Montag, Januar 26, 2004

frauensachen

komisch, das thema verfolgt mich heute. in meinem anderen lieblingsblog las ich einen kommentar über den artikel "die freiheit und ihr preis" von sabine rückert in der ZEIT. sie erzählt, erzählt und erzählt von ihrer familie. von weiblichen lebensläufen, die verschiedener nicht sein können und sehr gut die gesellschaftlichen entwicklungen spiegeln. ein beeindruckender, wundervoller artikel. ein weiblicher artikel. der kommentator sah das anders als ich.

mich erinnerte er an meine feministischen studien. mitte der neunziger gönnte ich mir, nach meinem BWL-diplom, zwei jahre feministische und soziologische studien neben der arbeit. ich studierte am "OSI" und am soziologischen institut der FU während ich mich nebenher als unternehmensberaterin und trainerin versuchte. ich genoß damals das so ganz andere denken; das denken überhaupt - im BWL-studium hatten wir das nur selten, zumindest wurde das nicht geprüft. der höhepunkt war ein neun wöchiges seminar über die frankfurter schule in der heimvolkshochschule göhrde. neun wochen! 1000 mark und jeden tag selbstgebackenen kuchen. erst fuhr ich nur dort hin, um herauszufinden, was ich mit meinem leben machen will, dann begann ich über ganz neue dinge nachzudenken.

ich las bücher viel und systematisch, machte mir so meine gedanken und diskutierte. was ein luxus! ich hatte damals das gefühl, dass ganz neue hirnwindungen wuchsen. manchmal schien mir der kopf zu explodieren, so kompliziert waren die texte. an judith butler biss ich mir genauso die zähne aus wie an der dialektik der aufklärung. was mich in dem seminar in dem wir das buch hat die leistung ein geschlecht? von frigga haug und eva wollmann (Hg.) lasen so faszinierte, war die methode: es ging ums erzählen. um das erzählen von ganz persönlichen geschichten und zwar aus einem grund: mit den kategorien, mit den begriffen aus der (männer-)welt war weibliche leistung einfach nicht zu erfassen. um aber weibliche leistung sichtbar zu machen, um neue worte und neue kategorien zu finden, erzählten wir. wir sammelten, sortierten und lernten zu verstehen: leistung hat ein geschlecht. erinnerungsarbeit hieß die methode.

10 jahre später kommen die themen wieder. für mich post-feministisch - was auch immer das heißen mag. ich bin genauso verwirrt, wie nach dem kino gestern. an diesen themen werde ich wohl noch länger herumkauen. was hat das mit dem nächsten buch zu tun?

laut denken

ich frage mich schon seit gestern abend, ob ich ein wenig doof bin. also ganz ehrlich: ich habe den film down with love nicht verstanden.

während ich ihn sah, genoß ich ihn. um es mit der kaltmamsell zu sagen "diese frisuren, diese kostüme, diese pralinen!" ich genoß auch, dass er nach 2/3 nicht zu ende war, sondern noch eine wendung bekam. ich genoß es auch, ihn während des sehens nicht ganz zu verstehen. der monolog von renée zellweger war ja auch ziemlich lang und schnell. aber heute frage ich mich die ganze zeit, was denn nun die moral von der geschichte ist. und dann lese ich ähnliche gedanken in meinem lieblingsblog, der vorspeisenplatte.

in meinem buch ****bing, die werbung: das uschi-prinzip erscheint am 1.5. **** drücke ich mich elegant um eine lösung herum. ich sage "so,so" (wie die engländer sagen). also beides ist gut. singlesein ist gut, nen kerl haben ist auch gut. im nächsten buch werde ich wohl sagen karriere machen ist gut und nicht karriere machen ist auch gut. ich bin nun mal ein kind der postmoderne.

und trotzdem: da sitze ich das ganze vergangene wochenende herum, um mein heim hübsch und wohnlich zu machen, denke nebenher über meinen kleiderschrank nach und was ich wohl beim fotoshooting anziehen werde und gleichzeitig schweifen meine gedanken zu den unzähligen freundinnen, die zur zeit, wie ich mitte dreißig, nichts anderes im sinn haben, als kinder zu produzieren.... und weibchen wie ich bin, werde ich sentimental, fange ich an, mich zu bemitleiden, weil sich dieser weg so gar nicht in meinem leben abzeichnet... statt das nächste buch zu schreiben.

Sonntag, Januar 25, 2004

rosa

rosa ist ja bisher eine gesellschaftlich viel zu wenig thematisierte farbe. ich liebe rosa. mit 26 entdeckte ich es und seitdem ist es in meinem leben: rosa. ich habe diverse rosa t-shirts. ich strich eine komode, die ich auf der straße fand rosa und ein bücherregal. und bald wird es ganz schön rosa in meinem leben abgehen. nein, ich bin nicht schwanger.

es war wohl kein zufall, dass ich mir heute traumhafte rosa schuhe kaufte. die schönsten schuhe der welt (außer den knapp 40 paaren, die ich ansonsten mein eigen nenne). ich mußte sie einfach haben. merkwürdig eigentlich. ich kaufte mir schon einmal bei schnee farbige schuhe. orangene sandalen. es muß wohl 1996 gewesen sein. schuhe, in denen ich kaum laufen konnte und die ich auch deshalb kaum trug. aber ich liebe sie. ob es einen zusammenhang zwischen schnee und farbigen schuhen gibt? es gibt sowieso viel zu wenig farbige schuhe, nicht, dass ich etwas gegen die ganzen schwarzen schuhe in meinem besitz hätte, aber meine neuen rosa ballerinas mit dem klitzekleinen absatz zum rumklickern sind doch noch viel schöner.

anschließend sah ich down with love. reizend! der film zum schuhkauf. eine hervorragende vorbereitung für autorinnen streitbarer erstlingswerke ...



... und jetzt muß ich unbedingt so ein kostüm haben!



und noch etwas: mein lektor ist ja ein ganz reizender mann - aber wird er jemals mit mir in so einem partnerlook eine bar entern?

Samstag, Januar 24, 2004

kleine erfolge

es fällt mir nicht leicht. ich bin sehr langsam. und natürlich sieht es zwischendurch viel schlimmer aus als vorher. aber ich bin sehr stolz auf mich. vorhin habe ich den inhalt von 12 ordnern zum altpapier getragen. selbstverständlich in der hoffnung, dass ein großteil des inhaltes nun in meinem kopf kleine kinder ausbrütet. dann habe ich 5 stapel papier sortiert, vieles weggeworfen und auf 4 ablagekörbe verteilt. jetzt wird es spannend. wie nenne ich die ordner und die kategorien, wenn ich weitersortiere?

als nächstes kommt der kleiderschrank dran. das bücherregal schreit zwar auch nach leerung, aber nachdem ich heute eine designerin traf, die mir königliche klamottenflöhe ins ohr gesetzt hat, muß ich erst ein bißchen platz schaffen, damit ich die würdige robe verdiene...

aaarrrgggsssssssss, schon wieder ein "muss", dabei wollte ich die doch gar nicht mehr haben. ab mit dem "muß" in den abfall. feng shuiiiiiiii...... mein neuer schlachtruf :-). klingt ein bißchen wie huibuuuuuuuhhh. also, ich räume auf, weil ich es mir wert bin! basta!

Freitag, Januar 23, 2004

geschenke

das feng shui-buch verfolgt mich. beim kaffeetrinken mit einer wunderbaren freundin erzählte sie mir von ihrem "aufräum-kick-buch". es klang anders als das, das ich kannte. ich ging mit zu ihr, um es mir SOFORT auszuleihen. es sah auch anders aus. auf dem weg dorthin erzählte ich ihr von meiner überlegung, aktuelle projekte vorzusortieren und dass ich unsicher wäre, mit welchem ordnungsmittel ich dies machen wollte. vorgestern wollte ich so plastikdinger kaufen und überlegte hin und her, ob diese investition nicht wieder nur gerümpelt sei. als ich dann bei ihr war, bekam ich die dinger geschenkt. wie einfach!

auf dem rückweg dachte ich "danke, liebes universum, wie schön, dass du mir zur zeit dauernd dinge schenkst - da fällt es mir ganz schön schwer, an meinen geliebten, gewohnten geldsorgen festzuhalten." und genau in dem moment schaute ich an einer hauswand runter und sehe eine kiste mit einem schild "zu verschenken" ... tja, was war es gerümpel oder schätze? das liegt im auge des betrachters. ich kicherte und nahm meine konversation mit dem universum wieder auf.

abends war ich bei den femmes geniales. eigentlich bin ich kein großer fan von großen frauennetzwerken. kleine lerngruppen mit ausschließlich frauen sind wunderbar, aber bei größeren veranstaltungen klüngele ich doch lieber auch mit männern. die sitzen schließlich häufig an den dicken töpfen. der gestrige abend war aber ausgesprochen erfolgreich: ein kontakt, den ich vor einem jahr beim universum bestellt hatte, wurde mir quasi auf dem tablett angeboten, obwohl ich die bestellung schon vergessen hatte. ein anderer kontakt wurde sichtbar, obwohl er die ganze zeit in greifbarer nähe lag und andere kleine wundersame dinge geschahen. huiiii!

zuhause angekommen, konnte ich noch nicht schlafen und schlug das feng shui buch meiner freundin auf. das leben ist manchmal zu komisch. es war das gleiche wie meines, nur eine andere ausgabe. tja, am wochenende werde ich wohl doch mal ordnung schaffen....

Mittwoch, Januar 21, 2004

aufheben

dank meines aufregenden wochenendes in berlin, habe ich mich wieder an das wundebare phänomen "aufheben" erinnert. wir saßen bei unserem jahretreffen der beraterInnenausbildung und auf einmal fielen bei mir die groschen. (wann werde ich dazu "cents" sagen?). von allen seiten ging es darum "mal wieder das büro" aufzuräumen und wie immer in diesen zusammenhängen, wurde auf das buch feng shui gegen das gerümpel des alltags verwiesen. ich las es vor einem jahr und es bewirkte bei mir rein gar nichts. meine schweren gegenstände wie schrank und bücherregal stehen auf der familienseite - und da stehen sie gut so, zumindest aus ästetischen gesichtspunkten. aufräumen ist mir ebenso fremd wie abnehmen. immer wieder versuche ich es und falle dann doch wieder in alte gewohnheiten zurück. beides ist schwer zu delegieren.

und dann erinnerte ich mich an das magische "aufheben". was haben wir mitte der neunziger über die aufhebungsbewegung diskutiert. schon der alte hegel meinte ja, dass es eben diesen dialektischen widerspruch gibt, sowohl das wertvolle aufzubewahren als auch das gerümpel zu entsorgen. sorry fritz, wenn das nicht ganz so schick wie bei dir und deinen jüngern wiedergegeben wurde - aber so kann ich es verstehen. es geht ja gar nicht darum ALLES wegzuwerfen und alles abzunehmen.... ich werde niemals eine coole, leere designer wohnung haben und eine schlanke gazelle werden. danke herr hegel!

Montag, Januar 19, 2004

reisen

es ist merkwürdig: ich mag es nicht zu reisen. wenn ich so darüber nachdenken, dann wundere ich mich über mich selbst, denn ich mag es sehr, menschen zu treffen. aber am liebsten schlafe ich im eigenen bett. bin ich ein wenig wunderlich geworden? brauche ich jeden tag ein paar stunden ruhe mit mir selbst in meiner eigenen hütte und brauchen das andere leute nicht in dem maße?

in den letzten tagen war ich in münchen und berlin. beide reisen waren großartig. wundervolle menschen, wundervolle gedanken und erkenntnisse, bestätigung, anerkennung, lachen und vieles mehr. eigentlich kraftspendende ereignisse. aber heute morgen im eigenen bett auszuschlafen, das büro noch geschlossen, weil ich offiziell noch in berlin war, empfand ich das wie den himmel auf erden.

es ist schon merkwürdig. die berufe, die ich mir aussuchte und die ich mit begeisterung lebe, verlangen das unterwegs sein. noch merkwürdige: ich predige veränderung und liebe es, im bett zu liegen... da kam es mir ganz recht, dass mir eine liebe freundin das buch sieben doppelgänger von rafik schami gab. eine herrliche idee, doppelgänger auf reisen zu schicken, und gemütlich zu hause zu sitzen, um weiter bücher zu schreiben ...

Mittwoch, Januar 14, 2004

amelie-spiel

ich bekomme es nicht hin. diejenigen tapferen heldinnen und helden unter euch treuen blogleserInnen, die mir auch dann treu bleiben, wenn ich selten schreibe und dann sogar auch noch kommentieren haben es natürlich nicht richtig sehen können. die kommentierfunktion steht unter dem jeweiligen beitrag. aber ich bekomme die freie zeile einfach nicht weg. die zeiten als internettussie (schon nett mit zwei t und zwei s) sind einfach zu lange her. aber das macht es natürlich spannend, wenn kommentare irgendwie falsch und irgendwie doch richtig stehen :-)

sollte ich, wenn ich wenig schreiben so ne art wochenzusammenfassung machen? geht das überhaupt? was war das besondere bzw. das gemeinsame an den letzten tagen? also sie waren schon ziemlich durch arbeit geprägt und trotzdem freute ich mich immer wieder, was für einen wundervollen job ich habe. ach, ich weiß, ich mache mal wieder eine liste auf, was ich in den letzten tagen besonders mochte. reiehnfolge unerheblich


  • im flieger neben lauter grauen leuten sitzen und fröhlich vor mich hin zu grinsen, wohlwissend, dass ich einen fantastischen tag hatte und einen wundervollen job habe im gegensatz zu den müden helden

  • mit der kaltmamsell quasi ununterbrochen 24 stunden zu reden

  • aus einem kaltgetränk 3 werden zu lassen, obwohl es unvernünftig war

  • so wundervolle freundinnen zu haben

  • männer zu treffen, bei denen mir nur das wort "reizend" einfällt

  • schweinsbraten zu essen und bayerisches bier zu trinken

  • nette sms bekommen und erstaunt darüber zu sein, wer so alles wann an mich denkt

  • das gefühl zu haben, gut gewesen zu sein

  • trotz müdigkeit sich fasziniert in ein gutes buch verkrochen zu haben

  • geld ausgeben ohne ende, mit dem guten gefühl, dass alles fliessen muß...

  • mal wieder alle S- und U-bahnen optimal bekommen zu haben, ohne zu rennen



by the way: kennt ihr das amelie-spiel? (verdammt, wo kommt der apostroph hin und in welche richtung?) also das amelie-spiel geht folgendermaßen. man sagt, was man besonders mag oder gar nicht mag sowie die personen, die in dem film, ihr wisst schon "die wunderbare welt der amelie" oder so ähnlich vorgestellt werden. amelies vater zum beispiel mochte es, seinen werkzeugkasten auszuräumen, zu putzen und wieder einzuräumen. ich fange mal an und ihr macht mit, ok? ... wenn ihr es in den kommentaren findet!

Donnerstag, Januar 01, 2004

neues spielzeug

seit gestern habe ich mal wieder ein neues spielzeug: den open business club

sehr hübsch. erst wollte ich ja nicht. schließlich ist netzwerken von angesicht zu angesicht viel schöner. aber nachdem ich immer wieder von an sich vertrauenswürdigen menschen, einladungen zugeschickt bekommen hatte, registrierte ich mich doch. irgendwann konnte ich argumenten wie "schon mehrere aufträge", "alte bekannte wieder getroffen" und ganz besonders dem argument "diverse reizende kaffeetrinken-dates" nicht mehr widerstehen. und schau an. ich hatte schon den einen oder anderen aha-effekt und nette überraschungen. ganz besonders gut gefällt mir, dass man sehen kann, über wieviele ecken man mit jemanden bekannt ist. das ist ganz erstaunlich! obwohl man es in der theorie weiß und bei dem einen oder anderen vermutet, ist es dort so wunderbar anschaulich zu sehen. ich finds toll.

und toll finde ich auch, dass ich dort jemanden traf, der sich als mein-blog-leser outete, von dem ich dies wirklich n i e m a l s gedacht hätte - auweia, wer hier wohl alles mitliest? wundervolles-leben-blogleserInnen aller länder, outet euch! bitte bitte, wozu gibt es denn die wunderbare kommentierfunktion?

übergänge

ein wundervolles neues jahr, allerseits!

eigentlich wollte ich um halb eins ins bett. in dem selbigen landete ich dann erst um 5, obwohl es eigentlich nicht spektakulär war - aber genau das hat mir gefallen. von party zu party ziehen, auf der reeperbahn rumhängen oder auf einer party bleiben und heulen kann ja jeder.

wir haben zu viert gefeiert. vier frauen, die wunderbares essen gekocht hatten und anschließend den größten teil des abends damit verbrachten, jeweils eine collage mit bestellungen beim universum für das neue jahr zu basteln. den champagner um 12 hätte ich mir schenken können - ich mag ja sowieso keinen sekt und konsorten, da ich mein kontingent an weinhaltigen getränken im leben als freundin einer winzerstocher bereits getrunken habe. aber man tut das eben so. ob ich es wohl schaffe, den neuen trend zu setzen und becks gold als neuen champagner zu installieren. was würde mir becks dafür geben?.

ich wollte sowieso eigentlich lieber weiterbasteln. nettes detail am rande: irgendwie sah es so aus, als würden wir material für die collage "im alten jahr sammeln" und dann erst "im neuen jahr" kleben. es war ganz reizend, wie wir ab 23.40 uhr hektisch nach hübschen männern in den zeitungen suchten. nach dem sekt gabs dann für jede eine rakete auf die wir unsere besonderen bestellungen (einschließlich lieferadresse, versteht sich) schrieben. meine flog nicht sonderlich hoch und landete kurz danach in nachbars garten. aber wer sagt, dass das universum im himmel ist? nach dem kleben waren wir zwar schon müde, aber wir ließen es uns nicht nehmen verschiedenartige tarotkartendecks mit unseren fragen zu konfrontieren. sehr aufschlußreich aber mehr wird hier nicht verraten...

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen