Dienstag, April 27, 2004

animation

gestern im chor habe ich es wieder sehr genossen, mit unseren chorleiter zu singen. es ist schon toll, wenn jemand vor einem steht und versucht immer noch mehr aus uns herauszuholen. ich mache ja schon mein leben lang musik und habe schon in vielen chören gesungen, aber ich habe noch von keinem chorleiter so viel gelernt. dabei ist er nicht wirklich erfahren. wir sind sein erster chor und durften miterleben, wie er das chorleitersein gemeinsam mit uns lernte.

was mich besonders fasziniert, ist seine hemmungslosigkeit, sich vor uns zum affen zu machen. ich sehe keinerlei hemmungen, sich zu zeigen, komische geräusche zu machen oder merkwürdige dinge, mit seinem körper zu tun. auch wenn er uns vorsingt und oft, die tonlage, die er gerade vorsingt rein anatomisch nicht treffen kann, macht er es trotzdem auch wenn es grauenvoll klingt, um uns zu verdeutlichen, wo er hinaus will. er ist über haupt nicht mein beuteschema, aber dieses "hemmungslose sich zeigen" finde ich unheimlich sexy.

ich lasse mich gerne von ihm führen. vertraue mich ihm an, experimentiere mit seinen vorschlägen auch wenn ganz oft ein kleiner mann in meinem ohr sitzt, der sagt, dass genau diese verrenkung oder jene grimasse nun aber wirklich zu albern ist. ich habe noch nie so schnell lieder auswendig gelernt, nur weil ich keinen blick auf ihn verpassen will. ich will nicht aufs papier schauen, sondern sozusagen ihn durch mich durch singen lassen. es ist schon merkwürdig, dass ich das so klasse finde, wo ich doch sonst schwierigkeiten mit autoritäten habe.

wäre es nicht klasse, wenn man auch in anderen lebensbereichen jemanden hätte, der lustvoll höchstleistungen von einem fordert. jemand, der mich schamlos über meine grenzen lockt? eine verführerische idee aber wohl kaum realisierbar. und trotzdem, es beschäftigt mich seit wochen, was ich daraus für meine tätigkeit als trainerin, managerin und beraterin lernen kann.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen