Donnerstag, November 27, 2003

schmalz?

ist es schmalz, wenn ich von meinem herz und meiner lieblingsmission rede? kann es sein, dass das der moment ist, wo leute aussteigen, wenn ich in diese sphären vordringe? es könnte immerhin sein, dass es leute gibt, die dieses geschreibsel lesen. aber wer mich kennt und mit mir arbeitet, weiß auch, dass mich manchmal so eine schmalzwelle ergreift und ich selbst ganz ergriffen bin, ob der überschäumenden gefühle.

ist es peinlich, wenn zuviel gefühle mit im spiel sind? weckt es neider, spötter und zyniker, die sich provoziert fühlen. oder ist es einfach nur wundervoll, sich noch zu spüren und zu wissen, wieso man dies oder das macht?

ein vergleichbares gefühl ist mein gefühl von heimat, dass ich erst vor wenigen jahren entdeckte. immer wenn ich im zug nach frankfurt sitze, die landschaft hügeliger wird und auf einmal immer mehr leute um mich herum hessisch reden, wird mir warm ums herz. sehe ich dann die skyline, weiß ich, dass ich nach hause komme obwohl ich niemals etwas an, um oder in einem dieser hochhäuser zu tun hatte. wenn ich in einer apfelweinkneipe sitze, po an po mit wildfremden leuten und mich freue, dass essengehen auch günstig und lecker sein kann, dann bin ich einfach glücklich. und wenn ich im fernen norddeutschen exil jemanden höre, der zu viel "sch...." in der stimme hat oder "ach komm, geh fort" sagt, dann fühle ich mich mit ihr oder ihm verbunden. das ist heimat abseits von volksmusikabendenden und tracht. es ist ein gefühl für wurzeln und zugehörigkeit und ich finds schön.

wischen und mischen

was habe ich immer gelästert, wenn der neue wunder-manager damals 2 monate, bevor sie beschlossen die firma doch dicht zu machen, etwas von "vision&mission" erzählte. es war so ein blabla, dass ich den unterschied gar nicht verstand.

dabei ist mir als organisationsberaterin schon klar, dass es wichtig ist, zu wissen, was man eigentlich tun will und bei mehreren beteiligten zu schauen, ob es überhaupt gemeinsame vorstellungen über weg und ziel gibt. trotzdem, mit "wischen und mischen" als hochglanzprospekt, konnte ich noch nie viel anfangen. wenn, dann fragte ich im coaching nach visionen, um mich langsam an ziele heranzutasten. aber mit den missionen hatte ich nicht viel am hut - das klingt doch viel zu kirchlich.

jetzt fühle ich es. ich fühle, wie mein herzklopft, wenn ich an meine derzeitige lieblingsmission denke. ich spüre, wie eine leichtigkeit mich überkommt, wie arbeiten freude macht und wie ich mit leuchtenden augen (endlich!) von meinem projekt uschi&uschi erzähle: ich möchte produkte anbieten, die frauen dazu verhelfen, dass "sie es sich wert sind". eine wundervolle idee. je mehr ich über die t-shirts (vgl. mein blog von gestern) nachdenke, umso mehr spüre ich die mission in der idee, schöne, sexy, qualitativ hochwertige t-shirts aufzuspüren...für frauen, die es sich wert sind, egal, ob sie klein oder groß oder rund oder dürr sind. jetzt verstehe ich wieder, wie ich auf die idee kam, dass es sinn macht, "uschi-moden" zu machen. meine güte meike, wieso entgleitet dir nur immer wieder die mission?

immer dann, wenn ich mich an die uschi-prinzipien halte, dann habe ich den flow - zu dumm, dass ich das manchmal zwischendurch vergesse....

Mittwoch, November 26, 2003

rollenmodelle

in der glamour gesehen und in meinem lieblingsblog bei der kaltmamsell wiedergefunden. EMME die "barbie mit rundungen". auch wenn die feministinnen nicht in absolutem freudentaumel ausbrechen. ich finde sie gut! und könnte ich schon bilder hier reinstellen, dann würde ich das genau jetzt zum ersten mal tun, um euch die dame vorzustellen.

mit einem ähnlichen problem habe ich mich heute auch herumgeschlagen. für uschi&uschi versuchte ich t-shirts zum bedrucken zu kaufen. es ist wirklich empörend: schöne, modische, inovative t-shirts gibt es nur in bulimischen größen. anscheinend hat außer H&M noch niemand kapiert, dass es unsinnig ist, dicke frauen in säcke zu stecken. meine güte, die bulimischen dinger haben doch gar kein decoltée! aber um so dringlicher ich nach tollen t-shirts suchte, umso froher wurde ich: es ist keine schnapsidee, ich werde schöne klamotten für frauen mit allen maßen produzieren lassen. vielleicht nicht alles auf einmal, aber ich werde es tun. dieses vereinheitlichte, von den medien gemachte, schönheitsideal ist so verdammt mächtig. aber die uschis - so verschiedenartig wie sie sind - werden lostoben und die welt verzaubern.

Montag, November 24, 2003

ausnahmezustand

es ist so weit: das radio bleibt die nächsten 4 wochen aus. eben spielte mein sender das erste weihnachtslied. es ist nicht so, dass ich weihnachten wirklich hassen würde, aber die penetranz, mit der es eine umgibt, ist wirklich unerträgtlich. aus prinzip esse ich in den monaten oktober und november lebkuchen, bis ich sie nicht mehr sehen kann und nach weihnachten die runtergesetzten lind leckerlis. aber in den kritischen wochen dazwischen, muß ich ignorant sein.

was gefällt den leuten an weichnachten? die familientreffen können es nicht sein, denn sonst würden meine freundInnen nicht immer so erleichtert stöhnen, wenn sie zurück sind (erst die produktion eigener kinder, befreit die sich sonst ewig im übergangsmoratorium befindlichen mittdreißiger vom lästigen besuch "zu hause"). die musik? das kann ich nur bezweifeln, wer kann das ewig gleiche gedudel an den heiligen tagen noch hören. das schenken? naja, wen ich kenne, erzählt mir vom lästigen einkaufs- und grußkartenstress und anschließend wird umgetauscht und gejammert. nicht wirklich überzeugend. ich überlege hin und her, aber es fallen mir keine weiteren argumente ein.

was gefällt mir an dieser jahreszeit - ganz unabhängig von weihnachten? ich lebe gerne in mitteleuropa mit seinen (ihren?) jahreszeiten. nach dem ganzen ich-muß-raus-die-sonne-genießen-stress finde ich es im herbst schön, an meinem nest herumzubasteln, kerzen anzumachen, zu lesen und wärmende getränke zu mir zu nehmen. ohne schlechtes gewissen mich in der müdigkeit suhlen und kraft zu tanken, für den ich-muß-mich-unbedingt-verlieben-frühlings-stress. ich mag den herbst. auf verregnete winter könnte ich verzichten, aber deswegen fahre ich ja auch "zwischen den jahren" ins meist eisige berlin.

apropos verlieben. seit dem ich irgendwo las, dass es völlig normal ist, sich im oktober oder november zu verlieben, funktioniert es bei mir nicht mehr. angeblich ist das von der natur so angelegt: von wegen neun monate tragezeit und die jungen im sommer zur welt bringen. ich war immer ganz erstaunt, dass ich es im frühjahr nie hinbekam und dafür im lauschigen herbst immer vor herzklopfen fast verging. die neue dialektik der aufklärung. schade eigentlich.

Donnerstag, November 20, 2003

begeisterung

es fällt mir schwer mich von diesem wundervollen buch, die herzogin der bloomsbury street, zu trennen. genau wie bei dem vorherigen, 84, charing cross road bin ich ganz eingefangen von dem zauber der begeisterung. es fühlt sich an wie verliebt sein. ich kann mich gar nicht gegen diesen überschwang an schönen gefühlen wehren. ich will es auch gar nicht und bin hin und hergerissen, zwischen "weiter lesen wollen" und "ganz langsam machen, damit es nicht zu ende ist".

obwohl ich eigentlich gar kein buch für schöne gefühle brauche. mein leben ist schön. vorgestern liess ich mich von meinem mini-frauen-netzwerk "den nutzwerkerinnen" coachen. ich fand, dass 3 wochen nach dem urlaub, es allmählich an der zeit wäre, mal wieder richtig ins arbeiten zu kommen. meine arbeitsverdrängungsmaßnahmen schob ich auf angst, auf kapitalgeber und -sponsorensuche zu gehen. das war irgendwie logisch, denn in meinem alten leben "vor uschi" war es immer mühsam, anstrengend und frustrierend gewesen, um etwas zu betteln. kein wunder, wenn ich keine lust dazu hatte. aber dass ich auch keine lust hatte einen projektplan zu erstellen, wunderte mich schon. immerhin bin ich fachfrau für projektmanagement und vehemente verfechterin von businessplänen. meine nutzwerkerinnen halfen mir das chaos in meinem kopf zu sortieren und wundersamer weise kam heraus, dass ich mir mal wieder unnötig stress bereitete: sie wiesen mir den weg, nach dem lustprinzip zu leben und das zu tun, worauf ich derzeit abfahre: schreiben.

ok, es sind seitdem 48 stunden vergangen und ich habe noch nicht geschrieben, aber ich habe unglaublich viel erledigt, was so rumlag und mir seit monaten mal mehr mal weniger kopfzerbrechen bereitet. ich habe es sogar geschafft, beim spermüll anzurufen! insgesamt lösen die erleichterung und das "dinge-tun" beglückende gefühle aus, deswegen muß ich jetzt einfach eine liste machen, über was ich mich gerade sehr freue:


  • ich darf eine kurzgeschichte schreiben

  • ich habe wundervolle geschenke für die vip-uschis organisiert

  • am 17.12 habe ich meine erste lesung

  • gestern, heute und morgen kulturelle veranstaltungen besucht

  • morgen bekomme ich meine espressomaschine wieder

  • pete hat einen job

  • ich habe mir einen wunderschönen ring bestellt, der extra für mich gemacht wird

  • herr o. kommt extra zur party nach hamburg

  • es ist so schön, nicht mehr so schreckliche geldsorgen zu haben

  • ich kann einfach machen, worauf ich lust habe

  • gleich lese ich in der herzogin weiter und trinke dazu ein becks gold

hach!

toll!

hach, ich freue mich so. eben war ich beim "kunstrasen" eine neue veranstaltungsreihe, jeden 3. mittwoch in hamburg. dort wird gelesen, geschauspielert, gesungen. es war toll. eine tolle atmosphäre, abwechslungsreiche kunst und vor allen dingen, spürte man die herzlichkeit der gastgeber. muttern hatte sogar kuchen gebacken. ich genieße dinge, die mit liebe gemacht sind.

und das tollste: ich darf am 17.12. dort lesen! meine premiere. ich bin so aufgeregt und freue mich wie verrückt. ist das alles toll!

Dienstag, November 18, 2003

mitmachen

***neu***, ***neu***, ***neu*** es funktioniert! ihr dürft jetzt mitmachen und flott drauflos kommentieren.

ich bin ganz entzückt wie einfach diese kommentierfunktion zu installieren ist, wenn man ein wenig HTML und englisch kann und empfehle allen begeisterten bloggern haloscan, denn dort gibt es das klitzekleine comment-tool und bedanke mich ganz herzlich bei meinem lieblingsblogger wolfgang in dessem blog ich es fand.

also, meine lieben, ich freue mich auf zahlreiche kommentare und gelobe besserung, selbst häufiger zu schreiben!

Samstag, November 08, 2003

bücher

heute morgen wachte ich davon auf, dass eine nette paketbotin bei mir klingelte. ich bin immer wieder erstaunt, dass manche es in den vierten stock schaffen. es war ein gefühl wie ein weihnachten, als sie mir zwei pakete, die offensichtlich bücher enthielten in die hand drückte. das eine enthielt offensichtlich jochens roman, auf den ich sehnsüchtigst wartete, denn ich hatte gierig am donnerstag schon alle kolummnen gelesen, so dass der freitag zwangs-jochen-frei war, was mir gar nicht gefiel. das andere paket war eine überraschung. meine agentin schickte mir den zweiten band von 84 charing cross road, weil ich ihr begeistert erzählte, dass es mir so gut gefallen hätte. ein bezauberndes buch. eine wundervolle sache, einfach ein zweites geschickt zu bekommen. zur zeit fällt auffallend oft weihnachten und ostern zusammen.

eine wichtige aufgabe: ich muß unbedingt jemanden finden, der meine überbordenden bücherregale vor der party an die wand dübelt, denn sonst können wir nicht nur das bücherorakel auf der party spielen - auf den dielen solange hüpfen, bis eines herausfällt, dass dann die zukunft verkündet - sondern haben möglicherweise opfer zu beklagen, denn unter einem haufen bücher begraben zu werden ist zwar eine poetische aber möglicherweise schmerzvolle vorstellung.

ich krabbelte mit meinen zwei paketen wieder ins bett und fing sie an aufzureißen als wäre es tatsächlich weihnachten. in der tat. das kleine paket enthielt den zweiten band die herzogin der bloomsbury street und das größere den ersehnten jochen. durfte ich jetzt in jochen reinlesen, ohne vorher die korrekturen zu ende gelesen zu haben? ich hatte mich nachts bemüht, das buch, das ich im heißen sand bei 30 grad anfing zu lesen ("meine güte, ist das krank!") im herbstlichen hamburg, das gute wetter und das bunte laub ignorierend, zuende zu lesen, bevor "der jochen" eintreffen würde. es war mir nicht gelungen. vielleicht war es keine gute idee, die korrekturen vor dem einschlafen zu lesen. auf die frage, ob ich mich in hamburg wohlfühlen würde, murmele ich meist eine verlegene antwort von wegen, irgendwann würde ich ja doch zurück nach frankfurt gehen, denn der dialekt rührt mich heimatlich an und die eltern werden ja auch nicht jünger... die beschreibung des parkinsonkranken mannes, macht es mir fast unmöglich, das buch zu ende zu bringen. aber ich werde es heute vollbringen. jochen wartet.

gestern war ich auf einer lesung. ich konnte meine augen nicht von dem großen decoltée der schriftstellerin, die frecherweise zwei jahre jünger ist als ich und ein hardcover veröffentlicht hat, abwenden. ich fand aber die brüste nicht. trotzdem war es hübsch, genau wie die lesung. ich habe das buch trotzdem nicht gekauft, obwohl ich tierisch neugierig bin, was leute als widmung in die bücher schreiben. es gibt ja soviel zu lernen.

ständig vergleiche ich mich mit dieser zunft. wenn ich den glitzernden dummie des uschi-prinzips in den händen halte, dann kann ich es kaum glauben, dass da wirklich mein name drauf steht. ich bin fasziniert von dieser neuen welt, die so plötzlich in mein leben schwappte. ich komme mir manchmal vor, als wäre ich ein vorpubertierender teenie mit träumen, was ich mal werden will, wenn ich groß bin. weder stelle-ich-schrift noch kann ich irgendetwas mit dem wort auto-rin anfangen. das bin ich nicht. als ich das uschi-prinzip schrieb, war das lediglich eine mischung aus verliebt sein und einem pickelt. es mußte raus und es fühlte sich gut an. deswegen ändert man doch nicht sein leben komplett!

jetzt: kaffee kochen, korrekturen fertig lesen und endlich mal wieder ein brot kaufen. ob ich dann erst zum sport gehe, um mir die vorfreude auf jochen zuverlängern?

Freitag, November 07, 2003

komplizierte postmoderne

der heutige tag hat mir noch nicht seinen namen verraten. ist es ein tag, an dem ich mal wieder aufräumen sollte? es wiederstrebt mir, meine mutter putzt freitags immer. welche frau will schon sein, wie ihre mutter. ist es ein tag, an dem ich endlich das dicke buch zuende lese? draußen ist schönes wetter. die wettervorhersagte (auch schön), dass es morgen schlechter würde. das klingt wie eine aufforderung zum spazieren gehen. keine lust. es ist definitiv kein zu-hause-kaffee-trinken tag. meine espressomaschine mag mich heute nicht und der karokaffee klumpte. mein lenorgewissen sagt, es wäre ein guter tag, endlich den projektplan zu schreiben. ich habe auch dazu keine lust. ein kleines teufelchen raunt mir ins ohr, dass die welt schon für mich arbeitet. ich lausche der waschmaschine und denke, wie schön, dass das sogar in meiner wohnung hörbar ist. in meinem kalender nennt sich der tag "freitag". das verstehe ich nicht. alle welt arbeitet am freitag. ist heute mein freitag, putze ich morgen und mache anschließend den projektplan, weil es ja morgen vielleicht regnet?

Donnerstag, November 06, 2003

bin wieder da

meine güte. es ist WOCHEN her, dass ich das letzte mal bloggte. schon komisch, der vorletzte eintrag handelte davon, dass ich unmotiviert war, weil ich keinen verlag fand. aber schwups, kaum war er da, hatte ich keine zeit mehr zum tagebuch schreiben. geht das nur, wenn man frustriert oder verliebt ist. naja, es wird jedenfalls alles gut. das "uschi-prinzip" erscheint im frühjahr. ich bin voll stolz, dass man es schon bei amazon sehen kann. es war auch komisch hier zu schreiben, als alles noch so wichtig-wichtig-geheim war. das liegt mir nicht so, mysteriös rumzuschweigen. aber jetzt kann ich ja endlich es in die welt rausposauenen: UUUUUUUUUSCHIIIIIIIIIII

ich habe jetzt aber wieder total lust auf rumbloggen, denn seit tagen kichere ich über jochen schmidt und seine enthusiasten. vermutlich muss ich jochen heiraten, um wieder ruhig schlafen zu können. ich bin froh, dass die anzahl seiner kolummnen begrenzt ist, denn sonst würde ich gar nie mehr was arbeiten und nur noch am schreibtisch sitzen und mir nen loch in den bauch freuen. naja, wenn das mit dem heiraten nicht klappt, nehme ich ihn einfach als vorbild und lasse mich inspirieren.

ein anderes mal mehr - mahlzeit!

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen