Samstag, Juni 28, 2003

ist das leben eine espressomaschine?

meine espressomaschine mache ich nach der nutzung immer gleich sauber. mit keinem gegenstand, gehe ich so sorgsam um. aber ich weiß ja, wenn ich die milchdüse nach dem schäumen nicht gleich reinige ist sie verstopft und morgen gibts kein milchkaffee.

möglicherweise ist eine ursache für unordnung, dass man sachen nicht zu ende macht. ich liebe es, dinge nicht zu ende zu machen: wie ein schmetterling von blume zu blume zu fliegen, ohne die eine blume leergesaugt zu haben. vielleicht ist das auf meine luftiges zwillingssternzeichen zurück zu führen oder aber auf die vorliebe meiner mutter, direkt nach dem essen aufzuspringen und die küche in den geleckten originalzustand zu überführen. ich bin vor jahren sogar bewußt mit einem raucher zusammengezogen, weil ich wußte, dass raucher nach dem essen IMMER noch sitzenbleiben. dieses aufspringen hat mir schon als kind magenschmerzen bereitet.

trotzdem, wenn das leben so wie eine espressomaschine wäre, d.h. nichts mehr richtig gehen würde, wenn man dinge nicht ordentlich zu ende bringt, dann wäre ich nicht sonderlich gut in diesem leben. vielleicht rebelliere ich immer noch gegen dieses "zu ende bringen" und merke gar nicht, dass es mich eigentlich unnötige kraft kostet? erledigte sachen machen zufrieden und eine aufgeräumte wohnung ist doch auch was schönes.

jedenfalls beobachte ich, dass sich in den letzten tagen die vernachlässigung meiner wohnung entspannte. es ist fast wieder gemütlich bei mir und ich freue mich daran. es ist wahrscheinlich kein zufall, dass zeitgleich das ende der zwei langwierigen aufträge in sicht ist und es in unserem projekt vorwärts geht.... ich werde weiter beobachten.

flow

lecker. in meinem mund kribbelt es noch schön. hatte eben meine derzeitige lieblingspasta: zwiebeln in olivenöl andünsten, diese italienische gewürzmischung mit chili, knobi, salz und petersilie oder so, dann tomaten reinschnippeln, die pasta drin wenden und anschließend petersilie und ziegenkäse drüber...mmmhhh...so einfach und macht doch so glücklich.

heute ist ein schöner tag. als ich heute morgen aufwachte, dachte ich darüber nach, was meine geschäftspartnerin und ich gestern beschlossen haben. finanzierungsbedarf für unser neues projekt in einer 6 stelligen summe zu errechnen und darauf zu bauen, dass wir schon risikokapitalgeber finden. in diesen dimensionen habe ich noch nie nachgedacht. aber es fühlt sich nicht nur ok an, es fühlt sich gut an. bei allerschönstem sonnenschein habe ich heute fast den ganzen tag an diesem projekt gearbeitet. ich hatte den flow.

was liebe ich dieses kribbeln von lebensenergie...fast, wie verliebt sein. da passte es wunderbar, dass ich in meiner pause ausgerechnet das buch von gerda boyesen Dein Bauch ist klüger als du. Fühl dich wohl und alles wird gut las. jetzt noch einen wunderbaren milchkaffee am offenen fenster, ein bißchen was arbeiten und nachher vielleicht noch tenores und tenorita treffen.....prima :-)

Donnerstag, Juni 26, 2003

endlich klarheit

der VNR-newsletter verrät:

Eine Untersuchung des Emnid-Instituts in Bielefeld ergab: Die große Mehrheit der Dienstleister-Kunden erwartet bei Männern Anzug, Hemd und Krawatte, bei Frauen Kostüm, Kleid oder Hosenanzug.

- beim Rechtsanwalt: ............................................................................... 76 %
- bei der Rechtsanwältin: ......................................................................... 72 %

- beim Bankfachmann: ............................................................................ 72 %
- bei der Bankfachfrau: ............................................................................ 65 %

- beim Versicherungsfachmann: .............................................................. 63 %
- bei der Versicherungsfachfrau: .............................................................. 52 %

- beim Steuerberater: ............................................................................... 49 %
- bei der Steuerberaterin: .......................................................................... 47 %



geistige nahrung

eben habe ich mit zwei freundinnen, nach einem trainingstag mit viel zu frühem aufstehen zwei stunden im cafe gesessen. als ich ankam, konnte ich vor müdigkeit kaum aus den augen schauen. jetzt bin ich beschwingt und gut gelaunt. unsere gespräche ("jaaaa dieses buch solltest du unbedingt lesen" und "ooooh so hängt doch wieder alles mit allem zusammen") waren wunderbare geistige nahrung. klasse!

Mittwoch, Juni 25, 2003

wünsche

puh, eine woche beim kunden - da können anschließend die kreativen gedanken nicht mehr so fließen. ich lasse viel kraft beim kunden und dazu noch das frühe aufstehen.

letzte woche hatte ich ein merkwürdiges erlebnis. ich dachte mal wieder über das liebe geld nach und stellte auf einmal fest, dass ich gar keine großen wünsche habe. ich träume weder von einer großen reise noch von einem auto. die kleinen wünsche, die ich habe, erfülle ich mir meist: ein buch, ein paar schuhe - das geht eigentlich meistens.

auf einmal dachte ich "huii, dann liegt es also daran, dass du wenig aufträge hast. du willst ja gar kein geld verdienen!" und fühlte mich merkwürdig.

dann überlegte ich und überlegte, was mich wohl glücklich machen könnte und das einzige was mir nach langem nachdenken einfiel war: lauter tolle dinge mit spannenden leuten machen ...

ich bin ein zufriedener mensch.

Sonntag, Juni 22, 2003

allzeit perfekt?

gestern abend war ich auf einer party. im vorfeld stellte sich schon die frage, was für ein event das werden sollte. die gastgeberin eher eine geschäftsfreundin als eine freundin und die party als unternehmens-start-party-nach-langen-vorbereitungen deklariert. ich war ganz froh, dass es tagsüber regnete, denn ich war mir nicht sicher, welches paar gummistiefel zum schicken outfit passte. also besser in räumen als im schrebergarten feiern. aber das geschäfts-party-feeling kam in der wohnung, in der man die schuhe ausziehen musste, nicht wirklich auf.

mich beschäftigtigte an diesem abend immer wieder die frage, ob ich dort als privatperson oder als businesswoman war. da denkt man viel über selbstmarketing - von kleiderfrage bis image - nach und bekommt bei veranstaltungen im grenzbereich plötzlich das muffensausen. immer geschäftlich unterwegs zu sein finde ich genauso blöd, wie völlig-locker-mich-gehen-lassen in gegenwart von geschäftsbekannten und potentiellen kunden. muss ich als selbständige ab sofort in der öffentlichkeit jederzeit perfekt aussehen, perfekte laune haben und allegemeines wohlgefallen erregen? ist das authentisch? ich finde das gar nicht so leicht, "mich als marke zu definieren".

Samstag, Juni 21, 2003

tierisches vergnügen

eben habe ich in der ZEIT gelesen, dass tiere im zoo verhütungsmittel bekommen. die begründung: zootiere werden mittlerweile sehr alt, die käfige reichen nicht, also wird verhütet bzw. nur noch auf bedarf nachwuchs produziert.

mmmhhh ich kann mich des eindrucks nicht erwehren, dass das damit irgendetwas über die überalterung unserer gesellschaft ausgesagt wurde - nur komisch: die argumente klingen bei deratigen diskussionen immer anders.

Freitag, Juni 20, 2003

aufräumen

jetzt sitze ich wieder am computer anstatt meine bude aufzuräumen oder anstatt was ordentliches zu arbeiten oder anstattanstattanstatt. huiiii...in den büchern steht, man soll imhierundjetzt und das auch noch nach dem lustprinzip leben. das kann ich gut. ein schöner tag. aber nirgendwo finde ich eine gebrauchsanleitung für den alltag. ich weiß schon, wieso ich "simplify your life" nicht gekauft habe.

irgendwie gefällt es mir, mir vorzustellen, dass ich gerade etwas ausbrüte. yeeah übergangsmoratorium nennt sich das, wenn man versucht, sich wichtigwichtig auszudrücken. also, meine hypothese: ich brüte gerade in meinem übergangsmoratorium herum und heraus kommt in wenigen tagen oder wochen eine wunderbare idee.

eine freundin von mir sagte vor einigen jahren, dass ideen durch die gegend fliegen und sich in dem kopf niederlassen, den sie irgendwie gut finden.

klingt poetisch, würde mich aber nicht vom aufräumen befreien. theoretisch halte ich es ja mit feng shui - gegen das gerümpel des alltags und denke ich müsste aufräumen, damit es die idee hübsch und wohnlich bei mir hätte - dann würde sich garantiert eine bei mir niederlassen. naja, ich habe heute mal wieder keine lust zum aufräumen. immerhin war ich beim sport und fand es nett.

am besten schreibe ich mal alle themen auf, die irgendwie vor meiner tür rumlungern. vielleicht paaren sie sich und werden zu ideen, die sich meinen kopf als übergangswohnheim aussuchen...


  • projektmangement für kreative

  • weibliches projektmanagement

  • der mensch als marke

  • pass auf was du dir wünschst, es könnte in erfüllung gehen


um mich herum verliebt und trennt es sich. in der liste wird gemenschelt und über sex geredet. dabei haben wir gar keine 30 Grad. ein verrückter monat.

verkaufen

>>"Ich bin kein Verkäufertyp." Entfernen Sie diesen Satz aus Ihrem Wortschatz, denn er ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Machen Sie sich klar: Verkaufen ist nichts Schlechtes. Wir alle leben davon, dass uns andere ihre Leistungen, Dienste und Produkte anbieten, und dass wir es genauso tun.<<

ich lese gerade die gestrige ausgabe des wunderbaren VNR-newsletters das ist der einzige newsletter, den ich wirklich fast jeden tag lese. obiges zitat stammt aus ihm. da ich mich auch mal wieder mit dem thema akquise beschäftige, fand ich es gut, erneut auf diese idee hingewiesen zu werden. aber es ist schon verflixt. auch wenn ich es theoretisch verstanden habe, so finde ich doch immer tausend dinge, wie ich mich verdaddeln und damit von akquisetätigkeiten ablenken kann. mein bauch mag das verkaufen immer noch nicht. auch wenn ich es mir immer und immer wieder sage, dass ein abgelehntes angebot nicht mich als person ablehnt, fühlt es sich trotzdem doof an. viel bequemer ist es nichts zu tun, und auf die wunderwirkungen des networkings und den glaubenssatz mit der fülle zu hoffen.

obwohl das mit der fülle finde ich schon plausibel. was, wenn das ökonomische prinzip tatsächlich nur eine annahme ist und gar keine knappheit herrscht? was, wenn wirklich alle glauben würden, dass wirklich genug für alle da ist? wieso vergesse ich immer wieder, dass das "leben aus der fülle" so viel charmanter ist und verliere mich immer wieder in existenzängsten? dabei weiß ich doch, dass ich viel attraktiver werde, wenn ich aus meiner fülle schöpfe. wenn ich anbiete, was ich anbieten möchte, ohne den druck, davon leben zu müssen. in den letzten monaten hat sich dieses prinzip der "akquise" doch auch bewährt. selbst meine banktante hat es schon bemerkt. es gibt noch so viel über dieses thema nachzudenken - genug für heute ... in diesem sinne gehe ich jetzt zum sport, tue mir und meiner ausstrahlung etwas gutes.

mein held zum thema verkaufen was es übrigens, der mich zum bloggen inspirierte: luenenbuerger.blogspot.com

Donnerstag, Juni 19, 2003

kleider machen leute

ufff, ich habe es getan. toll. vor wochen habe ich zum ersten mal von blogs gehört. irgendwie war ich fasziniert aber habe auch nicht recht verstanden, wieso und wofür. ein virtuelles tagebuch - so öffentlich? zweifel regen sich. auf der anderen seite finde ich es toll, mit anderen meine gedanken zu teilen. ich werde es ausprobieren. immerhin weiß ich erst, ob ich etwas mag, wenn ich es probiert habe. in diesem sinne leg ich einfach mal los und sage allen: "herzlich willkommen in meinem virtuellem tagebuch."

ich überlege gerade, ob es heute schon etwas zu berichten gibt. den halben tag habe ich damit verbracht, eine hose zu nähen. so etwas habe ich seit fast 20 jahren nicht mehr getan. uff, bin ich alt! aber es war ein tolles gefühl, mit etwas selbst produzierten anschließend stolz durch ottensen zu laufen. mal was ganz anderes als das rumgedenke.

mit einer geschäfts-freundin diskutierte ich heute über kleiderregeln im job. ich finde es gar nicht so einfach, mich selbst zu definieren. sie sagte, dass man sich so kleiden solle wie die kunden, damit diese sich sicher- und wohlfühlen. man signalisiert damit, dass man zu ihnen gehört. erst sucht der mensch nach gemeinsamkeiten, um dann anschließend für die unterschiede bereit zu sein. das klingt vernünftig, aber mir sträubten sich trotzdem die nackenhaare: kleidung ist ausdruck und ich bin nun mal ein individuum. wie, wenn nicht mit kleidung, zeigt man in den ersten sekunden, wer man ist oder sein will. ihre ansicht erscheint mir pragmatisch - meine pubertär. ich werde weiter darüber nachdenken...

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen