Dienstag, Februar 24, 2004

altern in sekunden

ich war beim poetry slam und fühlte mich uralt. schon, als ich die halbe stunde in der schlange stand und den menschen vor mir und hinter mir bei ihren gesprächen zuhörte, hatte ich den verdacht, dass ich 15 jahre zu alt für dieses event sein könnte. aber bei längerem zuhören stellte sich heraus, dass das, was die jungen frauen hinter mir als "schule" bezeichneten, eine ausbildungsstädte für designer war, die man zu meiner zeit möglicherweise FH genannt hätte. da war ich beruhigt, ich war also nur ca. 10 jahre zu alt. aber schließlich war niemand von denen heute mittag mit einem der moderatoren kaffee trinken gewesen. ich beschloss, dass mir das 9 coolnesspunkte gab. schließlich war ich ja auch da um zu sehen, wie andere auf der bühne vorlesen.

"hast du ein feuerzeug, einen flaschenöffner oder kannst du die flasche mit den zähnen öffnen" fragte mich der junge mann neben mir. er erinnerte mich stark an einen meiner fehlgriffe, der mich zu dem kapitel über psychos für das uschi-prinzip inspirierte. mein psycho damals hatte immer so sehr seine künstlerseele ausleben müssen, dass er anderer leute wände bemalte, wenn wir dort eingeladen waren. meist wurde ich nicht wieder eingeladen. an der frage irritierte mich der zwischenteil mit dem flaschenöffner. das gab es zu meinen zeiten auch nicht. dummerweise stehe ich immer noch auf psychos. der war schon niedlich. aber eher ein pausensnack. er versicherte, dass er jetzt nicht mehr kiffen würde und einen politischen text zum "wahlkrampf" vortragen würde. das mit dem kiffen war nicht schlimm, er hatte was getrunken.

vielleicht hätte ich lieber zuhause bleiben sollen und sexandthecity schauen sollen, wie frauen in meinem alter das normalerweise tun. aber ich habe kein pro7. konsequenterweise sollte ich jetzt fernsehen. immerhin war ich nicht bis zum schluß geblieben, weil meine müden knochen in den hohen schuhen vom stehen schmerzten und mein fernseher geht auch wieder. man muß nur 999 drücken. männer sind schon toll. der vierte den ich fragte wußte es. irgendwo in diesen satz gehört ein komma - ich weiß aber nicht wo. deswegen liebe ich gedankenstriche. wie beendet man so einen text?

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen