Mittwoch, Mai 19, 2004

wörter & wirklichkeit

ein interessantes gespräch von montag abend geht mir nicht aus dem kopf. wir saßen nach dem chor noch in der kneipe zusammen. eine ecke des tischs voller mädels, ein mann in einer mitte. der kugelrunde bauch einer schwangeren mitsängerin brachte uns wahrscheinlich auf das thema. es ging um kinderwusch oder auch nicht und um die vereinbarung eines lebens als mutter und berufstätige frau.

manchmal formuliere ich in diskussionen dinge, die die anderen als "wow-meike-hat-sich-dazu-schon-gedanken-gemacht" empfinden, die mich aber selbst verwundern, weil der gedanke sich einem vögelchen gleich auf meiner schulter niedergelassen hatte, in mein hirn wanderte und sich durch meinen mund äußerte. einer dieser gedanken war, dass es uns an begrifflichkeiten fehlt, diese mehrfachrollen von frauen zu benennen. wenn wir wörter dafür hätten, die ganz normal in unserem gesellschaftlichen wortschatz existieren würden, dann wären diese lebenssituationen auch normal, sichtbar, kommunisierbar und diskutierbar.

wie könnte man arbeitende mütter, berufstätige mit kindern schick - und vor allen dingen wertschätzend - nennen? es müsste viel mehr geschichten darüber erzählt werden. (diese) frauen müssten viel sichtbarer in den medien sein, damit sich andere an den rollenmodellen orientieren und an den gedanken gewöhnen könnten. es ist wirklich ein phänomen gesellschaftlicher sprachslosigkeit, dass frauenthemen so wenig raum bekommen. es erinnert mich an die fehlenden schönen wörter für weibliche geschlechtsorgane. und es berührt mich, dass in meinem lieblingsblog der vorspeisenplatte zufällig heute auch frauenthemen besprochen werden.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen