Dienstag, Juni 22, 2004

spielregeln

eben las ich in dem buch business games von gail evans, wieso männer auf statussymbole (großes büro, dienstwagen etc.) stehen. ich habe mir aus diesen dingen nie wirklich etwas gemacht - genau wie ich immer dachte, es käme auf die inneren werte an. pustekuchen!

das buch ist wirklich schonunslos. es sagt in kurzform: männer sind anders, frauen auch - aber pech, wir leben, und vor allen dingen wir arbeiten, nun mal in einer männerwelt. also lerne das spiel und spiele nach den regeln, wenn du dort mitspielen willst. jetzt kapiere ich, wieso ich in den letzten monaten so viel wert darauf legte, endlich in ein büro zu ziehen. warum es sich mies anfühlt auf diesem erbärmlichen gebrauchten bürostuhl zu sitzen. was ich bisher tat passte in meine welt - aber ich hatte beschlossen das spiel zu wechseln, dann brauche ich auch die ausrüstung dafür. diese gedanken sind recht einfach zu denken und die zielerreichung ist zwar noch nicht übermorgen aber zumindest in sichtweite.

aber lässt sich dieser gedanke auch auf das private übertragen. gestern sagte ein mann zu mir, dass ich schon seine traumfrau wäre, wenn ich für ihn 20 kg abnehme und zur freizeitsportlerin mutiere. erst war ich traurig, denn er erschien mir als ein überaus adäquater mann. dann wurde ich wütend. was bildet der sich ein, von mir so etwas zu fordern. ich würde nie zu einem mann sagen: hey junge, du siehst klasse aus. mach doch das abitur nach, studiere ein paar jahre etwas geistvolles, damit ich ordentlich mit dir reden kann, dann können wir über eine mögliche beziehung ins gespräch kommen.

es leuchtet mir ein, dass die arbeitswelt von männern gebaut ist. dass das spielfeld und die regeln männlich sind und ich als frau nach diesen regeln spielen muß, wenn ich mitspielen will. wenn ich nicht mitspielen will, mache ich mich selbständig und spiele in meiner kleinen welt nach meinen spielregeln, werde aber nie an großen turnieren teilnehmen. (eine mir fremde männer-sport-sprache aber in meinen worten kann ich es nicht beschreiben). aber kann es sein, dass diese denke auch das privatleben beherrschen? wie kann es sein, dass bei beziehungen auch männliche regeln greifen? und warum unterstützen frauenzeitschriften genau dieses? warum verlangen männer von frauen, dass sie sich ändern und warum versuchen frauen ständig männer zu verändern? ich glaube, das ist der grund, wieso ich single bin - ich habe keine lust, nach anderer leute regeln zu spielen.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen