Freitag, Dezember 17, 2004

der wichtigste mensch

mein horoskop für heute:

"Die negative Phase zieht wieder vorbei, und die Sterne werden Sie begünstigen. Im Arbeitsbereich werden Sie sich endlich eine kleine Pause gönnen können. Sie sollten sich einen Urlaub mit der Person, die Ihnen am Herzen liegt, leisten. Tipp: Seien Sie nicht zu berechnend.

wie schön. und auch wenn viele leute um mich herum sein werden. ich werde mit mir in urlaub fahren. am dienstag.


Donnerstag, Dezember 16, 2004

wie geil!

mein buch ist an die koreaner verkauft. ich bin so gespannt auf die koreanische lizenzausgabe. haben die eigentlich andere schriftzeichen? bestimmt. wie geil, lauter kleine koreanische uschis. endlich mal keine blondinen! (und ich ignoriere jetzt einfach mal den kommentar meiner agentin, die mir schon im sommer prophezeite, dass die koreaner alles kaufen.) ich finds toll!

schreiben ist ungleich schreiben

dass ich keine romanschriftstellerin bin, wußte ich bereits. ein halbfertiger businessroman liegt nicht nur deshalb unfertig in der sprichwörtlichen schublade, weil das new economy-milieu sowieso keinen mehr interessiert, sondern weil ich keine dialoge schreiben kann und mir das erfinden von personen und handlung schwer fällt. ich kann nur über dinge schreiben, die mir nahe sind: über mich, mein lernen, meine begegnungen. es fällt mir schwer, diese dinge in abgewandelter form wiederzugeben und es belletristik zu nennen. mir fehlt auch der impuls dazu, obwohl ich große ehrfurcht vor den belletristikern habe und mein sachbuchgeschreibsel häufig minderwertig finde. mein schreibimpuls kommt entweder durch geistige konfusion oder durch aha-erlebnisse. oder beides, denn das schreiben ebnet den weg vom einen zum anderen.

seit drei wochen habe ich meinen zweiten text-auftrag. ich bin auch keine texterin. ich schriebe die erledigung dieses auftrags vor mir her und drücke mich davon, wie es nur geht. erst fehlten noch informationen, dann mußte ich recherchieren, dann tat mir vom vielen sitzen der hintern weh. gestern habe ich dann in 20 minuten eine seite geschrieben und schaffe es nicht, die datei zu öffnen, um mir das geschriebene noch mal anzuschauen. es ist ein auftrag und bringt geld. nicht genügend geld, wenn man bedenkt, wieviel zeit ich damit verbringe, nicht daran zu arbeiten. ich finde das, worüber ich schreiben soll spannend. und trotzdem schaffe ich es nicht, einfach zu funktionieren und zu schreiben.

so, und jetzt werde ich es einfach tun. schließlich habe ich die texte für heute nachmittag versprochen. abgabetermine helfen.

Mittwoch, Dezember 15, 2004

lesen!

eben habe ich "populärmusik aus viitula" von mikael niemi zu ende gelesen.



so schööön. ich mag die art, wie es geschrieben ist. so anschaulich. es geht ans herz. es macht, dass man in kleine und pubertierende jungs hineinschauen kann. und es ist so finnisch. beim lesen mußte ich ständig dieses wunderbaren wörter laut und kehlig aussprechen. wie gerne, würde ich diese sprache sprechen, aber ein jahr lernen hat nicht viel gebracht. es ist so wenig davon übrig geblieben außer der sehnsucht nach diesem verrücktem land und dem klang der worte in meinen ohren.

Dienstag, Dezember 14, 2004

wunderliste - fortsetzung

dieses blog heißt "wundervolles leben" und in der kurzform wunder.blogspot.com. und das nicht ohne grund. seit fast drei jahren, versuche ich mehr oder weniger erfolgreich, in der fülle zu leben. als ich den gedanken der fülle das erste mal hörte, war ich schockiert, denn für mich war ein gefühl des mangels die einzige wahrheit, die ich kannte. ich war nicht in der lage fülle wahrzunehmen. irgendwann beschloss ich, dass es mir leichter fallen würde, daran zu glauben, wenn ich genügend beweise hätte. ich begann damit, immer mal wieder "wunderlisten" zu machen. leider gelingt es mir immer noch nicht, diese an schlechten tagen hervorzuholen, um meine stimmung zu verbessern. trotzdem schreibe ich sie fleissig weiter.

gestrige zeichen der fülle, ungeordnet und nicht priorisiert. fülle ist ...


  • mittags zu überlegen, ob ich wohl abends nach dem chor mir leisten könnte, ein bier mit trinken zu gehen und dann das bier ungefragt ausgegeben zu bekommen.

  • morgens zu denken, dass ich auch schon diese woche damit starten könnte, mir einen nebenjob zu suchen und abends einen auf einem silbertablett serviert zu bekommen.

  • in meinem bücherregal zwei bücher zu endecken, nach denen mir in diesen momenten ganz doll der sinn danach stand

  • darüber zu grübeln, ob ich das hilfsangebot meiner eltern annehmen kann und will und als ich anrief, um es zu tun zu erfahren, dass hilfe bereits unterwegs ist.

überlegungen

eine freundin fragte mich am sonntag immer und immer wieder, wieso ich ein büro haben möchte. sie wollte mir davon abraten, weil sie angst hatte, dass ich mir kosten ans bein binden würde, die mir das leben noch schwerer machen würden. ich versuchte ihr zu erklären, wieso es für mich so wichtig ist. es dauerte.

eben hatte ich dazu noch neue gedanken. ein büro ist für mich die trennung von privatleben und berufsleben. wenn ich es trenne, mache ich klarer, was wohin gehört und gebe dadurch auch beidem einen unterschiedlichen wert. qualitatitv, nicht quantitativ. oder doch? für das privatleben bedeutete es, abschalten zu können. mein problem war nie, dass ich zuwenig arbeitete. im gegenteil, ich bin immer verführt, zu viel zu arbeiten. grenzenlos mich für dinge zu begeistern und einfach zu machen. ich glaubte jahrelang, dass der sinn des lebens darin besteht, beruflich etwas sinnvolles zu tun. kein wunder, wenn privat wenig voranging. ich schätzte das, was privat, also außerhalb meines berufslebens stattfindet, einfach nicht wert. ein büro könnte es mir erleichtern, abschalten zu lernen. bewußt grenzen zu ziehen. mich jeden tag bewußt für das privatleben zu entscheiden. viele jahre hatte ich das einfach vergessen.

für das berufsleben bedeutet ein büro sichtbar zu sein. es ist eine anlaufstelle, in die leute kommen können, sich dort wohlfühlen, um von mir etwas zu bekommen. es ist ein ort, an den ich gerne einlade. es ist ein ort, an dem ich temporär verfügbar bin. solange ich von zu hause aus arbeite, muß ich mich ständig abgrenzen. ich möchte die sorgen der leute nicht hier haben, möchte nicht allen leuten, mein privates zeigen. im büro könnte ich einen ort schaffen, an dem ich interessierte gerne willkommen heiße und ihnen gebe, was sie brauchen und was ich bereit bin zu geben. ich habe doch so viel.

ich habe mich in den letzten jahren oft gefragt, ob ein büro etwas ist, was ich "auch haben" will. aber es ist anders, als das cabrio von einer freundin. klar, das will ich jedesmal auch haben, wenn ich damit fahren darf. oder wenn die sonne scheint, dann will ich es auch mal haben. an das büro denke ich aber öfter. es ist ein anderes bedürfnis.

eben hatte ich noch einen schicken gedanken: auf meiner organisationsberatungs-visitenkarte stehen vier wörter: discover, dream, design, do it. sie beschreiben einen prozess. einen prozess des entdeckens und umsetzens, einen prozess der veränderung. ich erlebe gerne diese veränderungen und ich begleite gerne menschen bei diesen veränderungen. zusätzlich zu diesen vier wörtern, meinem namen und meiner adresse steht dort nch "organisationsberaterin" und "diplomkauffrau". wieso eigentlich? klar, bei beruflichen karten schreibt man drauf, was man eigentlich macht und wieso man dafür qualifiziert ist. aber sagen diese vier D-wörter nicht schon alles aus. ich habe einen bauchladen voll sachen anzubieten. es gibt so viele themen, die mich interessieren. ich kann zu vielen verschiedenen themen prozessbegleitung anbieten. ich weiß so vieles, ich kann so vieles, aber letztlich läuft es immer darauf hinaus, dass mich prozesse der veränderung begeistern. wie wäre es, wenn ich neben meinen persönlichen daten, nur noch die vier wörter auf meine visitenkarte schreiben würde?

Montag, Dezember 13, 2004

etwas besser

die abwesenheit von schmerz fühlt sich an wie ein warmer weicher hefeteig.

gestern abend noch weinte ich mich wimmernd in den schlaf. ich wußte nicht, was mehr schmerzte. die migräne stichelte in meinem kopf herum wie lauter kleine akupunkturnadeln, die nicht wussten wohin mit sich und lähmte meine rechte gesichtshälfte. meine haare fühlten sich an, als ständen sie elektrisiert in die höhe. jede einzelne haarwurzel schmerzte. mein rücken und nacken waren völlig versteift. bei jeder bewegung durchfuhr mich ein schmerz. aber ich bewegte mich nicht. regungslos lag ich im bett, um kein risiko einzugehen, das bett mit blut zu beschmutzen. ich blutete wie ein schwein. mein unterleib war ein einziger krampf. ich wußte nicht, was mehr weh tat. aber die schmerzen lenkten mich davon ab, mich innerlich schlecht zu fühlen und mir noch schlimmere gedanken zu machen, als ohnehin die letzten tage.

die erinnerung an den schmerz ist noch lebendig. stocksteif lag ich im bett. ein heizkissen auf dem bauch, eine wärmflasche an den füßen und wimmerte mich in den schlaf. ein wunder geschah. ich schlief selig ein. ich träumte, mich in herrn bandini zu verlieben. ein pferd und mein bruder waren auch dabei. es war ein ruhiger langer traum. unkompliziert im vergleich zu den wirren, stressigen träumen der letzten beiden nächte. ich wachte entspannt und ausgeruht aus. nach zehn stunden. ich hatte die vergangenen zwei nächte nachgeholt. aufgeholt, etwas ausgelöscht. die abwesenheit von schmerz fühlt sich an wie ein warmer, weicher hefeteig.

es war mehr ein freundinnengespräch als ein coaching gestern. ich bin immer noch nicht schlauer. die option "berlin" ploppte wieder auf. in der tat bin ich nicht glücklich in hamburg. ich habe aber angst, umzuziehen, mir einzubilden, dass durch einen stadtwechsel alles besser wird. das habe ich schon zweimal in meinem leben recht vergeblich getan. vergeblich? wer weiß das schon. am meisten beindruckte mich die verwunderte frage meiner freundin, wieso der grund "es für mich zu tun, damit ich glücklicher wäre" nicht ausreicht, um es zu tun. mein gefühl sagt mir, dass ich einen anlass brauche. einen job, einen mann oder zumindest die supergeile billige wohnung. nur für mich, würde ich es nicht tun. ich glaube, ich liebe mich nicht genügend.

Samstag, Dezember 11, 2004

angst schmerzt

die angst schlich sich die ganze nacht in meine träume. wenn ich überhaupt geschlafen habe. zwischendurch lag ich tränenüberströmt im bett oder habe mich selbst fertig gemacht, weil ich nichts kann, nichts bin, nichts wert bin. mitte dreißig und nicht in der lage, sich selbst zu ernähren. die angst, sitzt als migräne auf meiner rechten augenbraue versteift meinen rücken, so dass ich gar nicht mehr aufrecht gehen kann. wenigestens fliessen die tränen, die meine kiefergelenke vor den schlimmsten schmerzen bewahren.

Freitag, Dezember 10, 2004

alles scheiße

ja, ich mag meine stimmungsumschwünge auch nicht.

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eben ein feedbackgespräch mit einem kunden gehabt. den auftrag haben wir in den sand gesetzt. der kunde sieht nicht, was passiert ist. möchte es nicht sehen. wir sind die bösen. ich fühle mich mit meiner arbeit, meiner kompetenz und der liebe, die ich investierte nicht gesehen. nicht gesehen zu werden, ist ein fürchterliches gefühl.

ich habe eine scheißangst, wie es weitergehen soll. noch drei wochen bis zum neuen jahr und ich weiß noch nicht, wie es weitergehen wird. schreiben ist ja schön und gut, aber die projekte sind so groß, dass auch die fallhöhe so groß ist. ich würde mich am liebsten verziehen, mich in einer dunklen ecke verkriechen, stattdessen muß mir verdammt noch mal einfallen, mit was ich mich nächstes jahr strahlend der öffentlichkeit präsentiere. aber wie soll ich das nur anstellen. kalte angst und die computer- und geldprobleme, die ganzen beschissenen probleme der selbständigen existenz rauben mir so viel kraft.

das leben ist schön

die sonne scheint, ich habe meine steuererklärung gemacht, der rechner geht wieder, ich konnte sogar daten sichern und der sex vorgestern war so gut, dass ich heute immer noch verzückt mit den augen rolle. kleinere eintrübungen sind nur, dass in meinem portemonnai nur noch ca. 11 euro sind, der kunde, auf den ich große hoffnungen setzte die perlen leider nicht von den säuen unterscheiden konnte und ich immer noch nicht weiß, welche dienstleistung ich nächstes jahr erfolgreich anbieten könnte, um unter leute zu kommen und das schreiben zu ergänzen. aber das jahr hat ja noch drei wochen. bisher läuft es doch insgesamt alles wieder besser, also schaue ich aus dem fenster, freue mich über die sonne und gehe mal davon aus, dass alles gut wird.

Donnerstag, Dezember 09, 2004

fast normal

puh, mein computer geht fast wieder normal. es war wohl doch kein virus. aber dafür habe ich jetzt 4 virensoftware und zwei andere schutzdinger installiert. und nen neuen browser. die hilfe fand ich hier. es ist schon toll, dass männer sich toll fühlen, wenn sie helfen können und dafür tolle foren einrichten. ich kann gar nicht oft genug "toll" sagen. fühle mich schon fast wie eine gummipuppe und habe mundmuskelkrämpfe. naja, jedenfalls ist das blöde gefühl weg, dass mein computer etwas ganz schlimmes haben könnte und ich könnte jetzt wieder was ordentliches arbeiten, wenn ich nicht immer noch einen kater von gestern hätte. vielleicht sollte ich mal ein bier trinken, immerhin dämmert es schon.

Dienstag, Dezember 07, 2004

verseucht

manchmal fühlt sich mein rechner und ich an, als wären wir eins. allerdings häufig mit einem ähnlichen gefühl der verbundenheit wie ich und mein ewig verspannter nacken. jetzt hat es ihn wieder erwischt. trotz heftigster virenschutzprogramme (die bei meiner unseriösen surferei, selbstverständlich nur zu rechercherzwecken, auch nötig sind). ein fenster geht auf, ein mir unbekannter hardwareassistent bietet mir seine hilfe bei der suche nach einem usb-treiber an. isch abe gar keine usb-schnittstelle denke ich gar nicht schnell genug. das nächste fenster öffnet sich und wartet darauf, dass ich blond auf "weiter" zum herunterladen klicke. panisch verfalle ich in hektisches alt+F4-klicken in der hoffnung, dass es etwas nützt. ich bin verseucht und verzweifelt. verdammt. was macht man gegen so etwas?

Freitag, Dezember 03, 2004

tarot

es ist total aufregend. obwohl es nicht das erste deck ist, dass ich mir kaufte, ist es wieder einmal total aufregend. ich packte es aus und es kribbelte. ich betrachete die bilder, über die ich in den letzten tagen so viel gelesen hatte und dachte "meins".


manchmal scheue ich mich, männer von solchen dingen zu erzählen. sie fangen dann immer an zu diskutieren, versuchen mich vom gegenteil zu überzeugen. von wegen es gibt keine zufälle und so. was sie nicht wissen, oder nicht glauben können, ist, dass ich sie genau deswegen mag. ich mag es, dass sie anders sind, dass sie anders denken und mich dabei meine weibliche seite erfahren lassen. es fasziniert mich, mich und meine gegenüber dabei zu beobachten, wie ich die weise frau in mir zu erhaschen versuche.

eines der letzten gespräche mit meiner kürzlich verstorbenen oma, ist mir noch besonders in erinnerung. kurz vor diesem gespräch, erzählte ich meiner mutter, dass ich mir die karten hatte legen lassen. ihr kommentar war nur "wie deine großmutter!". auf meine nachfrage erzählte sie mir, dass meine oma nach dem krieg den nachbarn für ein pfund butter die karten gelegt hätte. daraufhin fragte meine mutter meine oma, ob sie dies noch könne, was diese verneinte. einige wochen später besuchte ich meine oma im altersheim. als ich ihr dieselbe frage stellte, lachte sie und erzählte mir eine menge über das kartenlegen, wie sie es gelernt hätte und dass es ihre mutter und großmutter auch tat. nach einer weile, saß sie versunken aber seelig lächelnd in ihrem rollstuhl. sie sammelte sich und sagte: "ach, jetzt kann ich langsam gehen. es bleibt doch alles irgendwie da. manchmal überspringt es eben eine generation." in diesem moment rührte es mich. die verbundenheit machte ein gutes gefühl. es war ein guter besuch. es gab auch andere.

vor zwei wochen war ich beim hamburger tarotstammtisch. eine freundin schleppte mich mit. so recht wusste ich nicht, was ich da sollte, aber da ich zeit hatte, ging ich mit. jeder sollte sich vorstellen. zunächst sagte ich, dass ich eigentlich mit der kartenlegerei nicht so viel am hut hätte, dass ich eher kundin sei, die sich hin und wieder die karten legen liesse. dann, und ich weiß auch nicht wieso, erzählte ich das erlebnis mit meiner oma. in diesem moment fühlte ich, als sei es ein auftrag. seit dem, lassen mich die karten nicht mehr los. dieses mal ist es anders als sonst. ich bin gespannt, wo mich das hinführt.

arbeitsverweigerung

wenn man donnerstagsnachmittags von einer anstrengenden geschäftsreise zurück kommt, um dann erst mal eine stunde zu schlafen, ist die woche so gut wie um, dass man eigentlich den freitag auch haken kann. jedenfalls ist mir nicht nach arbeit. könnte an der immer noch unerledigten steuererklärung liegen. das sollte ich unbedingt fengshuimäßig in den nächsten tagen angehen.

nach dem anstrengenden auftrag, bei dem ich mir im rückblick mehr als unsicher bin, ob mich dieser kunde im kommenden jahr derart ernährt, dass ich in ruhe schreiben kann, war ich in frankfurt im frauensexshop. ich war enttäuscht. vor allen dingen der vertretermäßige wahrscheinlichvertreter, der die so laut redete, dass man es an jeder ecke des ladens hören konnte, wollte nicht recht ein frauensexshopfeeling aufkommen lassen. auch das angebot war fade. nichts wirklich überraschendes. es war mir auch nicht klar, was daran so frauenmäßig war. von dort nahm ich eine gratis-sex-zeitschrift mit, die auch enttäuschend und nicht wirklich frauenmäßig war, obwohl darin natürlich viele frauen abgebildet waren. als ich sie zum frühstück las, sinnierte ich eine weile darüber nach, wieso in einem leserbrief die sorge bekundetet wurde, dass man als abonent dieser zeitschrift von den nachbarn erkannt werden könnte. die redaktion versicherte neutrale umschläge. ich verstand die sorgen nicht. hey, wenn ich jemand bin, der so schlechte zeitschriften liest, dann sollte ich doch dazu stehen, dachte ich.

um nicht weiter über arbeit nachdenken zu müssen, beschäftigen mich zwei dinge, die ich vielleicht mit einer gemeinsamen lösung küren könnte. erstens: soll ich mir einen milchkaffee kochen oder nicht und zweitens: ich sollte das entzückende mützchen ausführen, dass ich mir gestern gekauft habe, als ich mal wieder feststellte, dass hamburg kälter als frankfurt ist. nicht so kalt, wie es weihnachten in berlin gerne ist. was mich daran erinnerte, dass ich dieses jahr leider nicht weihnachten in berlin sein werde und mich trotzdem ein wenig freute, weil ich ja silvester in der schweiz fremde menschen treffen werde. zur vorbereitung las ich ein halbes jahr. das mützchen erinnert mich an anspruchsvolle filme. wenn ich mich mit dem mützchen im spiegel anschaue, dann fällt mir kein besseres wort als "fesch" ein und ich unterliege der selben illusion, wie wenn ich mir mit hochgesteckten haaren und lidstrich einbilde, wie audrey hepburn auszusehen. trotzdem erfreut mich die illusion und denke, dass es eine gute idee wäre, das mützchen auf einen kaffee auszuführen.

jetzt habe ich hier zwei bücher rumliegen, von denen ich auf nachfrage erzähle, dass sie dreiviertelfertig sind. es gibt kaum etwas schlimmeres als dreiviertelfertige bücher. was danach kommt ist fleissarbeit. ich muß sicherlich nicht erwähnen, dass meine kopfnoten in der schule zu wünschen übrig liessen. kann man nicht jemanden kaufen, dessen leidenschaft es ist fastfertige bücher fertig zu machen. hey, ich würde gerne einen teil honorar abgeben. allerdings fällt es mir schwer, jemanden an meinem baby rummachen zu lassen. es wäre schick, wenn es mir gelänge, diese beiden projekte dieses jahr abzuschliessen. immerhin habe ich mich mit buch3 so sehr wieder in ruhige fahrwässer und eine ausgeglichene seelenlage gebracht, dass es nun möglich sein müsste, einen zufriedenstellenden schluß für buch2 zu finden. aber nicht heute.

mein mailpostfach wird seit zwei wochen fürchterlich zugespamt und ich frage mich, welche mailadresse es sein könnte, die nicht verspamtschützt ist und wo ich mal wieder auf irgendwelchen schlimmen seiten diese mailadresse angegeben habe. multiple identitäten bringen multiple probleme und ich stehe dazu. es gelingt mir nicht, mich über viele mails zu freuen und ich muß darauf verzichten musik über den pc zu hören, weil das "you've got mail"-tönchen mir den letzten nervt raubt. noch ein argument, das mützchen auszuführen....

Donnerstag, November 25, 2004

attraktiv

yippie, ich bin attraktiv.

seit dem ich meiner inneren klärung näher komme und weiß, dass ab 1. januar etwas neues losgeht, bin ich attraktiv und bekomme anfragen. die welt will etwas von mir. ich kann ihr etwas bieten.

ich bin mir sicher, dass eine grundlegende vorraussetzung für diese wendung weniger die innere klärung als das gefühl der fülle war. nicht nur, dass ich in den vergangenen monaten erneut die erfahrung machte, mit verdammt wenig geld auszukommen, machte ich gleichzeitig die erfahrung, dass für mich gesorg ist. ich bin teil einer gemeinschaft und diese sorgte für mich, als es mir beschissen ging. als ich dann noch kapierte, dass ich mir tatsächlich auf diesem zwar sehr bescheidenen niveau auch bis ende nächsten jahres keine sorgen machen muss, fühlte ich mich auf einmal frei und leicht.

(einschub: wer denkt eigentlich auch immer wie ich bei "fly like an eagle" an "frei wie ein igel"? wie ist das bloß in mein hirn gekommen und wieso hat es sich dermaßen eingebrannt?)

die wunderliste mache ich wirklich regelmäßig, in dem ich mir, hier und anderen erzähle, was alles wunderbares passiert. die wunschliste sollte ich mal wieder aufstellen. also hier "wunschliste beruflich"


  • auftrag am mo und die so gut, dass der auftrag lauter junge bekommt

  • drei neue coachees mit spannenden themen im ersten quartal

  • bewilligung der beiden anträge

  • einen hübschen büroraum in einer netten bürogemeinschaft in ottensen

  • das aktuelle buch am jahresanfang gut verkaufen

  • das das skurrile hinterzimmerberatungsprojekt anläuft

  • immer weiter schreiblust

  • das aus der geplanten spannende-leute-veranstaltung was wird

  • das sich aus dem projekt bei der aids-hilfe spannende dinge ergeben.

  • und dass ich weiterhin attraktiv bleibe bzw. noch attraktiver werde.


to be continued.

na, wenn das alles klappt, werde ich gut beschäftigt sein. gut und beschäftigt. fein! ich freue mich drauf.

Mittwoch, November 24, 2004

sauer auf mich

der einzige termin in der woche, der alleine dafür da ist, mir etwas gutes zu tun, mich weiterzubringen. und ich verpasse ihn. verpasse ihn, weil ich mit einem mann telefonierte, der wahrscheinlich sowieso nicht so gut für mich ist. der mir nicht gut tut, indem ich mich von ihm von mir abhalten lasse.

ich rannte dorthin aber es wurde nicht auf mich gewartet. ich bin enttäuscht und wütend. die fünfundvierzig minuten gehören mir und wenn ich dreißig davon verpasse, will ich wenigstens noch fünfzehn haben. ich hätte die fünfzehn minuten heute mehr als sonst gebrauchen können. jetzt sitze ich hier zu hause tränen überströmt, wütend und scheißeallein.

schlechter film

da organisiere ich mein leben schon so (oder lasse es die da oben tun), dass ich was erlebe, um darüber schreiben zu können und dann produziert das leben so unglaubliche situationen, dass mir das geschrieben kein mensch glauben würde.

vermutlich war es für mein gegenüber eine lektion in sachen zufall. mehrmals hatten wir darüber diskutiert, was der zufall sei und warum. immer wieder hartnäckiger widerspruch seinerseits, dass es so etwas wie fügung gäbe. mir behagt es, dass es "da oben vielleicht welche gibt", die ein paar dinge für mich inszenieren. und es ist mir egal, ob es nur meine selektive wahrnehmung sein könnte. es ist eine lernchance.

ich weiß noch, wie wir den "tod in venedig" in der schule lasen und es der koffer war. ein simples mißgeschick mit dem koffer brachte eine völlig neue wendung. das problem für schriftsteller und drehbuchautoren ist, diese wendungen wahnsinnig raffiniert einzubauen, damit sie glaubwürdig werden. das leben ist da manchmal plumper und schafft mir nichts, dir nichts eine pikante situation, die im film hochgradig unglaubwürdig wäre.

Montag, November 22, 2004

paradoxe intervention

ich liebe sie, die pardoxen interventionen. in der beratung sind das sowieso die, die meist die größte wirkung haben. und da ich mich gerade sowieso nicht entscheiden kann, mit welchem projekt ich jetzt weitermachen sollte oder am liebsten weitermachen möchte, gehe ich nach dem gemütlichen blogspaziergang erstmal in die badewanne und lese in dem geliehenem tarotbuch. danach werde ich schön und entspannt schaun, wie es weitergeht. freiberuflerinnenleben ist schon toll!

sieben

die zeit des müßigganges ist vorbei. schwups hat mich das leben wieder. aber richtig. eben mußte ich sogar mein verstaubtes whiteboard putzen, um darauf einen projektplan zu zeichnen. 6 projekte gleichzeitig. hui, dass ich da mal nicht die übersicht verliere, meine grenzen ware und prioriäten setze. aber es fühlt sich gut an. es kribbelt. ich habe kraft und energie. endlich wieder. und es ist so unglaublich, seit dem es wieder losgeht, steht mein telefon nicht mehr still. aus allen ecken und enden kriechen kollegen, verehrer und sonstige wieder hervor und wollen auf einmal etwas von mir bzw. machen mir verlockende angebote. und das ausgerechnet jetzt, wo ich wirklich zu tun habe, nachdem ich monatelang sehr zurückgezogen in meiner gedankenwelt gelebt habe. ob ich in diesen turbulenzen schaffe, das buch wie geplant bis ende des jahres fertig zu schreiben? das wäre projekt 7, hatte ich ganz vergessen mitzuzählen. aber 7 ist ja an sich ne gute zahl. magisch. hach, ich freue mich, dass ich langsam wieder die alte werde.

Sonntag, November 21, 2004

alle jahre früher

auch wenn ich damit dem don wieder einen kleinen nadelstich verpasse, ich muß - um es in der blogsprech zu sagen - schon wieder "weihnachtscontent" bringen.

jedes jahr fängt es früher an. ok, an die lebkuchen im september habe ich mich gewöhnt. sie schmecken in der tat frisch besser und man kann dann ende november heldinnenhaft mit einer diät anfangen, weil man das zeugs sowieso nicht mehr sehen kann. aber was ich wirklich nicht verkraften kann: meine nachbarn spielen weihnachtslieder! haben die nicht mehr alle? nur weil gestern in hamburg mutierte megaflocken fielen, müssen sie mich heute damit quälen. mein radio kommt nicht dagegen an, so dröhnen sie hier hoch. leute, es scheint die sonne, es ist herrliches wetter. kerzen könnt ihr noch genug in den nächsten wochen anmachen! letztes jahr erwischt es mich am 24. november, als das erste weihnachtslied im radio lief. das sind dieses jahr 3 tage früher. wo soll das ganze hinführen. lieber nicht hochrechnen. werde ich in zukunft schon an meinem geburtstag im juni mit diesem unsinn gequält?

ich kann mich nicht dagegen wehren. weihnachten macht mir singelig schlechte laune. die erste idee ist irgendwie in die ferne gerutscht mangels konkretion. die zweite idee zerschlägt sich, weil irgendwie das leben im fluss und dieses jahr alles anders ist und die sache mit der familie als dritte idee behagt mir irgendwie auch nicht. blöde jahreszeit.

Freitag, November 19, 2004

weihnachten

die letzten drei jahre habe ich weihnachten nicht mit meiner familie gefeiert. es war ein emanzipatorischer akt in doppelter hinsicht. zum einen geht mir dieses weihnachtsgedöns, insbesondere die musikdudelei, auf die nerven, zum anderen nervte es mich, dass man single als "noch nicht richtig erwachsen weil ohne eigene familie" angesehen wird, der noch "nach hause" fahren soll. die ersten beiden jahre habe ich sehr schön mit freunden gefeiert. letztes jahr fiel das leider aus, weil die einladende freundin mich kurzfristig aus wichtigem grund wieder auslud. da sass ich dann zuhause, bis zum nachmittag des ersten feiertags noch gut gelaunt, dann doch einsam.

als single muß man eben gut planen. vor ein paar tagen bekam ich dann die erste weihnachtshektik. so ein einsames weihnachten, wie letztes jahr, wollte ich dann doch nicht mehr erleben. seit wochen gibt es immer mal wieder unverbindliche gespräche. weit im süden oder im osten wären alternativen. und dann fragen die eltern dieses jahr tatsächlich wieder an. liegt es daran, dass sie mich aus meiner singeligen einsamkeit holen wollen (nachdem motto "sie kann ja wieder nach hause kommen, wenns bei ihrs sowieso nichts wird") oder liegt es am tod meiner oma? eigentlich habe ich es nicht mehr nötig, mich gegen weihnachten aufzulehen und eigentlich sind wir uns familiär durch das langsame sterben näher gerückt. ich könnte also schon. aber ich war so schrecklich oft in ffm in den letzten monaten...

schriftstellerei

ist mir ja schon länger klar, dass schreiben nur zum teil mit schreiben können zusammenhängt. immer dann, wenn ich besonders viel zuhöre, lese und nachdenke, schreibe ich besonders viel und gut. heute nachmittag habe ich viele gute geschichten gehört. lauter "wundergeschichten". um daraus zu lernen.

Donnerstag, November 18, 2004

ein traum

"ich träumte mit meiner mutter in einem dieser schrecklichen wohnaccessoires-geschenk-läden gewesen zu sein. mein blick fiel begeistert von ferne auf ein kissen. sofort wollte es sich meine mutter schnappen und raunte verschwörerisch, dass schon bald weihnachten wäre. beim genauren hinsehen, fand ich das kissen doch blöd, weil es billig aussah und mich an eine bestimmte doofe bettwäsche erinnerte. ich versuchte sie mühsam von ihrer geschenkidee abzubringen. sie fragte verzweifelt, was mir denn sonst gefallen würde und schlug dies und das vor. eine salatschüssel fand ich ganz schön. schon wieder stürzte sie sich darauf. aber auch bei dieser winkte ich ab: ich würde schließlich noch bei meinen eltern leben, wozu brauche ich dann eine eigene schöne salatschüssel."

wieso träume ich mit 36 - seit 15 jahren mit eigener wohnung - so einen müll? meine güte, immer noch nicht von den eltern emanzipiert. und dann diese schrecklich verkrampfte und von missverständnissen geprägte kommunikation.

wenn es denn so einfach wäre

ich komme gerade von meiner hexe, die sich redlich mühe gab, meine fürchterlichen verspannungen wegzumassieren, die für meine unsägliche migräneundkopfschmerzen verantwortlich sind. ihr nüchterner kommentar: deine meridiane sind total blockiert, weil du das was dir mühsam ausdenkst nicht in handlung umsetzt ... ja, wenn ich wüsste, wie...

Dienstag, November 16, 2004

der flexible mensch

meine güte: kaum ist die migräne weg und die rechte gesichtshälfte fühlt sich nicht mehr schmerzhaft gelähmt an, bekomme ich links hinten mörderische kopfschmerzen. normal ist das nicht. was bin ich zur zeit kränklich. schrecklich.

migräne

den zweiten tag migräne. nicht mehr ganz so schlimm wie gestern aber immer noch nicht schön. ob es an der immer noch nicht gemachten steuererklärung liegt. aber mit migräne bekomme ich sie auch nicht hin. als gestern die schmerzmittel nicht mehr halfen, habe ich es mit wodka versucht. keine gute idee, leider.

merken!

mit aufgepumpten rädern radelt es sich besser und schneller.

Sonntag, November 14, 2004

singeliger sonntag

ich sollte jetzt mal frühstücken, bevor es dunkel wird.

eben habe ich im netzt die info gefunden, dass es in harburg eine interessante ausstellung "100 000 Jahre Sex" gibt. diese hat aber nur bis 17 uhr geöffnet und bis ich hübsch und in harburg bin, isses wohl zu spät. führungen sind sonntags um 11 uhr. ich schreibe es mir für nächsten sonntag in den kalender.

andere interessante sachen scheint es heute nicht zu geben. vielleicht mache ich dann endlich diese verflixte steuer oder nutze die gratistelefoniererei der telekom, um mal wieder in der republik rumzuhören, was passiert ist. viel gibts ja von mir derzeit nicht zu erzählen.

edit: jetzt ist es fast dunkel und ich würde zu gerne zappen. aber das macht auch keinen spass mit meinen drei öffentlich rechtlichen programmen, die nach der umstellung auf das digitale fernsehen verblieben sind.

Freitag, November 12, 2004

yippie

guten auftrag klar gemacht. für mich eine neue stufe. wenn wir gut sind, kann das projekt kinder bekommen. budget und good will sind da. meine kollegin sagte zwar seit wochen, dass das ding beauftrag ist, aber ich konnte es erst recht glauben, als der kunde vorhin die wegbeschreibung zum hotel rüberreichte.

ich bin sehr gespannt, wie es wird. eigentlich war in den letzten monaten das thema weit weg. fast gehakt. und die branche ist mir ja auch recht fremd. aber vielleicht packt mich das feuer ja doch wieder. ich kenn mich doch, wenn ich in der bütt stehe sprühe ich funken. ja, es ist gut, dass das dieses jahr noch mal passiert.

Montag, November 08, 2004

"diäten machen dick. und krank."

"Ein harter Vorwurf. Immerhin basieren die Ernährungsempfehlungen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Falsch. Wenn ein Experte behaupten würde, er habe herausgefunden, dass die Schuhgrösse 27 die gesündeste sei, und darum müssten jetzt alle Schuhgrösse 27 tragen, würde man ihn für verrückt halten. Aber wenn ein Experte irgendeine Ernährungsweise für gesund erklärt, dann glauben alle, sie müssten das jetzt nachmachen. Dabei sind die Unterschiede in der Verdauungsphysiologie noch viel grösser als bei der Fusslänge. Jeder verträgt gewisse Nahrungsmittel besser oder schlechter, das ist sehr individuell. Wenn also eine allgemein gültige Ernährung propagiert wird, handelt es sich a priori um Scharlatanerie – egal, wie viele Professoren Mittäter sind.
"

das ganze interview mit dem lebensmittelchemiker udo pollmer steht steht hier. lesebefehl!

(via creature)

Dienstag, November 02, 2004

big boss

vorhin habe ich zum ersten mal die neue serie big boss auf RTL gesehen. interessant. das frauenteam war dem männerteam von anfang an klar überlegen, denn sie waren ein team und nicht nen haufen selbstdarsteller. angeblich soll das in der ersten folge auch schon so gewesen sein. nächste woche mischen sie die teams. schade, ich hätte es gerne erlebt, wie die männer nach und nach sich selbst mit ihren doofe spielchen rausgekickt hätten. aber die chance haben sie ja auch in gemischten teams.

endlich mal ne "show" für unsereins. was mich stört ist diese sensationsmusik und die merkwürdigen schnitte. immer dann, wenn ich gerne mehr infos hätte, wenn ich gerne verstehen würde, was die oder den einzelne/n zu bestimmten handlungen, aussagen oder einsichten bringt, wird es weggeschnitten. damit erscheint der "big boss" (dicke im fernsehen auf vormarsch) willkürlich und autoritär. mein anspruch ist wohl zu viel verlangt für so nen sender. trotzdem, unterhaltsam, nicht uninteressant. kurz: gar nicht so schlecht.

obwohl ich mich derzeit von so etwas weit weg fühle und die ganze zeit dachte, dass ich mich derzeit wirklich wenig für das thema organisationsberatung interessiere, fesselt mich die sendung doch. vielleicht, weil ich nicht als beraterin gefragt bin, sondern kichernd auf dem sofa die beknackten jungsspiele anschauen kann.

erwachsen

sex and the city wird erwachsen. samantha hat krebs und carrie denkt über ein kind nach. ich hätte fast geweint. ging aber schlecht, denn ich saß in einer kneipe voller junger leute. skurrilerweise saßen bei mir am tisch zwei männer, die investmentzeugs besprachen. sie lachten immer an stellen, wo worte wie "blow job" fiel. ich glaube, ich bin gerade wieder etwas nah am wasser gebaut.

räder und männer

vielleicht ist es mit den männern ähnlich wie mit den fahrrädern. bisher hatte ich noch nie wirklich längere beziehungen mit fahrrädern. früher wollte ich immer kleine rolls royce-räder haben. am liebsten stellte ich sie mir selbst zusammen, wählte den passenden lenker und achtete auf so kleine details wie die zusammenstellung des zahlenkranzes. es fuhr sich ganz gut. aber es klaute sich auch ebenso gut. sieben fahrräder wurden mir in den vergangenen 20 jahren geklaut und zwei gewaltsam zerstört.

als ich in vietnam war sah ich, wie die jungen schönen vietnamesinnen hochherrschaftlich auf hollandrädern fuhren. die haare und die rockschöße wehten im wind, sie saßen aufrecht und hatten alles im blick. und das zu einer zeit, in der bei uns diese mountainbikes in waren, auf denen jeder wie ein affe saß. zurück in deutschland kaufte ich mir ein wundervolles hollandrad. allerdings natürlich eines mit allerlei technischem schnickschnack. supergute gangschaltung und extra dicke reifen für das berliner kopfsteinpflaster. es störte mich nicht, dass ich das rad ein wenig hässlich fand. die farben lagen mir nicht. es waren die gleichen farben wie meine schultüte, die mir mein verhältnis zur schule versaut hatten - aber das ist eine andere geschichte. als mir dieses wunderbare fahrrad geklaut wurde, habe ich sehr geweint. ich fand es so ungerecht. sollten sie doch mercedessterne abknicken und autos klauen. wie kann man nur armen leuten ihr fahrrad klauen!

zwei meiner fahrräder wurden zertreten. anscheinend macht es betrunkenen jungsgruppen spaß, fahrräder zu zertreten. auch hier mein unverständnis. macht es nicht auch spass autspiegel abzuknicken? muß es mein fahrrad sein? es ist sehr traurig, ein zusammengetretenes fahrrad zu sehen.

nachdem mein "vietnamesisches" rad geklaut war, habe ich mir eine gebrauchte rübe gekauft. ich hatte immer das gefühl überhaupt nicht mit ihr vorwärts zu kommen. klar,sie fuhr irgendwie, aber kleinste erfolge waren mit immensem kraftaufwand verbunden. dieses rad hasste ich so, dass ich sehr selten mit ihm gefahren bin. ich liess es immer unangeschlossen draußen herumstehen - gerne auch an bahnhöfen - aber das verflixte ding war sehr anhänglich. ich wurde es erst los, als ich es wie ein hund in den ferien an der autobahn anband, mich umdrehte und wegging. es war keine autobahn, sondern ein berliner hinterhof.

jetzt habe ich ein ganz mittelmäßiges rad. von weitem ähnelt es meinem vietnamesischen liebling, außer dass es schwarz ist. es ist von einem freizeit-discounter und diverse brüder und schwestern fahren hier in der gegend herum. es hat eine mittelmäßige gangschaltung, ist mittelmäßig schwer und mittelmäßig bequem. es ist nützlich. ich mag es, aber ich liebe es nicht. es ist mir auch zu gefährlich, eine tiefere beziehung mit einem fahrrad aufzubauen. ich könnte ja wieder verletzt werden.

in den ersten drei jahren habe ich es immer in den vierten stock getragen, damit es nicht nass oder geklaut wird. seit einem jahr mache ich es nicht mehr. ich habe mich damit abgefunden, dass fahrräder und ich nur lebensabschnittspartner sind. obwohl ich in einer kneipengegend wohne, in der nachts oft auf der straße randaliert wird, steht es draußen. wir kommen gut zusammen klar. es fährt einigermaßen gut. vor zwei wochen habe ich entdeckt, dass ich keine fünf-gang-schaltung habe, sondern sogar sieben gänge. man muß sich nur aufeinander einlassen, dann gibt es immer wieder neues zu entdecken.

es ist mit zwei billigen schlössern angeschlossen und steht treu und brav immer am selben platz. weil ich es schon gerne hätte, dass es mir weiter zur verfügung steht, habe ich seit einem jahr noch ein spirituelles schloss. ich habe die da oben gebeten, auf mein rad aufzupassen. erstaunlicherweise ist es immer noch bei mir. vielleicht passt dieses mittelmäßige fahrrad ganz gut zu mir und vielleicht halten anspruchslose beziehungen doch ein leben lang. aber vielleicht ist alles auch ganz anders

Montag, November 01, 2004

schade

gestern in der u-bahn unterhielten sich zwei finninnen lautstark und ich verstand kaum ein wort mehr. wie schade, dass sprachen und sport keine dauerhaften effekte haben.

Donnerstag, Oktober 28, 2004

civil society

gestern war ich bei einem infoabend der aids-hilfe, um mich über einen ehrenamt zu erkundigen. ich war erstaunt, wie viele ehrenamtliche dort arbeiten: ca. 200. ich war auch erstaunt, wie wenig einsatz verlang wird (ca. 8 stunden im monat, oft auch weniger) und wieviel dafür (z.b. durch schulungen) gegeben wird. und ich war erstaunt, wie unterschiedlich die menschen waren, die bei diesem infoabend saßen. ich freue mich nun schon, auf das gespräch am montag. mal schaun, welche spannenden dinge ich dort tun kann.

Montag, Oktober 25, 2004

noch nichts dazu gelernt

als ich in der zweiten klasse war, war ich eine ziemliche heulsuse. man sagte mir, dass ich damit aufhören sollte, weil meine mutter krank sei und da wäre ja auch noch der kleine bruder. als großes mädchen sollte ich doch nicht so zur last fallen. ich versuchte damit aufzuhören und heulte nicht mehr. aber das problem konnte ich nicht ganz beseitigen. immer, wenn ich etwas nicht konnte und es mir wahrnsinnig schwer fiel, etwas zu lernen, war ich frustriert. aber seit der zweiten klasse, schlucke ich die tränen herunter und ziehe mich in den hintesten winkel der welt zurück.

auf dem chorwochenende probten wir ein lied, dass mir einfach nicht liegt. auch wenn mir sonst, alles was mit musik zu tun hat leicht fällt. dieses lied ist mein feind. in dem moment, wo ich merkte, dass ich es so nicht lernen, zog ich mich zurück. ich hatte keine kraft mehr, nach anderen lösungen zu suchen. ich zog mich scheinbar beleidigt aber sehr traurig zurück. nach dem spiel ist vor dem spiel. statt nach der probe und vor der nächsten probe es für mich alleine zu üben, verdrängte ich das problem. am nächsten tag wieder der gleiche frust. ich konnte es, trotz versuch und guten willens, einfach nicht. die tränen juckten im hals. ich zog mich zurück. das selbe am übernächsten tag, ich musste den raum verlassen. traurig und wütend auf mich selbst. mittlerweile bin ich innerlich so gesperrt, dass ich es wahrscheinlich gar nicht mehr lernen kann. wieso reagiere ich immer noch wie ein achtjähriges mädchen? wieso hänge ich die latte so hoch und scheitere an meinem ehrgeiz? warum ist das verdammt noch mal so wichtig?

Donnerstag, Oktober 21, 2004

es geht wieder los

es bewegt sich was. die körperteile, die mit interesse zu tun haben, werden gerade wieder durchblutet. etwas neues regt sich. ein zartes pflänzchen. und es wird wirklich ganz anders, als ich mir das in den letzten jahren vorstellte. alte fähigkeiten, neue themen. ich erschaffe mir einen neuen beruf, weiß noch nicht, wie er heißt. aber es hat was mit beratung zu tun und das schreiben bleibt nach wie vor wichtig. die letzten zwei jahre waren eher vorbereitung als umweg. es ist die selbe erkenntnis wie am 5.2.2002, nur da habe ich sie noch nicht ernst genommen. habe mich noch nicht getraut. liess mich ablenken. ab nächste woche wird alles gut, prophezeite man mir. ich freue mich drauf.

und vorher genieße ich das chor-wochenende. wie schön, drei tage viel singen!

Mittwoch, Oktober 20, 2004

wie geht glauben?

fein. wieder mal ne kleine krise (ein teil der großen krise) hinter mir. in kombination mit einer fiesen erkältung war es wirklich nicht schön. ich weiß nicht genau, wo das huhn und wer das ei war.

fünf frauen holte mich raus. jede auf ihre weise. ganz wunderbar. es sind immer gespräche, die mich rausholen. gedankengeschenke, die ich im kopf so lange rumdrehe, bis ich wieder einen funken feuer spüre. was bin ich für ein glückspilz, dass ich so tolle frauen kenne!

heute die frage, wie glauben entsteht. krise entsteht aus mangelgefühlen. fülle hat mich wieder rausgeholt. die fülle an freundinnen, die einfach für mich da. also ist fülle da. immer. auch während einer krise. das problem scheint die wahrnehmung zu sein. ich kann in krisen die fülle nicht wahrnehmen und darauf vertrauen, dass alles schon wieder gut geht. der altvertraute glaubenssatz des mangels ist dann größer. wie kann ich den glauben an die fülle verfestigen? wie geht glauben?

Samstag, Oktober 16, 2004

kleines glück

h&m hat eine arme poetin heute mit einem billigen wintermantel (genau, wie erträumt) glücklich gemacht. wie wunderbar, dann kann ich im winter ja doch unter leute gehen. das sind die momente, in denen wenig geld haben erträglich ist.

merken!

mit frisch gewaschenen haaren, mit mich umschwingenden engelslocken, fühle ich mich schon weniger krank als gestern!

Freitag, Oktober 15, 2004

wenigstens

heute fand ich mich den ganzen tag schrecklich: dick und hässlich. aber wenigstens habe ich schöne hände. eigentlich ist meine rechte hand noch schöner als die linke. ich habe in meiner jugend zu viel handball gespielt und hatte einige fingerbrüche und kapselrisse. aber ne kamera mit links zu bedienen ist gar nicht so einfach. die armen linkshänder!



keine ahnung, wieso meine bilder neuerdings so pixelig sind. nennen wir es kunst.

abwehrkräfte

ich fürchte, es nützt nichts, nur actimel zu trinken.

ganz abgesehen davon, dass meine erkältung nach einer woche zwar die relevanten stufen durchlaufen hat, ich mich aber mies fühle wie selten.

gestern war ich bei einer freundin und erzählte ein bißchen aus den letzten wochen. irgendwann unterbrach sie mich schockiert und sagte: es ist kein wunder, dass du dich schlecht fühlst. du erzählst mir eine geschichte nach der anderen, wie andere dich verletzten. statt dich zu wehren, bist du immer und immer wieder in diese situationen rein, spieltest die verletztung runter und hast dich erneut und erneut verletzen lassen.

Mittwoch, Oktober 13, 2004

bilanz

normalerweise mache ich nicht jedes blog-spielchen mit. aber das passt in meine stimmung (via zeitgenossen:

01. Bought everyone in the pub a drink
02. Swam with wild dolphins
03. Climbed a mountain
04. Taken a Ferrari for a test drive
05. Been inside the Great Pyramid
06. Held a tarantula.
07. Taken a candlelit bath with someone
08. Said 'I love you' and meant it
09. Hugged a tree
10. Done a striptease
11. Bungee jumped
12. Visited Paris
13. Watched a lightning storm at sea
14. Stayed up all night long, and watch the sun rise
15. Seen the Northern Lights
16. Gone to a huge sports game
17. Walked the stairs to the top of the leaning Tower of Pisa
18. Grown and eaten my own vegetables
19. Touched an iceberg
20. Slept under the stars
21. Changed a baby's diaper
22. Taken a trip in a hot air balloon
23. Watched a meteor shower
24. Gotten drunk on champagne
25. Given more than you can afford to charity
26. Looked up at the night sky through a telescope
27. Had an uncontrollable giggling fit at the worst possible moment
28. Had a food fight
29. Bet on a winning horse (even if it was only $1)
30. Taken a sick day when I was not ill
31. Asked out a stranger
32. Had a snowball fight
33. Photocopied your bottom on the office photocopier
34. Screamed as loudly as you possibly can
35. Held a lamb
36. Enacted a favorite fantasy
37. Taken a midnight skinny dip
38. Taken an ice cold bath
39. Had a meaningful conversation with a beggar.
40. Seen a total eclipse. (Through one of those fourth grade cardboard "save your eyes" thingies...)
41. Ridden a roller coaster
42. Hit a home run
43. Fit three weeks miraculously into three days
44. Danced like a fool and not cared who was looking
45. Adopted an accent for an entire day
46. Visited the birthplace of your ancestors
47. Actually felt happy about your life, even for just a moment
48. Had two hard drives for your computer
49. Visited all 50 states
50. Loved your job for all accounts
51. Taken care of someone who was shit faced
52. Had enough money to be truly satisfied (maybe now?)
53. Had amazing friends
54. Danced with a stranger in a foreign country
55. Watched wild whales
56. Stolen a sign
57. Backpacked in Europe
58. Taken a road-trip
59. Rock climbing
60. Lied to foreign government's official in that country to avoid notice
61. Midnight walk on the beach
62. Sky diving
63. Visited Ireland
64. Been heartbroken longer then you were actually in love
65. In a restaurant, sat at a stranger's table and had a meal with them
66. Visited Japan
67. Benchpressed your own weight
68. Milked a cow
69. Alphabetized your records (and CD's and tapes and and and...)
70. Pretended to be a superhero
71. Sung karaoke
72. Lounged around in bed all day
73. Posed nude in front of strangers
74. Scuba diving
75. Got it on to "Let's Get It On" by Marvin Gaye
76. Kissed in the rain
77. Played in the mud
78. Played in the rain
79. Gone to a drive-in theater
80. Done something you should regret, but don't regret it.
81. Visited the Great Wall of China
82. Discovered that someone who's not supposed to have known about your blog has discovered your blog
83. Dropped Windows in favor of something better
84. Started a business
85. Fallen in love and not had your heart broken
86. Toured ancient sites
87. Taken a martial arts class
88. Swordfought for the honor of a woman
89. Played D&D for more than 6 hours straight
90. Gotten married
91. Been in a movie
92. Crashed a party
93. Loved someone you shouldn't have
94. Kissed someone so passionately it made them dizzy
95. Gotten divorced
96. Had sex at the office
97. Gone without food for 5 days
98. Made cookies from scratch
99. Won first prize in a costume contest
100. Ridden a gondola in Venice
101. Gotten a tattoo
102. Found that the texture of some materials can turn you on
103. Rafted the Snake River
104. Been on television news programs as an "expert"
105. Got flowers for no reason
106. Masturbated in a public place
107. Got so drunk you don't remember anything
108. Been addicted to some form of illegal drug
109. Performed on stage
110. Been to Las Vegas
111. Recorded music
112. Eaten shark
113. Had a one-night stand
114. Gone to Thailand
115. Seen Siouxsie live
116. Bought a house
117. Been in a combat zone
118. Buried one/both of your parents
119. Shaved or waxed your pubic hair off
120. Been on a cruise ship
121. Spoken more than one language fluently
122. Gotten into a fight while attempting to defend someone
123. Bounced a check (I didn't mean to! But alas, more than once...)
124. Performed in Rocky Horror
125. Read - and understood - your credit report
126. Raised children
127. Recently bought and played with a favorite childhood toy
128. Followed your favorite band/singer on tour
129. Created and named your own constellation of stars
130. Taken an exotic bicycle tour in a foreign country
131. Found out something significant that your ancestors did
132. Called or written your Congress person
133. Picked up and moved to another city to just start over to be with the one you love
134. ...more than once? - More than thrice?
135. Walked the Golden Gate Bridge
136. Sang loudly in the car, and didn't stop when you knew someone was looking
137. Had an abortion or your female partner did
138. Had plastic surgery
139. Survived an accident that you shouldn't have survived.
140. Wrote articles for a large publication
141. Lost over 100 pounds
142. Held someone while they were having a flashback
143. Piloted an airplane
144. Petted a stingray
145. Broken someone's heart
146. Helped an animal give birth
147. Been fired or laid off from a job
148. Won money on a T.V. game show
149. Broken a bone
150. Killed a human being
151. Gone on an African photo safari
152. Ridden a motorcycle
153. Driven any land vehicle at a speed of greater than 100mph
154. Had a body part of yours below the neck pierced
155. Fired a rifle, shotgun, or pistol
156. Eaten mushrooms that were gathered in the wild
157. Ridden a horse
158. Had major surgery
159. Had sex on a moving train
160. Had a snake as a pet
161. Hiked to the bottom of the Grand Canyon
162. Slept through an entire flight: takeoff, flight, and landing
163. Slept for more than 30 hours over the course of 48 hours
164. Visited more foreign countries than U.S. states
165. Visited all 7 continents
166. Taken a canoe trip that lasted more than 2 days
167. Eaten kangaroo meat
168. Fallen in love at an ancient Mayan burial ground
169. Been a sperm or egg donor
170. Eaten sushi
171. Had your picture in the newspaper
172. Had 2 (or more) healthy romantic relationships for over a year in your lifetime.
173. Changed someone's mind about something you care deeply about
174. Gotten someone fired for their actions
175. Gone back to school
176. Parasailed
177. Changed your name
178. Petted a cockroach
179. Eaten fried green tomatoes
180. Read The Iliad
181. Selected one "important" author who you missed in school, and read.
182. Dined in a restaurant and stolen silverware, plates, cups because your apartment needed them
183. ...and gotten 86'ed from the restaurant because you did it so many times, they figured out it was you
184. Taught yourself an art from scratch
185. Killed and prepared an animal for eating
186. Apologized to someone years after inflicting the hurt
187. Skipped all your school reunions
188. Had sex with someone half your age or twice your age.
189. Been elected to public office
190. Written your own computer language
191. Thought to yourself that you're living your dream
192. Had to put someone you love into hospice care
193. Built your own PC from parts
194. Sold your own artwork to someone who didn't know you
195. Had a booth at a street fair
196. Dyed your hair
197. Been a DJ
198. Found out someone was going to dump you via LiveJournal
199. Written your own role playing game
200. Been arrested

....and YOU ?

soooo schlecht ist meine bilanz gar nicht. finde ich.

Dienstag, Oktober 12, 2004

feminismus light

frau heidenreich sagte eben bei "lesen" etwas vor einem großen publikum, was mich seit langer zeit beschäftigt und seit monaten von einem guten freund trennt. sinngemäß: wir frauen lesen eure (der männer) ganzen bücher ... aber ihr lest keine schriftstellerinnen. und dann sitzt da ein sanfter mann, der frauenversteher reinhard may, und stellt begeistert das buch einer autorin vor. und sie freut sich darüber und gibt ihrer freude ausdruck, dass ein mann, den weiblichen blick auf die welt bewundert. jawohl. ich sollte mein männerbild korrigieren und die patriacharle welt möge sich bitte ändern.

alles doof

ich werde jetzt eine erbsensuppe kochen. zwar habe ich keinen hunger aber selbst schälerbsen kochen fast zwei stunden und aufgewärmt schmeckt die suppe ja noch besser. vielleicht wärmt sie mein herz.

mir geht es nicht gut. die tränen stehen bis oben. weil ich verschnupft bin merkt man es nicht. vielleicht sind die nicht geweinten tränen der schleim.

"auf los stehen" ist nur theoretisch toll. ich sah immer nur das "los gehen", was neues machen. langsam werde ich ungeduldig, weil ich nicht weiß, in welche richtung. heute der einwand, ich müsste erst loslassen, bevor es losgeht. ja scheiße, wie denn, wenn ich noch nicht mal richtig heulen kann. es ist so wahnsinnig schwer, sich von einem 14 jahre altem traum zu verabschieden. ein traum, der mir identität verschaffte und mich vieles erleiden liess, weil ich immer wußte, dass er es wert war. jetzt muß ich mir, nach 2 jahren "traumerreichung" wohl eingestehen, dass ich gescheitert bin.



scheitern ist so ein deutsches wort. trotzdem, es hat einfach nicht geklappt, sie haben mich nicht reingelassen. ich komme mir vor wie ein alien.

Montag, Oktober 11, 2004

noch nicht ganz unten

irgendwie ist es auch schön zu merken, dass es immer noch weiter nach unten gehen kann. man ist noch nicht an der talsole angelangt. steigerungen sind noch möglich. eigentlich hätte ich letzte woche so ne art jubiläum feiern sollen. der vier-monatige-geburtstag meiner depression. mensch, so lange kann man damit leben, ohne sich vor den zug zu werfen. ist doch auch irgendwie schön. aber geplatzte termine und meine erkältung kamen dazwischen. wenn man dann so in sein taschentuch schneuzt und sich zum ersten mal im leben nicht mehr sorgen darüber macht, dass das, was man dort findet die hart erarbeitete hirnmasse sein könnte, dann ist doch irgendwie alles gut. oder alles ziemlich scheiße, weil sowieso egal.

zum ersten mal in meinem leben weiß ich wirklich nicht mehr weiter. es fehlt mir das wohin. bisher hatte ich immer ziele. leider haben sie sich in luft aufgelöst. da stehe ich nun mit all meinen anstudierten kenntnissen und fähigkeiten, huste mir die seele aus dem leib und zucke mit den achseln. vorhin rief mein finanzbeamter an und fragte, wieso meine umsätze im jahr 2002 so schlecht waren und wohin denn nun mit dem verlustvortrag. ha, sagte ich, sie kennen die von 2003 und 2004 noch nicht. wußten sie eigentlich, dass wir rezession haben? er hat eine schöne stimme, mein finanzbeamter, aber das bringt mich auch nicht weiter.

es ist schon faszinierend was alles nicht klappen kann, wenn man erst mal bemerkt hat, dass nichts klappt. kaum hat man die wahrnehmung darauf gerichtet, wird scheitern zu einer wunderbaren kettenreaktion. nur das beschissen gute wetter hält mich ab, völlig in trüben gedanken zu versinken. glücklicherweise habe ich ja noch meine erkältung. es wäre aber auch sonst zu schön!

Samstag, Oktober 09, 2004

zaubertränke

eben bin ich völlig verschnupft aus frankfurt zurückgekommen. völlig verschnupft! bin im zug fast an erfrierungen und atemnot gestorben. dann trank ich ein actimel in der hoffnugn, dass morgen wieder alles gut wird. ist wohl naiv. aber ich habe noch einen rest wicmedinight oder wie das zeugs heißt im schrank gefunden. toll. schmeckt wie sambuca, gibt nen ordentlichen schlag auf den kopf und wirkt wunder. schnupfenwegfix oder so würde das bei asterix heißen. "gott gebs" sagte meine ur-oma, wenn sie einen kuchen in den backofen schob.

Mittwoch, Oktober 06, 2004

reizend

nachdem in den letzten tagen wirklich so ziemlich alles schief ging, was schief gehen konnte, heute wenigstens ein kleiner lichtblick. "ich benetze deine wangen mit küssen und grüße dich". hach! (eingeweihte wissen natürlich, welcher mann das verbale wellnessprogramm so perfekt beherrscht. allen anderen rate ich einfach einen tollen roman zu schreiben, dann verrate ich, wer eine/n durch wörter glücklich machen kann.) das war der vorläufige bericht zur buchmesse meinerseits.

Montag, Oktober 04, 2004

berlin lockt

gestern habe ich eine gute stunde mit dem saxophonisten meiner wunderbaren band "nimm das" (die es seit 2001 leider nicht mehr gibt) telefoniert. eigentlich rief er wegen etwas bestimmten an, aber schnell waren wir bei anderen themen - wir hatten uns mehr als vier jahre nicht gesprochen. als er mich fragte, ob ich noch liedtexte schreiben würde, wurde erneut bewußt, dass die einzigen dinge, dir mich (außer sex) zur zeit wirklich reizen das schreiben und die musik sind. auch von ihm, ähnlich wie von j. vor ein paar monaten, wunderbare komplimente ob meines talents. er sagte, dass er meine art, musik zu machen vermissen würde und sagte, ich könne sofort bei seiner anderen band einsteigen, wenn ich in berlin leben würde. dann zeigte er mir auf, dass es immer noch billiger ist, in berlin zu leben und war schon fast so weit, mir seine untervermietete wohnung anzubieten, um mir einen grund zu liefern, nach berlin zurückzukehren.

es lockt. es reizt mich. wenn musik und schreiben wirklich derzeit das einzige ist, was mich interessiert, wenn ich mir mal wieder ein bohemian-leben vorstellen kann, wenn es in berlin billiger ist zu leben, wenn mir so warme gefühle von berliner freunden und bekannten entgegengebracht werden, wenn ich zur zeit sowieso nicht weiß, was ich mit meinem leben machen sollte, wenn mich so wenig in hamburg hält, weil ich nach vier jahren immer noch nicht heimisch geworden bin - wieso gehe ich dann nicht nach berlin zurück? aber es wäre nicht originell. schon zweimal habe ich die stadt gewechselt, um mein leben zu ändern. ich hatte mir geschworen, niemals mehr ohne konkreten anlass umzuziehen.

vor ein paar wochen war ich schon mal an diesem punkt. ich habe mich dann mit blutendem herzen gegen einen umzug und für mich entschieden. ich beschloss, mich auf mich zu konzentrieren, in mich hineinzuhorchen, mit mir zu ringen, um herauszufinden, was ich wirklich will. verdammt, warum ist das so schwer!

Samstag, Oktober 02, 2004

gar nicht übertrieben

nach dem frühstück eine kurze geschichte geschrieben, während die waschmaschine die hausarbeit erledigte. kurz vor vier rief ich eine freundin an, ob wir nicht jetzt gleich einen kaffee trinken gehen wollten. eben, so um 11 bin ich zurück. gut angefüllt mit gehaltvollen gesprächen, leckerem kaffee, animierende blicke auf einen gut gebauten bediener, dem einen oder anderem mädchenbier und einem erotischen wodka. jetzt noch eine kleinigkeit essen und noch was lesen. so lob ich mir einen netten samstag.

narzisse

seit monaten überlege ich, ob ich nicht lust hätte, eine therapie-ausbildung zu machen. es würde mich sehr interessieren, mehr über 'gestalt' zu lernen. außerdem beschäftigte mich ja bereits die erkenntnis, dass ein erfolg-in-5-stunden-hopp-hopp-coaching ganz schön anstregend ist und ich eher lust auf längere prozesse habe.

heute morgen jetzt die erkenntnis, dass ich derzeit wirklich wenig an anderen interessiert bin und der helfertrieb gerade ziemlich ausgeschaltet ist. ich möchte mich selbst besser kennenlernen. mehr nicht.

Freitag, Oktober 01, 2004

wieder drin

kaum zu glauben, das buch ist wieder in der liste.nachdem es 22 wochen drin war, hatte ich mich daran gewöhnt. als es letzte woche rausgefallen ist, versuchte ich zu akzeptieren, dass es vorbei ist, nun bergab geht. und rechtzeitig zur buchmesse ist es wieder drin. klasse!

lyrik wettbewerb

depression die unerkannte krankheit. und gleichzeitig wird oft vorschnell gesagt, dass man depressiv sei. ein wenig aufmerksamkeit auf dieses thema schadet nie und in der vermutung, dass hier auch einige depressive oder/und dichter mitlesen der hinweis auf einen depressions-lyrik-wettbewerb. einsendeschluss 31. oktober.

Donnerstag, September 30, 2004

so so

es ist nicht so schön, dass bratkartoffeln so lange brauchen und zwischendurch schon so unglaublich lecker riechen. es ist auch nicht schön, dass die wohnung hinterher noch ewig so riecht. aber es ist schön, während des wartens auf die bratkartoffeln, frau fragmentes blog zu lesen. schön ist auch, nebenher "udo" zu schauen. wußten sie, dass ich keinen anderen mann lieben kann als udo jürgens? und wußten sie, dass ich 17 platten von udo habe? schön war auch, als ich mit markus s. in der gelben küche "am friedrichshain" immer "buenos dias argentinia" gesungen habe. immer abwechselnd, mal war er udo und ich die nationalmannschaft oder umgekehrt.

nicht normal

alle freundinnen, mit denen ich über längere jahre befreundet war oder bin, haben mittlerweile kinder. zur zeit vergeht kaum ein tag, an dem ich nicht eine geburtsanzeige oder pre-oder postnatale babygeschichtn erzählt bekomme. immer wieder suche ich mir frauen, die genauso singelig, beruflich engagiert, großstädtisch leben wie ich. aber früher oder später erwischt sie es auch. nur mich nicht. seltsam.

versetzt-gefühl

heute ist der tag an dem alle termine ausfallen. morgens um 11 hätte ich einen geschäftstermin mit partnern und einem projekt, dass mich beseelt hätte, gehabt. leider ausgefallen. es war nicht der richtige zeitpunkt. ommmm. man darf potentielle kunden nicht zwingen. mittags hätte ich eine freundin auf geschäftsreise in hamburg treffen sollen, die ich monatelang nicht gesehen hatte. ich freute mich, ihr ein wunderschönes café zu zeigen, sie wiederzusehen und mit ihr zu plaudern. aber leider geht das geschäft vor. heute abend, sollte der startschuss meines 8er-gesangs-ensembles sein. aufgrund der unklarheit, wann die beerdigung stattfinden sollte, sagte ich ab. jetzt findet der termin nächste woche statt.leider bin ich nächsten woche auch nicht da.

was hat das alles zu bedeuten? ich fühle mich einsam und versetzt. die tränen stehen im hals. die sonne scheint. vielleicht ist das ein zeichen? vielleicht sollte ich mal wieder einfach so unter leute? ich bräuchte ja noch ein paar hohe schwarze schuhe, mit denen man einen ganzen tag auf der messe rumlaufen und abends tanzen kann. wahrscheinlich ist es unmöglich, solche schuhe zu finden, aber es wäre ein anlass, mal ganz ohne termindruck durch die stadt zu schlendern.

Dienstag, September 28, 2004

ein kind mit vierzig

mein frauenarzt erzählte mir letzte woche, dass er auch ein buch geschrieben hätte: ein kind mit 40. ich hatte ihn falsch verstanden, dachte an männer, die nicht erwachsen werden wollen. was ein spannendes thema.

jetzt frage ich mich, ob ich nicht zielgruppe für das buch bin. ein scheiß alter ist das!

lähmung

tage, die schon mit migräne beginnen gehören nicht zu meinen liebsten. gestern hatte ich wenigstens nen grund nach den drei verschiedenen alkoholika und dem halben päckchen zigarillos sonntag-abend. da fühlt es sich gut an, sich schlecht zu fühlen. aber heute? ich habe ausreichend geschlafen und gestern schön gesungen. was soll dieses taube gefühl auf meiner rechten augenbraue, das mein auge fast zudrückt?

auch marie kündigt, um nachzudenken. wie so viele freunde von mir. es ist zur zeit wirklich auffällig, wieviel gute, an sich leistungsfähige leute einfach aussteigen. weil sie sich nicht in sinnlosen systemen verheizen lassen wollen. meine lebenssituation ist zur zeit eigentlich auch nichts anderes, nur dass sie als selbständige permanent ähnlich ist und deswegen in den krassen krisen nicht mit so einem symbolischen schritt verbunden ist. sind das normale midlife-krisen (mit mitte 30 oder mitte 20 ??) oder ist irgendetwas mit unserer gesellschaft los, die es uns nicht gerade leicht macht?

Sonntag, September 26, 2004

zwei gefühle

meine oma ist vorhin gestorben. es fühlt sich noch nicht an. ein bißchen erleichterung. noch keine trauer.
unglücklich verliebt. geirrt. verirrt. entliebt. fühlt sich scheiße an.

S-eltsam

zur zeit mache ich fast ausschließlich dinge mit "S". ich Singe mit großer leidenschaft. gestern als quartett auf einer hochzeit. singen ist das, womit ich mich zur zeit am allerbesten entspannen kann. ich Schreibe zur zeit unglaublich viele seiten pro tag und das an zwei projekten. es fliesst. schön. naja und mit Sex beschäftige ich mich zur zeit gedanklich auch weit mehr, als es für die jahreszeit normal wäre. außerdem S schlafe ich derzeit unheimlich viel. komme abends nicht ins bett und morgens nicht mehr raus. vielleicht sollte ich noch Suppe hinzufügen, damit ich nicht verhunger. wo es jetzt doch wieder so schöne kürbisse gibt.

Samstag, September 25, 2004

heizen

ich werde alt. noch niemals habe ich im september geheizt. gestern bin ich schwach geworden und habe die blöden nachtspeicheröfen angeschmissen.

in meiner familie gibts es eine frosttradition. zieh dir einen pullover an, wenn du frierst. man muß im winter nicht im t-shirt herumlaufen, hieß es in meiner familie. meine eltern schlafen im kühlschrank, weil es gesund ist. ist kann mir allerdings nicht vorstellen, dass es für die libido gesund ist. macht aber nichts, ich bin ja schon auf der welt.

lange jahre wohnte ich in berlin mit kohlen. es gab zwei problem. das erste problem war, dass ich im 3. stock wohnte und die kohlen im keller. wir fanden selten zusammen. man konnte auch nur tagsüber in den keller gehen, weil es so gruselig war. das führt schon zum zweiten problem. mit kohlenheizen ist schon schön, irgendwie archaisch. aber wenn man es nicht plant, ist im wahrsten sinne der ofen aus. dann dauerts bis es wieder warm ist. und immer wenn man gerade friert, ist es abends und der weg in den kohlekeller ist gruselig. man kommt mit grauen haaren zurück, weil überall spinnweben drin sind. dann muß man duschen. das ist in der kälte auch nicht schön. und an nassen haaren ist immerhin meine großtante gestorben. wenns dann warm geworden ist, möchte man schlafen, was ja auch im warmen nicht so gut geht. gar nicht so einfach.

in hamburg ist es mit den fiesen nachtspeichern auch nicht besser. auch hier muß man doof planen. gestern saß ich hier mit zwei pullovern, zwei paar socken und nem fiesen kratzen im hals. heute ist es zu warm und ich trage t-shirt. ich versuche nicht an da asbest zu denken, werde aber daran erinnert, weil der ofen vor sich hinstinkt. in den nächsten tagen, muß erst mal der gesamt sommerstaub verbrannt werden. da müssen wir durch, die öfen und ich. ich glaube, ich schalte sie morgen wieder aus und kaufe neue teesorten. dann verbringe ich zwar die hälfte der tage aufm klo, wo es natürlich im wahrsten sinne des wortes arschkalt ist, weil das bad gar nicht geheizt wird, aber es ist bestimmt gesund.

ein frohes wochenende wünsche ich.

Sonntag, September 19, 2004

be-enden

eben war sah ich im kino einen dokumentarfilm über elisabeth kübler-ross. am meisten berührte mich die szene, als sie einer gelähmten, sterbenden frau, die nicht mehr sprechen konnte, die augen dafür öffnete, dass auch ihr jetztiger zustand einen sinn hat: dass alle beteiligten, ihre kinder und sie, etwas lernen könne, in dem sie ihnen die chance gibt auch sie einmal zu bemuttern.

in workshops, in denen es um die angst vor dem tod ging, brachte sie den teilnehmenden die freude am leben bei. in dem sie ihnen zeigte, dass es sinn macht "offene enden" zu schließen, nahm sie ihnen die last von den schultern. denn wenn man dies erst in den letzten stunden kapiert, ist vieles nicht mehr zu erledigen. kein ganz neuer gedanke für mich - therapie ist nicht viel anders. eine freundin sagte in einem konfliktgespräch ähnliches vergangene woche zu mir. trotzdem muß ich manche dinge oft, sehr oft, lesen und hören, bis ich sie an mich wirklich heranlasse. für mich, immer noch sehr konfliktscheue frau, eine wichtige erkenntnis.

Mittwoch, September 15, 2004

gelähmt

ich kenne mich zur zeit gar nicht. ich bin gar nicht ich. die gängigen schubladen funktionieren nicht. das, was ich zur zeit fühle ist nicht mit "depressiv" zu labeln. obwohl es ähnlich ist. ich fühle mich wie gelähmt. manchmal zittern mir sogar arme oder beine ohne jeden grund. ich habe keine kraft und keine lust. meine wangen sind nicht mehr so hart. ich bin selten geschminkt, damit das weinen nicht so in den augen brennt. ich kann mich für kaum etwas begeistern. und wenn, dann hält die begeisterung nur ein paar minuten an. zu kurz, um es aufzuschreiben oder sinnvoll zu verwerten. früher hätte mich ein artikel wie dieser (via jeremin)ganz kribbelig gemacht. jahrelang fühlte ich mich wie betankt, wenn ich von leuten las, die arbeit mit sinn machten. heute lese ich es, sage "aha" und klicke weiter.

es ist ja nicht so, dass ich so was ähnliches nicht schon mal erlebt hätte. genauer gesagt waren die letzten male 1996 als ich meine doktorarbeit schmiss, 1999 kurz bevor ich nach hamburg zog, 2001 nach zwei firmenpleiten, die ich als angestellte erlebte. muß das so häufig sein? unter effizienzgesichtspunkten würde ich bei einem rückblick möglicherweise netto nicht auf glückliche jahre kommen. gut, es fühlt sich anders an, ich rede es mir mit "um daraus zu lernen" schön. aber es macht mich schwach, mich so schwach zu erleben.

Dienstag, September 14, 2004

es gibt viel zu tun

"Ich weiß jetzt, wie man Prioritätenlisten aufbaut, und kann zwei, drei Dinge parallel abarbeiten"
Jürgen Klinsmann, Bundestrainer, über seine Erfahrungen als Geschäftsmann im Fußballmarketing.(ZEIT)

wie schön, dass es beratungsbedarf zum thema projektmanagement gibt. da juckts mich in den fingern.

Sonntag, September 12, 2004

verfügung

ich mache mir gedanken über das sterben. alle abwägungen diesbezüglich werden daran gemessen, was der "mutmaßliche wille" der/des sterbenden ist. tja. bisher habe ich mir zu wenig gedanken, über meinen mutmaßlichen willen zu solchen fragen gemacht - wohlwissend, dass die theorie ganz schön ist und sich die praxis ganz anders anfühlt. mit großem interesse lese ich den fragenbogen zur erstellung einer patientenverfügung und denke darüber nach. seit jahren, habe ich immer wieder einen organspendeausweis, den ich entsorge, wenn er zu schmuddelig wird. zur zeit wieder keinen. wieso bin ich so nachlässig mit so etwas? eine verfügung wird meist ergänzt durch eine vollmacht. wen soll ich denn bevollmächtigen? eine interessante frage für singles.

ich bin irritiert, wie wenig manche gespräche nützen. klar, ich wußte schon länger, dass man bei den existenziellen fragestellungen alleine ist. aber mein rosa-munde-pilcher-bild von beziehungen wird zur zeit wieder einmal ziemlich beeinträchtigt.

heute nacht träumte ich: sie stand vom bett auf und ging mit wehendem nachthemd durchs zimmer. dann wurde sie immer durchsichtiger...

Freitag, September 10, 2004

der tag am meer

oder qualen mit quallen.



wann und wie entsteht eigentlich ekel? kinder spielen zum teil ganz unbefangen mit diesen an sich ganz possierlichen tierchen. meine freundin m. erschreckten sie ganz fürchterlich. ich kann mich noch gut an ein konzert von georgette dee erinnern, als sie vom quallenweitwurf erzählte.

später in einem kiosk kaufte ich eine postkarte. es gab dort auch diese wunderbaren haribosachen einzeln zu kaufen. nach wie vor liebe ich es "eins von diesen und drei von denen da....". ich fragte die verkäuferin nach haribo-quallen. sie versprach mir beim nächsten einkauf darauf zu achten, zuckte aber die achseln in ms. richtung.

aber es war schön an der ostsee. wir waren sogar schwimmen. soviel, wie uns die quallen ließen. ich war schon lange nicht mehr in travemünde und vermisste stundenlang die großen schiffe, die einem quasi fast über die füße fahren. nachmittags kamen sie aber und ich war glücklich.



vor vielen jahren, machte ich mal eine kleine radtour alleine durch dänemark. von travemünde aus fuhr ich mit der fähre. ich wurde mit meinem rad zwischen die LKWs gefunden und panikte später, weil ich es nicht mehr fand. dänemark besänftige mich aber dann. es gab beeren am straßenrand zu kaufen, in dem man das geld in zigarrenkisten legte. das war schön. außerdem war ich damals in einen lübecker verliebt. das war auch schön. es war 1985 und ich war süße siebzehn.

Donnerstag, September 09, 2004

lebenszeichen

warum ich gerade nix schreibe. nun ein argument ist, dass ich viel unterwegs bin. letzte woche frankfurt, berlin und morgen mal ein tag an der see. aber das zählt nicht. ich kann nicht schreiben, weil ich zu konfus, zu kaputt und oft zu müde bin. mal zu voll mal zu leer. das bier schmeckt mir zur zeit gar nicht mehr so doll und nach 8 jahren internet, fange ich an, nicht mehr jede mail zu beantworten. bin ich krank? es passieren so große dinge bzw. ich mache mir so umständliche gedanken, dass oft die worte, die ich dafür versuche so klein und sinnlos aussehen. außerdem geht auch manches niemand was an. ich exhibitionistin entdecke doch tatsächlich im alter das private. aber keine sorge, liebe leserInnen, es geht mir nicht schlecht. es geht mir zwar auch nicht gut, aber dafür habe ich das gefühl, dass danach ne gute phase kommen könnte. das ist doch auch was.

wer hat meinen sennet? irgendjemand habe ich den "flexiblen menschen" geliehen. ich vermisse ihn nicht nur, ich brauche ihn. vielleicht einer/einem blogleser/in? warum verleihe ich auch immer die guten bücher?! ich könnte doch die verleihverschenken, die ich nicht mag, vielleicht mag sie ja jemand anders....

achja, ich lese gerade "fabian" von erich kästner. ein deja vu! und wohin kommen die accents?

Dienstag, August 24, 2004

schon schön



zwar nicht sooo schön aber schön viel und damit schon schön.

auch schön:
einen alter satz von einer "alten" freundin heute mal wieder gehört:

"we are still confused but on a higher level"

beseelt

endlich wieder chor. ich hatte mich total auf die chorprobe gefreut. und wurde nicht enttäuscht. obwohl ich erkältet bin, hat mir das singen gut getan. es ist unglaublich, wie sehr mir das singen gut tut. und es ist unglaublich, wie sehr mich unser reizender chorleiter inspiriert. ich hatte ja schon einige gesangslehrerInnen aber bei ihm habe ich das gefühl, dass er genau der richtige ist. dass ich etwas von ihm lernen kann, dass ich ungelenkt nur mit "ungehemmtheit" umschreiben kann. er holt aus mir dinge heraus, die ich alleine nicht schaffen würde. schön. aber mir gefällt auch die anerkennung. das gefühl, etwas zu können. besser zu können als andere. das tut mir eben so gut, wie die leute, die ich jeden montag treffe und die einfach dadurch dass sie da sind, meine einsamkeit lindern. ein schöner abend!

Sonntag, August 22, 2004

willkommen

mein patenkind ist da. gestern. willkommen charlotte. wie schön. ich bin schon sehr gespannt, dich kennenzulernen.

vorhin war ich sehr beseelt, als ich für den chor übte. musik hat so etwas magisches. ich kann gar nicht verstehen, wie andere genervt sind, wenn sie üben müssen. klar, ich bin auch nicht immer fleissig. aber wenn ich mich dann darauf einlasse und übe, dann richtig. dann vergesse ich die welt um mich und freue mich, wie das stück und ich immer mehr verschmelzen.

dann eine mail, die mich in die wirklichkeit zurück holte. mich belastet unfrieden und ich bin so schlecht im streiten und klären, wenn es um mich geht. jedesmal fühle ich mich existenziell bedroht. es macht mir angst. ich habe wieder harte wangen und wieder diese quälende migräne. wann werde ich es endlich lernen? dieses mal werde ich mir zeit nehmen und hilfe dazu holen. vielleicht ist das der schritt, den ich brauche, um richtig zu leben? willkommen im leben?

aber jetzt werde ich, um ruhe für den abend zu finden, mich wieder der musik zuwenden. wie schön, dass es so etwas gibt. und lächeln, wenn ich an charlotte denke. ich bin so aufgeregt! das leben ist wirklich aufregend!

Freitag, August 20, 2004

wieder da

ich war in frankfurt. danke der nachfrage und danke für die zwei kleinen schubse!

und es war gut so. weniger für mich. ich durfte feststellen, dass ich in meinem gedankenkontakt so gut war, dass ich vieles geklärt hatte. deswegen war ich relativ ruhig, im angesicht der tatsachen. aber ich gestehe: mehr als 15 minuten habe ich es jeweils am krankenbett nicht ausgehalten. ein freund sagte vor vielen jahren zu mir, auf die frage, wie oft ich denn eine todkranke freundin besuchen "müsste": soviel, wie es für dich gut ist. damals traf ich diese freundin als sie gesund war ca. 2x im monat - genauso oft besuchte ich sie im krankenhaus bis zu ihrem tod. meine oma hatte ich zwar meist länger besucht. aber 15 minuten waren so lange, wie es für mich gut war.

ich weiß, dass es für mich leichter ist, weil ich viele hundert kilometer entfernt bin und genug um die ohren habe, um nicht dauernd daran zu denken. eine erkenntnis in ffm war, dass ein partner vielleicht nett wäre, um in derart gefühlsbelasteten situationen die hand zu halten - dass es aber auch ohne partner leichter sein kann, weil man die eigene meinung, die man sich mühsam zu dem thema gebildet hat, nicht ständig wieder in frage stellen muß.

was ich auch lernte: sterben ist arbeit. und egal wie gut man vorbereitet ist. es ist jedes mal neu.

Montag, August 16, 2004

auf leben und tod

bei den essentiellen fragen des lebens ist man immer alleine. das fühlte ich zum ersten mal und am schmerzhaftesten beim letzten besuch im krankenhaus meiner sterbenden freundin elke. 1992 niemand kann einer helfen, wenn sie mit dem thema tod konfrontiert wird. ich weiß. und trotzdem wünsche ich mir, habe ich die illusion, dass es doch anders sein könnte. das irgendwann es auch für mich die große liebe gibt, die in solchen momenten meine hand hält und intuitiv das richtige tut. oder das man sich in der familie hilft, statt sich zusätzlich steine in den weg zu legen. nicht, weil man das wirklich will. sondern weil jeder für sich alleine ist. weil jeder für sich so beschissen alleine und hilflos ist.

ich weiß nicht was ich tun soll. dabei bin ich doch sonst so gut im tun. und so schlecht im weinen. ich weiß nicht, ob ich nach frankfurt fahren soll. es ist irgendwie so theatralisch. in den letzten jahren, war jeder abschied von meiner oma für mich ein möglicher abschied für immer. ich war vor 3 wochen dort. wieso sollte ich jetzt fahren. die akute situation ist sowieso vorbei. aber niemand weiß, wie es weitergeht, niemand weiß, was das richtige ist und niemand kann wissen, was für mich das richtige ist.

ich kämpfe mit mir, weil verdrängen nicht funktioniert. so wenig, wie ich die letzten tage gearbeitet habe, hätte ich auch fahren können. aber ich fühlte mich nicht willkommen. hatte das gefühl, eine zusätzlich belastung für meine eltern zu sein. also hielt ich mich zurück. und zog mich zurück. wie üblich. wenns hart ist, ist man nun mal alleine. den tränen half es auch nicht zu fließen. ich bin nicht traurig, weil ein alter mensch möglicherweise auf der schwelle des todes steht. ich bin traurig darüber, alleine zu sein. und traurig darüber, keine lösung zu haben und mich mit verdrängung davon abzuhalten, nach meiner persönlichen lösung zu suchen. vielleicht ist das gar nichts besonderes. aber muß das so sein?

es fällt mir beschissen schwer, schwäche zuzulassen. hilfe zu suchen. gemeinsamkeit in der schwäche auch nur in erwägung zu ziehen. aber das kenne ich ja gut aus meiner familie. die verstopfte nase, die harten wangen, die sublimierten gelüste. früher, wäre ich wenigstens zu einer freundin gegangen. heute mache ich noch nicht mal mehr das. verdammt, soll ich fahren? jedeR würde "ja" sagen - und warum fahre ich nicht? wovor habe ich angst? vor meiner familie? vor noch nicht geweinten tränen.

Sonntag, August 15, 2004

fleischliche gelüste

ich habe total lust auf sex. dabei ist mir schon klar, dass es nicht nett wäre, jemandem meine zunge in den hals zu stecken, damit er morgen dann auch meinen husten hat. woran erkennt man, ob eine erkältung anstecken ist?

außerdem weiß ich, dass es ein rein hormonelles problem ist. zweimal im monat ist das einfach so. in dem wundervollen film "down with love", den ich gestern nochmal sah und noch mal sehr genoß, wird ja in solchen fällen schokolade empfohlen. die sehnsucht nach männern wird als rein hormonelles phänomen verstanden, schokolade setzt die gleichen wirkstoffe im hirn frei und frauen können sich endlich auf ihre karriere konzentrieren und machen was sie wollen. sex wird dann nur noch "á la carte" genossen, wenn frau gerade keine lust auf schokolade hat.

ich habe gerade keine lust auf schokolade sondern auf gebratenes fleisch. da ich dieses gelüstet anders als sex nicht zweimal im monat sondern nur zweimal im jahr habe, weiß ich nicht, wo ich sonntags gebratenes fleisch bekommen kann und habe einen verehrer gesms, der sich empörender weise nicht meldet. schlimm. dabei wohne ich über einem döner! dönerläden sind ja auch sexkiller. will ich, was ich mir natürlich längst abgewöhnt habe, mal einen mann mit nach hause nehmen, muß ich ihn immer ganz schnell an dem döner vorbeiknutschen, damit ich hinterher nicht einen mann habe, der nach döner riecht.

aber nicht nur deshalb, war es toll und gleichzeitig merkwürdig, den film noch mal zu sehen. im januar bin ich absolut noch nicht davon ausgegangen, dass es wirklich parallelen gibt. mir fehlt nur noch das rosa dekorierte schaufenster und der leckere journalist. die wundervollen kostüme, das appartement mit dem rosa telefon und den puschel-high-heels-hausschläppchen würde ich natürlich auch nehmen! aber jetzt hätte ich gerne erstmal sex oder ne bratwurst. doof, dass heute kein grillwetter ist! vielleicht sollte ich doch zur abwechslung mal einen döner essen, obwohl ich keine döner mag und der verehrer sich ja noch melden könnte. vielleicht würde ich ja dann befriedigt heute abend etwas schreiben können! down with sex!

Donnerstag, August 12, 2004

harte wangen

mein gesicht tut weh. die gesichtsmuskeln sind verspannt. das weinen gelingt mir nicht. nur ein bißchen. ich bin nicht traurig. ich bin schockiert. ich bin hilflos. was fühle ich eigentlich gerade? eben habe ich die nachricht bekommen, dass meine 94jährige oma wieder einen schlaganfall hatte und auf der intensivstation ist. mein kopf sagt "lass sie doch gehen! woran sollen menschen denn sterben?" meine theoretische spiritualität meint, ich solle ein loslass-ritual machen, mit ihr gedanklich kontakt aufnehmen und ihr sagen, dass sie ruhig gehen kann. aber so weit bin ich noch nicht. die rituale erscheinen mir sinnvoll aber ich lebe sie nicht. auch wenn es vielleicht helfen würde. gleichzeitig die sorge um meine mutter, die als einzige ins krankenhaus geht. nicht nur, weil ihr bruder, mein bruder und ich hunderte von kilometern entfernt sind. und gleichzeitig auch die sorge um mich, die ich nicht weinen kann. was soll ich nur tun? warum will ich immer sofort tun, statt den gefühlen nach zuspüren, um sie endlich zu fühlen? ich kann irgendwie nicht anders. aber meine wangen tun weh.

Donnerstag, August 05, 2004

arme wie madonna

jetzt hat mir schon die zweite freundin erzählt, dass sie alles dafür tut, oberarme wie madonna zu bekommen. und ich bin immer noch perplex. bei madonna und konsorten finde ich es nicht schön und als ich es bei freundin nr. 2 anfassen durfte, fand ich es auch nicht so schön anzufassen. ich bin verwundert.

natürlich fragte ich sie "warum". die antwort lautete, dass sie gerne eine starke ausstrahlung hätte. meine verwunderung potenzierte sich. "wieso denn das?" wir landeten bei den körpersehnsüchten. ich rückte damit heraus, dass ich seit jahren von diesen entzückdenen schlüsselbeinlöchern träume und mich eigentlich schon damit abgefunden habe, diese niemals mein eigen nennen zu können. nun ein entsetzter blick meiner freundin. "wozu willst du denn solche löcher?". ja, wieso eigentlich, fragte ich mich. und als ich verstand und aussprach, dass ich damit so wundervoll grazil, weiblich und schwach aussehen würde, stellten wir fest, wie unterschiedlich frauen doch sein können.

Dienstag, Juli 27, 2004

wieder im fluss

die tage in frankfurt haben mir gut getan. als ich akzeptierte, dass es urlaub ist und nicht schreibzeit, fing ich es an, richtig zu genießen. jetzt, zurück in hamburg, fühle ich mich sehr erholt. und es fließt wieder. wie schön. heute habe ich eine menge abgearbeitet (und vor lauter tun einen termin verpasst, auf den ich mich eigentlich gefreut hatte). dann vorhin ein anruf. ein spaziergang an der elbe und neue ideen tun sich auf. ich tue hamburg manchmal unrecht, wenn ich mich nach berlin oder frankfurt sehne. wenn ich es vergessen sollte, sollte ich mal wieder öfter bei bildagentur-hamburg.com schauen.

der? das? blog heißt "wundervolles leben" weil mein leben voller wunder ist. gerade, wenn es mir nicht so gut geht, vergesse ich das oft. auch deswegen schreibe ich es auf. wie wundervoll, dass krisen tatsächlich enden haben und wie schade, dass man das ende oft in der krise noch nicht sehen kann wie das licht im tunnel. aber beim elbtunnel fährt man auch erst abwärts und dann nach der hälfte wieder aufwärts. erst dann erkennt man das licht am ende des tunnels. in diesem sinne ist meine krise auch noch nicht zu ende. aber es geht aufwärts und ich sehe licht. ohne zu wissen, was hinter dem tunnel liegt und was das licht bedeutet.

es ist so wundervoll, dass das universum wieder überraschungen für mich bereit hält. wieso rafft man in der krise nicht, dass es nur der erholung und entspannung bedarf, um wieder aufnahmebereit zu sein? aber wie wundervoll ist es, wenn man von mit den kleinen geschenken überrascht wird. der anruf von a. vorhin und der darauf folgende spaziergang war wieder so ein kleines geschenk. auch wieder ein rohdiamant. ich weiß noch nicht, was es wird. aber es fühlt sich gut an ... und macht lust auf neue ideen.

Mittwoch, Juli 21, 2004

mut!

ein wunderschönes geschenk heute: "Mut!"
ich hatte es tatsächlich schon vergessen. wahrscheinlich, weil ich es erst heute verstanden habe. G. hatte mir beim korrekturlesen meiner diplomarbeit desöfteren "Mut!" an den seitenrand geschrieben. ich hatte es auch deshalb vergessen, weil B. meine unachtsam verfremdeten redewendungen so hübsch illustrierte, dass ich es niemals vergessen würde. "wenn man aktuelle zeitungsartikel verfolgt" kommentierte sie mit einer zeichnung einer rennenden zeitung und einem verfolger mit schmetterlingsnetz....

nach vielen jahren, habe ich heute G. wieder getroffen. als wir uns langsam in das treffen reingeholpert hatten, mußte ich mich beherrschen, nicht ihm nicht ständig zu erzählen, wie sehr ich mich freue. in jeder sekunde wurde mir wieder deutlich, warum ich diesen mann so mag. es ist irgendwie verrückt. vorletzte woche in berlin, diese woche in frankfurt, treffe ich lauter alte freunde. leute, die mich schon ein ganzes stück meines weges begleitet haben und mich weiter brachten. jahrelang habe ich meine frankfurter kontakte konzentriert. jetzt, wo ich länger hier bin und mich auch von abhängigkeiten befreit habe, kann ich alte kontakte wiederbeleben, die so lange brach lagen. auch morgen habe ich wieder eine verabredung mit einem alten studienfreund. ich freu mich genau so!

er erzählte mir, dass auch er gerade auf los steht. von seinem frust, irgendwie noch nicht richtig erwachsen geworden zu sein. auch hier musste ich mich beherrschen, nicht dauernd "ja, genau" zu skandieren. denn es ist ja doch bei jedem/jeder anders. aber beziehung stellt sich nun mal auch aus gemeinsamkeiten her. er erzählte von aktionen, die ich aus berlin kenne und heute oft vermisse. einen salon gründen! was hatte ich die idee jahrelang und die umsetzung zumindest monatelang geliebt. mir fehlen diese ideellen projekte. ich habe die sehnsucht beides in meinem leben zu integrieren: die philosphisch-intellektuelle-kreativen traumprojekte und das unternehmerische in mir.

"Mut!" bedeutet heute für mich, herauszufinden, was ich wirklich will und es dann nicht nur zögernd, sondern mit ganzem herzen umzusetzen. (auch wenn mein herz manchmal weh tut, weil andere meinen mut nicht zu schätzen wissen). diese sichtweise spiegelt sich im coaching durch M. "Mut!" heißt aber heute auch für mich, stolz auf das zu sein, es endlich zu feiern, was ich aus eigener kraft und mit dem mir eigenen mut erreicht habe. danke!

und einmal mehr die erkenntnis der letzten tage: es steht verdammt noch mal an, mir mal wieder gedanken darüber zu machen, wie ich leben will.

vergleichen

eigentlich genieße ich die tage gerade sehr. ich genieße die sonne, die wärme auf meiner haut. der garten meiner eltern ist wunderbar und das schönste daran ist, dass ich ihn von dem großen balkon aus sehen kann. nennt es komisch, aber ich mag das getier, das im rasen um mich herumschwirrt, auf mir krabbelt oder von meinem blut trinken möchte einfach nicht. ich finde es wunderbar, die vielen grünschattierungen aus vom balkon zu sehen, in der nähe des kühlschrankes mit den gekühlten getränken zu sitzen und mit dem laptop zu spielen. also genieße ich ohne eigentlich.

wenn da nur das vertrackte vergleichen nicht wäre. der anlass meiner reise: 10 jahre diplom. ein picknick. nett. eigentlich nicht spektakulär, weil nur studienbekannte statt studienfreunden da waren. trotzdem. dieses verfluchte vergleichen. jedes mal, wenn mir jemand von familie erzählt, zucke ich zusammen und fühle mich anders. es ist nicht normal immer noch single zu sein. schon wieder wäre akzeptiert. und bilde ich mir das nur ein? sind die leute genauso neidisch auf mein freies, wildes leben und den bestseller wie ich auf ihr normales, spießiges leben, das ich bisher immer abgelehnt hatte? ein ironisches detail der lebensgeschichte am rande: eines meiner wahlfächer im studium beschäftigte sich tatsächlich mit vergleichen. merkwürdig.

in mir rumort es. es fällt mir schwer, buch II zu schreiben, denn ich fühle mich gerade so wenig klug. ich stehe auf "los" und weiß noch nicht, wohin die neue reise hingeht. ich fühle, dass das, was passiert gut ist. das ich es brauche. das ich verdammt noch mal etwas verarbeiten muß, bevor der nächste lernschritt da ist. ich bin aber nicht sicher, ob er thematisch zu buch II passt. die kurzgeschichte, die ich in den letzten tagen schrieb kostete mich viel kraft und erleichterte gleichzeitig. in kleinen häppchen kann ich gerade verarbeiten. für die großen fehlt mir der mut. und die sonne und die schöne stimmung auf dem balkon lenkt mich ab, verführt mich zum lesen und genießen. vielleicht soll es so sein.

Freitag, Juli 16, 2004

sehnsucht

die sehnsucht nach dem schützenden vater oder der nährenden mutter... jaja.... im gespräch mit einem bekannten gelernt, dass das bei mir gar nicht mehr funktioniert. ich fragte ihn, ob er nicht jemand kennt, der mich managen könne. seine gegenfrage war die antwort. würde es funktionieren? will ich mich wirklich jemand ausliefern? mich jemand anvertrauen, der das alles für mich unternimmt? nein, wahrscheinlich nicht. dazu habe ich doch zu sehr meinen eigenen kopf. trotzdem: ich verhandele noch zu schlecht und ich brauche eine art kontrollmoment, klare kriterien und den willen, sie umzusetzen. um besser auf mich aufzupassen, nur noch das zu tun, was ich wirklich will. beides lässt sich lösen. aber erst, wenn ich die kindliche sehnsucht nach jemand, der mich um-sorgt los bin.
 
heute abend gehts für zehn tage zum schreiben nach ffm. hoffentlich klappts. hoffentlich hilft der ortswechsel. das wetter verspricht gut zu werden. auch wenn es nicht das haus am see ist - ich stelle es mir nett vor, im garten zu schreiben.
 
werbung: im cd spieler liegt AROMA "The Current Music of ..."



Donnerstag, Juli 15, 2004

warum?

warum melden sich alle, wirklich alle, männer immer wieder, mit denen man irgendwann mal sex oder ähnliches hatte? was denken sie sich, wenn sie sich nach wochen, monaten oder sogar jahren melden? was denken sie sich, wenn man diverse anrufen, mails oder, modernerweise diese verfluchten sms, ignoriert hatte. denken sie überhaupt oder juckt es sie nur? kommen sie auf die idee, dass ihre kontakversuche zu herzklopfen oder herzeleid führen könnten, auch wenn sie unbeantwortet bleiben? ziehen sie in erwägung, dass es einer möglicherweise ein mal das herz gebrochen hatte? stört es sie? interessiert es sie? männer sind mir ein rätsel.

Mittwoch, Juli 14, 2004

lesen

das ZDF macht mal wieder nen ranking: das große lesen. ich konnte nicht anders. ich mußte einfach zählen. von 200 vorgeschlagenen büchern waren 33 von frauen. hey cool 17% bücher von frauen. unglaublich! unglaublich! unglaublich! ich meine, es ist zwar doof, werbung für sich zu machen. aber ihr, meine lieben leserInnen, könntet ruhig einfach so für mein buch stimmen. finde ich. :-)

Dienstag, Juli 13, 2004

selbst-ausbeutung

gestern habe ich mit einer therapeutin gesprochen und sie gefragt, wie sie ihre klienten auswählt. ihre antwort bestürzte mich. sie sagte, dass sie 4-5 probestunden macht und erst dann eine entscheidung trifft und fordert. unglaublich, sagte ich, da ist ein coaching dann schon wieder vorbei, denn selten habe ich mehr als 6 stunden in folge. natürlich weiß ich, dass ein coaching und eine therapie von der tiefe her nicht zu vergleichen ist... sie antwortete, dass sie früher auch in der wirtschaft gearbeitet, gecoached und trainiert hätte und dass sie es nicht mehr tun würde, weil sie es ausbeutend findet. puh! sie hat recht.

Montag, Juli 12, 2004

stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Quelle:
Hermann Hesse, Die Gedichte, Zweiter Band, hier: Aus den Jahren 1929 - 1941, Suhrkamp Verlag, Berlin

Sonntag, Juli 11, 2004

zurück auf los

was hält mich eigentlich davon ab, meine kram hier zu verkaufen, meine wohnung unterzuvermieten und mit meinem laptop ab in den süden zu ziehen? irgendwo zu kellnern und zu schreiben.

das schreibe ich jetzt nicht, weil ich wegen des ausbleibenden sommers frustriert bin. das finde ich nur schade und frage mich, warum es gerade in dem jahr, in dem ich mal kein abo für die öffentlichen verkehrsmittel habe, so viel regnen muß. nein, ich frage mich das, weil ich wirklich in einer situation bin, in der ich "zurück auf los" angelangt bin - besser als im gefängnis. ich werde noch mal alles überdenken: meine selbständigkeit in frage stellen, meinen traumberuf überprüfen, meinen wohnort bedenken, in mich hineinfühlen, ob da nicht doch ein kinderwunsch ist... ich bin alleine, unabhängig und nur wenig verschuldet. wenn buch II verkauft wäre, könnte ich reinen tisch machen, einen koffer packen und einfach abhauen. wieso eigentlich nicht? meine feng shui versuche vom beginn des jahres zeigen mir, dass mir so eine entscheidung noch schwer fallen würde. aber sie zeigen auch, dass ich auf dem weg dahin bin. heute morgen dachte ich noch, dass der zustand, in dem ich seit jahren lebe eigentlich "armut" heißt. während ich diese gedanken aufschreibe, empfinde ich meine lebenssituation als luxuriös.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen