenn du es machst, obwohl du lieber geld dafür gehabt hättest. verlange geld, weil du es wert bist.

3. du darfst mir die meinung sagen, sagte k, ich finde das sogar gut. dazu sind freunde doch da, dass sie auch mal korrigierend eingreifen. sag mir, wenn dir etwas nicht passt. damit macht man doch eine freundschaft nicht kaputt. gestatte dir, die wut und den ärger zu fühlen und gib deinen gefühlen ausdruck. und zwar sofort und nicht erst tage später.

4. vergiß die alten ziele, sagten k. und a. du machst dir etwas vor, du läufst deinen träumen schon viel zu lange hinterher. es klingt glaubwürdig, weil du es im brustton der überzeugung sagst. aber sieh doch selbst, wie wenig du davon erreicht hast. vielleicht sind das gar nicht die richtigen ziele. folge deiner lust – und damit schließt sich der kreis.

5. auch wenn es sich im moment anfühlt, als würden sie wieder „zurück auf los“ stehen, sie haben eine menge erreicht, sagte frau s. seien sie stolz auf sich. das leben ist zum lernen da. sie sind dabei und sie schaffen es, sich zu ernähren. das ist ne ganze menge. und es ist gut und richtig, sich wieder dazu etwas hilfe zu holen.

eigentlich wusste ich das schon alles. aber depression heißt auch, keinen zugang zu den eigenen gefühlen zu finden. freunde sind wundervoll. sie halten mir einen spiegel vor und waschen mir den kopf, wenn ich spinne. sie nehmen mich an die hand, und begleiten mich ein stück, wenn ich am liebsten stehen bleiben und mich unter der decke verkriechen würde.

mein schönstes „mitbringsel“ aus berlin trage ich aber im herzen. genauer gesagt, trägt es meine freundin i. im bauch. es ist mir nicht leicht gefallen, sie darum zu bitten, denn eigentlich wollte ich immer gefragt werden. nachdem ich aber in der vergangenen woche wiederholt in büchern gelesen hatte, dass frauen häufig ewig wie schneewittchen darauf warten, gefragt zu werden, habe ich es einfach getan. und sie sagte einfach ja. das eine mädchen in ihrem bauch wird mein patenkind. ich freue mich schon darauf, es kennenzulernen und es jahrelang zu verwöhnen.

meine kleine nichte passt zu mir. schon jetzt ihr lieblingshobby: kaffee-trinken-gehen


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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen